SV YESILYURT 1973 gegen BFC DYNAMO 2:1 am 05.08.05:

AHMETCIKS ENERGIELEISTUNG! Nach Beendigung einer unterhaltsamen, anspruchsvollen Partie wurden die BFC-Spieler, obwohl sie soeben den Auftakt vermasselt hatten, von ihren Anhängern minutenlang frenetisch gefeiert. Innige Verbundenheit mit dem Klub mag eine Rolle gespielt haben, vermutlich aber auch die Erkenntnis, daß in dieser Saison von Dynamo keine Wunderdinge zu erwarten sind - jedenfalls nicht in dieser Besetzung. Das athletische, kampfeslustige Team wird seine Punkte machen und auch mal dem einen oder anderen Favoriten ein Bein stellen, einen Spitzenplatz besetzen wird es aller Voraussicht nach nicht. Das scheint bei Yesilyurt nicht so sicher. In aller Stille und ohne erdrückende Zielvorgabe bastelt der neue Trainer Andreev an einer neuen Mannschaft, die so neu ja nicht ist. Das ausgebuffte Defensivdreieck Gatti-Pocrnic-Civa gab schon letzte Saison die Richtung beim ge- pflegten Spielaufbau vor, auch Turan und der pfiffige Linksaußen Ahmetcik sind altbewährt, und vorn werden die Chancen wie gewohnt von Yakut und Efe vergeben. Neu indes sind die beiden kreativen Zivic und Badur, die nicht nur brillante Pässe draufhaben., sondern auch wieselflink sind und den steinigen Weg in die Spitze nicht scheuen. Noch gab es verständliche Mißverständnisse. "Aber es lohnt sich, zu unseren Spielen zu kommen", versprach Andreev. Vor allem imponierte, wie Yesilyurt den Schock des 0:1 wegsteckte, völlig cool und ohne jede Spur von Selbstzweifel. Zu Recht ärgerte sich BFC-Trainer Piepenburg über einen Hünen Jarling, weil der beim Ausgleich glatt übersprungen wurde: " Der is wee Meter groß ..." Andererseits gab auch Keeper Schostock, Vertreter des verletzten Sejna, beim 0:1 nicht die beste Figur ab, nachdem er kurz zuvor noch einen Kopfball von Kukulies spektakulär aus dem Winkel gefischt hatte (53.). Für Yesilyurt verzog Efe zweimal freistehend (36./47.), mehr klare Chancen ließen zwei überwiegend sichere Abwehr- reihen nicht zu. Beim Siegestor allerdings, das einer Energieleistung Ahmetciks entsprang, mußten die BFC-Verteidiger teils ihrem Alter, teils einer ge- wissen Hüftsteife Tribut zollen. Selbst Lenz, meistens souverän, konnte gewisse Schnelligkeitsnachteile nun nicht mehr verleugnen. Schmele und Benthin, vor der Pause auf den Flügeln sehr agil, ließen später nach, Jakowitz vor der Abwehr konnte die Löcher nicht mehr stophen, Zöphels Standarts verpufften, Wanski versprühte zu wenig Feuer. durchgängig überzeugte nur der bewegliche Kukulies. "Es erwartet noch viel Arbeit auf mich", sagte Piepenburg. Auch Yesilyurt arbeitet. Wir sind gespannt.
klingeltöne
BFC DYNAMO gegen LUDWIGSFELDER FC 1:2 am 12.08.05:

SIEGESTREFFER IN UNTERZAHL! Der Ludwigsfelder FC sorgt weiterhin für Furore: eine Woche nach dem 3:1 Erfolg gegen TeBe gewann man auch beim BFC Dynamo - und das völlig verdient! Die Gäste versteckten sich nicht, begannen forsch und hatten über ihre gefährlichen Außenspieler Rehausen und Schneider klare Schnelligkeitsvorteile. Rehausen war es auch, der die erste Chance des LFC mit einer Flanke von rechts vorbereitete, doch Rauch, letzten Freitag noch zweifacher Torschütze, traf mit einem Seitfallszieher aus acht Metern nur die Querlatte (20.). Besser machte es kurz darauf Hinze, der sich gegen Lenz durchsetzte und Brändike mühelos überlupfte. In dieser Szene zeigte sich das große Plus der Ludwigsfelder: Sie waren zumeist einen Trick schneller und vor allem quirliger, was die langen, manchmal antrittsschwachen BFC-Abwehrspieler deutlich zu spüren bekamen. Aber nicht nur in den hinteren Regionen hatte Dynamo Probleme; auch im Spielaufbau tat sich wenig. Der Ex-Ludwigsfelder Zöphel lief zu wenig, hatte kaum brauchbare Ideen und wurde deswegen kurz vor Schluss ausgewechselt. So mußte Kukulies oft nach hinten, um sich die Bälle zu holen. Zudem hatte man mehr über die Außen spielen und flanken müssen, denn bei hohen Eingaben irrte LFC-Keeper Petereit des öfteren orientierungslos durch den Strafraum. So sah der Schlußmann auch beim Ausgleich nicht glücklich aus, als ihm Kukulies Schuß aus der Drehung unter dem Körper hindurchrutschte. Doch wer glaubte, nun würden die Gäste einen Knacks bekommen, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: als der erneut bärenstarke Abwehrorganisator Rocco Teichmann außer- halb des Spielfeldes behandelt wurde, fuhr man einen Klassekonter über drei Stationen, Schneider paßte das Leder von der Grundlinie in die Mitte, wo Grötsch aus sieben Metern unhaltbar vollendete. Keine drei Minuten später verpaßte Rauch nach erneutem Fehler der BFC-Hintermannschaft freistehend den dritten Treffer, doch auch ohne die Vorentscheidung hatte die Gäste wenig Mühe, den Sieg über die Zeit zu bringen. Zu undiszipliniert agierten die Berliner, diskutierten mehr mit dem Unparteiischen, als sich aufs Spielgeschehen zu konzentrieren. So ging erst Wanski zurecht mit Gelb-Rot vom Platz, und in der Nachspielzeit hatte Kukulies sogar noch Glück, dass sein angedeuteter Kopfstoß gegen Hinze nicht mit einer glatten Roten Karte geahndet wurde. Egal, einen Bärendienst hat er seiner Elf damit erwiesen, denn im Prestigeduell gegen Union wird er ebenso fehlen wie Wanski.
1.FC UNION BERLIN gegen BFC DYNAMO 8:0 am 21.08.05:

STURMLAUF OHNE GEGENWEHR! Es hat in der Geschichte dieser beiden Klubs schon so manch denkwürdiges Duell gegeben. Doch dieses Derby dürfte allen wohl lange in Erinnerung bleiben - egal, aus welcher Perspektive man es verfolgte. Dabei dürfte auf Seiten des Siegers der moralische Wert den sportlichen deutlich überstiegen haben. Unions Kantersieg stürzte den alten Revalen BFC Dynamo zwar in tiefe Depression, doch ansonsten hatte er keine tiefgreifenden Aussagewert. Außer den, dass der Gegner an diesem Tage einfach unsagbar schwach und einem solchen Derby schlichtweg nicht gewachsen war. "Eigentlich erübrigt sich zu diesem Spiel jeder Kommentar", konnte sich auch Union-Coach Frank Lieberam nur bedingt freuen und warn- te sogleich: "Wir dürfen uns jetzt nicht im siebten Himmel wähnen" Dazu besteht angesichts der erschreckenden Schwäche des Gegners auch kein An- lass. Dabei hatte der Gast couragiert begonnen und auch den Rückstand weggesteckt. Bei Jarlings Kopfball, den Glinker glänzend parierte (20.), lag gar der Ausgleich in der Luft. Doch spätestens mit dem zweiten Gegentreffer brachen beim BFC alle Dämme. Union hatte im Mittelfeld mehr spielerisches Potenzial (Mattuscka, Heinrich) und vor allem zwei bewegliche Spitzen, die die eklatanten Schnelligkeitsdefizite in der Dynamo-Defensive mehr und mehr entlarvten. Schon vor der Pause hätten Benyamina (39., 45.) und Mattuschka (41.) die Fronten klären können. Unions Abschlussschwächen und ein tapfer- er BFC-Keeper hielten ein Spiel, dessen Entwicklung sich da bereits klar abzeichnete, zumindest im Ergebnis noch offen. Das änderte sich allerdings nach dem Wechsel. Nun hatte der BFC dem Unioner Sturmlauf kaum noch Gegenwehr zu bieten - und stellte sie dann in der Schlussphase völlig ein. Sehenden Augen und ohne erkennbaren Widerstand trotteten die Gäste ins Debakel. " Man kann hier verlieren , aber nicht so" befand BFC-Trainer Jürgen Piepen- burg, der für den Niveauunterschied - zumindestens an diesen Tage - auch keine rechte Erklärung fand und lediglich "viele zu langsame, verletzte und gesperrte Spieler" seiner Truppe ins Feld führte. Union jedenfalls nahm die Einladung dankend an und schoss sich die nach zwei eher mäßigen Vorstel- lungen angestaute Verunsicherung lustvoll von der Seele. Hätte der souveräne Schiedsrichter Bley dem einseitigen Geschehen dann nicht ein Ende ge- setzt, wäre das Ergebnis gewiss zweistellig ausgefallen - doch in die Historie eingehen wird es auch so.
GRÜNAUER BC 1917 gegen BFC DYNAMO 1:4 am 27.08.05:

GRÜNAU ÄRGERT DEN FAVORITEN! Eine Halbzeit lang bot A-Ligist Grünau dem Favoriten erfolgreich Paroli, erst nach der Verletzung der einzigen Sturm- spitze Peters kam ein Bruch ins Spiel der Hausherren. Der BFC begann druckvoll über die Flügel, machte von Beginn an Dampf, die Grünauer hielten mit viel Kampfkraft dagegen und stellten geschickt die Räume zu. Steppat und Grüning als Abräumer vor der Abwehr machten ihre Sache ausgezeichnet. Da- zu hatte Keeper Hahnemann einen erstklassigen Tag erwischt, mit tollen Reflexen und guter Strafraumbeherrschung machte er so manche Dynamo- Chance zunichte. Beim Knaller von Lenz war er zwar machtlos, doch der Ball landete an der Latte (15.). Zwei Minuten später knallte Kukulies das Spielge- rät aus kurzer Entfernung drüber. Dann erzielte Lau auf Flanke von Manteufel die 1:0-Führung (26.). Doch die Grünauer zeigten sich keineswegs geschockt konterten geschickt. Einen von Peters herausgeholten Freistoß zirkelte der erstmals eingesetzte Popov auf den Kopf von Reichelt, der prompt zum Aus- gleich einnickte. Nach der Pause kam Peters nach einem fairen Zweikampf zu Fall und zog sich einen doppelten Schlüsselbeinbruch zu – Schiri Stolinski musste die Partie für zwanzig Minuten unterbrechen. Diese Pause war Gift für die Grünauer, die nur drei Minuten nach Wiederanpfiff durch Kukulies Kopf- balltreffer mit 1:2 in Rückstand gerieten. Grünau hatte noch eine Möglichkeit zum Ausgleich, doch BFC-Keeper Thomaschewski lenkte Popovs Freistoß über die Latte. Einmal fischte Hahnemann noch einen Freistoß von Wanski aus dem Winkel, ehe er bei den Treffern von Lau und Brychcy noch zweimal das Leder aus dem eigenen Netz holen musste. Hoch zufrieden zeigte sich Grünaus Trainer Bastian mit der Leistung seiner jungen Mannschaft: „Wir wollten nicht ins offene Messer rennen. Und in der ersten Hälfte haben wir bärenstark dagegengehalten ...
BFC DYNAMO gegen BFC PREUSSEN 1894 0:1 am 03.09.05:

