BFC DYNAMO gegen MSV 1919 NEURUPPIN 0:0 am 06.08.04:

DYNAMO ERST SPÄT DYNAMISCH! So mancher beim BFC Dynamo wusste nach dem Oberliga-Auftakt nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Einerseits war das Remis gegen einen hoch eingeschätzten Kontrahenten für einen Aufsteiger gar nicht so schlecht – andererseits hätte am Ende sogar ein Sieg herausspringen können, vielleicht sogar müssen. Nur mit reichlich Glück und einem vorzüglichen Torwart Schirrmeister überstand der MSV Dynamos dynamische Schlussphase, die BFC-Trainer Backs zu der Erkenntnis verhalf: „Uns braucht vor der Oberliga nicht bange zu sein.“ So sieht es aus. Weil von einem Spiel meist das Ende leichter haften bleibt als der Anfang, zog auch die stattliche Kulisse einigermaßen befriedigt von dannen. Den Menschen stand noch plastisch vor Augen, wie Kopanskis tückischer Flatterball (88.) und Lenz’ Freistoß (89.) von Schirrmeister abgewehrt worden waren und wie Kukulies die Kugel über den Balken gejagt hatte (90.). Zuvor schon hatte Simic einen Versuch Suwarys von der Torlinie schlagen müssen (56.) und waren zwei Schüsse der beiden besten BFCer, Suwary (62.) und Wanski /75.), zwar knapp vorbeigeflogen, aber von den Kollegen richtungsweisend aufgefasst worden: als Wecksignal nämlich. Denn so zielstrebig und resolut präsentierte sich Dynamo anfangs beileibe nicht. „Wir wirkten respektvoll, fast schon ängstlich“, bemängelte Backs. Der Aufbau verlief holprig, Feinabstimmung und Witz fehlten. Kutrieb zeigte nur ansatzweise, dass er die Gabe besitzt, mit einer Einzelaktion ein Spiel auch mal allein entscheiden zu können. Auf links stand mit Jacobsen ein Rechtsfuß – eine Dauerlösung? Ein einzig- er Pass von Suwary kam durch: Kukulies scheiterte jedoch an den hochgerissenen Fäusten des aufmerksamen Schirrmeister (39.). MSV-Coach Schreier kam hinterher zu dem Schluss: „Vor der Halbzeit waren wir klar überlegen.“ Drei Chancen hatte er zu diesem Zeitpunkt ausgemacht, die aber allesamt nicht sehr zwingend waren, beispielsweise ein knapp verzogener Freistoß von Simic. Den meisten Betrieb machten in dieser Phase Prymula und Zschie- sche, die von einigen klugen Pässen des umsichtigen Novacic profitierten und ein paar Mal Schnelligkeitsnachteile in der BFC-Abwehr aufdeckten. Aber die Neuruppiner hielten ihr couragiertes Vorwärtsspiel nicht durch, und Schreier gestand: „In der zweiten Halbzeit ist es uns nicht gelungen, nach vorn Druck zu erzeugen.“ Auch nicht, als Rogoli als Spitze eingewechselt wurde und Prymula auf die rechte Seite ging. Unter Druck ging’s dann auch noch hin- ten drunter und drüber – und der MSV musste erkennen, dass der Weg zur Spitze ziemlich lang und steil verläuft.
klingeltöne
SV BABELSBERG 03 gegen BFC DYNAMO 0:0 am 14.08.04:

JACOBSENS EXPLOSIVER ANTRITT! Acht Minuten vor dem Abpfiff war der Sieg für Babelsberg so nah und doch so fern. Im Anschluss an einen Röver Eck- stoß landete der Ball direkt vor dem Füßen Lausers der aber aus Nahdistanz die Kugel über den Kasten wuchtete. Die Szene war symptomatisch für das Auftreten der Potsdamer: Der Wille wa da, aber die Umsetzung ließ zu wünschen übrig. So entführte der Aufsteiger überraschend einen Punkt aus dem gefürchteten Liebknecht-Stadion. Und das nicht unverdient. „Wir haben uns teuer verkauft“, meinte BFC-Coach Backs. So war es. Die Berliner präsentier- ten sich konzentriert, kampf- und laufstark und ließen sich weder von der imposanten Kulisse, noch vom Vize-Meister beeindrucken. Die Abwehr um Libero Lenz gestattete den gegnerischen Spitzen in weiten Phasen wenig bis gar nichts, Mittelfeld und Angriff verrichteten viel Defensivarbeit und ver- sprühten in der Offensive auch einige Gefahr. Imponierend vor allem der Auftritt von Jacobsen auf links. Der Ex-Fuchs machte seine Seite dicht und leitete ein ums andere Mal mit explosivem Antritt vielversprechende Angriffe ein. Einer dieser Gegenstöße hätte fast die Führung gebracht: nach Pass von Ku- trieb zog Jocobsen direkt ab und zwang Rauch zu einer Glanzparade (11.). Eine weitere gute Möglichkeit hatte Kukulies, dessen Schuss knapp das Ziel verfehlte (31.). Die Potsdamer fanden lange Zeit kein Rezept, um die Gäste zu verunsichern. Bezeichnend, dass erst nach einer knappen halben Stunde von Röver der erste Torschuss abgefeuert wurde. Insgesamt mangelte es dem Spielaufbau an Präzision, Tempo und Ideen. Regisseur Moritz ließ die genialen Momente, die ihn sonst auszeichnen, vermissen und auch von den Seiten (Lauser, Kindt) ging keinerlei Gefahr aus. Zudem verpufften die Stand- ards ergebnislos. Babelsberg-Coach Ränke änderte zur Pause das System und setzte fortan auf drei Spitzen (Okuyama, Röver, Lauser). Die Umstel lungen zeigten nur bedingt Erfolg. Der Vize-Meister erhöhte zwar die Schlagzahl, erreichte sein Ziel allerdings nicht. Was Babelsberg nach dieser enttäuschen- den Heimpremiere bleibt, ist ein Punkt und Ränkes Feststellung, „dass man in dieser Saison kein Team so einfach über den Haufen rennt“. Wohl wahr.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 2:0 am 22.08.04:

DEHNERT BEHIELT DIE NERVEN! Es begann furios im Sportforum. Beide Teams spielten nicht auf Abwarten, sondern gingen gleich voll zur Sache, und so ging es Schlag auf Schlag. Turgut traf aus 15 Metern die Lattenunterkante (6.), kurz darauf umkurvte Suwary Hampf, doch der traf aus der Drehung die Lat- tenoberkante (9.). Keine 60 Sekunden später ließ Kukulies Raickovic stehen, seinen Schuß aufs kurze Eck konnte Hampf zur Ecke lenken. Auf der Gegen- seite zog der anfangs starke Turgut einen Eckbal direkt aufs Tor, doch Thomaschewski konnte per Faustabwehr klären (12.). Dann fiel Mitte der ersten Halbzeit der Führungstreffer für den BFC, sehr gut eingeleitet von Lenz, prächtig verlängert von Suwary und eiskalt verwandelt von Wanski. Überhaupt Philipp Wanski: Er bot im rechten defensiven Mittelfeld gegen Petrowsky eine starke Partie, nahm diesen fast völlig aus dem Spiel und kurbelte außer- dem das Spiel nach vorn ständig an. Doch auch die Borussen trugen ihren Anteil zu einer ausgezeichenten ersten Hälfte bei und hätten kurz vor der Pau- se den Ausgleich erzielen müssen, als Rudwaleit sich verschätzte und Fuß allein aufs BFC-Tor zulief, doch der Goalgetter scheiterte am glänzend per Fuß- abwehr klärenden Torwart Thomaschewski (41.). Im zweiten Durchgang erwartete man einen Sturmlauf der Charlottenburger. Doch trotz Einwechslung eines dritten Stürmers gelang es ihnen nicht, den Aufsteiger in Verlegenheit zu bringen. Im Gegenteil: Tebe konnte sich bei Hampf bedanken, das man so lange im Spiel blieb: Einen Freistoß von Lenz lenkte er zur Ecke (52.), dann parierte er gegen den frei vor ihm auftauchenden Kukulies (58.), auch gegen Jacobsen (65.), später hatte er Glück bei Kutriebs Lattenknaller (69.), ehe der eingewechselte Dehnert eine Viertelstunde vor dem Ende die Nerven behielt und den hochverdienten ersten Saisonsieg des BFC Dynamo sicherstellte.
F.C. HANSA ROSTOCK/AMATEURE gegen BFC DYNAMO 2:0 am 25.08.04:

DOPPELSCHLAG ENTSCHIED! Am vierten Spieltag erwischte es auch den letzten Oberliga-Keeper: Knapp fünfeinhalb Stunden war Thomaschewski ohne Gegentreffer geblieben, bevor er innerhalb von zwei Minuten gleich zweimal hinter sich greifen musste. Dieser Doppelschlag entschied das Spiel zugun- sten des Gastgebers, die erstmals in dieser Saison mit den erfahrenden Bundesligaspielern (Meggle,Lapaczinski) angetreten war. Nur zweimal tauchte Dynamo (durch Kukulies) gefährlich im Hansa-Strafraum auf: Erst parierte Busch (5.), später klärte Pohl zur Ecke(30.). Insgesamt fehlte beim Aufsteiger die Durchschlagskraft, daran änderte nach dem Rückstand auch ein dritter Stürmer nichts mehr. Die einzige Chance zum Anschlusstreffer ließ der einge- wechselte Kopanski verstreichen (68.). Danach hätte der Rostocker Sieg auch noch höher ausfallen können. Holst traf den Pfosten (71.), Sykora (73.), Meggle (77.) und Bopp (86.) vergaben weitere Hochkaräter.
BFC DYNAMO gegen FC SCHÖNBERG 95 5:1 am 04.09.04:

DYNAMO MIT VERWÖHNAROMA! Es gibt Spiele, die sind bereits entschieden, kaum dass der Anpfiff erfolgte. Für den BFC Dynamo wurde so ein fußballer- ischer Traum Realität. Bereits nach 15 Minuten führten die Berliner mit 3:0 gegen Schönberg und sorgten damit frühzeitig für klare Verhältnisse. Die schnelle Entscheidung war der Lohn für eine beeindruckende Anfangsphase, in der die Berliner Fußball mit Verwöhnaroma boten: schöne Ballstafetten, hohes Tempo, viele Positionswechsel und Zug zum Tor. Dabei setzte der BFC auf ein variables Offensivspiel: Mal wurde die gegnerische Abwehr mit Ein- zelaktionen in Verlegenheit gebracht, mal mit schnellen direkten Pässen durch die Mitte und mal mit Flügelspiel. Als effektiver Impulsgeber fungierte Kutrieb, der an fast allen brenzligen Aktionen im gegnerischen Strafraum beteiligt war und zudem seine Abschlussstärke demonstrierte. Auch Terzic wußte zu überzeugen. In seinem BFC-Debüt setzte er sich auf links des öfteren geschickt durch und bereitete zwei Großchancen vor, die Wanski aller- dings nicht verwerten konnte (27., 34.). Auch Standards wiesen Überraschungsmomente auf. Die beste Chance ergab sich nach einer gewitzten Freistoß Kombination über Lenz und Kutrieb, die Wanski frei vor dem Kasten auftauchen ließ (28.). Allein die Chancenverwertung blieb zu Wünschen übrig. „Wir hätten zur Halbzeit noch deutlicher führen müssen“, kritisierte BFC-Trainer Christian Backs zu Recht. Von den Gästen war bis auf Eifer lange nichts zu sehen. Die frühen Schockerlebnisse in Form von Gegentoren hatten ihre Spuren hinterlassen: „Nach den ersten 15 Minuten waren meine Spieler wie paralysiert“, meinte Schönberg-Coach Heiko Tegge. Erst nach dem Wechsel unternahmen sie ernsthafte Ausflüge in die gegnerische Hälfte. Auch weil der BFC, der das Tempo in dieser Phase drosselte, sie gewähren ließ. Die Quittung folgte prompt. Schönberg markierte ein Ausrufezeichen (52., Koll- morgen) und schließlich ein Tor. Ein möglicher Treffer zum 2:3 hätte der Partie neue Spannung verleihen können. Stattdessen wurde Dynamo wieder dynamischer, verschaffte sich deutliche Vorteile und nutzte die Fehler der Gäste eiskalt aus. So beim 4:1, als Schmidtke in Erwartung eines Freistoßes seine Mauer seelenruhig stellte, Kutrieb den ruhenden Ball aber blitzschnell aus spitzem Winkel an den verdeutzten Schönbergern vorbei ins Netz zirk- elte. Diese Aktion war stellvertretend für das gesamte Spiel: Dynamo war dem Kontrahenten immer einen Schritt voraus.
BFC DYNAMO gegen FV MOTOR EBERSWALDE 2:1 am 26.09.04:

KOPANSKI BRACHTE SCHWUNG! Tumultartige Szenen ereigneten sich nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Brügmann. Nach einem Disput zwischen BFC Stürmer Kopanski und Motor-Verteidiger Maerz direkt vor der Haupttribüne beteiligten sich Akteure beider Teams an einem mittelprächtigen Handge- menge. Die Auseinandersetzung musste von einem guten Dutzend auf den Platz stürmender Ordner geschlichtet werden. „Kopanski hat mich während der Partie angespuckt, dazu wollte ich ihm nur mal die Meinung sagen“, erklärte später der Eberswalder „Auslöser“ Maerz. Dass sich beide Mannschaft- en nach dem Ende der 90 Minuten noch so ins Zeug legen konnten, verwundert nicht. Denn im Verlauf der äußerst mäßigen Begegnung kamen sie weder an ihre spielerischen, noch an ihre kämpferischen Grenzen. Im Gegenteil: Im vernieselten Sportforum war Tristesse angesagt. Dynamo wollte nicht, Eberswalde konnte nicht so recht. Am verdienten Dreier der Hohenschönhausener gibt es dennoch nichts zu deuteln. Die Feld- und Chancenvorteile des Aufsteigers waren zu eindeutig. Jacobsen (6.), Suwary (8., 22.), Terzic (22.), Wanski (35.), Kutrieb (46.), der nach seiner Einwechslung viel Schwung bring- ende Kopanski (65., 72.), Selanci (85.) und Lenz (90./Pfosten) scheiterten jedoch am eigenen Unvermögen, der vielbeinigen Motor-Abwehr oder dem an diesem Tage ein Debakel verhindernden Eberswalder Schlussmann Pospieszny. Als weitere Treffer nach der Führung ausblieben, verkampfte Dynamo zusehends. Das fing bei riskanten Rückpässen von Lenz und Halat an und endete bei Fehlabspielen fast aller Offensivkräfte. Als sich alles auf einem 1:0 Erfolg einzupegeln schien, stellte Altes mit einem Traumtor den Spielverlauf auf den Kopf. Vorher hatte auf Eberswalder Seite nur Ploen Keeper Thoma- schewski ernsthaft geprüft (45.). Nach dem Ausgleich erwachte der BFC aus seiner Lethargie. Wie beim ersten Treffer benötigten die Hauptstädter einen ruhenden Ball für die Sicherstellung der drei Punkte. Fazit: Wenigstens mit den Standardsituationen konnte Trainer Christian Backs zufrieden sein. Mehr wird von diesem Arbeitssieg aber kaum in Erinnerung bleiben.
F.C. ENERGIE COTTBUS/AMATEURE gegen BFC DYNAMO 0:2 am 09.10.04:

DYNAMO BESTRAFTE DIE FEHLER! Die vorangegangenen Pleiten hatten offenbar den Cottbussern das Selbstvertrauen entzogen. Nur zwei Halbchancen gab es für Energie, das zuletzt zwei Mal ohne Tor geblieben war (0:2 in Babelsberg und 0:5 gegen Hansa). Auch der BFC Dynamo spielte zunächst ohne Mumm nach vorn. An den ernsten Auswärtssieg glaubte da noch niemand im Berliner Lager. Brunnemanns Fehlpass im Mittelfeld kredenzte dann aber den Hohenschönhausenern deren erstes Auswärtstor auf dem Silbertablett. Derart beschenkt, steigerte sich die quirlige Backs-Truppe in ein nun kombi- nationsfreudiges, zumeist ansehnliches Spiel. Erst recht, als ein erneuter Lapsus der Hausherren den BFC endgültig auf die Siegerstraße brachte. Er- staunlich, aber wahr: Kein Youngster, sondern mit Bandrowski wieder einer aus Energies Profikader, spielte das Leder per Kopf in den Lauf des Vorbe- reiters zum 0:2, Terzic. „Zu einem erneut günstigen Zeitpunkt“, wie BFC-Trainer Christian Backs später anmerkte. Zugleich sprach er von einem „keines- wegs berauschenden Auftritt“ seiner Elf. Zufrieden war der Coach aber besonders damit, seine Männer nun endlich wieder mal in einem Wettkampf ge- sehen zu haben: „Spielpause und Hüttes Insolvenz verschafften uns ja in fünf Wochen nur ein Spiel.“ Nicht ganz einfach für den Aufsteiger, da den richtig- en Spielrhythmus zu finden. Backs‘ Gegenüber Detlef Ullrich plagten da ganz andere Sorgen. Dessen aktute Personalnot sorgte für drei Lücken im 18er Kader des Tages. Unter den 15 im Spielformular notierten Kickern standen mit Co-Trainer Köhler und Teichmann gleich zwei Torhüter. Letztgenannter durfte (besser: musste) später noch als Mittelstürmer agieren. Dass gerade besagter Teichmann das Spiel würde drehen können, erwartete in Cottbus niemand so ganz wirklich. Gekämpft, wie übrigens all seine Mitspieler, hat aber auch er. Doch war dies gegen eine körperlich überlegene Dynamo-Mann- schaft zu wenig, um die dritte Niederlage ohne eigenen Torerfolg noch abwenden zu können.
BFC DYNAMO gegen LUDWIGSFELDER FC 2:2 am 16.10.04:

KUTRIEB ERZWANG DIE WENDE! Lange Gesichter bei den Akteuren des Ludwigsfelder FC und jubelnde BFC-Spieler auf dem Rasen gaben die Gefühlslage wieder, die nach dem Abpfiff im Sportforum herschte. Aus einem 0:2-Rückstand erkämpfte Dynamo noch ein kaum noch für möglich gehaltenes 2:2-Un- entschieden. Bis zur 72. Minute lagen die Gäste aus Ludwigsfelde im Duell der beiden Aufsteiger mit 2:0 in Front. Mit einem schnell ausgeführten, direkt verwandelten Freistoß leitete Kutrieb dann die Wende ein. Von den Zuschauern lautstark angetrieben witterten die Platzherren ihre Chance. Die bot sich neun Minuten vor dem Schlusspfiff, als Kutrieb frei zum Schuss kam und zum umjubelten 2:2 einnetzte. Dabei sah es zunächst ganz anders aus: Der LFC stand kompakt, spielte taktisch diszipliniert und gestattete dem Kontrahenten nur wenig. Zudem agierten die Ludwigsfelder schnell und zielstrebig nach vorne. Zwei dieser überfallartigen Angriffe, meist initiert von Walle, hätten beinahe die Führung gebracht.Fricke (38.) und Mlodzian (44.), die jeweils frei vor dem Kasten auftauchten, scheiterten aber am glänzend reagierenden Keeper Thomaschewski. Nach dem Wechsel wurde die engagierte Spielweise der Gäste, die ohne ihre Leitfiguren Heinrich (Blockade im Rücken) auskommen mussten, schließlich belohnt. Matchwinner schien Fricke zu werden, der mit seinem Doppelpack für einen komfortablen vorsprung und die vermeintliche Vorentscheidung sorgte. Das dachte auch LFC-Trainer Volker Löben- berg. „Wir hatten die drei Punkte schon im Sack.“ Nichts deutete darauf hin, dass das Spiel in den verbleibenden 20 Minuten noch hätte kippen können. „Wir haben zu wenig Leben auf dem Platz gezeigt und zu Recht mit 0:2 zurückgelegen“, lautete das Zwischenfazit von BFC-Coach Christian Backs. Zu po- madig präsentierte sich Dynamo über weite Strecken. Den Aktionen der Gastgeber mangelte es an Tempo, Temperament und zündenden Ideen. Torge- fahr wurde fast ausschließlich durch Standards entfacht (13. Kutrieb, 22. Terzic). In der Spitze harmlos, in der Defensive ungewohnt wacklig. Das Fehlen von Abwehrchef Lenz (Urlaub) machte sich bemerkbar. Glück und ein reaktionsstarker Thomaschewski im Tor verhinderten einen noch höheren Rück- stand. Erst als nach dem 0:2 die Situation aussichtslos schien, erwachte Dynamo, bewies eine gute Moral und kämpfte sich ins Spiel zurück. So konnte wenigstens ein Zähler gerettet werden.
TSG NEUSTRELITZ gegen BFC DYNAMO 0:2 am 24.10.04:

DOPPELSCHLAG DURCH KUKULIES! Mit einem Doppelschlag durch Torjäger Kukulies kurz vor dem Seitenwechsel entschied der BFC Dynamo das Spiel, wo- bei die TSG-Abwehr kräftig mithalf. Ohne Respekt hatten die Neustrelitzer das Spiel gegen den Favoriten aus Berlin begonnen. Schon in der ersten Minute prüfte Hopp aus spitzem Winkel den souveränen Keeper Thomaschewski. Aus einer sicheren Abwehr mit einem umsichtigen Libero Kushnir versuchte man durch Konter zum Erfolg zu kommen. Die Berliner zeigten sich wie erwartet ballsicher, spielten überlegt die Bälle in die Spitze. Hierbei tat sich be- sonders der agile Kutrieb hervor, der stets die Situation erkannte, den Ball forderte und überlegt weiterleitete. Doch die Neustrelitzer gingen couragiert in die Zweikämpfte, was den Gästen nicht so sehr behagte. Man sah aber dennoch die reifere Spielanlage des BFC, der taktisch geschickt auftrat und den Raum klug aufteilte. Bis zum ersten Tor war das Spiel völlig offen, denn der Gastgeber suchte stets den Weg nach vorn. Aber es zeigte sich wieder ein- mal das mangelnde Durchsetzungsvermögen der TSG-Elf. Der von Lenz gut organiserten BFC-Abwehr war so nicht beizukommen. Bei beiden Toren stand die TSG-Abwehr Pate: Zunächst wurde die Flanke von Suwary nicht verhindert, Kukulies stand goldrichtig. Eine Minute später verlor Hopp unnötig den Ball, und der BFC-Torjäger war mit einem herrlichen Flachschuss aus 18 Metern erfolgreich. In der zweiten Halbzeit kontrollierte Dynamo das Spiel, hielt den Ball vorwiegend in den eigenen Reihen. Mit der Einwechslung von Szibat bekam die TSG noch etwas Luft, doch auch er konnte eine gute Chance nicht nutzen (57.). BFC-Trainer Backs sah es so: „Wenn Neustrelitz zu Beginn das 1:0 erzielt, wird es schwer für uns. Der Doppelschlag war die Entscheidung. Danach kontrollierten wir das Spiel. Deswegen war der Sieg wohl auch verdient.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
BFC DYNAMO gegen FC ANKER WISMAR 1997 6:1 am 30.10.04:

AM ENDE ALLES GELUNGEN! Sechs zu Eins. Siege in dieser Höhe lassen meist auf eine einseitige Angelegenheit schließen, in der die überlegene Elf den chancenlosen Kontrahenten nach allen Regeln der (Fußball-)Kunst vorgeführt hat. Solche Kantersiege sprechen oft Bände, können mitunter aber auch ver- heimlichen, das die Begegnung lange Zeit ausgeglichen war und mit offenem Visier geführt wurde – wie im Fallbeispiel BFC Dynamo contra Anker Wis- mar. Eine gute Stunde lang war alles möglich. Ein Sieg Dynamos, ein Remis oder ein Auswärtserfolg von Wismar. Beide Teams suchten von Beginn an den Weg nach vorne. Die besseren Möglichkeiten hatte zunächst der BFC. Kutriebs Heber (7.) und ein Kopfball Rudwaleits (8.) fanden allerdings nicht ins Ziel. Unter gütiger Mithilfe von Klann, der einen kapitalen Querpass vor dem eigenen Strafraum spielte, erzielte Regisseur Kutrieb schließlich die nicht unver- diente Führung für die Gastgeber. Nach feinem Flankenlauf von Jacobsen legte Kopanski zehn Minuten später den zweiten Treffer nach, und Dynamo schien bereits auf der sicheren Seite zu sein. Doch Wismar bewies Moral, kämpfte aufopferungsvoll und antwortete mit dem Anshlusstreffer. „Da hätte das Spiel kippen können“, blickte BFC-Coach Christian Backs auf das Schlussdrittel der ersten Hälfte zurück. Köhn (40.), der im Mittelfeld immer wieder antrieb, und Taflo (41.) hätten der Partie eine neue Richtung geben können, verfehlten aber knapp den Kasten. Dynamo schien beeindruckt und verlor vor- übergehend den Faden. Kurz nach dem Wechsel fanden die Hohenschönhausener ihn wieder und waren dem Tor näher als die Gäste. Kutrieb lief zweimal (50., 53.) allein auf Keeper Köhlmann zu und blieb zweimal erfolglos. Besser machte es der eingewechselte Wanski, der nach einer guten Stunde zum 3:1 einnetzte. „Das hat uns das Genick gebrochen“, analysierte Anker-Trainer Axel Rietentiet. Die ersatzgeschwächten Gäste gaben sich und die Hoffnung auf einen Punktgewinn auf. „Wir haben uns dann kampflos ergeben“, meinte ein enttäuschter Rietentiet. Dynamo nutzte die nachlassende Art der Gäste schamlos aus und spielte sich förmlich in einen Rausch. „Es gibt eben Phasen, da gelingt dem Gegner nichts mehr und einem selber alles“, so Backs. Die Schlussphase gab ihm Recht. Sein Ensemble servierte teilweise Fußball aus der Feinkostabteilung – wie beim 5:1, als eine gewiefte Freistoßkombination über Lenz, Suwary und Kutrieb (und Rauschenbach-Abschluss) nicht nur die Zuschauer verzückte.
BERLINER ATHLETIK KLUB 07 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 06.11.04:

KUTRIEB VERHINDERTE NULLDIÄT! Der „BFC Kutrieb“ pirscht sich weiter an die Tabellenspitze heran. Das siebte Spiel in Serie ohne Niederlage musste sich Dynamo allerdings hart erkämpfen. „Ich bin froh, dass wir drei Punkte mitgenommen haben. Es war jedoch ein sehr glücklicher Arbeitssieg. Beide Teams haben sich nahezu neutralisiert“, erklärte Christian Backs. Der BFC-Coach hatte mit seiner Analyse vollkommen recht. Auf der kleinen, rutschigen „Lü- deritze“ entwickelte sich eine umkämpfte Auseinandersetzung, die spielerischen Leckerbissen keinen Raum bot. Dribblings über mehr als drei Sekun- den waren praktisch unmöglich, wenn man nicht von der heraneilenden Konkurrenz abgegrätscht werden wollte. Zwangsläufig verlegten sich beide dar- auf, mit langen Bällen oder Standards das gegnerische Gehäuse in Gefahr zu bringen. Vielleicht hätte die Partie bei einer BAK-Führung einen anderen Ver- lauf genommen. Denn bis zum entscheidenden Treffer von Kutrieb besaßen die Weddinger die besseren Gelegenheiten. Doch zum einen war Caglar nach einer Okatan-Ecke ebenso überrascht wie hüftsteif (6.), zum anderen fand der stark beginnende Empere mit einem satten Schuss im sicheren Thoma- schewski seinen Meister (17.). Der ebenfalls überzeugende Debütant im BAK-Tor, Selcuk Sahin, musste sich bei den besten Dynamo-Gelegenheiten von Suwary (2.) und Jacobsen (21.) nicht mal strecken, weil die Kugel jeweils am Kasten vorbei strich. Der Harmlosigkeit seiner Offensive überdrüssig, brach- te Backs nach dem Wechsel Kukulies. Die derzeit etwas stotterende Tormaschine musste nach einer überzogenen Ampel-Karte den Rasen aber vorzeitig wieder verlassen. Doch zu diesem Zeitpunkt lag der BFC schon in Front - vielleicht auch deshalb, weil er sich etwas mehr als der BAK gegen die drohende Nulldiät stemmte. Eine richtige Schlussoffensive der Weddinger fand praktisch nicht statt. Und als Thomaschewski in der Nachspielzeit auch einen wuch- tigen Parlatan-Freistoß entschärfte, konnte der stattliche Dynamo-Anhang endgültig abfeiern.
BFC DYNAMO gegen SV YESILYURT 1973 1:1 am 14.11.04:

GÖRGEN GING – YESILYURT KAM! Viele kleine und größere Fouls, zehn Verwarnungen, eine „Ampelkarte“ sowie ausgelebte Emotionen auf dem Rasen und den gut gefüllten Rängen: Dies war die Bilanz eines oft unterbrochenen Spitzenspiels, das mehr von kämpferischen Momenten und Spannung als spieler- ischer Raffinesse lebte. Kurioserweise führte vielleicht eine Entscheidung von Referee Weißenborn, der trotz der nicht einfach zu leitenen Partie ganz gut über die Runden kam, zum am Ende leistungsgerechten Unentschieden. Der Schiedsrichter verwies nach 57 Minuten vollkommen berechtigt Libero Gör- gen des Feldes. Dieser hatte, 180 Sekunden zuvor bereits verwarnt, den durchpreschenden Jacobsen auflaufen lassen. Doch wie so oft im Fußball profi- tierte davon die dezimierte Elf mehr als die Mannschaft in Überzahl. Denn nicht die mit 1:0 in Front liegenden und eigentlich alle Trümpfe besitzenden Hohenschönhausener, sondern die am Rande ihrer zweiten Saisonniederlage stehenden Gäste ergriffen fortan vehement die Initiative. Urplötzlich zeigten speziell Gatti und Ahmetcik kämpferisch und spielerisch ihre Krallen. Nach dem heftig bejubelten Ausgleich durch Gatti war Yesilyurt drauf und dran, drei Zähler zu enführen. Doch Efe, Ahmetcik und Stingl wurden von den in der Schlussphase mit dem Rücken zur Wand stehenden Ostberlinern gerade noch rechtzeitig abgeblockt. In der ersten Halbzeit sah das freilich etwas anders aus. Mit aggressiver Spielweise kaufte der BFC den Weddingern, bei den Njie, Yildiz und Pocrnik blass blieben, den Schneid ab. Zudem bot die rasche Führung von Kutrieb, dem erneut ein sehenswerter Treffer gelang, die günstige Gelegenheit, aus einer Konterstellung zu agieren. Der lange agile Rauschenbach (2.), Kutrieb (26.) und Lehmann (42.) hätten sogar einen zweiten Treffer für Dynamo beisteuern können. Zduem fehlte den Gastgebern in Üerzahlsituationen die Kaltschnäuzigkeit. Da aber auch Yesilyurt durch Ahmetcik (17.), Turan (37.) und Bellomo (52.) schon vor seiner halbstündigen Drangzeit gesündigt hatte, blieb es bei den beiden Treffern aus der Distanz.
BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 gegen BFC DYNAMO 0:0 am 21.11.04:

DIE GLANZPARADEN VON DAME! Acht Minuten vor dem Abpfiff zirkelte Kutrieb einen Freistoß über die Mauer in Richtung Tordreieck, Keeper Dame machte sich lang und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Querlatte. Eine Szene mit Symbolcharakter: Der BFC war stets um ein Tor bemüht, traf aber auf einen Gegner, der sich mit aufopferungsvollem Kampf gegen eine Niederlage stemmte. Bereits in der Anfangsphase der Partie, die wegen des großen Zuschauerandrangs mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen wurde, hätte Dynamo in Führung gehen können. Ein Schuss von Kukulies wurde aber von Dame entschärft (4.). In weiten Phasen der ersten Hälfte agierte nur der BFC: Vor allem über die rechte Außenbahn, auf der Rauschenbach und Jacobsen prächtig harmonierten, entstanden einige gute Angriffe. Auch Kutrieb und Jakowitz kurbelten aus der Zentrale heraus geschickt an. Das ein- zige, was fehlte, war die Belohnung. Allein Suwary hatte drei Möglichkeiten (28., 34. und 42.), konnte aber keine nutzen. Türkiyem versuchte ab und an mitzuspielen, ließ sich aber mit fortdauernder Spielzeit immer weiter zurückdrängen und konnte keine Ausrufezeichen im gegnerischen Strafraum setzen. Das Fehlen wichtiger Offensivkräfte wie Aslan, Aydogdu (Zerrung), machte sich bemerkbar. Zudem war das Mittelfeld um Gül, Tosun und Yildiz mit Defensivaufgaben ausgelastet. Nach dem Wechsel verebbte der Schwung Dynamos. Zielstrebige Aktionen nach vorne nahmen ab, Türkiyems Selbst- vertrauen dagegen zu. Die Kreuzberger standen in der Defensive kompakt und entwickelten nun auch ein wenig Gefahr in der Offensive (51. Gül). Ein Tref- fer der Gastgeber hätte den Spielverlauf dennoch auf den Kopf gestellt, denn insgesamt hatte der BFC mehr vom Spiel und mehr Chancen. Man scheiterte aber entweder am glänzend aufgelegten Dame (59. Terzic) an der eigenen Abschlusschwäche (76. Rauschenbach) oder an Schiedsrichter Häcker: Der er- kannte richtigerweise ein Kopfballtor von Halat nicht an, da Dame zuvor im Torraum attackiert wurde (65.). So blieb es am Ende bei einem torlosen Remis, das sich Türkiyem mit Kampf und Leidenschaft redlich verdiente.
BFC DYNAMO gegen REINICKENDORFER FÜCHSE 1:0 am 27.11.04:

DOGANS EIGENTOR ENTSCHIED! Hing das Ding im Sportforum nun wirklich am seidenden Faden oder war der Gewinner nur nicht in der Lage, die von ihm erwartete Überlegenheit entsprechend im Ergebnis auszudrücken? Beim Aufdröseln wird der zweite Teil der Frage gewiß durch die Anfangsviertelstun- de gestützt, als die Füchse hinten ausgesprochen ungeordnet wirkten und der BFC mit atemberaubender Geschwindigkeit die Attacken inszenierte. Su- wary traf mit plaziertem Schuß nach Jacobsen-Zuspiel nur den Innenpfosten (5.), dann zog sich Gündüz einen Muskelfaserriß zu und schließlich bugsierte Dogan einen vom Duo Mattera-Iacono/Kukulies verlängerten Rauschenbach-Freistoß über die Linie. Hielt es der geneigte Zuseher mit den Füchsen, mußte er Angst um die sich wegen der Hereinnahme Mohras neu ordnenden und scheinbar zum Abschuß freigegebenen „Grünen“ haben. Zumal auch die Ab- seitsfalle nicht immer funktionierte. Warum dann allerdings Suwary einen Lenz-Freistoß für den erstens zu weit weg stehenden und zweitens auch noch gestörten Kukulies aufzulegen versuchte, statt die Kugel selbst zu versenken, wird des Stürmers Geheimnis bleiben (28.). Zu diesem Zeitpunkt misch- ten die Reinickendorfer, deren Spielentwicklung deutlich verbessert wirkt, aber bereits mit und lieferten mit zwar wenigen, dafür aber empfindlichen Nadelstichen deutliche Argumente für einen doch eher am seidenen Faden hängenden Dynamo-Erfolg. Da segelte Ilic etwa an einem Zazai-Eckball vorbei (31.), ehe sich Thomaschewski einen Freistoß Zazais in den Kasten schlug und dabei Glück hatte, daß der Schiri eine Behinderung durch Marjanovic er- kannt haben wollte (33.). Unter dem Strich waren diese Versuche, natürlich nicht mehr als ein Strohfeuer, auch wenn Füchse-Coach Mankowski später mit Pupovac noch einen Brecher vorne reinstellte und den physisch stärksten Fuchs, Marjanovic, ebenfalls in die Spitze beorderte. Chancen? Fehlanzei- ge! Am Willen mangelte es den Füchsen nicht. Schon eher an geeigneter und genauer Vorarbeit aus dem Mittelfeld, weshalb Dynamo kaum über einen längeren Zeitraum unter Druck gesetzt werden konnte. Außerdem standen Lenz und vor allem Rudwaleit bombensicher. Also spielte der BFC seinen Part mehr schlecht als recht herunter und vergeigte nahezu fahrlässig die wenigen Möglichkeiten. Einen Terzic-Versuch nach Kukulies-Vorlage klärte Yatki- ner für den schon geschlagenen Weber (40.), Suwarys Kopfball nach Rauschenbachs Einwurf fegte links vorbei (43.) und Dehnerts Volley nach Terzic‘ Flanke schlug Halat noch von der Linie (85.). Dummerweise liegen dessen Reinickendorfer Zeiten aber lange zurück.
BFC DYNAMO gegen SV LICHTENBERG 47 2:2 am 04.12.04:

KUTRIEB TRAF DAS LATTENKREUZ! Es began so, wie es die meisten Zuschauer erhofft (und wohl auch erwartet) hatten: nach nur 115 Sekunden köpfte Su- wary zum 1:0 ein und die Partie schien in die vorgefertigten Bahnen zu laufen. Denkste! Denn die BFCer dachten offensichtlich an einen Selbstläufer. Fort- an verloren sie fast jeden Zweikampf, es gab Fehlpässe ohne Ende, und die Lichtenberger kamen von Minute zu Minute besser ins Spiel. Sie wirkten nicht geschockt, droschen die Bälle nicht nur planlos nach vorn, sondern zeigten sogar eine spielerisch ansprechende Leistung. Dabei tat sich besonders der junge Ulbricht auf der rechten Seite hervor, über den die meisten Angriffe eingeleitet wurden. Dankbarer Abnehmer war der agile Savran, der die diesmal nicht ganz sattelfeste Abwehr der Hohenschönhauser schwer beschäftigte. Nicht von ungefähr war er an beiden Toren beteiligt und sorgte für die hochverdiente Halbzeitführung, da der BFC nach dem 1:0 nicht eine einzige gefährliche Offensivaktion zu verzeichnen hatte. Im zweiten Durchgang dann ein anderes Bild: Der BFC beendete das Experiment mit drei Spitzen, da diese zu wenig Vorlagen aus dem Mittelfeld erhalten hatten. Zudem engte Rauschenbach in der Folgezeit die Kreise von Ulbricht ein, ohne ihn jedoch ganz aus dem Spiel nehmen zu können. Der Druck wurde erhöht, aber ein Powerplay war es auch nicht, da zu häufig durch die Mitte gespielt wurde und dort die Licdhtenberger Abwehr sehr gut stand. Die Entlastung nach vorn wurde jedoch von Minute zu Minute weniger. Der Ausgleichstreffer fiel eine Viertelstunde vor Schluss eher glücklich, als der diesmal nicht so auffällige Kutrieb einen Freistoß in den Strafraum schlug, die Lichtenberger auf Abseits spielten (was aber keines war), so dass zunächst Halat frei stand und das Leder per Kopf vors Tor brachte, wo der ebenfalls ungedeckte Kukulies keine große Mühe hatte. Nun mussten die Gäste zittern, denn der BFC wollte un- bedingt den Sieg und hatte auch gute Chancen. Kutrieb nahm einen verunglückten Abschlag Naughtons 30 Meter vor dem Tor auf, lief bis zur Strafraum- grenze und traf mit seinem Schuß das Lattenkreuz (78.), dann bekam Dehnert das Leder bestens aufgelegt, doch er drosch es aus bester Position in die Wolken (82.). Und zu guter Letzt rettete Ogette nach einer verunglückten Faustabwehr seines Keepers in höchster Not kurz vor der Torlinie (88.). So sehr der BFC am Ende auch drückte, den einen Zähler hatte sich Lichtenberg aufgrund der couragierten ersten Hälfte und dem enormen kämpferischen Ein- satz verdient. Zwischen diesem Auftritt und dem am Vorsonntag bei Türkiyem lagen Welten, mit dieser Einstellung ist der Kampf um den Klasssenerhalt noch nicht verloren!
FSV OPTIK RATHENOW gegen BFC DYNAMO 0:0 am 11.12.04:

BESTE CHANCE FÜR LINDEMANN! Beide Trainer waren sich einig, dass das Unentschieden in Ordnung ginge. Auf reifbedecktem Rasen taten sich besonders die offensiv ausgerichteten Berliner schwer, ins Spiel zu finden. Die erste gute Gelegenheit tat sich ihnen nach einer Viertelstunde auf. Doch Halat brachte nach einer Unsicherheit in der Optik-Abwehr den Ball nicht an Aydin vorbei. Optik deutete seine Gefährlichkeit im Konter erstmals nach 22 Minuten an. Kljaic hatte nach feinem Haken Kienle geschickt, dessen Schuss aus 17 Metern am langen Pfosten vorbeiflog. Nach 26 Minuten setzte BFC-Trainer Backs ein Zeichen und wechselte Suwary aus. Danach zeigte sich seine Mannschaft zwar bemühter, mehr als ein Drehschuss von Terzic neben das Tor sprang aber nicht heraus. So war es der FSV, der zwei Minuten vor der Pause die beste Chance des Spiels hatte: nach einem schnellen Konter über Kljaic und Kellner tauchte Lindemann frei vor Thomaschewski auf. Der Rathenower traf aber den Ball nicht voll, der Schlussmann war rechtzeitig am Boden und kon- nte so sein Team vor einem Rückstand bewahren. Nach kurzer Anfangsoffensive entwickelten die Hauptstädter erst nach einer Stunde wieder mehr Druck. Doch echte Möglichkeiten erspielten sie sich nicht. „Wir haben ein paar ganz nette Angriffe gefahren. Aber ohne den letzten Biss, ohne klaren Willen, dort hinzugehen, wo es weh tut“, meinte Backs. „Rathenows Chancen waren klarer.“ In der Tat. Kam Lindemanns Kopfball noch genau auf den Keeper (72.), musste der sich bei einem Kopfball von Berger sechs Minuten darauf schon ganz lang machen, um das Leder abzuwehren. An dem Remis änderten auch die verzweifelten Versuche aus der zweiten Reihe von Wanski und Lenz in der Nachspielzeit nichts mehr. „Wir haben zwar unser Ziel, 20 Punkte zur Winterpause einzufahren, nicht erreicht. Aber gegen einen BFC mit guter Spielanlage haben wir uns heute einen Punkt erkämpft“, war Optiks Coach Kahlisch zufrieden. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, wie sie sich am Ende der Hinrunde gesteigert hat.“ Auch Backs sprach von einer Hinrunde, die über dem Erwarteten lag.
FUWOSPIELBERICHTE VOM BFC DYNAMO DER SAISON 2004/05
BFC DYNAMO gegen SV BABELSBERG 03 1:1 am 05.02.05:

RÖVER NUTZTE SEINE EINZIGE CHANCE! Der BFC konnte den Favoriten ein bißchen ärgern, die tabellarische Distanz zu verkürzen vermochte er nicht. Warum? Weil er einen Fehler beging, den viele begehen: Er stellte nach der 1:0-Führung sein Offensivspiel weitgehend ein und vertraute darauf, daß es gutgehen würde. Es ging aber nicht gut, weil Babelsberg zwar nicht brillierte, aber doch gewisse Tugenden verriet, die ein Spitzenteam ausmachen: nicht aufstek- ken, Druck machen, eiskalt zuschlagen. Letzteres tat, bei seiner ersten und einzigen Chance, Röver, den man bis dahin kaum bemerkt hatte. Effektivität nennt sich das. „Wir haben uns zu weit reindrängen lassen“, bestätigte Trainer Backs, für dessen BFC das Unheil sich anbahnte, als Gestalter Kutrieb an- geschlagen rausging und durch den fußballerisch eher ungeschliffenen Jarling ersetzt wurde. Sicher, Backs wollte dem 03-Joker Lau (kam kurz zuvor als dritter Stürmer für Vergteidiger Laars) einen Felsblock in den Weg rollen. Genutzt hat es nichts. Keiner inszenierte mehr einen gescheiten Konter, und ausgerechnet Lau gewann vor dem Ausgleich das entscheidende Kopfballduell. „Ein hochverdientes Tor“, glaubte nicht nur Babelsbergs Coach Ränke. Lange Zeit litt die Partie unter vornehmer Langeweile. Die Verteidigungen dominierten, nur Dinc besaß eine Chance, schoß aber zu schwach (19.). Hinzu kam der extrem holprige Rasen, der Flachpaß und Ballannahme ungeheuer erschwerte. Typisch: Kutriebs Hoppeltor, das auf normalem Boden kaum ge- fallen wäre, und das Jurzik ziemlich alt aussehen ließ. Vorwurf an beide: Bei diesen Verhältnissen hätte man viel öfter abziehen müssen. Um mehr zu er- reichen als ein Remis fehlte es dem BFC an Witz. Er lebte vom Kampf und von den Geistesblitzen Kutriebs, der keine Bestform brachte und doch einer der Besten war, wie auch Halat, der den gesperrten Lenz als Abwehrchef souverän vertrat. Eine Prise Pfeffer streuten die griechisch-römischen Nahkämpfe zwischen Terzic und Okuyama, ansonsten erstickte vieles in Biederkeit. So war Babelsberg nur aufzuschrecken, aber nicht umzuschmeißen.
TENNIS BORUSSIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:0 am 11.02.05:

BEGRENZTE MITTEL BEITERSEITS! Mit den sogenannten Spitzenspielen ist es so eine Sache - oft halten sie nicht, was sie versprechen. Dieses enttäuschte besonders kraß. Man fand beim besten Willen keinen, den das verkrampfte Gewurstel (unter Ausschluss jeglicher Spielkultur) irgendwie begeistert hät- te, außer ein paar Babelsberg-Fans vielleicht, die ob des trostlosen Remis sich ins Fäustchen lachen durften. Nein, Herrschaften, mit einer erfolgreichen Aufholjagd wird es so für beide Teams nichts werden. Hinterher mußte Theo Grieß sich die Frage gefallen lassen, warum er mit nur einer echten Spitze, Fuß, begonnen hatte. Der TeBe-Trainer verwies auf seine besten Absichten "mit zwei variablen Halbstürmern" auf den Flanken (Salar und Yilmaz), gestand aber zerknirscht ein: "Das hat nicht zum Erfolg geführt." Viel zu wenig sei einfach mal abgezogen worden. "Ein direkten Torschuß", sagte Grieß, "habe ich überhaupt nicht gesehen." Wir auch nicht. Nun kann man natürlich auch nur mit einer Spitze attraktiven Angriffsfußball bieten. Daß dies nicht geschah, hat- te verschiedene Gründe. Bereits beim Aufbau aus der Abwehr heraus und besonders im Mittelfeld ließ TeBe nahezu alles vermissen: Schnelligkeit, Spritzigkeit, Zusammenhang, Verständnis, Ideen, ein Doppelpäßchen mal, ein überraschender Antritt. Die Borussen bauten zu keiner Zeit Druck auf, es wurde nur gepuffert. Zweimal bugsierte Salar, dessen Talent auf rechts vergeudet schien, das Ei ans Außennetz, jeweils nach Freistößen Gottliebs über den halben Platz. Das war's. Fast hätte Thomaschewski TeBe den Sieg geschenkt, als er eine Salar-Flanke durch die Hosenträger rutschen ließ und nach- fassen mußte (89.). Es wäre nicht verdient gewesen. Anders als sein Kollege wirkte Christian Backs keineswegs enttäuscht - offenbar glaubt er ohnehin nicht an eine reelle Aufstiegschance. Der BFC-Coach bescheinigte seinem Team, sich "ordentlich präsentiert" zu haben, wollte gar "ein rassiges Spiel" gesehen haben, schränkte jedoch ein: "Um besser nach vorn zu spielen, sind unsere Mittel derzeit begrenzt." In der Tat glich auch Dynamos Sturm, ob nun der erste oder später der zweite, nur dem, was man gemeinhin eine laues Lüftchen nennt. Ursache auch hier: keine Inspiration, keine Kreativität im Mittelfeld. Wenn Kutrieb nichts einfällt, fällt keinem was ein. Die beste Chance besaß noch Halat, der erneut einen souveränen Abwehrchef gab: Nach einem Eckball köpfte er gegen die Latte (42.) und weckte damit diejenigen, die am Einschlafen waren. Daß aber auf den Rängen mehr Bewegung sei als auf dem Feld, wollten die Spieler sich wiederum nicht nachsagen lassen. Deshalb veranstalteten sie noch ein bißchen Rudelbildung (81.), nach einer Schwalbe von Fuß und dem folgenden Frustfoul von Köttig. Bald darauf war der Spuk vorbei. Zum Glück.
BFC DYNAMO gegen F.C. HANSA ROSTOCK/AMATEURE 2:0 am 19.02.05:

DEN SPITZENREITER GESTÜRZT! Erfolg und Mißerfolg liegen manchmal dicht beieinander - in diesem Fall nur wenige Zentimeter. Eben noch hatte Hansas Müller eine Maßflanke Krügers volley an die Lattenunterkante geschmettert und den Abpraller in Thomaschewskis Arme bugisert (64.), die spektaku- lärste Szene dieses munteren Spiels, da fiel das richtungsweisende 1:0 auf der anderen Seite: die bis dahin gut gestaffelte Rostocker Abwehr war glatt- weg eingeschlafen. Und als kurz darauf Keeper Busch mit der Faust nicht so hoch kam wie Wanski mit dem Schädel, da war die Niederlage des Spitzen- reiters besiegelt. Hansas Trainer Lange blieb locker. Sein Team hatte keineswegs enttäuscht, obwohl mit Holst Pohl und Sebastian der etatmäßige Ab- wehrbock komplett ausfiel und die Stürmer Vorbeck und Shapourzadeh für die Profis abgestellt waren. Leichtfüßig, pfeilschnell und ballversiert husch- ten die jungen Rostocker über die schwierige Schneepiste. Ihre Anlage wirkte etwas gefälliger, und nicht nur Lange vermutete: "Wären wir in Führung gegangen, hätten wir das Spiel auch gewonnen". Kann durchaus sein. Aber Hansa ging nicht in Führung, weil den hübschen Aktionen meistens der zwingende Abschluß fehlte. Der pfiffige Sykora traf mal das Außennetz, aber Thomaschewski hatte das kurze Eck längst dichtgemacht (25.). Richtig giftig, u.a. mit einem bösen Drüberhalten von Bopp gegen Lenz (77.), wurden die Rostocker erst, als das Kind schon im Brunnen lag. Auf diesem Boden jedoch, da waren die Experten sich einig, ist ein Rückstand besonders schwer wettzumachen. So triumphierte am Ende der BFC, der nicht ganz so geschmeidig wirkte, der aber wohl doch für diesen Boden das bessere Rezept parat hatte, weil er auf überflüssige Schnörkel verzichtete - wer herumeiern wollte, zum Beispiel Wanski, bekam zur Pause von Trainer Backs einen gehörigen Anpfiff. Dynamo besaß sogar die klareren Chancen. Einen Schuß von Kukulies (8.) und einen Freistoß von Lenz (13.) parierte Busch großartig, Jakowitz war nach Rauschenbachs Direktpaß allein durch, feuerte aber am Winkel vorbei (40.), Al-Kassem köpfte ans Außennetz (57.), nachdem Busch erstmals seine Schwächen beim Rauslaufen verraten hatte. Freilich erinnerte sich Backs nur zu gut an Müllers Lattenschuß: "Bei dieser Riesenchance kann das Spiel auch zur anderen Seite kippen." Als aber Dynamo erstmals führte, ließen die lan- gen Kerls um den Haudegen Lenz nicht mehr viel zu, außer einer Möglichkeit für Jonelat, dessen Schüßchen Thomaschewski abwehrte (86.). Unter Dach und Fach war ein Sieg, der noch von Bedeutung sein könnte.
FV MOTOR EBERSWALDE gegen BFC DYNAMO 2:1 am 20.03.05:

KUTRIEB BLIEB OHNE WIRKUNG! Eine stolze Bilanz mit nur einer Niederlage in 19 Spielen ist noch kein Garant, bei einem Abstiegskandidaten mit einer Aller- welts-Leistung über die Runden zu kommen. Diese Erfahrung musste der BFC machen. Dabei war er gewarnt, denn Motor hatte daheim Cottbus geschla- gen und gegen Yesilyurt, Hansa und Türkiyem gepunktet. Diesmal bevölkerten mehr als 300 BFC-Fans die Ränge - sie wurden mit fortschreitender Spiel- dauer immer ruhiger. Auch Trainer Backs schwante nach Halbzeit Böses. Er brachte zwei frische Stürmer, weil Dynamo jede Effektivität vermissen ließ. Bevor sich die Neuen richtig eingefügt hatten, lag der BFC 0:1 zurück. Und nach dem zweiten Gegentor war für die Berliner die Niederlage besiegelt. Die Eberswalder hatten am Ende verdient die Nase vorn. Zwar retteten Döhring (30.) und Maerz (89.) für den sicheren Pospieszny auf der Linie, und der Kee- per selbst vereitelte gegen Jacobson (48.) und Terzic (75.) zwei hochprozentige Chancen. Ansonsten jedoch waren die BFCer in guten Händen. Kutrieb hatte mit Musick einen unnachgiebigen Gegenpart, Al-Kasem als einzige echte Spitze drang gegen Rücker nur selten durch. Vielleicht hätte Suwary zur Unterstützung früher an seine Seite gestellt werden sollen. Die Freude der Eberswalder über den zweiten Heimsieg war riesig. Trainer Pröger lobte seine Mannschaft: "Sie hat die Vorgaben konsequent über 90 Minuten umgesetzt und den BFC damit verunsichert." Nicht von ungefähr packte Backs seine ganze Enttäuschung in den Satz: "Meine Elf hat ihre schlechteste Saisonleistung geboten." Fakt blieb, dass Motor bis zum Umfallen kämpfte. Ge- schenke hatte die Pröger-Elf ohnehin nicht zu verteilen, und das Quäntchen Glück stand diesmal auf ihrer Seite. "Dieser Sieg bringt Selbstvertrauen, und unsere Konkurrenz wird verwundert sein", blickte Präger schon Richtung der schweren Auswärtsaufgaben beim BAK und in Ludwigsfelde. Übrigens: Auf den Rängen kam es, bei starker Polizeipräsenz, zu keinerlei Zwischenfällen. So sollte es immer sein.
BFC DYNAMO gegen F.C. ENERGIE COTTBUS/AMATEURE 0:1 am 25.03.05:

"HOPPELTOR" VON MATTUSCHKA! Die Partie begann aufgrund des großen Medien- und Zuschauerinteresses mit fast zehnminütiger Verspätung. Der BFC besaß nach sechs Minuten durch Wanski zwar die erste Chance, doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Gäste ballsicherer, besaßen im Mittelfeld klare Vorteile, ohne sich zwingende Gelegenheiten herauszuarbeiten. Es sah halt gut aus, wenn vor allem Brunnemann auf der rechten Seite für viel Wir- bel sorgte. Nicht von ungefähr sorgte er mit seiner genialen Vorarbeit für das letztlich entscheidende Tor, als er Mattuschka im richtigen Moment an- spielte und dieser unter gütiger Mithilfe des holprigen Platzes ins lange Eck traf. Nicht unterschlagen werden soll jedoch die Großchance der Berliner keine 60 Sekunden zuvor, als Jarling aus Nahdistanz den Pfosten traf. Diese Aktion spiegelte den Verlauf der ersten Hälfte wieder: der BFC kam nicht ins Spiel, hatte zwei, drei Möglichkeiten, nutzte diese aber nicht. Cottbus dagegen war spielerisch eindeutig besser, konnte zumeist aber nur bis zum geg- nerischen Strafraum glänzen. Zur zweiten Hälfte kam Jungnickel vereinbarungsgemäß für Brunnemann, da beide Akteure am Abend zuvor mit den Profis gegen Litauen bereits jeweils eine Halbzeit gespielt hatten. Damit fehlte den Cottbusern ein wenig die ordnende Hand im Mittelfeld. Andererseits wurden die Dynamos jetzt bissiger, gingen engagierter in die Zweikämpfe und spielten fast eine Art Powerplay. Viele Flanken, zumeist von Terzic geschlagen, segelten in den Strafraum, doch der enorm fangsicherer Thoms und der umsichtige Kapitän Jahn ließen kaum gefährliche Möglichkeiten zu. Und wenn doch, so scheiterte der eingewechselte Selanci am Zustand des Rasens, da das Leder versprang und er den Ball nicht richtig traf (64.). Hektisch gestal- tete sich die Schlussphase, als die Berliner mit Macht, aber zumeist ohne den Überraschungsffekt nach vorn stürmten. Energie stand nun nur noch hin- ten drin; spürbare Entlastungsangriffe gab es nicht! Genaugenommen war Thomaschewski in der 50. Minute das letzte Mal richtig gefordert, als er einen Volleyschluß von Baukert glänzend über die Linie lenkte, sieht man von einer riskanten Kopfballrückgabe Halats in den Schlussminuten ab. Letztlich blie- ben die Bemühungen des BFC am Ende unbelohnt, da das Quentchen Glück bei der ein oder anderen Aktion fehlte und der Unparteiische sich bei manch unglücklichem Pfiff den Zorn der Spieler und des Anhangs zuzog. Spielentscheidend war es nicht, dass der BFC Dynamo nach 15 Spielen ohne Niederlage zum zweiten Mal in Folge verlor!
LUDWIGSFELDER FC gegen BFC DYNAMO 4:0 am 02.04.05:

FRICKE TRAF NACH 93 SEKUNDEN! Nach zwei Niederlagen in Schöneberg und gegen Eberswalde wollte der Gastgeber endlich mal wieder überzeugen. Dies gelang mit einem in der Höhe unerwarteten, aber durchaus verdienten Erfolg gegen den zum drittenmal in Folge unterlegenenen BFC. Ins Konzept der Ludwigsfelder paßte dabei das schnelle Führungstor nach exakt 93 Sekunden: der für den aus familiären Gründen fehlenden Lenz als Libero aufgebotene Halat verschätzte sich vorm Strafraum, und über Cehic kam der Ball zum starken Patzler, dessen Flanke Fricke über die Linie drückte. "Damit haben wir uns das fehlende Selbstvertrauen zurückgeholt. Anschließend konnten wir den Gegner kommen lassen", analysierte Trainer Volker Löbenberg. Im Ge- gensatz zum Eberswalde-Spiel hatte er die Abwehr einschließlich Torwart komplett ausgetauscht. Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig, da Zöpfel hinten nichts anbrennen ließ, Eidtner auf der Manndeckerposition besser aufgehoben scheint und Hansche im Kasten bei den zwei, drei Möglichkeiten des Gegners hellwach war. Hinzu kam, dass Dynamo zwar weitgehend spielbestimmend war, aber das Problem eindeutig im Sturm lag. Weder Kukulies, der am Fünfmeterraum freistehend das Leder mit dem Kopf nicht richtig traf (39.), noch der eingewechselte Dinc, der Hansche aus acht Metern mehr oder minder "anschoß" (53.), konnten aus den wenigen Möglichkeiten Kapital schlagen. "Wir haben in unseren sechs Rückrundenspielen erst ein Stür- mertor erzielt, durch Al-Kassem gegen Rostock", weiß Coach Christian Backs um das Hauptproblem seines Teams. Zudem fehlte ihm der gesperrte, tor- gefährliche Kutrieb an allen Ecken und Enden. Wie es geht, zeigte LFC-Kapitän Andreas Fricke: seine Tore zum 3:0 und 4:0 waren aller Ehren wert! Klasse sein Einsatz gegen Rauschenbach, den er im Zweikampf eiskalt abkochte und dann unhaltbar für den bedauernswerten Thomaschewski in die Maschen traf. Der BFC-Keeper war an allen Treffern schuldlos und hatte ansonsten keinen weiteren Ball zu halten!
BFC DYNAMO gegen TSG NEUSTRELITZ 1:2 am 06.04.05:

KUTRIEBS TOR KAM ZU SPÄT! Die vierte Niederlage in Folge für den BFC. Spielerisch lief kaum etwas zusammen. Lediglich Kutrieb sorgte mit Fernschüs- sen (24./Lattenkreuz, 49.) für Gefahr. Neustrelitz ging dagegen voll konzentriert zur Sache. Angetrieben von Dowe und Müller bot die TSG eine geschlos- sende Teamleistung. Der Sieg war verdient. Nach der Einwechslung von Al-Kassem auf Berliner Seite und dem Feldverweis für TSG-Stürmer Urgast kam Dynamo noch einmal auf. Bis auf einem Kopfball von Al-Kassem (65.) blieben weitere Großchancen jedoch aus.
FC ANKER WISMAR 1997 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 10.04.05:

EINMAL ENTWISCHTE KUTRIEB! Der BFC Dynamo hat seine Negativserie beendet, denn nach zuletzt vier NIederlagenn in Folge landete das Team von Trainer Christian Backs an der Ostsee mal wieder einen Sieg. Allerdings hatten die Berliner dabei auch eine gehörige Portion Glück, denn der erlösende Sieges- treffer fiel erst zwei Minuten vor dem Abpfiff des sehr guten Schiedsrichters Schwarzenstein. Als sich Zuschauer und Spieler bereits mit einem 0:0 ab- gefunden hatten, stürmte Kutrieb von der rechten Seite nach innen und versenkte das Leder unhaltbar für Torhüter Köhlmann. Über die gesamte Distanz waren beide Teams ziemlich gleichwertig, ohne sich große Chancen herausspielen zu können. Die erste Gelegenheit bot sich Haese, doch seinen Schuss konnte BFC-Keeper Thomaschewski festhalten. Die größte Möglichkeit der ersten Halbzeit hatten die Berliner, als ein Schuss von Jahrling am Pfosten lan- dete (34.). Im zweiten Durchgang hatten Wismars Anhänger den Jubelschrei schon auf den Lippen, als sich Haese auf der rechten Seite durchsetzte, doch sein Schuss aus ganz spitzem Winkel flog gegen den Innenpfosten. Dieser Pfostenschuss schien ein Weckruf für die Hohenschönhausener gewesen zu sein, denn sie hatten jetzt ihre beste Phase. Zunächst flog ein Kopfball von Brutschin knapp am Gehäuse vorbei (55.), und einen Schuss von Al Kassem konnte Kohlmann glänzend parieren. "Wenn man in der 88. Minute verliert, ist das natürlich unglücklich, aber uns wird diese Niederlage nicht zurück wer- fen. Wir müssen unsere Punkte gegen mitgefährdete Teams holen", meinte Anker-Trainer Rietentiet. "Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns und wollten heute unbedingt den Bock umstoßen", sagte Backs. Obwohl das letztlich auch gelungen ist, war der BFC-Coach ein bißchen unzufrieden: "Unsere Stürmer treffen nicht mehr, wieder hat mit Kutrieb ein Mittelfeldspieler das Tor erzielt." Einmal nur war Kutrieb seinen Gegenspielern entwischt, anson- sten wurde er von den Wismarern gut beschattet. "Am Ende ist es aber egal, wer die Tore schiesst, entscheidend ist, dass wir gewonnen haben", freute sich Backs.
MSV 1919 NEURUPPIN gegen BFC DYNAMO 4:0 am 13.04.05:

AYDIN KAM, SAH UND TRAF DREIMAL! Aydin kam, sah und markierte seine ersten drei Saisontreffer für den MSV. Das allein war aber nicht der Unterschied. BFC-Coach Backs erklärte es so " Der MSV war in allen Belangen überlegen - in seiner Flexibilität, seiner Schnelligkeit, seiner Spritzigkeit." Hinzu kamen die zwei Feldverweise für die Berliner. Dynamo agierte in der Offensive erschreckend harmlos. Bis zur 30. Minute stand zumindestens die Defensive, die durch "taktisches Fehlverhalten" (Backs) aber ebenfalls ihr Konzept verlor.
BFC DYNAMO gegen BERLINER ATHLETIK KLUB 07 2:0 am 16.04.05:

KUKULIES BEWIES TORRIECHER! Dynamo erlebte binnen sechs Tagen ein Wellental der Gefühle. 1:0 in Wismar, dann 0:4 in Neuruppin und nun ein 2:0 im Stadtderby gegen den BAK. Die intensive Woche hatte aber einen angenehmen Beigeschmack: "Hätte mir vor der Saison jemand versichert, dass wir sechs Spieltage vor Schluss über 40 Punkte haben, dann hätte ich das sofort unterschrieben", freute sich BFC-Trainer Christian Backs über das frühzei- tige Erreichen des Minimalziels, sprich Klassenerhalt. "So viel Mithilfe wollten wir gar nicht leisten", entgegnete ein enttäuschter Coach Volkan Uluc, des- sen BAKer einen dieser viel zitierten Tage erwischten, an dem man vielleicht besser im Bett bleiben sollte. So reichte Dynamo eine durchschnittliche Lei- stung um die Zähler 40 bis 42 einzufahren. Der BFC erwischte einen schwungvollen Auftakt, ging verdient in Führung und ließ eine knapp einstündige Leerlaufphase folgen. In diesem Zeitraum verlor man etwas den Faden. Statt selbstsicher und zielstrebig den nächsten Stich zu setzen, wurden die An- griffsbemühungen ungenauer und endeten zumeist an der Strafraumgrenze. Immerhin bewahrten die Gastgeber ihre Feldüberlegenheit, da sie im Ge- gensatz zum BAK aggressiver und lauffreudiger zu Werke gingen. Von den sonst so spielstarken Gästen war im gesamten Verlauf nicht viel zu sehen. Die Abwehr um Libero Parlatan leistete sich einige Unkonzentriertheiten, dem Mittelfeld fehlte es an Ideen und Durchsetzungsvermögen und den Angrei- fern dementsprechend an brauchbaren Bällen. "Wir hatten heute einfach zu viele Ausfälle auf dem Platz", ging Uluc mit dem Gros seines Ensembles hart ins Gericht. Einzig Okatan fiel in der Spitze positiv auf und bereitete der BFC-Abwehr mit seiner Ballsicherheit und Zweikampfstärke einige Probleme. Vor allem Halat hatte an dem Techniker zu knabbern. Er wusste sich häufig nur mit Fouls zu helfen, stand kurz vor einem Platzverweis und blieb vorsichts- halber zur Pause in der Kabine - ein Okatan war aber zu wenig, um den BFC ernsthaft zu gefährden. Spätestens nach dem Feldverweis für Parlatan, der einen Konter von Kukulies mit der hand unterbrand - eine harte Entscheidung, da Weidner mitgelaufen und Parlatan demzufolge nicht letzter Mann war - knüpfte Dynamo an die gute Anfangsphase wieder an. Kutrieb war viel unterwegs und leistete einige gelungene Angriffe ein, über rechts gefiel Jacobsen it seinen energischen Läufen und in vorderster Front unterstrich Kukulies endlich mal wieder seine Torjägerqualitäten. Am Ende war ein höherer Sieg möglich, doch Kutrieb (73.) und Jacobsen (87.) scheiterten am gut aufgelegten Keeper Greil.
FC SCHÖNBERG 95 gegen BFC DYNAMO 1:1 am 21.04.05:

SIEVERT TRAF UND VERLETZTE SICH! Eine gespenstige Mischung aus Ärger Und Niedergeschlagenheit erfüllte am Mittwoch das Jahnstadion. Den Schön- berger war klar, dass nach diesem Remis ein Wunder her muss, um die Klasse doch noch zu halten. Völzke war angeschlagen und spielte erst am Ende. Adigo, Riegel und Radom fielen gänzlich aus, Torschütze Sievert verdrehte sich zu allem Überfluss das Knie. Dynamo hatte sich nach den zuletzt wechsel- haften Auftritten wieder gefangen. Die Mannschaft von Interimstrainer Bodo Rudwaleit, der Christian Backs abgelöst hatte, ging das Duell in Schönberg zielstrebig und professionell an, profitierte aber auch von der Verunsicherung des Gastgebers.
SV YESILYURT 1973 gegen BFC DYNAMO 1:4 am 24.04.05:

KUTRIEB WAR NICHT ZU HALTEN! Yesilyurt musste erneut auf die verletzten Gatti und Ciava verzichten und konnte diesen Mangel an Kreativ- und Führungs- spielern nie kompensieren. Karahan war zwar bemüht, aber ideenlos, und Ahmetcik unterliefen im Übereifer allzu viele Ballverluste. Obwohl Gündogdu auf der Außenbahn einige gute Aktionen hatte, musste sich der nie aufsteckende Stingl meist selbst die Bälle aus dem Mittelfeld beschaffen. Pocrnic kam auf links nur selten zum Flanken und konnte auch nicht verhindern, dass der rechte Flügel zur besten Dynamo-Waffe wurde. Zwar hatte der SVY den besseren Beginn, bei Pocrnics Freistoß-Knaller (14.) und Isakowitz' Kopfballwischer kurz darauf sogar die ersten zarten Gelegenheiten des Spiels, aber schon bald übernahm der BFC das Kommando. Auf die Siegerstrasse verhalf Dynamo natürlich der Elfmeter, von Isakowitz unglücklich verschuldet, als er von dem durchgestarteten Kutrieb klären wollte und die Kugel ihm vom Fuß gegen den Arm sprang. Insgesamt wirkte der BFC aber auch deutlich enga- gierter, mit erkennbar mehr Siegeswillen. "Die Mannschaft will ihren Fans etwas bieten", erklärte Präsident Weinkauf zur Motivation der Truppe. In der BFC-Abwehr räumte Lenz gewohnt rustikal ab, gut assistiert von Jarling und Rudwaleit. Auf der rechten Seite lieferte Jacobsen eine starke Partie, schal- tete sich häufig in die Offensive ein, leitete das 1:0 mit ein und legte für Kukulies zum dritten Tor prima auf. Ein eigenes Erfolgserlebnis blieb ihm aber verwehrt (40.), als er volley erst die Latte traf und im zweiten Versuch knapp verzog. Mit zunehmender Spielzeit taute auch Kutrieb immer mehr auf und zerlegte die Yesilyurt-Abwehr mit seinen Zuspielen ein ums andere Mal mühelos. Und allein er hätte für ein Schützenfest sorgen können: zu schwacher Kopfball direkt auf Baran nach exzellentem, weitem Lenz-Flugball (56.), Lupfer gegen den Querbalken (62.), Schlenzer an den Pfosten (81.), freistehend knapp vorbeigeknallt (90.). Mit dem in der Summe beider Vergehen etwas zu harten Feldverweis für Isakowitz nach gut einer Stunde war bei Yesilyurt die Ordnung in der Abwehr völlig in die Binsen gegangen. Da auch noch Dinc - sträflich frei - viel zu lasch und unplaziert direkt in Barans Arme schob (80.), fiel der BFC-Sieg sogar zu knapp aus, auch wenn Özvatan gegenüber an Thomaschewski hängenblieb (85.).
BFC DYNAMO gegen BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 1:0 am 29.04.05:

JACOBSON MIT TURBO-ANTRITT! In der Vergangenheit sorgten die Aufeinandertreffen zwischen Dynamo und Türkiyem meist für Aufregung - mehr auf den Rängen als auf dem Rasen. Dieses mal war es eher umgekehrt: es war eine emotionsgeladene, mitunter gar ruppige Partie, die von Hektik und vielen Fouls geprägt war. Rudelbildungen waren keine Seltenheit, spielerische Höhepunkte dagegen schon. Mehr zu bieten hatte jedenfalls der BFC. Das mus- ste auch Türkiyem-Coach Herbst erkennen: "Dynamo stand kompakt und hat nur wenig zugelassen." Auch das Spiel nach vorne war vielversprechender. Insbesondere der Auftakt verlief verheißungsvoll, so dass sich die Ankündigung im Stadionheft ("dass heute ein bis auf die Haarspitzen motivierter Auf- steiger spielt") zu bewahrheiten schien. Dynamo startete dynamisch und ging früh in Führung. Auch wenn der Anfangsschwung des BFC mit der Zeit ver- puffte, war der Gastgeber dem Ziel weiterhin ein Stück näher. Kutrieb sei Dank, der im Mittelfeld eine hohe Ballfrequenz hatte und geschickt die Fäden zog. Meist belieferte er Jacobsen, der auf der rechten Bahn ein ums andere Mal seinen Turbo-Antritt einschaltete und gefährlich nach vorn stieß. Chan- cen, die Führung auszubauen, waren da: nach feinem Zusammenspiel von Jacobsen und Kukulies scheiterte Wanski an Dame (39.), nach Pass Kutriebs drosch Jacobsen über den Kasten (72.), schließlich vernaschte Kutrieb Can, Dogan und Yesildag auf einen Schlag und verfehlte haarscharf das Ziel (76.). Zudem scheiterten Kukulies (88.) und Palmer (90.) an Dame. "Unsere Abschlüsse waren ein bisschen zu unreif", bemängelte BFC-Trainer Fijalek. So durfte Türkiyem, das auf Arslan, Junior, Keskin und Mengi verzichten musste, bis zum Schluss mit einem Punktgewinn liebäugeln. Aus einer tief stehenden Defensive, in der Libero Yesildag herausragte, lauerten die Gäste auf schnelle Gegenstöße. "Wir haben uns bemüht", so Herbst, "aber gegen die robusten Abwehrspieler des BFC ist ein Durchkommen schwer." Sein Ensemble konnte nur Mitte der ersten Hälfte Schwächen in der Hintermannschaft Dynamos aufdecken. Vor allem der schnelle Aydogdu hatte Spaß daran gefunden, entwischte seinen Bewachern zwei Mal, ließ den guten Vorlagen von Dias und Rafael aber einen schwachen Abschluss folgen (17. und 25.). Angesichts der mangelnden Durchschlagskraft Türkiyems feierten die BFC-Fans bereits Minuten vor dem Abpfiff den Sieg ihrer Elf - auf ihre Art und Weise wohlbemerkt: im Fan-Block wurde ein Feuer entfacht sowie ein Feuerwerkskörper ge- zündet.
REINICKENDORFER FÜCHSE gegen BFC DYNAMO 0:1 am 07.05.05:

DINC BESIEGELTE DEN ABSTIEG! Für die Füchse ging es um die allerletzte, wenn auch nur noch minimale theoretische Chance, den Klassenerhalt zu schaf- fen. Es mußte ein Sieg gegen den BFC Dynamo her. Doch die Hohenschönhauser zeigten von Beginn an, dass sie nicht gewillt waren, die Punkte einfach herzuschenken. Sie begannen stürmisch, setzten die Reinickendorfer gleich unter Druck und erspielten sich ein, zwei gute Chancen. Die Reinickendorfer brauchten fast eine Viertelstunde, um sich zu befreien, hatten dann aber gleich eine Riesenmöglichkeit: gegen die auf Abseits spielende BFC-Abwehr stand plötzlich Kapitän Breitfeld frei vor Thomaschewski, brachte das Leder jedoch zweimal nicht am glänzend reagierenden Keeper vorbei (11.). Wie schon am Vorsonntag gegen Yesilyurt war es die einzige glasklare Chance im gesamten Spiel - zu wenig, um den Funken Hoffnung noch glimmen zu las- sen. Da konnte auch ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel nichts ändern; die Durchsetzungskraft im Offensivbereich fehlte fast vollständig, so dass eigentlich nur noch bei Eckstößen zweimal Gefahr aufkam, doch der unermüdliche Breitfeld köpfte jeweils drüber (59., 63.). Dynamo besaß dank in- dividueller Stärken Vorteile im Mittelfeld. Hierbei zeichnete besonders der Ex-Fuchs Jacobsen auf der rechten Seite verantwortlich, doch weder Brutschin noch Kukulies konnten sich entscheidend durchsetzten. So plätscherte die Partie bis Mitte der zweiten Hälfte dahin, ehe der weitgehend abgemeldete Kutrieb einen Fehler seines Gegenspielers Baeker nutzte, um mit Überblick dem eingewechselten Dinc die Kugel maßgerecht zum Siegtor zu servieren. Zwar bäumten sich die Reinickendorfer nochmals auf, doch zumeist verhedderte man sich bereits im Mittelfeld, oder die lang aus der Abwehr von Yatki- ner und Pupovac geschlagenen Bälle wurden eine sichere Beute der niemals voll geforderten BFC-Abwehr. Allerdings vermisste man bei Dynamo nach dem Führungstreffer ein konsequenteres Nachsetzen, um den zweiten Treffer zu erzielen, zumal nun etwas mehr Raum für Konter geboten wurde. Ein- mal wurde dann doch super über Rauschenbach und Kukulies kombiniert, doch Dinc setzte nach dessen Eingabe den Ball lediglich an den Pfosten (85.). So sah man in den letzten Minuten zwar ein kämpferisches Aufbegehren der Reinickendorfer, doch aufgrund der eingeschränkten Mittel kam eigentlich kei- ne nennenswerte GeEfahr mehr für den BFC auf, der leicht und locker das 1:0 über die Runden schaukelte und damit endgültig den Abstieg der Füchse besiegelte.
SV LICHTENBERG 47 gegen BFC DYNAMO 2:2 am 14.05.05:

TOLLES COMEBACK VON SAVRAN! Die Lichtenberger hatten sich vor dem letzten Oberligaspiel einiges vorgenommen: "Wir wollten Fans und Sponsoren noch mal zeigen, dass wir nicht so schlecht sind, wie es das Tabellenbild vermuten läßt", so Trainer Michael Franz. Sein Ensemble setzte das Vorhaben tatkräftig um, bewies eine tolle Moral und verpasste nur knapp einen Sieg. Knackpunkt des abwechslungsreichen Stadtderbys war die 73. Minute, als der bereits verwarnte Keyser Al-Kassem an der Außenlinie unfair gegen die Werbebande grätschte und folgerichtig die Gelb-Rote Karte sah. Als "unmöglich und absolut undiszipliniert", bewertete Franz das übermotivierte Einsteigen seines Schützlings und musste in der Folge mit ansehen, wie die Partie zu Gunsten Dynamos kippte. Während den nun numerisch unterlegenen Lichtenbergern die Kräfte sichtlich schwanden, fand der BFC in der Schlussphase ins Spiel zurück und erzwang in den letzten Atemzügen der Partie noch den 2:2-Ausgleich - ein Tor mit Ansage. Die Versuche von Lenz, dessen Freistoß Geschoss aus 24 Metern an die Latte prallte (77.), Kukulies, der ebenfalls am Aluminium scheiterte (79.), und Jakowitz, dessen Schuss im letzten Moment von Zock geblockt wurde (87.), fanden zwar nicht ins Ziel, erwiesen sich aber letztlich als richtungsweisend. So konnte BFC-Coach Rajko Fjialek auf einen willenstarken Endspurt seiner Mannschaft zurückblicken, der in der Nachspielzeit fast noch zum Sieg durch Kutrieb geführt hätte, musste aber zugleich feststellen, dass sein Prunkstück kurz nach dem Wechsel ungewohnte Schwächen offenbarte: "Eigentlich sollte man glauben, dass man mit so einer er- fahrenen Defensive die 1:0-Führung sicher nach Hause fährt". Ein Denkfehler, wie sich unmittelbar nach Wiederanpfiff herausstellte. Nutznießer war Joker Savran, der nach monatelanger Verletzungspause (Knie-Operation) sein Comeback gab. Binnen zehn Minuten hatte der talentierte Angreifer das Spiel im Alleingang gedreht. Savran war sogar einem lupenreinen Hattrick und damit der Vorentscheidung nahe, scheiterte aber nach klugen Pass Süßspecks an Thomaschewski (60.). Doch auch der knappe Vorsprung schien zu reichen, denn die Defensive der Gastgeber mit den starken Ackermann und Zock prä- sentierte sich stabil und Dynamo, das auf Jacobsen (beruflich verhindert) und Jarling (5. Gelbe) verzichten musste, ließ lange Zeit den nötigen Willen ver- missen. So kam Lichtenberg dem Sieg immer näher, ehe Keyser seinem Team einen Bärendienst erwies...
BFC DYNAMO gegen FSV OPTIK RATHENOW 3:0 am 22.05.05:

UNSPORTLICHKEIT VON KUTRIEB! Dynamo verabschiedete sich mit einem klaren und völlig verdienten Sieg von seinen nochmals zahlreich erschienenden Fans. Man benötigte allerdings eine recht lange Anlaufzeit gegen einen Gegner, der sich mit einer soliden Leistung aus der Oberliga verabschieden wol- lte. Die Luft war einfach raus am Ende einer langen, durch die vielen Spielausfälle letztlich strapaziösen Saison. Von Beginn an war Dynamo die spielbe- stimmende Mannschaft, die aber mit ihren Chancen mächtig schluderte. Vor allem der zuletzt geniale Kutrieb, diesmal in der Spitze spielend, vergab einige gute Möglichkeiten in lässiger Manier. Er vergab vor der Pause die größte Chance, als er völlig freistehend vor Aydin nicht ins Tor traf (40.). Ähnlich die Situationen nach der Pause, als er zweimal kläglich versagte (56. und 73.). Der Kombinationsfluß beim BFC sah recht gut aus, nur spielte man nicht zwingend genug. Nach der Pause, mit dem wichtigen Führungstreffer im Rücken, ließ Dynamo nichts mehr anbrennen, zumal Optik nach einer Kopfball- chance von Berger (54.) nur noch eine Möglichkeit durch Kljaic hatte, die dieser verstolperte (69.). Trainer Kahlisch mußte feststellen, dass die Mannschaft einfach nicht oberligatauglich ist. Die Rathenower Institution wird dem Verein weiterhin erhalten bleiben und versuchen, bald wieder aufzusteigen. Bei Dynamo sah man am Ende nur zufriedene Gesichter. Der Neuling hat sich bravourös geschlagen und einen guten 6. Platz erreicht. In 14 Tagen soll der neue Kader stehen, wobei der Großteil bleiben wird. Der umworbene Kutrieb konnte sich dieses Mal nicht so in Szene setzen und sorgte sogar für einen unrühnmlichen Schlußpunkt, als er wieder einmal mit einer Unsportlichkeit aufwartete, die seinen Widerpart Senf das Nasenbein brach. Bei der Presse- konferenz war der kurzfristig eingesprungene BFC-Coach Fijalek voll des Lobes über seine Mannschaft, die ihm das Arbeiten leicht gemacht und eine gute Basis für die nächste Saison geschaffen hat.
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TSV ORANKE gegen BFC DYNAMO 4:3 am 29.08.04:

DIE KRÖNUNG DURCH CREYDT! Wer mit einem Pokalspaziergang des Oberligisten gerechnet hatte, wurde arg getäuscht. Das hatte wohl auch der Dynamo Anhang veranlasst, nach einem Regenschauer wegzubleiben. Nur 200 sahen eine enttäuschende Elf, deren Trainer dem Sieger einen verdienten Erfolg bescheinigte. Obwohl Kutrieb mit einem Schuss aus 20 Meter die schnelle Führung erzielt hatte, ließ sich der Außenseiter nicht beeindrucken. Schon vor- her hatte Gäbelein einen ersten Warnschuss abgegeben (4.). Als die Dynamo Innenverteidigung gegen Herzog ein Kopfballduell verlor, stand Gäbelein al- lein vor Nofz und glich aus. Erstaunlich, wie viele Luftkämpfe Herzog und Schure gewannen. Als bei einem Freistoß von Kriszun die Dynamo-Abwehr schlief, erzielte Schure per Kopf das 2:1. Rambow, ruhender Pol in der Orankedeckung, organisierte gut und verhindert mit letztem Einsatz alle noch so gut eingefädelten Angriffen, darüber hinaus erwies sich Oette als fangsicherer Torwart. BFC-Trainer Christian Backs reagierte zur Pause und wechselte zweimal aus. Prompt wurde der Druck des BFC stärker und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Kräfte des Landesligisten schwinden wür- den. Rainer Purz, der Coach von Oranke ("Das wird eine Sache der Kondination und da haben die Gäste eindeutig Vorteile"), wurde dann aber von seinen Akteuren eines Besseren belehrt. Zwar gelang Leps nach herrlicher Kombination erneut die Führung, doch der TSV mobilisierte die letzten Reserven. Da- bei krönte Rambow seine Leistung nach einem zurückgelegten Freistoß mit einem Schuss aus 25 Meter, der wie ein Strich beim machtlosen Nofz ein- schlug. Die Krönung blieb G. Creydt vorbehalten. Im Nachsetzen und liegend zirkelte er den Ball aus spitzem Winkel ins Netz. Der Landesligist schaffte die Sensation und zog sogar von den beeindruckten BFC-Fans beglückwünscht in die nächste Pokalrunde ein.
Fußball-Woche