ERGIRDIR LIESS PREUSSEN JUBELN! In Überzahl muss man laufen, laufen und laufen, bis der Gegner endlich müde wird. Dann fallen die Tore - irgendwann. Diese austregel, die zur Grundausbildung eines jeden Jugendspieler gehört, trat der BFC Dynamo im Heimspiel gegen Aufsteiger BFC Preussen mit Füßen. Nicht zwischen der 46. und 60. Minute, als die Dynamos einen Mann mehr auf dem Feld hatten. Und schon gar nicht in der letzten halben Stunde, als nur noch acht Feldspieler der Preussen offenbar immer noch mindestens einer zuviel waren. Wer lief und lief und lief, war der BFC Preussen, der völlig zurecht alle drei Punkte von Hohenschönhausen mit nach Lankwitz nahm, auch wenn es in den letzten zehn Minuten noch zweimal ganz eng wurde. Dynamos neuer Cheftrainer Raiko Fijalek musste mitansehen, wie seine Mannschaft ohne Ideen und Spielwitz die rund 1000 erstaunlich leisen Zu- schauern vergraulte. "Unsere Mittel sind an einigen Stellen begrenzt", gab der 31-Jährige zu. Wie wahr. Nicht ein einziges Mal drangen Brychcy oder Man- teufel auf den Außenbahnen bis zur Grundlinie durch. Im zentralen Mittelfeld enttäuschten Benthin und vor allem Zöphel, was ohne Frage auch an der guten Leistung ihrer Gegenspieler Özdal und Orzel lag. Einzig Kukulies setzte sich einige Male in Szene. Seine beiden besten Chancen setzte er aber je- weils knapp am Tor vorbei (53.,83.). Die Preussen machten lange das, was Dynamo überhaupt nicht behagte: Sie spielten nicht so offensiv wie sonst und ließen den Gegner kommen. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine durchaus faire und langweilige Partie, bis Schiedsrichter Weißenborn, dessen Gelbe Karte recht locker in der Tasche steckte, Preussen-Verteidiger Huse vom Platz schickte und Oldboy Lenz den anschließenden Freistoß aus rund 35 Metern an die Lautenoberkante jagte. Ein Hauch von Stimmung zog ein ins Sportforum. Aber spätestens nach dem starken Solo von Ergirdir, dessen Auf- tritt mit dem Tor des Tages belohnt wurde, war es wieder ganz still. Lat wurde es dann erst wieder nach dem Schlusspfiff - und zwar bei den Preussen, die sich erleichtert in die Arme fielen. Trainer Mehmet Öztürk lobte die gesamte Mannschaft für ihren Einsatz und ihre Laufbereitschaft. Einzig mit Christopher Stettner wird Öztürk noch ein Hühnchen rupfen müssen. Kaum als Einwechsler auf dem Platz, holte er sich für ein dummes Foul im Mittelfeld die erste Gelbe ab. Als er dann wenig später Kukulies über die Klinge springen ließ, wussten alle im Stadion, dass Stettners Auftritt nach nur 16 Minuten schon wieder beendet war.
SV BABELSBERG 03 gegen BFC DYNAMO 3:1 am 10.09.05:

MORITZ MUSSTE ES RICHTEN! Wie ein Spiel Erster gegen Letzter sah die Sache über weite Strecken nicht aus. Auf Babelsberg wirkte das frühe 1:0 wie eine Beruhigungspille, während beim BFC der Ehrgeiz mächtig angestachelt wurde. Fortan störte er bissig, gewann verdammt viele Zweikämpfe und griff zeit- weilig sogar gefälliger an. Daß am Ende doch der Favorit triumphierte, hatte ein bißchen mit typischen Glück (des Obenstehenden) und Pech (des Keller- kindes) zu tun, aber mit der Fähigkeit einiger Babelsberger, in den entscheidenen Momenten ihre indivduellen Stärken wie ein Trumpf-As auf den Tisch knallen zu können - auch wenn`s vorher nicht so lief. 03-Trainer Hodul wirkte ob des Zittersieges sichtlich sichtlich erleichtert und bemühte sich um moderate Töne. Der Gang gegen den Letzten sei "das Schwierigste für die Spieler" gewesen, jedoch: "Meine junge Mannschaft kommt langsam zusam- men." Will heißen: Sie braucht noch Zeit. Ideenlosigkeit und Bewegungsarmut prägten die erste Halbzeit, später wurde es besser, aber nicht wirklich gut. Das Gefälle innerhalb des Teams blieb zu groß. Der von Hodul reanimierte Laars glänzte erneut, aber Grossert, Hartwig, Froes und Kindt rangen verzwei- felt um ihre Form. Richten mußte es wieder mal Moritz, der vor der Halbzeit ebenfalls keinen Baum ausgerissen hatte. Ehe er ernergisch den Konter zum 3:1 einleitete, den besten Babelsberger Zug überhaupt, demoralisierte der Kapitän mit seinem pfiffigen Freistoßtor den BFC, als der gerade mühsam, aber hochverdient den Ausgleich erzwungen hatte. Angesichts der besten Saisonleistung, und auch um seine Spieler wieder aufzurichten., hob BFC- Coach Fijalek das Positive hervor. Zum Beispiel: " Im Mittelfeld haben wir ein hervorragendes Pressing gespielt." Stimmt. Benthin, Wanski und der bei schwüler Hitze später abbauende Zöphel hatten lange die Hosen an. Freilich gab es immer wieder Aussetzer, die von den Babelsberger hart bestraft wurden. Beim 0:1 schlief Manteufel selig vor sich hin, das 1:2 kassierte Thomaschewski im Torwart-Eck, dem 1:3 ging ein ungestüm verlorender Zwei- kampf Schmeles hervor. Pech hingegen, daß das wohl eher unabsichtliche Handspiel des kopfballstarken Jarling besagten Freistoß auf der Strafraumlinie nach sich zog. "Der Knackpunkt", fand nicht nur Fijalek. Doch der BFC sollte von der neuerlichen Niederlage sich nicht entmutigen lassen. So schwach, wie die Tabelle es vermuten läßt, ist er beileibe nicht. Ein einstelliger Platz müßte zu schaffen sein - wenn die Motivationen gegen die sogenannten Kleinen genauso groß ist wie gegen Babelsberg.
BFC DYNAMO gegen F.C. HANSA ROSTOCK/AMATEURE 4:0 am 17.09.05:

DYNAMO STIESS DEN BOCK UM! Szenen wie nach dem Abpfiff hat man im Sportforum lange nicht mehr gesehen. Spieler, Trainer und Funktionäre des BFC lagen sich in den Armen. Die Freude war groß, sehr groß sogar. Der erste Saisonsieg hatte den Berlinern einen heftigen Adrealinstoß versetzt. "Endlich haben wir den Bock umgestoßen", freute sich Coach Rajko Fijalek. An der Berechtigung des Erfolges gab es keine Abstriche zu machen. "Sie haben den Sieg hochverdient errungen", nmusste auch Hansa-Trainer Thomas Finck anerkennen. Nach der Auftaktchance für Hansa, als Yelens Abgefälschter Schuss Thomaschewski zu einer Glanzparade zwang (6.), übernahm der Gastgeber das Kommando. Von den Rostockern war fortan nichts mehr zu seh- en. Kein durchdachtes Aufbauspiel, kein Tempo. Einzig Müller und Profi_leihgabe Konde versuchten etwas Linie ins Spiel zu bringen - zu wenig, um die sattelfeste Dynamo-Devensive zu beunruhigen. Kurzum: der amtierende Meister war ein Schatten seiner selbst. Besser lief es für den BFC, der aggressiv zur Sache ging und sich deutliche Vorteile verschaffte. Insbesondere das Mittelfeld mit den bärenstarken Wanski und Benthin machte viel Dampf und lief- erte viel Konstruktives ab. In vorderster Front erwiesen sich Kukulies und Marjanovic, der den Vorzug gegenüber Altmeister Lau erhielt, als giftige Spitzen. Der BFC kam der Führung immer näher: Wanski ließ den jungen Koch alt aussehen und passte von der Grundlinie nach innen., wo der einschuss- bereite Marjanovic lauerte, Keeper Busch fischte den Bal im letzten Moment noch weg (11.); Kukulies spielte Wanski frei, der Pett stehen ließ, aber am aufmerksamen Busch scheiterte (12.); ein Distanzschuss von Zöphel verfehlte knapp das Ziel (13.). Folgerichtig fiel nach einer knappen halben Stunde das 1:0. "Danach haben wir ein bisschen unsere Ordnung verloren", erkannte Fijalek. Kukulies baute kurz vor dem Wechsel die Führung aus und hauchte dem BFC damit wieder Stabilität ein. Nach der Pause setzte ein schneller Doppelschlag die Gäste endgültig matt. Der BFC strotzte nur so vor Selbstbewusst- sein und servierte ein paar Angriffe aus dem Lehrbuch. Nur der Abscluss war nicht mehr von Erfolg gekrönt. So drosch Marjanovic nach feiner Kombi- nation über Benthin und Kukulies über den Kasten (67.), und ein Schuss von Jakowitz nach Musterzuspiel von Brychcy wurde von Busch gemeistert (73.). In der Schlussphase ließ die Spielfreude der Gastgeber nach. "Da haben wir die Partie mehr oder weniger nach Hause geschaukelt" so Fijalek.
TSG NEUSTRELITZ gegen BFC DYNAMO 1:2 am 24.09.05:

WEIL KAUL ÜBER DEN BALL TRAT! Jubel beim BFC und seinen Fans im Neustrelitzer Stadion, verständliche Enttäuschung beim Gastgeber. Nicht unverdient gewann der Gast, weil er cleverer und abgezockter wirkte. Dabei begann es glänzend für die TSG, als Krämer eine Flanke des starken Andruszko aus Nahdistanz einköpfte. Schock für die TSG wenig später, als der in den letzten Wochen souveräne Libero Kushnir nach einem Foul von Kukulies verletzt ausschied. Nun musste Trainer Ulli Schulze umstellen. Dowe rückte auf die Kushnir-Position, fehlte dadurch im Mittelfeld, wie der weitere Spielverlauf es deutlich machte. Der Gast nutzte die Verwirrung durch Wanski schnell aus. Wanski und Zöphel schwangen sich nun zu Aktivposten aus. Als Dowe im Strafraum Kukulies foulte, verwandelte Zöphel den Foulelfmeter im Nachschuss. Nach Wiederbeginn versuchte Neustrelitz dem Spiel eine Wende zu geben. Man kämpfte aufopferungsvoll, brachte mit dem leicht angeschlagenen Wogurka einen weiteren Angreifer. Glück bei den bei etlichen Konter- chancen an Nethe scheiternden BFC, dass Kaul bei einem von Thomaschewski abprallenden Weitschuss ein Luftloch schlug (83.). In der Schlussminute schien Wogurka im Strafraum dann gefoult. Doch blieb die Pfeife des insgesamt nicht überzeugenen Lämmchens, der bereits ein Nachtreten von Jarling an Karnatz ignorierte (28.), stumm. TSG-Coach Ulli Schulze war hinterher natürlich enttäuscht: " Sicherlich war der frühe Ausfall Kushnirs mit der daraus resultierenden Umstellung spielentscheidend." Sein Gegenüber Rajko Fijalek war nach dem zweiten Dreier in Folge natürlich zufrieden, auch wenn es naturgemäß festzuhalten gab: "Trotz Neustrelitz' großem Fight. In der zweiten Hälfte müssen wir bei unseren Konterchancen einfach früher den Sack zu- binden."
BFC DYNAMO gegen BERLINER ATHLETIK KLUB 07 1:0 am 01.10.05:

WANSKI SCHRAUBTE SICH HOCH! Der Aufwärtstrend des BFC Dynamo hält weiter an. Mit dem dritten Sieg in Folge legt der BFC den schlechten Saisonstart allmählich zu den Akten. "Wir haben einen kleinen Lauf. Und vielleicht momentan auch das Glück, welches uns in den ersten Wochen gefehlt hatte", mein- te Trainer Rajko Fijalek. Glück allein war es sicher nicht, welche diese insgesamt nur auf mäßigem Niveau stehenden Partie entschied. Vielmehr triumph- ierten letzten Endes Biss und Entschlossenheit der Hausherren über die sichtlich bessere Spielanlage der Gäste. Diese allerdings gefielen sich (mal wie- der) zu sehr in ihren technischen Können, zeigten es vornehmlich dort, wo es gut zu sehen ist, aber dem Gegner nicht weh tut - nämlich im "Niemands- land" des Mittelfeldes. Vor dem Tor herrschte dann aber weitgehend Funkstille. "Es war wie so oft. Wir kominieren gut, sind aber zu harmlos, weil uns die Zielstrebigkeit fehlt", beklagte dies auch BAK-Coach Christian Backs. Nicht eine einzige zwingende Torchance erspielte sein Team in den 90 Minuten. Der BFC hatte freilich auch nicht viel mehr, und die wenigen Möglichkeiten vergab der fleißige, im Abschluss aber diesmal glücklose Kukulies (21., 40., 55.). So fiel die Entscheidung nicht zufällig nach einer Standardsituation, als sich Wanski - trotz seiner Länge alles andere als ein Kopfballspezialist - nach einer Ecke hochschraubte und das Leder mit der Stirn schulmäßig unter die Latte wuchtete. Überhaupt war der Mittelfeldmann einer der wenigen BFCer, der auch mal so etwas wie Spielkultur einbrachte. Fast hätte er seine gute Leistung noch mit einem zweiten Tor gekrönt, doch am Ende eines langen Solo verließen ihn die Kräfte, weshalb er ohne Feindberührung im Strafraum zu Boden sank (79.). Offenbar erst danach hatten die Gäste begriffen, dass die Niederlage unmittelbar bevor stand. Hätten sie nur die Hälfte jenes Temperaments und Einsatzwillens der letzten zehn Minuten in der Zeit davor an den Tag gelegt, wäre es wohl anders gelaufen. Doch mit zunehmender Spielzeit - und erst recht mit der Führung im Rücken - wurde der BFC immer sicherer. " Wir haben geraume Zeit gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Dann haben wir uns aber immer mehr gesteigert", sah Trainer Fijalek, wie seine Truppe den knappen Vorsprung mit Klauen und Zähnen verteidigte und nun bei Gegenzügen auch den Ball besser laufen ließ, wobei vor allem Routinier Zöphel auch mal Ruhepunkte setzten konnte. So brachten die Gastgeber die Führung eigentlich relativ ungefährdet über die Zeit, weil dem BAK einfach die nötige Entschlossenheit und das Durchsetzungsvermögen fehlten, um das Blatt noch zu wenden.
BFC DYNAMO gegen SV TASMANIA GROPIUSSTADT 73 5:1 n.V. am 10.10.05:

HENDRYK LAU MIT TORINSTINKT! Von der Eckfahne gegenüber der Haupttribüne des Sportforum ist es ein langer Weg bis zur Reservebank. Tasmanias Verteidiger Patrick Pöthke hatte keine Eile, als er nach 79 Pokalminuten von Schiedsrichter Akhavuz dothin geschickt wurde. Nach einem völlig unnötigen Foul, noch dazu kurz vor der Grundlinie der Dynamo-Hälfte, sah Pöthke Gelb-Rot und schwächte damit seine Mannschaft. Bis zum Ende der regulären Spielzeit hielten die zehn Tasmanen noch das 1:1. In der Verlängerung kam es dann Knüppeldick. "Der Platzverweis war spielentscheidend für unseren schweren Sieg", sagte Rajko Fijalek. Während Pöthke mit seinem Fauxpas mit Dynamo-Coach glänzend in die Karten spielten, war Tas-Trainer Kruse naturgemäß sehr enttäuscht. "Man kann gegen einen Oberligisten verlieren, aber nicht so." Die Partie war lange Zeit geprägt von der disziplinierten Spiel- weise beider Teams. Es fehlte an Risikobereitschaft, gute Kombinationen blieben Mangelware. Tas-Spielmacher Krznaric wurde von Jakowitz kaltgestellt. Immerhin aber nutzte der Verbandsliga-Zweite die einzige Chance vor der Pause zum 1:0, als Matthias Lau Dynamos Palmer schlecht aussehen ließ und klug Routinier Frank in Szene setzte. Zuvor hatten allerdings Kukulies (21.,23.) und Wanski (30.) die BFC-Führung verpasst. Auch in Durchgang zwei agierte Dynamo trotz einer Serie von zuletzt drei Siegen in der Liga zunächst vorsichtig. Dann zeigte Hendryk Lau knapp drei Minuten nach seiner Einwechslung, wo ein Torjäger stehen muss. Und auch bei der 2:1 Führung kurz vor Ende der ersten Verlängerung war Lau zur Stelle. Zuvor hatte Benthin in seiner besten Szene nach einem energischen Solo die Latte getroffen (104.). Im direkten Gegenzug klatschte ein Freistoß von Krznaric aus fast 30 Metern ans Lattenkreuz. Wenn der drin gewesen wäre ...! So aber blieb Tasmania im zweiten Teil der Verlängerung nichts anderes übrig, als Alles oder Nichts zu spielen - drei weitere Gegentreffer, so das bittere Resultat seitens der Neuköllner. Alles wäre wohl anders gelaufen, wenn Kapitän Steinhauf zuvor nicht zweimal völlig freistehend an Torwart Thomaschewski gescheitert wäre (86., 100.). Zu diesem Zeitpunkt stand die Partie schließlich noch 1:1.
TENNIS BORUSSIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:2 am 14.10.05:

PECH UND SELBSTVERSCHULDEN! Vor Wochen , nach dem 1:3 in Babelsberg, sprach BFC-Trainer Fijalek: "Eigentlich gibt es für mich keine unverdiente Sieger, aber heute ..." Dieser Gedankengang, der so trefflich Diskussionstoff bietet, paßte auch hier, nur unter umgekehrten Vorzeichen für Dynamo. Das ganze Fußball-Unglück dieser Welt ergoß sich diesmal über die Borussen, deren Coach Gries aber auch eigene Schwächen eingestand und fairerweise keine Ausflüchte suchte: Wir hatten einige Chancen und haben kein Tor gemacht, der BFC hatte keine Chancen und hat zwei Tore gemacht." So ungefähr war's. Nun ist bekannt, daß es beim Fußball einzig um Treffer geht und nicht um irgendwelche Spielanteile oder Haltungsnoten. Sicher, TeBe bot zeit- weise die besseren Kombinationen, sinnvoll gesteuert meist von Petrowsky und dem laufstarken Mansour, hübsch garniert von den spektakulären Kunststückchen des Hünen Vuckovic und häufig abgeschlossen von einem Fuß, der allmählich zur alten Dynamik zurückzufinden scheint. Das 1:0 für TeBe lag mehrfach in der Luft, vor allem als Vuckovic sich durchtankt hatte, aber nicht zu Fuß querlegte, sondern es allein probierte und am herausstürzenden Thomaschewski hängenblieb (20.). Wären die Borussen in Führung gegangen, es hätte ganz anders laufen können. Pech für die Veilchen, daß frühzeitig drei Spieler verletzt wurden: Weidner (Nase) und Wolchow (Knie) mußten raus, Petrowsky hielt mit Kopfverband durch. Kein Pech jedoch, sondern eigen- es Verschulden ermöglichte die Treffer des BFC. "Ein genialer Paß von Kukulies", schwärmte zwar zu Recht Fijalek - Duygun hätte trotzdem vor dem 0:1 den Ball abfangen müssen. Ganz zu schweigen vom desorientierten Hampf, der vor dem 0:2 zunächst herauslief, um es fatalerweise sich plötzlich andres zu überlegen. Die Niederlage war besiegelt, TeBe steckt weiterhin im Abstiegskampf, und Gries wollte vom Pech nichts mehr wissen: "Der BFC ging schärfer, aggressiver in die Zweikämpfe, das war ausschlaggebend." Kein Widerspruch. Nach fünf Niederlagen zum Auftakt hat Fijalek seinen Leuten of- fenbar klarmachen können, daß für glamouröse Eiertänze die Substanz fehlt und es nur über Kampf, Leidenschaft und Geschlossenheit geht - was nicht ausschließt, daß Zöphel oder Wanski hier und da mal ein feines Pässchen schlagen. Vor allem aber darf der BFC auf eine knallhart dazwischenfunkende Abwehr bauen - und natürlich auf einen formstarken Kukulies, der in den entscheidenden Momenten stets präsent ist, auch wenn man ihn zwischen- durch mal nicht sieht.
BFC DYNAMO gegen SV FALKENSEE/FINKENKRUG 4:0 am 22.10.05:

KEINE GEFAHR FÜR SIEGESSERIE! Der Lauf des BFC Dynamo geht weiter. Mit dem fünften Sieg in Folge ist man beim Marsch durch die Tabelle vom unteren Ende nun schon im vorderen Mittelfeld angekommen. Der Blick richtet sich allerdings noch immer nach unten. "Wir wissen, wie es da ist. Und da wollen wir nicht mehr hin, dafür brauchen wir die Punkte", hat Trainer Rajko Fijalek die verkorkste Startphase und das triste Dasein auf den Abstiegsplätzen nicht vergessen. Der Aufwärtstrend ist allerdings unverkennbar. Und diesmal war das Tabellenschlusslicht nun wahrlich nicht in der Lage, die Erfolgs- serie der Hohenschönhausener zu stoppen. Eigentlich war die Partie schon nach einer Viertelstunde durch zwei Standards entschieden, als erst Rudwa- leit schulmäßig in den Winkel und dann Schiemann stümperhaft ins eigene Tor köpfte. "Da dachte ich schon, es wird ganz schlimm für uns kommen", ahnte Gäste-Coach Detlev Zimmer früh Böses. Danach sah es zunächst auch aus, weil der BFC nachsetzte, durch Zöphel (19.) und den anfangs sehr agilen Lau (22., 27./Latte) aber eine höhere Führung vergab. Das Auslassen dieser Chancen und vor allem eine zunehmende Schludrigkeit in den Aktionen der Dynamos ließ die Gäste dann aber etwas besser ins Spiel und kurz vor der Pause, als Lutz freistehend vorbeiköpfte (43.), sogar zu ihrer ersten Chance kommen. Nach Wiederbeginn deutete der Aufsteiger dann immerhin sein spielerisches Potenzial an, ließ den Ball besser laufen und kam auch mal ge- fährlich in des Gegners Strafraum. Dort aber traf der aufgerückte Senf in bester Position gleich zweimal den Ball nicht richtig (47., 55.). "Schon Mitte der ersten Halbzeit gab es bei uns einen Bruch im Spiel. Und in dieser Phase hätten wir uns über den Anschlusstreffer nicht beschweren dürfen", fand auch Fijalek. Doch das Aufbäumen des Aufsteigers war nur von kurzer Dauer, alsbald bekamen die Hausherren das Geschehen wieder in den Griff. Die robuste BFC-Deckung blockte die Angriffe der Gäste meist locker ab, im Mittelfeld sorgte Zöphel für Ruhe und Ballsicherheit. Und auch ganz vorn wurde es nun wieder besser. Das lag vor allem an der Einwechslung des Geburtstagskindes Kayser (20), der in der letzten halben Stunde noch mal für frischen Wind im Angriff sorgte und vor allem auch echte Torgefahr bewies. So bereitete er den dritten Treffer mustergültig vor und setzte dann kurz vor Ultimo höchst selbst den Schlusspunkt, nachdem er kurz zuvor noch am heraus geeilten Böhnke gescheitert war (86.). Womit sich Spielverlauf und Leistungsunter- schied letztlich auch im Resultat noch richtig widergespiegelt sahen.
BFC DYNAMO gegen BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 2:2 am 30.10.05:

ZWEI BFC-TORE IN UNTERZAHL! Das mit einiger Spannung erwartete Duell der Mannschaft der Stunde (Dynamo mit fünf Siegen in Serie) gegen die beste Abwehr der Liga (Türkiyemspor mit bis dahin erst sechs Gegen treffern) begann ob des großen Andrangs mit zehminütiger Verspätung. Aber die Zu- schauer wurden dann mit einem Spiel belohnt, dass alles zu bieten hatte, was ein Fußballherz höher schlagen läßt. Einsatz und Kampf auf beiden Seiten waren Trumpf, wobei spielerische Höhepunkte aber eher selten zu registrieren waren. Türkiyem begann sehr couragiert aus massierter Abwehr her- aus, unbeeindruckt von der lautstark und mitunter auch unfein den BFC unterstützenden Zuschauerkulisse. Birtane setzte dabei das erste Zeichen, einen Freistoß aus günstiger Position übers Tor setzend. Nachdem Aydogdus Schuß (19.) von Thomaschewski sicher pariert wurde und auch gute Chancen des BFC durch Wanski und Kukulies (16. und 24.) nichts einbrachten, war es der überragende Türkiyem-Regisseur Aslan, der den von der Sonne geblendeten Thomaschewski mit einem prächtigen Freistoß überwand. Die Gastgeber nahmen zwar Mitte der ersten Halbzeit das Heft in die Hand, brachten aber bis zur Pause nicht viel Zwingendes zustande, wenn man einmal von dem herrlichen 30-Meter- Freistoß von Lenz absieht, den Keeper Dame gerade noch zur Ecke lenken konnte (38.). Der Druck verstärkte sich noch nach der Pause, aber Türkiyem setzte immer wieder gefährliche Akzente durch die flinken An- greifer, die die Dynamo-Abwehr mehr als einmal ins Schwimmen brachten. Das Spiel wogte zu diesem Zeitpunkt hin und her, und die Hektik nahm zu. Als Rudwaleit vorbei köpfte (63.) und somit den Ausgleich vergab, war es auf der anderen Seite Aydogdu, der nach einem Abspielfehler des BFC einen Konter zur vermeintlichen Vorentscheidung erfolgreich abschloss. Die Gelb-Rote Karte gegen Manteufel setzte dann aber bei Dynamo offentsichtlich zusätzliche Kräfte frei, so dass mit einer vorbildlichen Moral noch die drohende Niederlage vermieden werden konnte. Trainer Fijalek, auf dem man sich auch für die kommende Saison als Chefcoach geeinigt hat, konnte da seiner Mannschaft, aus der er keinen Spieler herausheben wollte, nur ein großes Kompliment machen. Sein Gegenüber Thomas Herbst, der bei Türkiyem eine sehr homogene Mannschaft geformt hat, die immerhin auf Pinarbasi (gelbgesperrt), Ars- lan und Balic verzichten musste, war schon aufgrund des Spielverlaufs etwas enttäuscht, wenngleich er weiter positiv nach vorn blicken kann.
FV MOTOR EBERSWALDE gegen BFC DYNAMO 1:1 am 06.11.05:

DEN VORSPRUNG NUR VERWALTET! Zwei tolle Erfolgsserien standen auf dem Prüfstand: für Motor vier Siege in Folge, für Dynamo fünf Siege und zuletzt ein Remis. BFC-Trainer Fijalek gab zu, dass man gewinnen wollte. Doch dazu hätte seine Mannschaft nach dem Bilderbuch-Tor von Benthin mehr tun müssen, als nur den Vorsprung zu verwalten. Dabei haben die Eberswalder zuletzt bei TeBe gezeigt, dass ein Rückstand für sie nicht die Aufgabe des eigenen Ziels bedeutet. Nicht von ungefähr sprach Motor-Coach Pröger hinterher von einer "versüßten Niederlage." Trotz aller Personalnöten (für den verletzten Germer musste der 18-jährige Kullik ran) wollte Motor nach dem Ausgleich noch den angestrebten Dreier. Das Spiel atmete von Anfang bis Ende hohes Niveau; packende Zweikämpfe, schnelle Konterzüge, hohe Laufbereitschaft. Nur bei der Chancenverwertung haperte es auf beiden Seiten. Dabei startete der BFC fulminant. Doch Marjanovic donnerte zu scharf gegen den Ball, so dass er aus fünf Meter an den Pfosten klatschte (3.). Die Eberswalder zogen wieder ihre nadelstichartigen Konter auf. Doch Lenz blockte einen Musick-Schuss noch vor der Linie ab (9.), und Jahns Nachschuss fischte Thomaschew- ski reaktionsschnell aus der Ecke. Überhaupt war Jahn oft am Ball und zwang den BFC-Keeper zu einigen Aktionen, während andererseits Kukulies beim jungen Kalohn kaum zur Entfaltung kam. Beide Trainer redeten ihren Teams in der Halbzeit ins Gewissen. "Mir war klar, dass die Eberswalder nochmals kommen werden", sagte Fijalek. Er hatte recht. Bei Schlegels Schuss rettete Zöphel noch auf der Linie (53.). Als der eingewechselte Ploen einen Freistoß diagonal durch den 16er auf den Kopf von Schlegel servierte, war der etwas zögerliche BFC-Keeper allerdings geschlagen. Fijalek reagierte, brachte Lau und Schmele, doch es war zu spät - den Vorteil hatten seine Spieler leichtfertig aus der Hand gegeben. Das es keinen Sieger gab, lag auch an Thoma- schewski, der Jahns Kopfball diesmal bravourös parierte (81.). Mit der Rekordkulisse von 1200 Fans waren die Gastgeber dann doch noch ein Gewinner. Zumal die vielen Dynamo-Fans sich diesmal tadellos verhielten.
BERLINER ATHLETIK KLUB 07 gegen BFC DYNAMO 0:2 am 13.11.05:

JACOBSON DROHT LANGE SPERRE! Die Serie des BFC geht weiter: Mit einem verdienten 2:0-Erfolg beim Ligakonkurrenten Berliner AK blieb Dynamo auch im neunten Pflichtspiel hintereinander bei sieben Siegen ungeschlagen. In einem sehr rassigen und trotz zehn Gelber Karten durchaus fairen Spiel siegte der BFC aufgrund der größeren Aggressivität und den effektiveren Stürmern, die zwar leer ausgingen, aber weitaus aktiver agierten als ihre Kollegen auf der anderen Seite. Die erste Viertelstunde gestaltete der Gast überlegen und hatte durch Marjanovic (13.) und Wanski (14.) zwei gute Gelegenheiten zur Führung, die Greil jedoch glänzend zunichte machte. Danach ließ man sich etwas zu weit zurückdrängen, ohne das der Gastgeber großartig Gefahr herauf- beschworen konnte: lediglich bei einem Schuss von Karahan musste Thomaschewski auf der Hut sein (40.). Im zweiten Durchgang zog Dynamo die Zügel wieder an, wenngleich Trainer Rajko Fijalek seinen gelb-rot gefährdeten Torjäger Kukulies austauschen musste. Kurios dann der Führungstreffer: Nach einem Fehler der Weddinger Abwehr kommt Manuel Benthin im Strafraum an den Ball und schießt freistehend ein. Ein kurzer Blick zum Schiedsrichter- assistenten, doch es wurde kein Abseits angezeigt und somit stand es 1:0. Erst jetzt erwachte der BAK, schnürte den Gegner in dessen Hälfte ein, traf auch ins Tor, doch der Unparteiische hatte zuvor ein Foul gesehen (83.). Kurz darauf stand der Mann in Schwarz wiederum im Mittelpunkt, als er Jacobson vom Platz stellte. "Der Spieler hat mir einen Ellenbogen in den Rücken gestoßen", so Malter, während der Übeltäter angab, den Schiri unabsichtlich ange- rempelt zu haben. In der Nachspielzeit hatte zunächst Rogoli die Ausgleichschance, scheiterte am BFC-Keeper, ehe Wanski nach einem Konter für die endgültige Entscheidung sorgte.
BFC DYNAMO gegen MSV 1919 NEURUPPIN 0:0 am 19.11.05:

KAMPF ERSTICKTE KREATIVITÄT! Gemessen an der Ausgangslage – eine seit sieben Spielen ungeschlagene Mannschaft empfängt den Spitzenreiter – und den daraus resultierenden Erwartungen hielt diese Partie sicher nicht das, was sich viele davon versprochen hatten. Was nicht nur daran lag, dass keine Tore fielen. Trotzdem konnten hinterher beide Seiten zufrieden sein: Der BFC setzte die seit Wochen anhaltende Positivserie fort – Neuruppin reichte auch der eine Punkt, um die Tabellenführung zu verteidigen. “Sicher ein leistungsrechtes Resultat, selbst wenn wir die besseren Chancen hatten”, wies BFC-Coach Raiko Fijalek allerdings daraufhin, dass sein Team den ambitionierten Gast sogar am Rande einer Niederlage hatte. Viele prickelnde Szenen gab es in dieser von Beginn an umkämpften, von beiden Seiten couragiert geführten, aber nur mit wenigen spielerischen Elementen durchsetzen Partie nur wenige. Und die spielten sich vorrangig vor dem Neuruppiner Tor ab. Schon in der ersten Halbzeit lag die Führung für den BFC im Bereich des Mög- lichen. Aber bei Rudwaleits Kopfball stand MSV-Keeper Unger sicher (6.), die Eingabe von Benthin bugsierte Neumann artistisch aus der Gefahrenzone (17.), und der frei durchlaufende Manteufel jagte den Ball weit über den Kasten (31.). Bald nach Wiederbeginn musste sich Unger noch nach einem stram- men Schuss von Kukulies strecken (48.). Dem Geschoss von Marjanovic flog er später indes vergeblich hinterher – und musste daher auf die Latte als rettenden Verbündeten zurückgreifen (77.). “Wenn man solch einen Gegner schlagen will, muss man aus solchen Chancen eben auch mal ein Tor machen”, ärgerte sich Fijalek letztlich doch etwas, dass der ganz große Coup ausblieb. Er war machbar gegen einen Tabellenführer, der hinten wie im- mer kompakt stand, im Mittelfeld auch um Initiative bemüht war (erst Zschiesche, später vor allem Novacic), vorne aber herzlich wenig zustande brachte. “Kämpferisch war es in Ordnung, spielerisch lief nicht viel”, musste das auch MSV-Coach Christian Schreier konstatieren. Zur Ehre der Gäste muss allerdings gesagt sein, dass sie speziell in der Offensive personell auf dem Zahnfleisch gingen. Mit Balke war ein guter Stürmer gesperrt (fünf Gelbe), und Torjäger Krüger musste bereits nach einer knappen Viertelstunde mit blessiertem Knöchel raus, nachdem ihn Benthin frühzeitig mit einem üblen Tritt außer Gefecht (und dafür noch nicht einmal Gelb gesehen) hatte. So blieb als einzige echte Angriffswaffe nur noch Prymulas Schnelligkeit übrig. Doch auch die nutzte wenig, weil bei dessen langen Sprints kaum ein Mitspieler mitkam und er folglich gegen die geschickt verteidigenden BFC-Abwehr- recken oft allein auf weiter Flur stand. So kam es, dass sich der Spitzenreiter in 90 Minuten nicht eine einzige echte Torchance erspielte - und folglich mit dem torlosen Remis zufrieden sein musste.
FC ANKER WISMAR 1997 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 27.11.05:

DYNAMO WEITER AUF ERFOLGSSPUR! Den Willen konnte man Ankers Akteuren wahrlich nicht absprechen. Gut eine Woche nach der 0:9-Klatsche bei TeBe stimmte der Einsatz wieder. Das Ergebnis nicht. Dynamo-Coach Fijalek zeigte Verständnis für die Situation des Gegners, war sein Team doch zu Saison- beginn in einer ähnlichen Krise. "Ich kenne das, wir haben ähnliches durchgemacht", sagte er. "In solchen Zeiten hat man die Seuche am Stiefel." Ähnliche Äußerungen konnte man nach Spielschluss auch von den Wismarern Spielern hören. Allein Goreta hatte zwei Riesenmöglichkeiten. Doch schon wie bei TeBe brachte der mit sieben Toren treffsicherste Anker-Spieler den Ball nicht im gegnerischen Kasten unter. Stattdesen setzten die Dynamos ihre Er- folgsstory fort. Neun ungeschlagene Spiele in Folge bugsierten den Traditionsclub auf den sechsten Tabellenplatz. Nach zuletzt drei Unentschieden ist den Berlinern nun auch wieder ein Sieg gelungen. "Wie wir hier spielen, stand für mich gar nicht zur Debatte. Ich weiß noch aus der Vorsaison, wie schwierig ein Auswärtssieg in Wismar sein kann", erklärte Fijalek mit dem Hinweis, dass es nun einmal nicht mehr als drei Punkte zu holen gibt. Die schwierigen Platzverhältnisse ließen kaum Kombinationsfußball zu. Lange Bälle waren das beliebteste Rezept beider Teams. Die Hauptstädter diktierten in der ersten Halbzeit das Spiel, nach dem Seitenwechsel war Anker die klar bessere Mannschaft. "Wir haben mit Anstand verloren", bilanzierte FCA- Trainer Alsic, der sich in der Winterpause mit fünf Spieler verstärken und dann durchstarten will. Nur soviel steht fest: Sein Team wird auf einem Ab- stiegsplatz überwintern. Nicht nur die 26 eingesetzten Spieler haben einen guten Job gemacht. 250 Polizisten konnten Störungen verhindern. Unter den etwa 400 Dynamo-Fans befanden sich nach Angaben von Polizeisprecher Wichmann einige gewaltbereite Fans. "Wir haben sehr gut mit den Fanbetreuern des BFC zusammen gearbeitet", bilanzierte der Polizeisprecher.
FUWOSPIELBERICHTE VOM BFC DYNAMO DER SAISON 2005/06
BFC DYNAMO gegen TORGELOWER SV GREIF 2:0 am 03.12.05:

EINE STARKE HÄLFTE REICHTE! Das Foul von BFC-Libero Lenz am schnellen Pankau hatten wohl alle gesehen, auch die beiden Trainer, bloß der Schieds- richter nicht. Folglich blieb der Elfmeterpfiff aus und dem BFC eine womöglich hektischere Schlussphase erspart. Immerhin waren nach Lenz's Attacke im eigenen Strafraum noch 20 Minuten zu spielen. Und Torgelow hatte nach einer schwachen ersten Halbzeit deutlich zugelegt. Gäste-Trainer Ehrke wol- lte aber ob der Fehlentscheidung nicht jammern: "Der BFC hat verdient gewonnen, weil wir heute viel zu brav waren." Genau so war es. Vor allem vor der Pause hatte der BFC leichtes Spiel. Die 2:0 Führung schmeichelte den Gästen. Zöphel nutzte im Mittelfeld seine Freiräume. Das tat dem eh schon offensiv ausgerichteten Dynamo-Spiel besonders gut. Erstmals standen in dieser Saison von Beginn an drei Stürmer auf dem Platz. "Wenn man nicht genügend Mittelfeldspieler hat, muss man andere Wege gehen", erklärte BFC-Trainer Fijalek. Dem fleißigen Lau blieb allerdings ebenso ein Treffer versagt (17. Kopf- ball) wie zunächst Verteidiger Rudwaleit, der sich oft in den Angriff einschaltete und zweimal Pech mit Distanzschüssen hatte (30., 33.). Die größte Chance vergab aber fraglos Palmer, der aus stark abseitsverdächtiger Position Torwart Dreyer den Ball in die Arme schlenzte (26.). Da waren die wenigen Tor- szenen des lauf- und kopfballstarken Kukulies weitaus zwingender. Von Torgelow hingegen war bis zum Pausenpfiff mit Ausnahme von Marten's Heber auf das Tornetz (6.) nichts zu sehen. Dem BFC war zudem das Selbstbewusstsein aus zuvor neun Spielen ohne Niederlage deutlich anzumerken. Selbst das Fehlen der beiden Stammspieler Wanski (5. Gelbe) und Benthin (leicht verletzt) steckte die Mannschaft problemlos weg. Als dann Torwart Thoma- schewski wenige Sekunden nach der Pause zweimal zur Stelle war und die Schüsse von Allert und Pankau reaktionsschnell zu Ecke lenkte, hatten seine Mitspieler sofort erkannt, dass sie nicht die gesamte zweite Halbzeit die 2:0-Führung verwalten können. Dynamo fing fortan die Angriffe früher ab und er- arbeitete sich gute Konterchancen. "Mit der Ausbeute in Überzahl bin ich ein wenig unzufrieden", lautete die einzige Kritik von BFC-Trainer Fijalek. Ganz wenig Fingerspitzengefühl bewies derweil Schiedsrichter Geiler, als er den Torgelower Martens vom Platz stellte. Nach einem Abseitspfiff hatte Martens den Ball noch zu seinem Mitspieler gepasst und sah dafür die zweite Gelbe. Die erste hatte er wegen Meckerns erhalten, als er sich zurecht über das nicht geahndete Foul von Lenz an Pankau echauffierte ....
BFC DYNAMO gegen SV SPARTA LICHTENBERG 1911 5:0 am 11.12.05:

DREI GESCHENKE VON KUKULIES! Dynamo spielte schwache Lichtenberger zeitweise völlig an die Wand. Der Erfolg hätte bei konzentrierter Chancenver- wertung wesentlich höher ausfallen müssen. Der BFC begann zielstrebig mit flüssigen Kombinationen über die Flügel. Die Lichtenberger schauten meist nur freundlich zu, wie sich die Hausherren gegenseitig die Bälle zuschoben. Nach einem Freistoß von Jarling erzielte Kukulies bereits in der Anfangs- phase aus Nahdistanz den Führungstreffer. In der Folgezeit überboten sich die weinrot gekleideten Akteure im Auslassen klarster Möglichkeiten, allein Hendryk Lau hatte in der ersten Halbzeit vier Hochkaräter auf dem Fuß, nutzte aber keine. Ihrem mehrmals glänzend parierenden Keeper Lohse hatte es die Lichtenberger, die zu weit von ihren Gegenspielern entfernt standen, zu verdanken, dass das Ausmaß der Niederlage nicht schon zur Pause desa- ströse Formen annahm. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte sich Kukulies über rechts durch, drang in den Strafraum ein und überlistete Lohse mit dem Außenrist zum 2:0-Zwischenstand. In der zweiten Hälfte ließ es der BFC gemächlicher angehen, denoch nutzte der unnachahmliche Kukulies die erste Chance zur 3:0-Führung. Als Lau wenig später mit einem fulminanten Weitschuss das 4:0 folgen ließ, äußerte Stadionsprecher Richter über die Laut- sprecher: "Die schwierigen macht er, die einfachen nicht." Kukulies, der sein letztes Pflichtspiel für Dynamo bestritt, wurde nach seiner Auswechslung von den BFC-Anhängern mit viel Beifall verabschiedet. Lau setzte nach uneigennützigen Pass von Schmele den 5:0-Schlusspunkt. "Kukulies gehört zu den Besten der Liga, wir müssen versuchen, die Lücke, die er reißt, gemeinschaftlich zu schließen", sagte BFC-Trainer Fijalek.
BFC DYNAMO gegen FV WANNSEE 4:1 am 08.03.06:

MEINHARD SORGTE FÜR SPANNUNG! In der Saison 1992/93 erreichte der damalige Oberligist Wannsee das Pokak-Achtelfinale. Nun stand der letzte Vertreter aus der Kreisklasse A sogar im Viertelfinale und bot vor allem im ersten Durchgang eine ganz starke Vorstellung. Dabei wirkte der BFC gegen den jungen Gegner keinesfalls überheblich. Wannsee indes nutzte nach gut einer halben Stunde durch Meinhards Kopfball die Möglichkeit zur Führung. Die drei BFC- Treffer kurz vor und nach dem Wechsel lenkten dann die Partie in die erwarteten Bahnen. Denoch wurde von den Gästen bis zum Ende versucht, weiter nach vorn zu spielen. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Wannsee-Trainer Frank Diekmann. Kurz darauf wurde ihm mitgeteilt, dass seine Trainer- tätigkeit bei der FV Wannsee mit Ablauf dieser Saison beendet sein wird. Der Vorstand ist sich offenbar mit dem Diekmann-Nachfolger bereits einig.
BERLINER ATHLETIK KLUB 07 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 26.03.06:

SONDERAPPLAUS FÜR PALMER! Kurz vor dem Abpfiff handelte Rajko Fijalek. Der Trainer des BFC Dynamo nahm Palmer vom Platz. Die Auswechslung war allerdings nicht als Bestrafung anzusehen, sondern als Auszeichnung. Der Außenbahnspieler dürfte so bei seinem vorzeitigen Abgang den Applaus der zahlreichen Anhänger ganz allein genießen. Eine Belohnung, die sich Palmer verdient hatte. Er entschied mit seinem Treffer kurz nach der Pause das um- kämpfte Stadtderby fast im Alleingang. Es war ein gerechter Erfolg der Dynamo, denn sie hatten mehr vom Spiel und die besseren Chanchen. Bereits in der ersten Halbzeit hätte der BFC, dem man in seinem ersten Punktspiel in diesem Jahr die mangelnde Wettkampfpraxix nie anmerkte, die Weichen auf Sieg stellen konnte. Dynamo präsentierte sich gewohnt kampfstark und eroberte schnell die Platzhoheit. Das Mittelfeld um den fleißigen Staubsauger Jakowitz harmonierte und machte die ein oder andere Lücke in der Abwehrkette des BAK aus. "Wir hätten schon in der ersten Hälfte deutlich führen müssen", urteilte Fijalek und dachte dabei vornehmlich an drei verpatzte Großchancen. Lau köpfte nach Flanke von Marjanovic aus Nahdistanz über den leeren Kasten (12.), Palmers Kopfball nach Zöphel-Ecke flog ebenfalls drüber (26.) und Marjanovic, der von Lau mustergültig frei gespielt wurde, scheiter- te an Greil (30.). Das Auslassen der Möglichkeiten rächte sich nicht, denn der BAK, schon mit zwei Punktspielen im Rücken, war vergeblich auf der Suche nach gepflegtem Zusammenspiel. Yilmaz war nicht der erhoffte Regisseur, und auch über die Außen Jacobson und Aydin gelang wenig, so das der An- greifer Ben-Hatira und Inal von der Versorgung abgeschnitten waren. Bezeichnend , dass einzig eine Standardsituation für Gefahr sorgte: Einen Freistoß- Schlenzer von Yilmaz konnte Thomaschewski aber noch um den Pfosten lenken (32.). Nach dem Rückstand erhöhten die Weddinger, bei denen Tosun (Kieferverletzung) und Efe (Schürfwunde) ausfielen, die Bemühungen. Allerdings war von einem druckvollen Spiel wenig zu sehen. "Wir waren zu hek- tisch und haben unsere Linie nicht beibehalten", kritisierte Gündogdu. Sein Team zeigte zwar gute Ansätze, konnte sich aber gegen die robuste BFCer (souverän: Libero Lenz) nicht entscheidend durchsetzten. Und wenn mal ein Durchbruch gelang, war Thomaschewski zur Stelle. So parierte der Keeper glänzend gegen Inal (65.) und Keser (76.). "Uns fehlten Spieler, die dahin gehen, wo es weh tut", analysierte Gündogdu. Jene Qualität, die Dynamos Per- sonal einmal mehr unter Beweis stellte.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 0:1 am 01.04.06:

KOLLMORGEN IN DEN WINKEL! Das Geheimnis erfolgreicher Teams besteht unter anderem auch darin, Spiele gewinnen zu können, ohne den Rahmen des Durchschnittlichen zu sprengen. Als Musterbeispiel mögen die Borussen dienen, die momentan machen können, was sie wollen, am Ende sind sie im- mer die Sieger. "Nicht überzeugend" fand Trainer Raickovic bei aller Freude die Leistung seiner Leute, doch sein BFC-Kollege Fijalek erläuterte, warum sie dennoch die Nase vorn hatten: "Weil sie nicht mehr nur die feine Klinge spiele." Das hätte auf dem katastrophal holprigen Geläuf sowieso nur zur Bruchlandung geführt. Entscheidend waren die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit. TeBe, angesichts zahlreicher englischer Wochen nach dem Rota- tionsprinzip aufgestellt, kam nun mit den belebenden Elementen Weidner und Fuß und ließ den BFC minutenlang nicht aus dessen Hälfte heraus. Prompt fiel durch Kollmorgens sauberen Hochschuß der Siegtreffer, den Wühler Kadow mit einem gewonnenen Kopfballduell auf den Weg gebracht hatte. "wer auf diesem Boden 1:0 führt, hat alle Karten in der Hand", wußte Fijalek. Zwar schien Dynamo durchaus willi, das Blatt zu wenden. Doch waren Spielwitz und Zielstrebigkeit durch Kraft und Wut nicht zu ersetzen. Die Bälle des potentiellen Verteilers Zöphel etwa landeten in der Regel beim Gegner, und der im Zuge der Aufholjagd installierte Drei-Mann-Sturm Kuhfahl-Suwary-Kayser rannten rauf und runter, ohne irgendeine Fliege zu erschrecken. Selbst das Auf- rücken des Altmeisters Lenz blieb ohne Effekt, und zu allem Überfluß verlor der BFC auch noch den unbeherrschten Schmele durch Gelb-Rot. "Zu unge- stüm", kritisierte Fijalek seinen Sünder, äußerte aber in diesem Zusammenhang die Meinung, vor der Halbzeit habe der Unparteiische bei einigen Fouls der Borussen sich nicht so konsequent gezeigt: "Eine klare Linie habe ich bei ihm ganz klar vermißt." Wie dem auch sei - daß TeBe am Ende nicht unver- dient triumphiert hatte, wollte auch im BFC-Lager niemand ernsthaft bestreiten. Sogar ein höherer Sieg war drin, doch bei einigen vielversprechenden Überzahlkontern stellten die Charlottenburger sich ziemlich ungeschickt an - sogar Goalgetter Fuß bekam auf diesen Acker zweimal den Ball nicht richtig auf den Latschen. Jedoch: Gewonnen ist gewonne, und so verkniff sich Raickovic die ganz große Kritik, die in Anbetracht der Verhältnisse auch über- zogen gewesen wäre, und betätigte sich statt dessen als Psychologe: "Wir haben gezeigt, daß bei uns viele gleichwertige Spieler im Kader stehen." Die er demnächst beim heißen Tanz auf zwei Hochzeiten wohl allesamt brauchen wird.
SV FALKENSEE/FINKENKRUG gegen BFC DYNAMO 4:1 am 08.04.06:

SENF SCHMECKTE BFC NICHT! Spätestens nach einer halben Stunde war klar, dass nicht alle 22 Spieler den Abpfiff auf dem Platz erleben würden. Nicklig- keiten und hart geführte Zweikämpfe nötigten den keinenfalls konsequent leitenden Schiedsrichter schon früh, in die Tasche zu greifen. Dynamos Jako- witz musste aufpassen, dass er es bis in die Halbzeit schafft. Um Manteufel stand`s nicht viel besser. Dass es aber ausgerechnet Palmer erwischte, pas- ste irgendwie nicht ins Bild. Palmer gehörte bis zu seinem Platzverweis zu den Besten, lieferte sich mit Sliwa rasante Duelle, ehe er sich wenige Sekun- den vor der Pause nach einer vertretbaren Gelben Karte vom Platz meckerte. Dumm gelaufen. Die Kartenflut lässt vermuten, "dass hier heute eine Schlacht stattgefunden hat. Dabei war`s ein ganz normales Oberligaspiel", ärgerte sich BFC-Trainer Fijalek. ganz normal war`s wohl nicht, was sich beide Mannschaften in Finkenkrug lieferten, unfair oder besonders hart aber auch nie. Selbst Jarlings Schubser gegen Senf, der sofort mit Rot bestraft werden musste, war nicht böse gemeint. Da steckte auch ne Menge Frust drin. Schließlich hatte FF bis zu Jarlings Blackout erst dreimal ernsthaft aufs Tor ge- schossen - und dreimal getroffen. Die Falken und Finken waren angetreten, ihre Serie von zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen auszubauen. Das ge- lang nach einer schwachen Anfangsphase eindrucksvoll. "Wir haben Charakter bewiesen und hatten in der einen oder anderen Situation Glück mit den Schiedsrichterentscheidungen", gab FF-Coach Detlev Zimmer ehrlich zu. Nur ein Beispiel: Der 2:1 Führung durch den fleißigen Senf soll ein klares Foul des Flankengeber Leeshue vorausgegangen sein. "Das hat jeder im Stadion gesehen", schimpfte Fijalek. Schiri Oehme aber nicht. Kurz darauf flog der erste Dynamo-Spieler vom Platz. Und der bislang höchste Saisonsieg von Falkensee/Finkenkrug nahm seinen Lauf.
LUDWIGSFELDER FC gegen BFC DYNAMO 1:0 am 12.04.06:

MEINHARDT IM DRITTEN VERSUCH! Mit viel Engagement und Laufbereitschaft sowie einer gut gestaffelten Abwehr sicherte sich Ludwigsfelde einen wich- tigen Sieg im Abstiegskampf. Der BFC, für den Suwary anfangs mit einem fulminanten 25m - Schuss die Latte traf (3.), übernahm nach dem Wechsel zwar das Kommando, doch Torchancen sprangen kaum heraus. Einzig bei Rudwaleits Kopfball nach einer Ecke musste Rehausen auf der Linie klären (55.). Man liess die Abwehr um den schlag- sicheren Hinze nicht zu. Eine starke Leistung bot Youngster Klatt gegen Routinier Lau. In der Endphase verpasste der LFC bei mehreren Kontern in Überzahl einen höheren Sieg.
BFC DYNAMO gegen SV YESILYURT 1973 1:0 am 16.04.06:

LAU BEENDET NEGATIVSERIE! Ein Blick auf die Tabelle reichte aus, um die Wichtigkeit dieser Partie für beide Mannschaften deutlich zu machen. BFC Dynamo hatte dabei die Zahlen offenbar besser verstanden als Gegner Yesilyurt. Kämpferisch und spielerisch überzeugend erarbeitete sich der BFC einen hoch- verdienten Sieg und ist nach zuvor drei Niederlagen in Folge erstmal aus dem Gröbsten raus. Yesilyurt indes ließ nach den jüngsten Punktgewinnen ge- gen Preussen (2:2) und Türkiyemspor (2:1) viele Fragen offen und muss weiter um den Klassenerhalt zittern. Als bei den Weddinger nach dem Gegentor kein Aufbäumen zu erkennen war, handelte Trainer Volkan Uluc früh. In der 37. Minute holte er mit Gözübüyük und Karakaya gleich zwei Spieler vom Platz. "So geht`s nicht", lautete sein knapper Kommentar zur Leistung der Ausgewechselten. Oguz und Senel erhielten eine Chance, nutzten sie aber nicht. "Schaffen es die Neuen? Die Chancen für den Trainer stehen 50:50", sagte Uluc. Der Coach räumte hernach ein, dass "sein Experiment voll in die Hose ge- gangen ist". Erleichtert und mit seinem Team sehr zufrieden zeigte sich dagegen Rajko Fijalek. Der Dynamo-Trainer ärgerte sich einzig darüber, dass seine Mannschaft das zweite Tor partout nicht machen wollte. Der fleißige Lau hatte dazu gleich drei allerbeste Gelegenheit (35., 58., 81.). Butterweich hat- ten Zöphel, Manteufel und Suwary den Ball jeweils vors Tor geflankt, doch der BFC-Stürmer köpfte drüber, daneben oder scheiterte an Baran. Immerhin: Dank Laus Kopfballschwäche blieb`s einigermaßen spannend. Yesilyurt baute nach einer guten Anfangsphase und Chancen für Karakaya (4.), Türkhan (13.) und Ahmetcik (18.) stark ab. Erstaunlich, dass am Ende der englischen Woche ausschließlich die Ältesten (Gatti, Civa, Halat) die Ärmel hochkrempel- ten und sich gegen die drohende Niederlage wehrten. "Bei einigen unserer jungen Spielern reicht`s wohl nicht für die Oberliga", schimpfte Uluc. Und dass sich der hochtalentierte Ahmetcik trotz Gelber Karte und weiterer Ermahnungen zu einem völlig unnötigen Foul an Suwary hinreißen ließ, unterstrich die Probleme, mit denen Yesilyurt beim BFC zu kämpfen hatte. Ahmetcik flog vom Platz und vorbei war`s mit jeglicher Angriffsbemühungen der Gäste (57.). Drei Minuten zuvor hatte Civa nach einem enerischen Solo den Außenpfosten getroffen. Anfang Mai kann Yesilyurt derweil zum großen Befreiungsschlag ausholen. Dann stehen drei Heimspiele binnen acht Tage an. Die Gegner heißen Falkensee/Finkenkrug (3. Mai), Neustrelitz (7. Mai) und Torgelow (10. Mai).
BFC DYNAMO gegen TSG NEUSTRELITZ 2:2 am 19.04.06:

STARKER RÜCKHALT: KEEPER STOLLBERG! Was beim BFC eine halbe Stunde lang wie kluges Abwarten auf Kontern wirkte, entwickelte sich zu einem un- motivierten Auftritt. Die TSG, ohne fünf Stammspieler angetreten, investierte wesentlich mehr Laufbereitschaft und hatte in Stollberg einen starken Rück- halt. Über einen möglichen Handelfmeter (Duggert/90.) wollte BFC-Trainer Fijalek "nach so einem schwachen Spiel" nicht lamentieren.
BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 gegen BFC DYNAMO 1:1 am 22.04.06:

GERECHTIGKEIT DANK RUDWALEIT! Als Fumaca in der 69. Minute nach einem klugen Steilpass Aydogdus allein auf das Dynamo-Tor stürmte, war es beinahe um den BFC geschehen. Doch der Brasilianer mit portugiesischem Pass suchte uneigennützig das Abspiel. Ein echter Stürmer hätte den Abschluss ge- sucht. Thomaschewski im Dynamo-Tor hatte aber ganz genau aufgepasst und schnappte sich den Ball. Vier Minuten später traf Verteidiger Rudwaleit für den BFC zum hochverdienten 1:1-Endstand. Manchmal ist Fußball eben doch gerecht. Denn hätte der BFC im sonnigen Katzbachstadion verloren, wäre Türkiyemspor für seine mehr als eine Stunde lang destruktive Spielweise gar noch belohnt worden. Das frühe Tor war Gift für das Spiel der Gastgeber. "Nach unserem glücklichem Führungstreffer haben wir nur noch versucht, das 1:0 zu verwalten. Ein Sieg wäre ungerecht gewesen", sagte Türkiyem Trainer Thomas Herbst und kündigte ein paar ernsthafte Worte an die Mannschaft an. Er mutmaßte gar, dass der eine oder andere Spieler mit den Ge- danken bereits beim Mittwoch-Spiel gegen den 1.FC Union gewesen sei. Den jungen Dogan wird er mit Sicherheit nicht gemeint haben. Der defensive Mittelfeldspieler stoppte mit hohem Einsatz und erstaunlicher Zweikampfstärke reihenweise die Dynamo-Angriffe. Auch Aslan ließ sich auf der rechten Seite kaum einmal ausspielen. Der BFC erarbeitete sich unmittelbar nach dem Rückstand ein deutliches Übergewicht. Ein halbes Dutzend Zöphel-Ecken sorgten vor der Pause für mal mehr, mal weniger Gefahr, weil der zuletzt hochgelobte Dame im Türkiyem-Tor nicht immer Herr der Lage war. Dynamo ließ sich auch nicht entmutigen, als Schmele (42.), Palmer (51.) und Kayser (55.) Ausgleichschancen vergaben. Der ersatzgeschwächte BFC griff weiterhin geduldig an und wurde schließlich belohnt. "Ich muss meine gesamte Mannschaft für ihr Engagement loben", sagte ein zufriedener Trainer Rayko Fijalek. Dass Türkiyemspor in der Schlussphase wieder frecher wurde, macht die Verärgerung von Trainer Herbst über die zuvor mangelnde Laufbereitschaft um so verständlicher. Plötzlich waren nämlich doch noch Kräfte vorhanden, während bei Dynamo Kuhfahl mit Wadenkrämpfen vom Platz musste. Kapitän Aslan forderte Thomaschewski aus 18 Meter zu einer Glanztat (84.). Bei Fumacas Fallrückzieher wäre der BFC-Keeper indes wohl machtlos gewesen (88.). Der Ball trudelte jedoch am langen Eck vorbei und beim Schlusspfiff des fast immer souveränen Melms hatten beide Mannschaften wie im Hinspiel (2:2) einen Punkt mehr auf dem Konto.
BFC DYNAMO gegen HERTHA BSC BERLIN/U23 1:3 am 25.04.06:

BIELER TRAF IM ZWEITEN ANLAUF! Im Finale um den ODDSET-Cup kommt es am 24. Mai zum Duell der beiden letztjährigen Pokalgewinnern. Nach Titelver- teidiger Tennis Borussia schaffte nun mit Hertha BSC II auch der Sieger des Jahres 2004 den Sprung ins Endspiel. Dort dürfte indes TeBe ein deutlich schwierigen Gegner sein als es der BFC Dynamo in diesem Halbfinale gewesen war. Denn der Oberligist war erstaunlicherweise fast durchgehend chancenlos. "Klare Verhältnisse bei Spielanteilen und Chancen", seufzte nicht nur BFC-Trainer Rajko Fijalek angesichts der deutlichen Unterlegenheit seines Teams. Dass der Gastgeber spielerisch nicht würde mithalten können (erst recht nicht auf dem Stolperacker im Sportforum), war ja vorher klar. Aber ein bisschen mehr kämpferisches Dagegenhalten hätte man schon erwartet. So hatte es der BFC vor allem dem unkonzentrierten Gegner und einem schwachen Schiri (der kurz vor der Pause ein Handspiel von Müller erspäht hatte und zur allgemeinen Überraschung auf Elfmeter entschied) zu verdanken, dass er so lange im Spiel blieb. Das nämlich wurde weitgehend von den Gästen bestimmt, die es aber nach der frühen Führung und einiger Chancen versäumten, frühzeitig den Sack zuzumachen. Das erledigten sie dann erst nach der Pause. Eberts Rakete entschärfte noch der rettende Man- teufel (52.), bei Honeß`s Tor soll irgendwer im Abseits gestanden haben (54.) und Bielers Kopfball hielt Thomaschewski bravourös (64.). Kurz darauf traf Herthas Offensivverteidiger dann aber doch, als er sich im Strafraum energisch durchsetzte und eiskalt vollstreckte. In Gefahr kam Hertha nun nicht mehr, und Covic machte dann endgültig alles klar. Wie hoch die Latte eine Klasse höher hängt, bekam der Oberligist noch nach dem Spiel zu spüren, als Hertha Coach Karsten Heine sein Fazit zog: "Unsere erste Halbzeit war ganz schwach, in der zweiten gab es dann wenigsten mehr Engagement und Lei- denschaft." Trotzdem hatte es locker gereicht.
BFC DYNAMO gegen FV MOTOR EBERSWALDE 2:0 am 30.04.06:

KAYSER SORGTE FÜR BELEBUNG! Eine glanzlose Vorstellung des BFC Dynamo, der gegen harmlose Eberswalder mit minimalen Aufwand zu drei Punkten gelangte und damit wohl endgüldig für eine weitere Oberligasaison planen kann. "Wir wollten sicherlich anders Fußball spielen", resümierte BFC-Coach Rajko Fijalek, der vor allem in der ersten Halbzeit mit ansehen musste, wie seine Schützlinge gegen den defensiven Abstiegskanditaten nur wenig einfiel. Zu behäbig agierte Dynamo in der Spieleröffnung, zu selten wurde einmal schnell und direkt nach vorne gespielt, als dass es gegen die tief in der eige- nen Hälfte stehende Gäste zu nennenswerten Torchancen gereicht hätte. Lediglich einmal wurde es aus dem Spiel gefährlich, als Manteufel von der linken Seite an den Fünfmeterraum flankte, wo der freistehende Marjanovic per Kopf vergab (20.). Auch die Taktik der Eberswalder, über Konter zum Er- folg zu gelangen, ging nicht auf. Nachdem Neumann sich auf dem Flügel doch einmal durchgesetzt und Ates seine Hereingabe geschickt abgelegt hatte, drosch Ploen den Ball in die Wolken (23.). "Aus den wenigen Chancen hätten wir mehr machen müssen", konstatierte Motor-Trainer Gerd Pröger, der auf- grund von Verletzungen erneut vier Landesligaspielern das Vertrauen schenken musste. Es konnte kaum überraschen, dass es einer Standardsituation bedurfte, um das Eis schließlich zu brechen. Nach Jarlings langem Einwurf gelangte der Ball von Rudwaleits Kopf zu Manteufel, der von der Strafraum- grenze in die Maschen jagte. Kurz vor dem Pausenpfiff herrschte nach einer Ecke des weitgehend ideenlosen Zöphel erneut Konfusion im Strafraum der Eberswalder, die im Glück waren, dass Palmer den Ball im Fallen über das Tor bugsierte. Auch wenn die Hereinnahme Kaysers für den blassen Marjano- vic das Angriffsspiel der Hohenschönhausener spürbar belebte, waren Überraschungs- momente auch nach dem Seitenwechsel überaus rar gesäht. Ohne spielerisch sonderlich zu glänzen, hielt der BFC die Partie mühelos unter Kontrolle und sorgte mit einem der seltenen Glanzlichter für die Vorent- scheidung: Von Manteufel herrlich in die Gasse geschickt, ließ Jakowitz dem herauseilenden Pospieszny keine Chance. Den Eberswaldern, die den im Abstiegskampf nötigen Biss über 90 Minuten einfach vermissen ließen - eine einzige Gelbe Karte sprach in dieser Hinsicht Bände - gelang es nicht mehr, im gegnerischen Sechzehner auch nur ansatzweise für Gefahr zu sorgen. Torjäger Ates war und blieb als einzige Spitze im gesamten Spielverlauf hof- fnungslos überfordert.
BFC DYNAMO gegen SV BABELSBERG 03 3:1 am 03.05.06:

MARJANOVIC LEITETE DIE WENDE EIN! Ohne die beiden Spielgestalter Moritz und Tretschok verpasste Babelsberg die Chance, mit einem Sieg den Abstand zu Union zu verkürzen. Die Berliner waren spielerisch auch nicht besser, zeigten aber mehr Leidenschaft und gewannen die entscheidenden Zwei- kämpfe. Fricke war total abgemeldet und vergab eine der wenigen Chancen, als er am herauseilenden Thomaschewski scheiterte (60.), während Froese zumindestens etwas Torgefahr ausstrahlte.
MSV 1919 NEURUPPIN gegen BFC DYNAMO 2:0 am 06.05.06:

KUKULIES-TREFFER VERSÖHNTE! "Die großen Emotionen blieben aus", sagte BFC-Coach Fijalek nach dem Abpfiff. Die großen wie die kleinen. Sommerfußball boten seine Elf und der MSV Neuruppin. Und wer weiß, wie der ausgegangen wäre, wären BFC-Keeper Thomaschewski und sein Verteidiger Jakowitz in der siebenten Minute nach einer Dittrich-Flanke nicht zusammen geprallt. So jedenfalls fiel die Neuruppiner Führung, denn Weber musste nur einschie- ben. Es war sein erster Saisontreffer. MSV-Coach Sidka hatte wieder drei Stürmer aufgestellt. Aber die Offensive agierte ohne die erhoffte Wirkung. Chancen blieben bis zur Pause Mangelware. Der BFC fand im ersten Abschnitt beinahe gar nicht statt. Oder, wie Fijalek resümierte: "Wir haben die erste Halbzeit verschenkt." Das hatte auch der MSV, trotzt des zählbares Erfolgs. "Nach dem Wechsel wollten wir mehr Druck machen", sagte Sidka. Aber den ersten Druck machte vor allem der Gast. Schmele und der eingewechsete Lau vergaben gute Chancen zum Ausgleich. Und dann kam die fußballerische Ebbe. Die fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der 71. Minute, da flog Serviette über den Platz. Und in der 73. Minute , da rannte Novacic Schiedsrichter Häcker um, der Mann konnte aber weiter pfeifen. Ansonsten kam noch die 79. Minute. Da erzielte Kukulies das 2:0. "Das zweite Tor hat versöhnt", sagte Sidka. Plötzlich hatte der MSV noch Chancen, das Ergebnis auszubauen. Aber die Chancen wurden vergeben. "Wie wir uns in den letzten Minuten entblöst haben, damit bin ich nicht zufrieden", sagte Fijalek. Zugleich dürften Erinnerungen wach geworden sein beim Dynamo-Coach, an die Zeit, da Kukulies für ihn die Tore erzielte. Fijalek erklärte: "Das war damals der richtige Weg für ihn." Und Fijalek glaubt: "Ich denke nicht, dass er zurück ins Sportforum fin- det." Die Personalplanungen laufen also beim BFC. 10 bis 14 Spieler sollen aus dem aktuellen Kader auch weiterhin zum Stamm zählen. Vier Nachwuchs- spieler rücken auf. In Neuruppin ist das anders. "Es ist richtig, dass noch keine Gespräche geführt wurden. Das soll nach der kommenden englischen Woche passieren", sagte Sidka.
F.C. HANSA ROSTOCK/AMATEURE gegen BFC DYNAMO 3:1 am 10.05.06:

NUR EINE CHANCE FÜR DYNAMO! Der BFC Dynamo holte sich in Rostock eine verdiente Niederlage ab. Positiv war einzig die hundertprozentige Chancenver- wertung, denn Suwarys Kopfball war die einzige echte Torchance der einseitigen 90 Minuten. Nach Großchancen von Schwandt (4.), Koch (5.) und Buschke (11., Latte), eröffnete der 18-jährige Tom Buschke bei seinem Heimdebüt den Torreigen. Obwohl den Hanseaten ein Handelfmeter (Jarling, 55.) versagt blieb, gelang ihnen nach dem Seitenwechsel frühzeitig die Vorentscheidung. Das 3:1 fiel nur 15 Sekunden nach dem Anstoß.
BFC DYNAMO gegen 1.FC UNION BERLIN 1:1 (dann nach 75 Minuten abgebrochen) am 13.05.06:

ENTSETZEN UND RATLOSIGKEIT! Rajko Fijalek wirkte gefasst und doch, verständlicherweise, ziemlich geschockt. "Es waren wunderbare Rahmenbeding- ungen für ein Fußballfest", sprach der Trainer des BFC Dynamo, "und es war auch ein ganz rassiges Spiel. Aber an solchem Tag verbietet es sich, über Sport zu sprechen." Es gab keinen, der ihn widersprechen wollte. 75 ansprechende und unterhaltsame Minuten Fußball, geprägt von scharfem Tempo und haufenweise Chancen auf beiden Seiten, waren auf einem Schlag zerstört worden von zahlreichen Irrsinnigen, die plötzlich ohne jeden erkennbaren Anlaß zunächst aus dem BFC-Block und dann von allen Seiten über die Zäune geklettert waren und das Spielfeld überflutet hatten. Keiner konnte sie stop- pen - weder eine Tausendschaft der Polizei noch der Ordnungsdienst, die an Passivität und Hilflosigkeit sich gegenseitig übertrafen. Während die Mann- schaften und das Schiedsrichter-Trio in die Kabine flüchteten, widmete sich die Polizei dem Union-Block, in dem es ebenfalls reichlich Bewegung und Un- ruhe gegeben hatte. Nach und nach räumten die Uniformierten die Ränge radikal leer und drängte die tobende Menge Richtung Ausgang. Noch war der Un- parteiische Gerber bereit, die Partie wieder anzupfeifen. Weil jedoch im Innenraum der sicherheitstechnisch völlig unzureichende Anlage sich nur noch Ordner befanden, aber keine Polizei, deren Einsatzleiter Knape auch jede Verantwortung ablehnte, brach Gerber nach mehr als halbstündiger Unterbrech- ung und Rücksprache mit dem Staffelleiter Wusterhausen das Spiel endgültig ab. Entsetzte Gesichter und Ratlosigkeit überall. Das Spielgeschehen selbst kam als Auslöser der Randale kaum in Betracht. Hart, aber überwiegend fair waren die Gegner miteinander umgegangen, mit Ausnahme des BFC-Stürm- ers Suwary, der zum Erstaunen aller unmittelbar nach seinem Treffer ein bißchen überdreht hatte: Gleich nach dem folgenden Anstoß setzte er zu einer üblen Sense gegen Bönig an und flog völlig zu Recht mit "glatt Rot" vom Platz. Ansonsten galt: Die Spieler hatten ihre Nerven im Griff, Teile des Publikum leider nicht. War der erste Spielabruch in der Oberliga wirklich unvermeidlich? "Zig Sicherheitskonferenzen" seien im Vorfeld abgehalten worden, beton- te BFC-Präsident Weinkauf, aber: "Die Strategie der Polizei ist nicht aufgegangen." Dies konnte auch NOFV-Sicherheitschef Rieck nicht leugnen, der den Ordnungsdienst in die Kritik einbezog: "Der hat nicht sofort reagiert, als die ersten Fans über den Zahn gesprungen sind." und dann geschah das, was Wusterhausen als "Kettenreaktion" bezeichnete.
BFC PREUSSEN 1894 gegen BFC DYNAMO 1:3 am 17.05.06:

LAUS HERRLICHER FALLRÜCKZIEHER! Schärfste Sicherheitsvorkehrungen vier Tage nach dem Abbruch im Sportforum - doch in betont friedlicher Atmos- phäre standen unzählige Polizisten nur entspannt herum. Viel zu bewundern hatten sie nicht. Von zwei mäßigen Teams war Dynamo etwas weniger mäßig. "Wie so häufig fiel die Entscheidung durch Standards", meinte Coach Fijalek. Diese Standards trieben Preussen Trainer Öztürk auf die Palme. "Wir kassieren dabei fast jedes Malein Tor", schimpfte er. Sein Team war bemüht, versprühte aber kaum Torgefahr.
BFC DYNAMO gegen FC ANKER WISMAR 1997 5:0 am 21.05.06:

GEISTERSPIEL IM SPORTFORUM! Sogenannte Geisterspiele sind weiß Gott nicht alltäglich und besitzen von daher einen gewissen Reiz - man kann es auch an den Charme des Ungewöhnlichen nennen. Kein einziger Dynamo-Anhänger , weder der Rentner noch der Hool, dürfte zu dieser Begegnung die Stadiontore passieren. "Der Verein hat sich selbst auferlegt, seine Fans auszuschließen", betonte Dieter Rieck, Sicherheitschef des NOFV. Ursprünglich hatte das Sportgericht nach der Randale und dem Abbruch des Spiels gegen Union eine Platzsperre über den BFC Verhängt. Doch unter den genannten Voraussetzungen konnte der Verein diese einstweilige Verfügung außer Kraft setzen. Ganz zuschauerfrei lief die Partie im Sportforum dennoch nicht ab. Wismar-Fans dürften, nach vorheriger Anmeldung mit Namen und Adresse, dem Spiel beiwohnen, was einige trotz des feststehenden Abstiegs zu einer Oberliga-Abschiedsfahrt nutzten. Exakt 13 Anker-Anhänger hatten sich eintragen lassen, neun erschienen dann und wurden, welch nette Geste, vom Stadionsprecher namentlich begrüßt. Ansonsten sah man ein paar Vereinsvertreter Dynamos, ein paar Männer vom Verband, vier, fünf Journalisten, ein Dutzend BFC-Kids, die selbstgemalte Anti-Gewalt-Plakate aufhängten, 16 relaxte Polizisten in der Nordkurve und unter der Anzeigetafel einen Ordner, der den jeweiligen Spielstand fixierte und nach dem fünften Tor losstiefelte, um die Tafel mit der Ziffer Sechs zu besorgen. Ein sechstes Tor schoß Dynamo jedoch nicht mehr, was keinen sonderlich störte. Eindeutig hatte der BFC vor allen in athletischer Hinsicht den bedauernswerten Gegner dominiert und in regelmäßigen Abständen die Dinger reingehauen. "0:6, 0:7, 0:8 ...!" sangen sechs Anker-Fans selbstironisch pessimistisch. Als aber gleich nach dem fünf- ten Gegentor Wismar Coach Bego Catic seinen Spieler Kolak "wegen katastrophaler Leistung" vom Feld geholt hatte, ohne ihn durch einen Reservisten zu ersetzen (!), da hielt Anker plötzlich dicht und kassierte in Unterzahl keinen Treffer mehr. Was es nicht alles gibt .... Zur echten Leistungsschau konnte dieses Spiel also für Dynamo nicht geraten. Immerhin war zu erkennen, daß die Stützen weiterhin Stützen sind und andere noch einiges lernen müssen. Trainer Rajko Fijalek glaubt im Hinblick auf die neue Saison: "Eine Elf haben wir jetzt schon zusammen, daraus muß nun eine Zwanzig werden." Es ist also davon auszugehen, daß Dynamo nächstes Jahr eine gute Rolle spielen wird, wenn auch Fijalek das Wort Aufstieg tunlichts vermied: "Wir wollen uns so- weit stabilisieren, daß wir die Spieler monatlich und pünktlich bezahlen können." Bescheidenheit, der Lage angemessen.
TORGELOWER SV GREIF gegen BFC DYNAMO 3:1 am 28.05.06:

PANKAU ENTEILTE JAKOWITZ! Da haben die Torgelower doch noch zu einem erfolgreichen Saisonabschluss gefunden. Nach den letzten Niederlagen war nicht unbedingt zu erwarten, das sie gegen Dynamo bestehen könnten, auch weil sie personell nicht aus den Vollen schöpfen konnten. "Die Mannschaft hat Charakter gezeigt", freute sich Greif-Trainer Ehrke. Der BFC bestimmte zwar weitgehend das Spiel, doch es kam nichts dabei heraus. Die Uecker- städter lauerten auf Konter und schlossen einen davon erfolgreich ab, als Martens die Kugel zum 1:0 über die Linie stocherte. In der Folgezeit hatte Dynamo mehrere Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Die größte vergab Kuhfahl, als er freistehend Torwart Markiewicz nicht überwinden konnte (42.). Auf der anderen Seite tauchte Sikorski ganz alleine vor Thomaschewski auf. Er fand aber keinen Abschluss. Nach der Pause passierte zunächst nicht viel. Der BFC bemühte sich weiter um den Ausgleich , die Greifen lauerten auf Konter. Entscheidend für den Ausgang der Partie war das Duell Pank- au gegen Jakowitz, als der Stürmer schon enteilt war und der Berliner ihn nur noch per Foul stoppen konnte. Schiedsrichter Tochterhagen schickte Jako- witz mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen, und Sikorski verwandelte den fälligen Strafstoss mit großer Mühe. Es wurde noch einmal spannend, als der eingewechselte Palmer den Anschlusstreffer erzielte. Aber auch Ehrke bewies mit seinem Joker ein gutes Händchen - Mahnke machte mit dem 3:1 alles klar. "Im Verwerten der Torchancen waren die Greifen uns überlegen", musste BFC-Coach Fijalek eingestehen. Trotzdem zog er ein positives Saisonfazit: "Ich bin stolz darauf, dass wir nach einem schlechten Saisonstart uns noch so stabilisiert haben." Und sein Kollege Ehrke erklärte strahlend: "Für den Verein und die Mannschaft ist das natürlich ein schöner Saisonabschluss."
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Fußball-Woche