FC SCHÖNBERG 95 gegen BFC DYNAMO 4:2 am 06.08.06:

SEERINGS MUTIGER WECHSEL! Fast tausend Zuschauer, sechs Tore, drei Punkte - Aufsteiger Schönberg feiert sein erstes Fußballfest, der BFC ließ sich vom frechen Oberliga-Rückkehrer zum Auftakt in die Suppe spucken. Den von 300 überwiegend friedlichen Fans angefeuerten Berlinern fehlte die geist- ige Frische., um die euphorisierten Mecklenburger auszubremsen. Unübersehbar war die Anfälligkeit der in der Verbandsliga so sicheren Schönberger Abwehr. Besonders bei hohen Bällen kam der BFC zu guten Chancen. Mit zunehmender Spieldauer gewöhnten sich die Hausherren an das Tempo. Den Gegentreffer per Foulstrafstoß (Rinal hatte Brychcy gelegt) glichen sie im direkten Gegenzug aus, durch einen Kopfball des 170 Zentimeter großen Urgast. "Der Torschütze sah nicht so aus, als wenn er die Einsachzig weit überschritten hat", ärgerte sich BFC-Trainer Fijalek. Eine entscheidene Szene ereignete sich wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff direkt vor den Berliner Anhängern. Rinal hatte offenbar einen Tritt in die Weichteile bekommen und lag mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen. Schiedsrichter Melms zückte glatt Rot für Jarling. Die zweite Halbzeit dominierten die Schönberger. Nach dem erneuten Ausgleich, der wie aus dem Nichts fiel, kam der BFC noch mal kurzzeitig zum Zug. 95-Trainer Seering setzte in den letzten 20 Minuten alles auf eine Karte, indem er den starken Defensivmann Adigo gegen Stürmer Müller eintauschte. Dieser unerwartete Wechsel gab dem Schönberger Offen- sivspiel neue Impulse und war mitverantwortlich für den Ausgang des Spiel. Die Gäste öffneten dem Schönberger Sturmlauf durch ungeschickte Ballver- luste viel Raum. "Wir haben sie zum Toreschießen eingeladen", so die bittere Erkenntnis von Fijalek. Seering indes mahnte seine Schönberger zur Zurückhaltung: "Es gibt besonders im Defensivverhalten noch einiges zu kritisieren." Alternativen: die noch verletzten Famiyeh und Wittfot.
klingeltöne
BFC DYNAMO gegen TSG NEUSTRELITZ 0:0 am 11.08.06:

RETTUNG IM LETZTEN MOMENT! Die Gäste aus Neustrelitz kamen als erster Tabellenführer nach Berlin in den Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark und man merkte ihnen sofort das gestiegene Selbstbewusstsein an. Hinten mit drei Mann auf einer Linie, die sich abwechselnd um die BFC-Stürmer kümmerten (und auch um den häufig aufrückenden Marjanovic), stand die TSG sehr sicher. Zelm gewann so gut wie jeden Zweikampf, Rochow leitete mit langen Bäl- len manchen Angriff ein und der bereits 38jährige Kapitän Karnatz unterstützte Kristofic auf der rechten Seite. In der Anfangsviertelstunde gab es sogar zwei gute Gelegenheiten für die Gäste, doch Pufahl brachte eine Flanke des Ex-BFCers Koslow aus Nahdistanz nicht im Tor unter (9.), und Fofies Schuss aus der Drehung wurde eine sichere Beute für Thomaschewski (13.). Das Spiel der Dynamos stotterte zunächst - die Auftaktniederlage in Schönberg spukte wohl noch in einigen Köpfen herum. Der BFC wollte einen ähnlichen Fehlstart wie im vergangenen Jahr, als er fünfmal in Folge verlor, unbedingt vermeiden. Also begann er vorsichtig und hatte erst nach einer knappen halben Stunde zwei Chancen, als zuerst Lenz einen 20m-Freistoß nur ganz knapp verzog (26.) und kurz darauf Jakowitz aus ähnlicher Distanz haarscharf vorbeischoss (30.). Zur zweiten Hälfte kam der BFC mit mehr Elan aus der Kabine. Angefeuert vom zahlreich erschienenen Anhang wollte man die Gäste in denen Hälfte einschnüren, doch bis auf zwei Distanzschüssen von Marjanovic (55.,58.) sprangen keine nennenswerten Chancen heraus. Auch die eingewechselten Schmele und Kayser wirbelten auf den Flügeln, doch Gefahr für Keeper Stollberg bestand nur nach Kaysers Flanke, die Schmele knapp verpasste (84.). So schienen beide sich schon mit einer Punkteteilung zufrieden zu geben, als sich der TSG noch die Chance des Spiels bot: Der aufgerückte Karnatz legte per Kopf für Duggert auf, der acht Meter vor dem Tor freie Schussbahn hatte, doch im letzten Augenblick konnten sich Lenz und Thomaschewski noch dazwischen werfen und das Leder zur Ecke abwehren. Sie retteten damit ihrer Mannschaft wenigstens einen Zähler, der dem Spielverlauf auch entsprach. Einen Sieg hätte keiner wirklich verdient. Am Rande der Partie dementierte Dynamos Geschäftsstellenleiter Frank Berton nochmals die Meldung einen Boulvevardblattes, er werde den BFC verlassen und zum BAK wechseln. Als Grund war ein angeblich geringer dotiertes Angebot Dynamos angegeben worden. "Mit Sicherheit eine Ente", sagte Berton. Offen- bar ist da jemand als Pressesprecher des Vereins aufgetreten, der dazu nicht gefugt war. "Ich habe seit 1. Juli einen Vertrag beim BFC", stellte Berton klar, "den werde ich auch erfüllen."
BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 gegen BFC DYNAMO 3:1 am 18.08.06:

ANSÄTZE VON KLASSEFUSSBALL! Ob es den Bossen des neuen BAK nun schmeckt ohne nicht, mit Darbietungen wie dieser wächst ihre Elf unaufhaltsam in die Rolle des Topfavoriten hinein. Nicht allein das Resultat, sondern die Art und Weise, wie der dritte Saisonsieg herausgespielt wurde, hinterließ bei allen Beobachtern mächtig Eindruck. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Das in ungesunder Hast zusammengebastelte Team, das schon verblüffend geschlossen und harmonisch auftritt, wirkt, als könne es jederzeit zulegen, wenn die Situation es erfordert - es ist demzufolge noch steigerungsfähig. Natürlich wird ein geschlagender Trainer, in diesem Fall Rajko Fijalek, die Gründe für eine Niederlage immer zuerst bei den Seinen suchen. "Die einfachen Fehler in der Gefahrenzone entscheiden, das war heute der Fall", sagte der BFC-Trainer. Oder: "Wir haben uns immer mehr hinten reindrücken lassen, zu tief gestanden, kaum Entlastung gebracht." Alles richtig. Aber hätte das Unglück wirklich vermieden werden können? War es nicht so, daß die Partie ihre spezielle Eigendynamik entwickelte, weil die BAK-Spieler auf Dauer durchweg flinker, ballversierter, spielwitziger waren? Hieß nicht die schlichte Wahrheit, das der BAK einfach besser war? "Sehr enttäuscht" sei er, sagte Fijalek noch. Nun, so sehr enttäuscht hat der BFC eigentlich nicht. Solange körperliche und geistige Frische währten, stimmten Konzept und Zuordnung. Der meist an Kutrieb klebende Jakowitz ließ lange nichts zu, auch nicht links Manteufel und rechts der eine starke erste Halbzeit spielende Schmele, immerhin gegen einen wie Ahmetcik. Schmele und Kayser be- saßen vor der Halbzeit sogar Chancen für ein 2:1. Erst als Dynamo zurücklag, begannen die Ideenarmut im Mittelfeld und der Verletzungsausfall Frickes zu schmerzen. Der BFC darf sich trösten, daß ein BAK in dieser Form noch ganz andere Hühnchen rupfen wird. Ansätze von Klassefußball servierten die Blauen zuhauf: der gepflegte Aufbau von hinten heraus; das Befreien aus kniffligen Lagen mit filigranen Kurzpässen; vor allem der überraschende, auf- reißende Langpaß aus dem scheinbar betulichen Quergeschiebe heraus. Es war zeitweise eine Freude. Worüber dieser BAK am ehesten stolpern kön- nte? Vermutlich über die gefährliche Selbstgefälligkeit, die spielstarken Teams häufig zu eigen ist. Eine Sorge aber hat Thomas Herbst wohl nicht. "Erst- mal sind wir in Rückstand geraten", sagte der Coach, "aber wir haben gut reagiert, sind nicht unruhig geworden und sehr selbstbewußt aufgetreten." Darf man so sagen. Und deshalb ist dem neuen, starken BAK einiges zuzutrauen..!
BFC DYNAMO gegen VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 2:1 am 25.08.06:

UNVERDIENT UND DOCH VERDIENT! Was häufig, als Phänomen bezeichnet wird, ist in der Wirklichheit keines: Ein Team in Unterzahl wird plötzlich stärker, weil das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst und der Ehrgeiz angestachelt ist; die Überzähligen hingegen unterliegen dem Trugschluß, die Sache sei geritzt und sie hätten nun nicht mehr soviel zu laufen. Das sogenannte Phänomen hätte Dynamo den ersten Sieg kosten können - doch die emsig an- rennenden Lichterfelder blieben zu harmlos und konnten ihre erste Niederlage nicht mehr abwenden. "Wir haben unverdient verloren ... und doch wieder verdient", sprach LFC-Trainer Wolf. Ein Widerspruch? Nein. Fraglos zeigte der Aufsteiger "die schönere Spielanlage", so auch BFC-Coach Fijalek ehrlich gestand. Fraglos diktierte er nach Halbzeit gegen einen zu tief stehenden BFC das Geschehen, und ebenso unzweifelhaft erfreuten freche Aktionen von Senol, Ilkan Senkaya, Tim Felsenberg und vor allem vom starken Lensinger das Herz des Ästheten. Am und im gegnerischen Strafraum jedoch war Feier- abend. So war Dynamo nur zu erschrecken, nicht aber kleinzukriegen. Vor allem ließen sich für den LFC die Versäumnisse der ersten Halbzeit nicht mehr wettmachen. Da nämlich hatte der BFC eiskalt und hartherzig die Unreife des Geners bestraft. "Wenn man diese Fehler sieht ...", stöhnte Wolf, während Fijalek seinen Leuten auf die Schultern klopfte: "Die Standards sind unsere Stärke." Bei beiden Treffern sah Keeper Piezka ein bißchen unglücklich aus: Erst kam er nur halbherzig aus dem Kasten, dann schaute er Manteufels meisterhaft gezirkelten Freistoß regungslos hinterher - einen Versuch hätte er schon machen dürfen. um aber Piezka zu entlasten, sei neben den Standards eine weitere Domäne Dynamos genannt: der Zweikampf. Weit bissiger und geschickter gingen die BFCer in den Clinch, allen voran Benthin, der eine sensationelle erste Hälfte spielte - inclusive Hackentrick. Dynamo also eine Halbzeit sachlich, cool, fast profihaft. "Ich bin aber nicht zufrieden, wie es weitergegangen ist" bemerkte Fijalek. Passivität, Unkonzentriertheit und Unruhe zogen auf. es war wie abgeschnürt. Und doch hätte Suwary das beruhigte 3:0 machen können, ja müssen: Nach Kaysers Maßflanke köpfte er aus zwei Meter Piezka in die Arme (64.) - ein kleines Kunststück, das den fleißigen Polen ärgern wird. Es folgte der Platzverweis Ilter Senkayas für ein vergleichs- weise harmlose Festhalten, hart, aber vertretbar. Und es gab noch Senols bildschönes Anschlußtor, bei dem Thomaschewski ebenso paralysiert fest- klebte wie Kollege Piezka beim Treffer zuvor.
TENNIS BORUSSIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 2:2 am 20.09.06:

FUSS ZWEIMAL IN DEN WINKEL! Die Borussen, ohne die gesperrten Vuckovic und Weidner sowie den suspendierte Mansour, blieben unter ihren Möglich- keiten. Fehlendes Selbstvertrauen und Abstimmungsfehler waren unübersehbar. Allein Fuß´ Treffsicherheit bei Freistößen rettete das Remis. Dynamo zeigte sich trotz vereinsinternen Turbulenzen geschlossen und kampfstark. Der hochverdiente Punkt sorgte für gelöste Mienen bei den Verantwort- lichen.
BFC DYNAMO gegen TORGELOWER SV GREIF 0:0 am 24.09.06:

SICHERUNG IM VORDERGRUND! Am Ende wohl ein berechtigtes Remis in einer weitgehend geschmacksarmen Partie, oder, anders ausgedrückt: Für Spiele wie dieses muss das Wort "Sommerfußball" einstmals kreiert worden sein. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, rassige Tor- szenen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Sicherung des eigenen Strafraumes stand leider zu oft im Vordergrund. So sieht der Fußball heutzutage häufig aus. Der BFC hatte nach dem 2:2-Achtungserfolg bei TeBe am Mittwoch unter dem Interimstrainerduo Nico Thomaschewski/Jörn Lenz den besser- en Start für sich und agierte über die Außenpositionen mit Jakowitz und Manteufel zunächst druckvoll. Die Gäste aus dem Norden suchten ihr Heil hin- gegen erkennbar im Konterspiel und setzten über ihre beweglichen Spitzen immer wieder kleine Nadelstiche. So mußte Keeper Thomaschewski in höchster Not gegen den allein vor ihm auftauchenden Allert aus Nahdistanz retten (22.) und parierte später nochmals aufmerksam gegen den lebendigen Ex-Berliner Efe nach dessen kurzem Solo (62.). Chancen für den BFC gab es etwas häufiger, doch wurden vielversprechende Situationen nur selten mit der nötigen Präzision abgeschlossen. Erst scheiterten Kayser aus spitzem Winkel an Markiewicz (37.), in der zweiten Hälfte jagte er dann das Leder Aus- putzer Jager ab, ließ aber beim Querpaß auf Suwary die Genauigkeit vermissen (55.). Weil auch die Torgelower trotz erkennbaren Nachlassen der BFC - Kräfte in der Schlußphase ihre wenigen Möglichkeiten ungenutzt verstreichen ließen, stand am Ende ein torloses Remis zu Buche, das beiden Teams nicht so recht vom Fleck hilft, jedoch immerhin den ersten Auswärtspunkt der Vorpommern in der noch jungen Saison bedeutete. Bester Akteur der Greifen war Keeper-Routinier Markiewicz, der sich allerdings auch markant häufig in harmlosen Szenen mit dem Leder in den Armen zu Boden fallen ließ, deutlicher Beleg dafür, dass den Gästen jeder Zeitgewinn willkommen war, um im Zweifelsfall auch das torlose Remis zu retten. "Wir wollten ein positiv- es Ergebnis mitnehmen, das ist mit dem Unentschieden gelungen. wir hatten die klareren Torchancen, deshalb wäre ein Sieg möglich gewesen," zog Torgelows Trainer Eckart Märzke ein durchwachsenes Fazit einer durchwachsenen Partie. "Wir müssen mit dem 0:0 leben, wollen und müssen dafür aber in der nächsten Woche Neuruppin schlagen." lautete das Schlußwort von Spielertrainer Nico Thomaschewski. "Das ist ein ganz unangenehmer Gegner, extrem schwer zu spielen," warnte Eckart Märzke seine beiden Neu-Kollegen daraufhin - ein netter Zug von ihm.
MSV 1919 NEURUPPIN gegen BFC DYNAMO 0:0 am 30.09.06:

DIE ANGST VOR DEM FEHLER! "In unserer Situation ist jeder Punkt wichtig", brachte es MSV-Coach Bloch nach dem Spiel auf den Punkt. Tatsächlich war das torlose Unentschieden kein Ergebnis des Zufalls, sondern ein leistungsgerechtes Resultat. "Wir sind in den gesamten 90 Minuten nicht ins Spiel gekom- men", erklärte Dynamos spielender Coach Thomaschewski. Der hatte seine größte Tat vollbracht, als sich Hinzer durchgesetzt hatte und der Keeper den folgenden Schuss noch an den Pfosten lenkte (59.) Beide Teams kamen in der zweiten Halbzeit zu sehr guten Chancen, während sie sich in den ersten 45 Minuten im Kampf um die beste Zweikampfquote in der Defensive gegenseitig den Rang abliefen. Schön war das sicherlich nicht. Aber es war intensiv. Zu viele taktische Fehler wie das richtige Heraustreten und das Erkennen der richtigen Laufwege ließen Gefahr für den jeweiligen Gegner kaum aufkom- men. So beendeten beide Teams den ersten Abschnitt, ohne sich Großchancen erspielt zu haben. "Wir wollten eigentlich Druck machen", sagte Thoma- schewski. Ausgeglichen druckvoll ging es in den zweiten 45 Minuten zu. Beide suchten die Offensive, beide gaben Räume frei. Rudwaleit und der starke Kayser scheiterten am ebenso starken MSV-Keeper Jurzik. Bettels prüfte neben Hinzer den Berliner Schlussmann. Außerdem vergab auch der aufrük- kende Abwehrchef Walle, und Manteufel köpfte nach einem Freistoß von Jakowitz freistehend über das Gehäuse. Erst in den letzten 15 Minuten nahmen sich die Team zurück, die Angst vor dem Fehler wurde zu groß. "Wir wollten mehr", meinte Thomaschewski. "Wir nehmen den Punkt mit", sagte Bloch. "Jetzt müssen wir stabiler werden." Voraussichtlich mit dem Coach: "Gegen Ludwigsfelde in zwei Wochen werde ich auflaufen." blickte der Trainer vor- aus. Gegen den BFC stand er mit der Nummer 14 bereits auf dem Spielberichtsbogen. Denn ein Problem hatte sich für die Neuruppiner am Sonnabend er- neut nicht gelöst: Im Mittelfeld fehlt die Kreativität. Thomaschewski indes blickt nach den Ereignissen der vergangenen Wochen optimistisch in die Zu- kunft: "Wir haben 21 Spieler im Kader, und wir sind unheimlich eng zusammen gerückt. Nur, manchmal ist mehr Dampf im Training als im Spiel."
S.C. CROATIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:3 am 03.10.06:

In dem äußerst fairen Spiel kam Dynamo zu einem verdienten Erfolg. Croatia spielte ordentlich mit, doch die beiden Treffer binnen einer Minute klärten die Fronten zugunsten des Oberligisten. Pech für Croatia, dass Milanovic kurz vor der Pause nur die Latte traf. Dafür dürfte man sich über 376 zahlenden Zuschauern freuen.
BFC DYNAMO gegen F.C. HANSA ROSTOCK II 0:5 am 14.10.06:

ZWEI TORE DES STARKEN FRANKE! Bereits nach 100 Sekunden nahm das Unheil für den BFC seinen Lauf: Der erstmals eingesetzte Wagefeld, der nach seiner Verletzung in der Vorbereitung langsam wieder an Hansas Profikader herangeführt werden soll, brachte seinen Freistoß fast von der Mittellinie Richtung Strafraum. Der Ball war lange in der Luft, und es blieb die Frage, ob Brändike nicht seinen Kasten hätte verlassen sollen. Er tat es nicht, blieb auf der Linie, zumal auch zwei Mitspieler am Fünfmeterraum hochstiegen. Doch Franke kam besser vom Boden weg und traf zum frühen 1:0. Danach war Dynamo geschockt. Man brauchte fast eine Viertelstunde, um sich zu erholen. Dann traf Fricke zum vermeintlichen Ausgleich - es zählte nur nicht, da Referee Rohland einen unkorrekten Angriff auf Keeper Klandt gesehen hatte. Doch irgendwie merkte man, daß der BFC nie richtig ins Spiel fand. Leichte Ballverluste, wenig Durchsetzungsvermögen und kaum zündelde Ideen waren zu beobachten. So wurde es für Rostock eigentlich nur bei Standardsitu- ationen gefährlich, weil Klandt beim Abwehren mit der Faust nicht unbedingt den sichersten Eindruck hinterließ. Seine Kollegen machten es da wesent- lich besser. Da lief der Ball teilweise wie am Schnürchen durchs Mittelfeld und so wurde der zweite Treffer glänzend herausgespielt: Anton Müller schik- kte Fogel mit einem Pass in die Gasse, und der Stürmer verwandelte frei vor Brändike sicher. Zur Halbzeit blieb auch der zweite BFC-Coach, Jörn Lenz, draußen. Benthin übernahm seinen Part, und Marjanovic sollte als zusätzlicher Angreifer mehr Druck ausüben. Doch wieder wurden die Berliner kalt er- wischt: Wagefeld traf mit einem Freistoß direkt von der Strafraumgrenze zum vorentscheidenen 3:0 und dürfte anschließend vereinbarungsgemäß vom Feld. Der Widerstand des BFC war danach gebrochen. Das Bemühen war zu erkennen, doch es fehlten die Ideen, die Hansa-Abwehr ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Einmal klappte es dann doch: Der eingewechselte Manteufel setzte sich auf der linken Seite durch, flankte nach innen, doch Fricke klebt zur Zeit das Pech an den Töppen. Der Ex-Babelsberger rutschte in die Flanke und traf aus sechs Meter nicht das Tor - das Leder flog am Kasten vorbei. Wie man es richtig macht, zeigte auf der Gegenseite der starke Franke: Wieder wurde er herrlich freigespielt, und mit dem vorhandenen Selbstbewusstsein lupfte er das Leder über den herausstürzenden Brändike ins lange Eck. Pohls Treffer in der Schlussminute besiegelte die erste Niederlage des BFC seit dem dritten Spieltag und ließ die Ostseestädter nach den Niederlagen bei TeBe und Yesilyurt endlich mal in der Hauptstadt jubeln.
BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 gegen BFC DYNAMO 1:0 am 22.10.06:

BOACHIE STIFTET VIEL UNRUHE! Da hat seine Mannschaft drei Punkte erkämpft und sich in der erweiterten Spitze etabliert. Aber die Sorgenfalten bei Türkiyem-Trainer Jürgen Görlitz sind nach dem verdienten Sieg gewachsen. Schuld daran sind die Platzverweise, die kein Ende nehmen. Die zwei dies- mal verhängte der gute Schiedsrichter Rohde zu Recht. Der überragende Aslan sah nach einem groben Foulspiel an Jakowitz in der Schlussphase glatt Rot (81.). Zuvor musste der bereits verwarnte Pupovac wegen Ballwegschlagens mit der Ampelkarte den Rasen verlassen. Görlitz: "Der Sieg ist mit den erneuten Platzverweisen teuer erkauft. So langsam wird es schwierig, ein Team aufzustellen." Vor allem der torgefährliche Aslan dürfte fehlen. Zwar haben die Hohenschönhausener mit Fricke einen Knipser in ihren Reihen. Aber der hatte, oft behäbig umhertrottend, nur bei einem Fallrückzieher eine gute Szene (37.). Aus der Überzahl schlug Dynamo kein Kapital. Das lag zu einen an der eigenen Unfähigkeit, Torchanchen zu erarbeiten, zum anderen an Jarlings Ungeschicktheit. Nach einem verdeckten Ellbogencheck im Laufduell mit Boachie abseits des Ballgeschehen sah der Verteidiger die Rote Karte (59.). Dem Sünder droht nun eine harte Strafe, denn Jarling gilt nach einer Roten Karte am ersten Spieltag gegen Schönberg als Wiederholungstäter. "Beide Spieler kreuzen den Laufweg. Der Schiedsrichter konnte mir auch nicht sagen, was er genau gesehen hat", wollte BFC-Kapitän und die eine Hälfte des Interims-Trainergespann, Jörn Lenz, seinem Mitspieler keine Absicht unterstellen. Die Partie war nach der Pause aber keinerwegs unfair, wie die Flut der Platzverweise vermuten läßt, sondern einfach spielerisch armselig. Türkiyem verlegte sich noch mehr auf Konter, die aber kläglich vergeben wurden durch Cankaya (70.), Aslan (73.) und Keskin (75.), der sich danach eine kleine Rangelei mit dem freistehenden Dogan lieferte. Dabei sah die Partie vor dem Wechsel über weite Strecken nach Fußball aus. Und zwar dem von Dynamos zweiten Coach, Nico Thomaschewski, erwarteten: "Wir haben ver- sucht, das Spiel zu machen, Türkiyem hat aus einer sicheren Abwehr gekontert." Und das taten die Gastgeber effektiv. Pupovac und Dogan räumten BFC-Angriffe meist frühzeitig ab und leiteten Gegenzüge ein. Boachie agierte als zweite Spitze und sorgte immer für Unruhe in Dynamos Abwehr. Firat, dessen Schuss Rudwaleit von der Linie kratzte (18.), und vor allem Aslan produzierten Torgefahr. Beim optisch überlegenden BFC entfachen nur Palmer und Schmele auf der rechten Seite Druck.
BFC DYNAMO gegen SV YESILYURT 73 1:1 am 28.10.06:

RENTZSCH RÜGT BFC-DEFENSIVE! Viel fehlte nicht am erfolgreichen Debüt des neuen BFC-Trainers Ingo Rentzsch. Dass es am Ende nicht zu einem Dreier reichte, lag aber an den Dynamo-Spieler selbst - und an den ersten 60 Minuten, in denen der BFC eine flotte, engagierte Leistung zeigte. Doch dann ging Dynamo mehr und mehr der Strom aus. Yesilyurt, spielerisch immer auf Augenhöhe, kam trotz Unterzahl noch einmal zurück und bestrafte Dynamos zu- vor mehrfach gezeigten Nachlässigkeiten im Abschluss. Ein Remis, das folglich als gerecht eingestuft werden muss. Das Rentzsch über das 1:1 "nicht begeistert" war, verwunderte nicht. Konditionelle Probleme wollte er seiner Elf aber nicht attestieren, obwohl: "So ein Spiel ist anstrengend." Mutig stel- lte der neue BFC-Coach "im Abstiegskampf" drei Stürmer auf, von den zwei, nämlich Kayser und Suwary, einen sehr guten Tag erwischten. Zudem warf Rentzsch den A-Jugendlichen Patrick Boese ins kalte Oberliga-Wasser und setzte Zeichen, indem er Erfahrende wie Fricke und Manteufel auf die Bank beorderte. Der Schachzug mit Boese ging zwar in die Hose. Dafür fiel wenige Sekunden nach dessen Auswechslung die Dynamo-Führung durch Suwary. Einen zweiten Suwary-Treffer verhinderte später Torwart Baran, als er seinen Flugkopfball an den Pfosten lenkte (53.). Der Verlierer des Spiels hieß aber Andreas Fricke, von dem ein BFC-Insider behauptet, er sei der teuerste Spieler der Oberliga. Wie dem auch sei, bei seiner ersten vergebenen Groß- chance darf als Entschuldigung gelten, dass Fricke erst 15 Sekunden auf dem Platz stand (56.). Bei seiner zweiten traf er die Oberkante der Latte (61.), bei seiner dritten kullerte der Ball am Tor vorbei (80.). Jeweils hatte er immer nur Baran vor sich ... Auf der anderen Seite nutzte Thomaschewski einige Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, als er gegen B. Yilmaz (19.), Gözübüyük (35.) und Yigitusagi (71.) glänzend parierte und somit so manchen Patzer von Lenz ausbügelte. Beim Ausgleich war allerdings auch der BFC-Keeper machtlos - und sein Trainer ratlos wegen der "primitiven Stellungsfehler in der Ab- wehrmitte". Möglicherweise wäre das 1:1 aber schon etwas früher gefallen, hätte Schiri Geiler nach Benthins Grätsche gegen Uz auf den Punkt gezeigt (70.). "Für mich ein eindeutiger Elfmeter", sagte Yesilyurts Trainer Yesilova. Auch Rentzsch gestand ein, dass ein Strafstoß vertretbar gewesen wäre. Der dribbelstarke Uz jedenfalls war derart enttäuscht, dass er sich wenige Sekunden später vom Platz meckerte. In Unterzahl blieb Yesilyurt aber vor allem dank Antreiber Gatti das gefährliche Team und verdiente sich so das Remis.
BFC PREUSSEN 1894 gegen BFC DYNAMO 1:1 am 04.11.06:

LUCZAK BELOHNT LEIDENSCHAFT! Ein Remis, das beiden Kellerkinder nicht so richtig weiterhilft. Und was die bescheidenen spielerischen Leistungen an- geht, werden sich beide wohl nicht so rasch ins gesicherte Mittelfeld absetzen können. Preussen, mit der gegen Schöneiche siegreichen Elf, also immer noch ohne Steinhauf, setzte vor allem auf die kopfballstarken Luczak und Öztürk, um die Dynamo-Deckung zu knacken. Das gelang überhaupt nicht, weil selbst Eckbälle nicht die notwendige Flughöhe besaßen. Zudem war der BFC mit umformierter Deckung und dem bei Standards zurückeilenden "Funk- turm" Jahn auf Derartiges bestens eingestellt. Umgekehrt wurde ein Schuh daraus, als Palmer sich hochschraubte und Kaysers Ecke versenkte. Diese Führung schien dem BFC schon zu genügen, man begnügte sich damit, dass Rudwaleit, Lenz und Manteufel hinten sicher standen. Dynamos Offensive fand fast nur über den umsichtigen Suwary statt (den das Programmheft irrtümlich zum Trainer befördert hatte), die Spitzen waren bei Beister und Njie abgemeldet. Dass denoch fast das 2:0 gefallen wäre, lag an einem Beinahe-Selbsttor des defensiv sonst ordentlichen Oberreuter (40.). So übernahm Preussen trotz Verunsicherung wegen des Rückstands und der Untauglichkeit der eigenen spielerischen Mittel nach und nach die Feldüberlegenheit, weil immerhin die Moral stimmte. Ergidir, nach Luzaks Zuspiel gerade noch gestört, fehlte nach dem besten Angriff in Hälfte eins nur wenige Zentimeter zum Ausgleich (44.). Ansonsten wurden die kleinen Techniker auf Schritt und Tritt von Palmer bekämpft und damit der ohnehin holprige Preussen-Spiel- aufbau noch mehr gestört. Nach Wiederanpfiff stemmten sich die Schwarz-Weißen mit deutlich bissigerem Zweikampfverhalten gegen die körperlich robusten Dynamos und die drohende Niederlage. Der jetzt immer häufiger vorstoßende Özdal war da leuchtendes Vorbild. Zu echter Torgefahr langte das aber nicht wirklich. Mit Nortey wurde es etwas besser, aber die wenigen gelungenen Anspiele von außen blieben stecken. Letzlich wurde aber die Lei- denschaft der Preussen doch noch durch Luczak belohnt. Bei der von Orzel gut in den Fünfmeterraum geschlagene Flanke allerdings hatte man schon ein Herauslaufen von Thomaschewski erwartet. Fast wäre der BFC völlig leer ausgegangen, aber der Volley von Nortey strich knapp über den Balken (85.), und nach dessen scharfem Querpass an den Torraum (87.) rettete ein grätschendes BFC-Abwehrbein vor den heranrauschenden Luczak und Öztürk. Dynamo dagegen fehlte zum kompletten Erfolg die Konsequenz im Konter: Jahn (55.) und Fricke (77./83.) schlossen zu ungenau ab.
BFC DYNAMO gegen SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE 1:1 am 11.11.06:

RUDWALEIT IN LETZTER SEKUNDE! Zum dritten Mal hintereinander spielte Dynamo unter Ingo Rentzsch nun 1:1, nur die Spiel-Dramaturgie war diesmal ganz anders - und damit wohl auch besser für die Stimmung beim abendlichen Bockbierfest im Hohenschönhauser Vereinsheim. Hatte der BFC nämlich in den Vorwochen jeweils eine Führung noch aus der Hand gegeben, so rannte er gegen Schöneiche über eine Stunde einem Rückstand hinterher, bis Rudwa- leit die Anhänger mit dem Ausgleich in buchstäblicher letzter Sekunde erlöste. Schiedsrichter Dankert beendete die Partie sofort nach diesem Treffer. Dass die Gastgeber aber überhaupt in ein so dramatisches Finish kommen konnte, hatte zwei Gründe: Zum einen stach Joker-Stürmer Kayser, der als Partner des erneut unglücklich agierenden Fricke viel mehr Wirbel machte als seine Vorgänger Suwary und ab der Pause Jahn, der sich als gelernter Stürmer in den ersten 45 Minuten sichtlich nicht wohl gefühlt hatte auf der ungewohnten linken Mittelfeldseite. Zum anderen war es Schöneiche nicht gelungen, den Sack mit einem zweiten Treffer zuzubinden, als die Kräfte noch für ein exaktes Konterspiel reichten. Genau das hatten die Gäste mit ihren drei flinken Stürmern von Anfang an aufgezogen und so für große Unruhe in der bekannt antrittsschwachen Dynamo-Defensive und ebenso großen Un- mut auf der Tribüne gesorgt. Dingeldey war es, der die verdiente Pausenführung mit dem ersten Germanen-Treffer nach fast 400 torlosen Oberliga-Min- uten erzielt hatte, während Dynamo bis dahin zwar durchaus engagiert spielte und deutlich häufiger in Ballbesitz war, aber damit planlos und uneffektiv umging. Die Heimniederlage wäre wohl perfekt gewesen, hätten nicht in der 61 Minute Kunkel und Dingeldey hintereinander frei vor Thomaschewski die Nerven versagt. Das blieb die größte und zugleich letzte Chance für die Gäste, die sich nun stets weiter hinten hineingedrängt sahen. Huppert und Persich räumten zwar viel ab, bekamen aber keine nennenswerte Entlastung mehr, und die nunmehr von Kayser statt von Manteufel ausgeführten Standards sorgten für zusätzliche Gefahr: Palmer konnte den Ball aus Nahdistanz nicht unterbringen (81.), Rudwaleit vergab eine Riesen-Kopfballchance (86.), Stein- ich schließlich traf mit einem Abstauber, stand dabei aber im Abseits (88.). Das Geschehen spielte sich jetzt ausschließlich im Gäste-Strafraum ab, in den eine Flanke nach der anderen geschlagen wurde. Die allerletzte fiel dann dem Verteidiger Rudwaleit, für den sich kein Germane so recht zuständig fühlte, vor die Füße - und der rettete dem BFC den Abend.
BFC DYNAMO gegen HSV ROT-WEISS BERLIN 4:1 am 15.11.06:

Mit überfallartigen Kontern, in die stets der schnelle Pektogan involviert war, brachten die Gäste den Favoriten anfangs gehörig ins Schwitzen und er- arbeiteten sich zunächst sogar ein Chancen-Übergewicht. Dynamo hingegen vergab die wenigen eigenen Möglichkeiten kläglich und scheiterte am glänzend aufgelegten HSV-Keeper Glor. Ein einziger gelungener Spielzug reichte den Hausherren zur Pausenführung. Als nach einer Stunde die Kräfte des Bezirksligisten nachließen, bekam der BFC trotz Unterzahl das Spiel in den Griff.
BFC DYNAMO gegen LUDWIGSFELDER FC 2:3 am 18.11.06:

DYNAMO IN DER FALSCHEN SPUR! Das Resultat suggeriert ein Drama, das in Wahrheit nicht stattgefunden hat. Dramatisch war einzig die katastrophale Dar- bietung des BFC, der 76 Minuten lang apathisch vor sich hin torkelte, ehe Kaysers Anschlußtreffer seine letzten Lebensgeister weckte und ihm wenig- stens die Brechstange hervorkramen ließ. Aber es war schon zu spät: Das Kind lag längst im Brunnen. "Keine Einstellung, kein Zweikampfverhalten, keine Laufbereitschaft", moserte Trainer Rentzsch, unter desen Regie es drei Remis und nun diese Niederlage gab. Allmählich wird es kritisch. Jedoch: "Einige Spieler sind mit ihren Gedanken woanders", sprach der Coach. "Sie haben nicht begriffen, daß der BFC absteigen kann." Und tatsächlich: So schlapp und blutleer, wie der BFC sich präsentierte, muß man das Schlimmste befürchten. Spielkulturell ohnehin kein Marktführer, brachen ihm diesmal auch seine Standbeine Kampfgeist und Dynamik weg. Selbst die einst so kompromißlose Abwehr glich einem Torso. "In einem Heimspiel kriegen wir drei Kontertore ...!", stöhnte Rentzsch. Im Mittelfeld fehlten ein Konzept und ein Kopf. Wer den Ball bekam, nahm ihn an, legte ihn sich zurecht, schaute sich um - Tempofußball anno 1950. Direkt spielte keiner. Die Offensiven gaben sich Mühe, in Szene gesetzt wurden sie kaum. Suwary, vor der Halbzeit stark, nach der Halbzeit schwach, köpfte bei der besten BFC-Chance an die Latte (41.), Kayser (mit links, 35.) und Manteufel (mit rechts, 38.) bekamen das Ding jeweils auf den falschen Fuß und droschen weit vorbei. Pech und Unvermögen mündeten in Resignation. Daß Dynamo mental in die falsche Spur ge- riet, lag auch an einem stark auftrumpfenden LFC, dessen Trainer Löbenberg erfreut resümierte: "Gute Konter, cleverer Abschluß, eine Bilderbuch-Kom- bination vor dem zweiten Tor." Das sah in der Tat nach Fußball aus, inszeniert von Typen, wie der BFC sie nicht besaß: Zum Beispiel Meinhardt, der nicht nur gute Szenen hatte - aber entscheidende. Oder wie Rauch, den man nicht weglassen dürfte, sonst glänzte er mit Überlegenheit und Eisenkälte vor dem Kasten. Darüber hinaus verblüffte Ludwigsfelde lange Zeit mit konzentrierter, souveräner Abwehrarbeit, obwohl in der zentralen Verteidigung kein einziger Hüne zu finden war und den insgesamt guten Eidtner manchmal der Teufel ritt. "Zum Schluß haben wir uns selbst das Leben schwer gemacht", bemängelte Löbenberg die unnötige finale Zitterei, die Dynamo allerdings keine klaren Chancen bescherte. Ein Remis hätte auch einem schlechten Witz geglichen ....
FV MOTOR EBERSWALDE gegen BFC DYNAMO 1:0 am 25.11.06:

EIN SUPERTOR VON ATES! Das Ergebnis lässt die Leistung des BFC besser erscheinen, als sie war. Wer sich in so einer Begegnung kaum eine hochka- rätige Einschussmöglichkeit herausspielt, kann kaum als Sieger vom Platz gehen. Zumal die Eberswalder weitere Treffer auf den Füssen hatten. Binnen Sekunden scheiterte Maerz erst am glänzend reagierenden Thomaschewski und schoss dann nur Millimeter am Pfosten vorbei (6.). Knapp ging es auch bei Ploens Flachschuss zu (42.). Von brenzligen Situationen im Motor-Strafraum war hingegen bis zur Halbzeit nichts zu sehen. BFC-Trainer Rentzsch rea- gierte, brachte mit Suwary einen weiteren Offensivmann. Am harmlosen Spiel der Berliner änderte aber auch die Einwechslung von Stürmer Fricke nicht viel. Das Spiel Dynamos war einfach zu stereotyp, zu leicht zu durchschauen und nicht bissig genug, um erfolgreich zu sein. Anders die Eberswalder, die immer wieder beherzt anrannten. Der kleine Ates per Kopfball (58.), oder Ploen mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss , den Thomaschewski im Fluge noch um den Pfosten lenkte (72.), sorgten für Torgefahr. Machtlos war der Keeper dann aber beim Supertor von Ates: Drei Dynamos umspielte er ganz cool und zog von der Strafraumgrenze beherzt ab, im Stile eines Vollblutstürmers. Ferner sagte der BFC-Trainer: "Diese Niederlage gegen einen unmittel- baren Kontrahenten ist bitter. Der Blick auf die Tabelle ist eine harte Sache." Zumal alle Hohenschönhausener vor dem Spiel optimistisch waren, die Hürde Eberswalde überspringen zu können. Die Verblüffung über das couragierten Auftreten der Eberswalder war bei Dynamo offenbar groß. Der erste Heim- sieg dieser Saison lässt die Lübbehusen-Elf wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen.
BFC DYNAMO gegen SV BABELSBERG 03 0:3 am 02.12.06:

GEBILDE MIT VERFALLSDATUM! Abstiegskanidat gegen Aufstiegsanwärter. Armut gegen Liquidität. Spieltechnische Not gegen zweckmäßige Klasse. Auf allen Ebenen krasse Unterschiede, die sich auf dem Rasen niederschlugen und einen Hauch gepflegter Langeweile verbreiteten. Mit Mutschlers 1:0 war die Sache praktisch erledigt, ohne daß Babelsberg sämtliche Register ziehen mußte. Schonungslos deckte der Spitzenreiter auf, warum Dynamo unten steht. Einmal mehr merkte der BFC hölzern, gehemmt, ohne jede Kreativität. Die mühselig errichtete (Defensiv-) Ordnung, die anfangs zarte Hoffnung keimen ließ, erwies sich mit dem ersten Gegentor als zerbrechliches Gebilde mit raschem Verfallsdatum. Einen solchen Kinnhaken verdaut der BFC dieser Tage nicht. Nun wäre Trainer Rentzsch ein schlechter Trainer, würde eine Niederlage gegen die Liga-Überväter ihn gleich in Depressionen treiben. "Die erste Halbzeit hat mir gut gefallen", sprach er, "darauf müssen wir aufbauen." Aber Rentzsch weiß nur zu gut, daß die Klasse seiner Leute sich in überschaubaren Grenzen hält; "Wir haben keine Spieler, die ein Spiel entscheiden können." Können sie schon - aber nur für den Gegner. Bitteschön: Stel- lungsfehler Palmers vor dem 0:1; läppischer Ballverlust von Lorenz vor dem 0:3; kollektiver Tiefschlaf vor dem 0:2. Defizite über Defizite. Warum flankte Schmele konsequent hinters Tor? Was sollte der Jarling so weit vorn? Was sollte überhaupt ein Mittelfeld, das in dieser Besetzung (und erstmals mit Pocrnic nach halbjähriger Verletzungspause) eher einer kampfsporterprobten Abwehrkette glich? Es konnte beim besten Willen nicht mehr heraus- springen als ein Schuß Kaysers, pariert von Busch (30.), sowie ein Versuch Palmers ans Außennetz, der ein Tor sein mußte (85.) - aber nein. Aus dem Trümmerfeld des BFC ragten die Babelsberger nicht turmhoch, aber deutlich erkennbar heraus. Wie man sie mittlerweise kennt, spielten sie geduldig ihr Ding, bis des Gegners Eierschale platzte. Verdient darum machte sich Hartwig, der diesmal für den verhinderten Zenk (Gelbsperre) und Tretschok (Re- konvaleszent) den Sechser mimte und neben einen Pfostenschuß (84.) vor allem eine große Szene verzeichnete: den Direktpaß auf Mutschler, den dieser gewitzt zum 1:0 nutzte. Es folgte, was Trainer Hodul sehr treffend so beschrieb: "Harte Arbeit, nicht immer wunderbar." Weiß Gott nicht. Aber ein pralles Selbstvertrauen, genährt vom Wissen um die eigenen Fähigkeiten, reichte allemal, um im 15. Spiel den 14. Sieg locker einzufahren. "Ich bin stolz auf die Mannschaft", betonte der Nulldrei-Coach. Das darf er auch durchaus sein.
BFC DYNAMO gegen FC SCHÖNBERG 95 1:1 am 09.12.06:

EIN PUNKT FÜR DIE MORAL! Aufwand und Ertrag standen nur bei einer Mannschaft im richtigen Verhältnis: Der BFC Dynamo kämpfte und ackerte, bis er durch den Schlusspfiff des nicht immer souveränen Schiedsrichter Hofmann erlöst wurde. Nach dem vierten Unentschieden im siebten Spiel unter dem weiterhin sieglosen Trainer Ingo Rentzsch war das 1:1 ein klarer Punktgewinn für Dynamo. Die spielerisch deutlich besseren Schönberger müssen sich derweil einmal mehr den Vorwurf gefallen lassen, dass sie aus ihrer Überlegenheit nichts Zählbares zustande brachten. Den Gegner 70 Minuten lang klar zu beherrschen und einen ordentlichen Angriff nach dem anderen zu starten - das bringt nicht viel, wenn`s nicht bis zum Torabschluss reicht. Das sah Schönbergs Kapitän Völzke so: "Wir sind einfach zu dusselig, das Tor zu machen. Das kann man inzwischen auch nicht mehr mit Pech erklären. Unsere Chancenausnutzung ist schlichtweg eine Katastrophe." Selbst eine fast halbstündige Überzahl half den Gästen nicht, drei Punkte aus dem Sportforum mitzunehmen. Fast wäre die Abschluss-Schwäche der Schönberger sogar mit einem Gegentreffer bestraft worden, aber Kulliks Großchance machte Junge zunichte (81., Kopfball nach guter Paepke-Flanke). Ein Dynamo-Tor hätte den Spielverlauf zu diesem Zeitpunkt fraglos auf den Kopf gestellt. Von Ge- rechtigkeit hätten derweil die Schönberger gesprochen, wenn Wittfots 20-Meter-Schuss in der 87. Minute statt an den Pfosten ins Tor geflogen wäre. So wurde es am Ende für Dynamo "ein Punkt für die Moral", wie der zweikampfstarke Pocrnic in seinem zweiten Spiel nach viermonatiger Verletzungspause fand. Im defensiven Mittelfeld sorgte Pocrnic ab und an ebenso für Entlastung wie der schnelle Kayser, der nach Palmers Platzverweis als einzige Spitze einen schweren Stand hatte. Zu konstruktiven Angriffen reichte es beim stark ersatzge- schwächten BFC aber nie. Ganz anders die Schönberger, die phasenweise Kugel und Gegner schön laufen ließen. Aber trotz aller Überlegenheit stand am Ende gerade mal eine Torchance während der fast 30-minü- tigem Überzahl zu Buche. Zu wenig, möchte man meinen. Schönbergs Trainer Thomas Gerstner verblüffte derweil mit der Aussage, dass seine Spieler gegen zehn Mann "plötzlich Angst gehabt haben, erneut die Deppen zu sein". Selbiges war ihnen nämlich eine Woche zuvor beim BFC Preussen wider- fahren, als sie nach nach einer 2:1-Führung in Überzahl 2:3 verloren. "Wir haben in acht Tagen fünf Punkte liegen lassen", rechnete Gerstner vor. Dann wäre Schönberg vielleicht Sechster statt Neunter ....
SV EMPOR BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:1 am 13.12.06:

GOLDENES TOR VON JAKOWITZ! Als sich die große Anhängerschar so langsam auf eine Verlängerung im kalten, ungemütlichen Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark einrichtete, erlöste Alexander Jakowitz die Massen: Lehrbuchreif stieg er im Strafraum zum Kopfball hoch und ließ dem guten Mattias Breitfeld im Empor-Kasten keine Abwehrmöglichkeit. Nach seiner mehrwöchigen Sperre ersparte Jakowitz seiner Mannschaft damit eine nervenaufreibene Ver- längerung, über deren Ausgang man spekulieren kann, doch die Leistung des Oberligisten in der regulären Spielzeit war ein Spiegelbild der Hinrunde. Dynamo tat sich gegen ein hochmotivierten Gegner sehr schwer. Und der Landesligist hatte zumeist wenig Mühe, die planlosen BFC-Angriffe zu unter- binden. Lediglich bei Pocrnics "Hammer", den Breitfeld glänzend zur Ecke lenkte (2.) und Benthins Kopfball kurz vor der Pause, den der Empor-Keeper mit Glück und Hilfe des Pfostens abwehrte, lag der Führungstreffer in der Luft. Empor selbst war anfangs etwas zu zaghaft, legte jedoch Mitte des zweiten Abschnitts seine Nervosität ab und hatte in der 75. Minute die Chance, als Lindner Brändike schon umspielt hatte, seine flache Eingabe wurde dem ein- schussbereiten Damis gerade noch vom Fuß gespitzelt. Der BFC Dynamo hatte streng genommen im zweiten Durchgang nur eine einzige Möglichkeit, als Suwarys Kopfball von Torwart Breitfeld glänzend über die Latte gelenkt wurde (63.). Erst jetzt erwachten die bis dato enttäuschten Fans und Dynamo, Dynamo-Rufe hallten durchs weite Rund, doch erst Jakowitz brachte die Massen zum Jubeln und sorgte so zumindest vom Ergebnis für einen versöhn- lichen Jahresabschluss.
FUWOSPIELBERICHTE VOM BFC DYNAMO DER SAISON 2006/07
BFC PREUSSEN 1894 gegen BFC DYNAMO 1:2 am 28.01.07:

BRÄNDIKE HÄLT DEN SIEG FEST! In einem zwar umkämpften, aber jederzeit fairen Pokalkampf zogen die Dynamos einigermaßen schmeichelhaft ins Halb- finale ein. Ohne den neuen Regissseur Kutrieb (Knöchelverletzung) und Spielertrainer Thomaschewski ("Wir waren uns einig, dass im Pokal einer von uns draußen coachen muss und da habe ich Jörn Lenz in seiner letzten Saison den Vortritt auf dem Platz gelassen.") gingen die Weinroten zwar in Füh- rung, zogen sich dann aber (zu) weit zurück. Den Preussen, denen Steinhauf (Mandelentzündung) und Beister (umgeknickt) auch zwei Stützen fehlten, fiel so fast automatisch über weite Strecken die Feldhoheit zu. Hinten ließ der kampfstarke Özdal nichts anbrennen und erstickte Penava die meisten der guten Ansätze von Dynamos Neuzugang Kovacic. Auf dem angetauten und dadurch sehr glitschigen Geläuf hatten die Hausherren zudem die geringere Fehlerquote. Viel Zählbares sprang aber nicht heraus, weil Öztürk im Sturm überhaupt nicht ins Spiel fand. Trainer Gajda tat zur Pause einen Glücksgriff, ließ die Flügel Orzel und Mohra die Plätze tauschen und gleich Mohras erste Flanke von rechts führte durch den ständigen Unruheherd Luczak zum Aus- gleich. Preussen drückte danach gegen die offensiv nach wie vor absolut harmlosen Dynamo weiter, drang aber vor allem wegen des kompromisslosen Abräumers Lenz nicht entscheidend durch. Das 1:2 fiel völlig aus dem Nichts: Krznaric nutzte aus, dass sich das bis dahin gute Geburtstagkind Oberreuter (wurde am Sonntag 27) völlig verschätzt hatte. Beinahe fiel doch noch der erneute Ausgleich (88.), aber Benthins hässlicher Querschläger (nicht der erste) touchierte nur den Außenpfosten. Als Brändike in der Nachspielzeit auch Oberreuters abgefälschten Freistoß hielt, waren die Lankwitzer nach großem Kampf sehr unglücklich ausgeschieden.
TSG NEUSTRELITZ gegen BFC DYNAMO 1:1 am 25.02.07:

SONNTAGSSCHUSS VON PAEPKE! "Hauptsache wir verlieren das nicht", hatte TSG-Trainer Lothar Hamann vor dem Spiel gesgt. Seine Mannschaft erfüllte den Auftrag und wahrte den Abstand von sechs Zählern zu den Berlinern. "Insofern kann ich mit dem Punkt gut leben", zeigte sich der Coach hinterher nicht unzufrieden. Zumal er gesehen hatte, was alle gesehen haben: Vor der Pause gab der BFC Dynamo eindeutig den Ton an, machte aber zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Bereits nach drei Minuten parierte TSG-Torwart Stollberg hervorragend bei enem Versuch von Krznaric. Dann musste Wenzel in höchster Not auf der Torlinie retten, erneut kam der Schuss von Krznaric (14.). Und schließlich lenkte Stollberg einen enorm scharfen 22-Meter Freistoß von Lenz mit den Fingerspitzen noch soeben zur Ecke (32.). Die Neustrelitzer Taktik, den Gegner erst einmal kommen zu lassen, hätte sich im ersten Ab- schnitt fast gerächt. Nach dem Wechsel wendete sich das Blatt. Obwohl der bis dahin ausgezeichnete Parlatan mit einer Schienbeinverletzung vom Feld musste, wurden die Neustrelitzer mutiger und stärker. Der eingewechselte Wogurka brachte neuen Schwung auf der linken Seite, und der ehemalige Berliner Ramazan Yildiz zeigte, warum man ihn geholt hat: Er verteilte klug die Bälle und war auch an der Vorbereitung des Führungstreffer maßgeblich beteiligt - Torjäger Koslov brauchte nur noch den Fuß hinhalten. Es war, strenggenommen, die erste echte Chance für die Hausherren. Dynamo antwort- ete mit wütenden Gegenattacken und begann, angetrieben von Benthin, alles nach vorn zu werfen. Der Sonntagsschuss des Jokers Paepke brachte schließlich den verdienten Ausgleich, aber Trainer Nico Thomaschewski war dennoch nicht hundertprozentig zufrieden, vor allem mit dem Spielverständ- nis: "Wir sind noch nicht ganz da, wo wir hinwollen." In einer turbulenten Schlussphase hätten beide Teams noch gewinnen können. Aber Benbrahim schoss aus fünf Meter drüberweg (85.), und der wiedergenesende Richter zog freistehend nicht ab, sondern passte ins Leere (90.).
BFC DYNAMO gegen BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 1:3 am 03.03.07:

KÖTTIG MACHT KURZEN PROZESS! Letztlich spiegelt das Ergebnis nur den Tabellenstand wider. Verlierer BFC bleibt unten drin, Gewinner BAK spielt weiter vorne mit. Dieses Fazit hätte man freilich schon nach knapp 20 Minuten ziehen können, als die Gäste mit einem Doppelschlag schon früh auf der Sieger- straße eingebogen waren und sich von dieser fortan auch nie mehr ernstlich abbringen ließen. "Ich bin sehr zufrieden, weil wir in der ersten Halbzeit den Ball gut haben laufen lassen und später den Vorsprung sicher verwaltet haben" kommentierte BAK-Trainer Thomas Herbst den ziemlich abgeklärten Auf- tritt seiner Mannschaft. "Absolut enttäuscht", war dagegen BFC-Coach Nico Thomaschewski vom phasenweise doch arg ideenlosen Gebolze seiner zu- dem lange erstaunlich leidenschaftslosen Truppe. Der spätere Sieger hatte schon den deutlich besseren Start erwischt, die ersten Chancen durch Selimi (7.) und Dilu-Diop (10.) verbucht, ehe dann Köttig kurzen Prozess machte und die Dinge auf den richtigen Weg brachte. Erst traf er selbst mit einem trok- kenden Flachschuss, kurz darauf bediente er mustergültig den Torschützen Akakpo. Vor allem über die starke linke Seite, die Köttig oft für den nachrük- kenden Ahmetcik "offen" ließ, wurden die Gäste mehrfach gefährlich. Mitte der ersten Halbzeit ließen sie es dann allerdings etwas schleifen und prompt konnte sich der vom Anfangsschreck langsam erholte BFC nun etwas besser in Szene setzen. Trainer Thomaschewski sah zwar sein "offensiv ausge- richtetes Konzept schon nach wenigen Minuten über den Haufen geworfen" und reagierte darauf mit zwei frühen Auswechslungen (die von Benthin, den fortan Krznaric als Abwehrchef vertrat, war allerdings einer Leistenverletzung geschuldet), doch noch vor der Pause hätte sein Team zumindest den An- schluss verdient gehabt. Aber der drangvolle Schmele, vor dem Wechsel die beste Offensivkraft, scheiterte allein vor Dame (35.) und Regisseur Kutrieb vergab in bester Position unerwartet dilettantisch (42.). Chancen dieser Güte sollten in der zweiten Halbzei nicht wieder kommen, und eigentlich war die Partie schon nach einer Stunde endgültig gelaufen, als der Ball zum dritten Mal im Dynamo-Netz zappelte. Das tat weder der Spannung noch dem Niveau der Partie gut, denn die Gäste rissen sich nun kein Bein mehr aus und begnügten sich damit, Ball und Gegner unter Kontrolle zu halten. So blieb die Schlussoffensive der Hausherren, denen dann doch noch der Anschluss gelungen war, trotz spät erwachten Kämpferherzens und einiger vager Möglich- keiten meist in Ansätzen stecken und verpuffte folglich wirkungslos.
BFC DYNAMO gegen KÖPENICKER SC 2:3 am 07.03.07:

HEIDENREICHS "GRÖSSTER ERFOLG"! Die Sensation ist perfekt. Durch ein 3:2 beim BFC Dynamo zog der Köpenicker SC ins Finale des BFV-Pokals ein und trifft dort zum Nachbarschaftsduell auf den 1.FC Union. Matchwinner war ausgerechnet ein ehemaliger Spieler des BFC. Moritz Heidenreich (26) durchlief die gesamte Jugend von Dynamo und wechselte im Sommer 2004 nach Köpenick. "Dies ist der größte Erfolg meiner Laufbahn", sagte der Sport-Student. "Jeder Fußballer träumt von einem Pokalfinale." Auch Torsten Boer verbuchte den Sieg als größter Erfolg seiner Trainerlaufbahn. Im fünften Jahr ist der Ex-Unioner Coach des KSC. Auch im Finale rechnet sich Boer eine Außenseiter-Chance aus: "Wir haben im Sommer in einem Testspiel ein 1:1 gegen Union geschafft. Mit dem nötigen Siegeswillen kann man Union Paroli bieten." Genau wie Boer sieht KSC-Manager Frank Pöschke den Sieg als Auszeichnung für die Arbeit im Verein: "Das Geld sehen wir als Zubrot und nicht als Hauptzielstellung des Pokalwettbewerbs." Beim BFC Dynamo brach nach dem 2:3 Katzenjammer aus. Die Saison ist spätestens jetzt verkorkst. "Diese Niederlage tut richtig weh", sagte Interims-Trainer Nico Thomaschewski. Dynamo präsentierte sich nach einer ordentlichen Anfangsphase in einer desolaten Verfassung. Der 1:1-Ausgleich kurz vor der Pause durch Palmers Volley spiel- te dem Oberligisten eigentlich in die Karten. Doch es war der Außenseiter, der nachsetzte, und nicht der Favorit: Heidenreich versetzte Dynamo durch zwei herausgespielten Treffer den Knockout.
VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 gegen BFC DYNAMO 0:0 am 11.03.07:

DIE STÄRKE THOMASCHEWSKI! Beide Teams hatten etwas gut zu machen und beide zeigten sich trotz vieler ausfallener Akteure verbessert. Bei Dynamo fehlten Kayser mit einer Hüftverletzung, Kovacic wegen einer Virusgrippe, Benthin mit Leistenproblemen und Benrahim wegen eines Muskelfaserrisses. Dennoch konnte die Mannschaft diesmal Gegentore vermeiden, nachdem es am Mittwoch im Pokal gegen den Verbandligisten KSC sogar deren drei ge- setzt hatte. Wesentlichen Anteil daran trugen neben Regisseur Kutrieb die beiden wieder ins Team zurückgekehrten Routiniers Lenz (nach seiner Gelb - Sperre) und Thomaschewski (vom Trainerstuhl). Vor allem das Torhüter-Urgestein des BFC sicherte mit seiner Stärke in 1:1 Situationen den so wichtigen Punktgewinn gegen die um sich greifenden Verunsicherung. Hätten sich nämlich die flink und leichtfüßigen Lichterfelder Jungspunde doch einmal durch die zugestellten Räume kombiniert, dann war Thomaschewski zur Stelle: Kara scheiterte gleich zweimal frei an ihm (35., 90.). Zweimal jedoch wäre auch Thomaschewski machtlos gewesen, und zwar jeweils bei Freistößen des sehr engagiert auftretenden Tim Felsenberg: Einmal rettete die Latte (9.), ein- mal der auf der Linie postierte Ritter (62.) per Kopf. Trotz dieser ungenutzten Riesenchancen jedoch hat die talentierte, aber größtenteils unerfahrende Mannschaft des Gastgebers ihre Bewährungsprobe gut bestanden. Auch ohne ihren Kapitän und Leitwolf Johannes Felsenberg, der mit einem Menis- kusschaden für die ganze weitere Saison ausfallen wird, und die beiden Senkaya-Brüder Ilter (Gelb-Sperre) und Ilkan (Gelb-Rot-Sperre) schlug sie nicht nur technisch die feinere Klinge, sondern hielt gegen die robuste Dynamos auch kämpferisch dagegen - eine Tugend, die Trainer Wolf bei der 0:3-Nieder- lage gegen Preussen noch bitterlich vermisst hatte. In Gefahr geriet sein Team eigentlich nur bei meist von Kutrieb, aber auch Krznaric und Ritter hoch in den Strafraum geschlagenden Standards, wo sich eindeutig Größennachteile der LFC-Verteidiger zeigten. Die dickste Gelegenheit hatte Palmer Sekunden vor dem Pausenpfiff, als er im Fünfmeterraum einen Maßfreistoß von Kutrieb um Zentimeter verfehlte, "der einzige Kopfball im gesamten Spiel, den er nicht erwischt hat", wie der neue Dynamo-Trainer Uluc hinterher richtig feststellte. Als Krznaric und Kutrieb (wegen einer Oberschenkelzerrung) aus dem Spiel gingen und bei Lichterfelde hinten der kopfballstarke Türkkal aushalf, war schließlich auch die Gefahrenquelle versiegt. Und weil es den Dynamos anderweitig nicht gelang, den an einer Hüftprellung labotierten Torhüter Peter zu einer wahrscheinlich schmerzhaften Parade zu zwingen, blieb es bei einer ingesamten gerechten Punkteteilung.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 2:1 am 17.03.07:

MIT ANGST ZUM ZWEITEN SIEG! Nicht immer bewirkt ein Trainertausch die Wende zum Positiven. Dynamo kann ein Lied davon singen, wechselte doch in dieser Saison die Verantwortung wie ein Staffelstab: Fijalek, Thomaschewski/Lenz, Rentzsch, Thomaschewski/Lenz. Nun also Volkan Uluc - und unter ihm platzte der vertrackte Knoten. Daß der lang ersehnte zweite Saisonsieg ausgerechnet gegen die ambitionierten Tennis Borussen gelang, mag auch mit der besonderen Motivation in solchen Spielen zusammenhängen. Ein Wunderheiler ist Uluc gewiß nicht - aber er ist ein Vollprofi, kennt die Liga aus dem Effeff und könnte mit seinem positiven Erscheinungsbild Dynamo tatsächlich aus dem Schlamassel führen. Bei aller Freude, die beim BFC sich hinterher entlud, werden besonnene Köpfe mahnen, gefälligst auf dem Teppich zu bleiben. Schließlich mangelte es dem restlos enttäuschendem Gegner TeBe eklatant an dem, was Dynamo auszeichnete: am unbedingten Willen zum Sieg. So lax, wie die Veilchen über weite Strecken herumeierten, wurde manche Schwäche des BFC liebevoll kaschiert. Die spürbare Abstiegsangst zerstörte viele seiner Spielzüge im Ansatz, auch stand er nach der 1:0-Führung lange Zeit viel zu tief und ließ TeBe machen, was immer gewisse Gefahren birgt - daß TeBe daraus nichts machte, steht auf einem anderen Blatt. Und als Dynamo nach der Pause konterfreudiger wurde, verhaspelten sich zweimal Strana (47./51.) und der Direktschuß scheuende Krznaric (61.) in heißer Posi- tion. Das darf normalerweise nicht passieren, wenn man einen Favoriten umschmeißen will. Aber es reichte, weil Dynamos Deckung schnörkellos dicht- hielt, allen voran der herausragende Zerstörer Palmer und Altmeister Lenz im fünften Frühling. Einen von Thomaschewski unterschätzten Schuß Kurbju- weits an den Außenpfosten (59.) und einen Versuch Grieserts, glänzend pariert vom Keeper (83.), dazu das Gegentor, mehr ließ der BFC nicht zu. Es fiel nicht ins Gewicht, daß verletzungsbedingt die Junioren Wienbreyer und Strana ran mußten und die Kräfte der grippegeschwächten Kutrieb und Krznaric nur für Teilzeitjobs reichten. "Wir haben 90 Minuten alles gegeben", freute sich Uluc, "so muß man im Abstiegskampf agieren." Eben diese Energie ging TeBe aus unerfindlichen Gründen völlig ab. "Ich bin von einigen Spielern sehr enttäuscht", sagte Trainer Raickovic, "sie dachten wohl, es geht von allein." Thiam und Scholl patzten arg in Abwehr und Aufbau, auch Savran und Kurbjuweit schienen auf Teilzeit und tanzten jeweils nur eine Halbzeit. Es soll Wunsch der Mannschaft gewesen sein, die Lizens zu beantragen - warum, wurde nicht ersichtlich.
TORGELOWER SV GREIF gegen BFC DYNAMO 1:0 am 24.03.07:

EIN RÜCKSCHLAG FÜR DEN BFC! Dynamo musste im Kampf gegen den Abstieg einen Rückschlag einstecken. Und nach dem Auftritt bei den Greifen muss man sich ernsthaft Sorgen machen. Viele der Fans fragten sich, wie dieser BFC vor einer Woche TeBe schlagen konnte. Dabei legte die Elf von Volkan Uluc einen verheißungsvollen Start hin. Schmele verpasste einen Eckball nur knapp (10.), bald darauf scheiterte der in der ersten Halbzeit sehr agile Ritter mit einem Drehschuss am glänzend parierenden Markiewicz (17.). Uluc trauerte hinterher vor allem der Möglichkeit von Schmele hinterher: "Da braucht er doch bloß die Innenseite hinzuhalten." Doch das war`s dann auch schon mit Berliner Offensivaktionen. Nur einmal kam noch Gefahr auf vor dem Seiten- wechsel, als Libero Jager mit einem Querschläger fast ins eigene Tor getroffen hatte (30.). Die Torgelower spielten auch nicht viel besser, stellten sich aber geschickter an. Und sie nutzten ihre erste Gelegenheit konsequent: Rodrigues` erstens Tor für seinen neuen Verein war sehenswert. Der Brasilian- er traf sogar zum vermeintlichen 2:0 (45.), doch Schiri Klatte gab den Treffer wegen Abseits nicht. Mit einem 2:0 wären die Messen für den BFC vermutlich schon gesungen gewesen. So durften die vielen Berliner Fans nach der Pause auf eine Offensive ihrer Mannschaft hoffen - sie wurden bitter enttäuscht. Zwar waren der BFC während der gesamten zweiten Halbzeit optisch überlegen, auch weil Uluc den Angriff personell aufgestockt hatte, Nennenswert sprang dabei aber nicht heraus. Selbst aus Mahnkes Platzverweis konnten die Haupstädter keinen Nutzen ziehen. Erst in der Schlussphase kam der BFC zu Möglichkeiten: Zuerst rettete Markiewicz mit akrobatischer Fußabwehr vor Ritter (85.), nur eine Minute später verpasste Rudwaleit einen Flankenball. "Wir haben zwar alles versucht, doch viel zu ungestüm agiert", kritisierte Uluc. "Zudem konnten wir uns vorn nicht durchsetzen." Das lag in erster Linie an der kompromisslosen Abwehr mit einem überragenden Schwerdtfeger. Greif-Trainer Eckart Märzke war bestens gelaunt: "Wir wollten den Abstand zum BFC vergrößern, das ist uns gelungen."
BFC DYNAMO gegen MSV 1919 NEURUPPIN 1:1 am 31.03.07:

AUSGLEICH AUS DEM NICHTS! Vor diesem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel waren die Erwartungen hoch bei Dynamo. Vielleicht zu hoch. Das Team, nicht besser und nicht schlechter, als der Tabellenstand es aussagt, hielt den Erwartungen nicht stand. Statt des erhofften Befreiungsschlag gab es nur ein Remis, das im BFC-Lager allgemein als kümmerlich empfunden wurde. Ansatzpunkte der Kritik boten sich haufenweise, von spielerischer Armut (Präsi- dent Weinkauf) über schwächliches Zweikampfverhalten (Ex-Meistercoach Bogs) bis hin zum fehlenden Durchsetzungsvermögen (Trainer Uluc). Nicht allein das Resultat schmerzte, sondern vor allem die Art und Weise, wie es zustande gekommen war. Immerhin: Am Willen und Engagement mangelte es dem BFC keineswegs. Eher schon an Klasse und, merkwürdigerweise, auch an Kraft - nach dem Abpfiff einer Partie mit Normaltempo klappten einige zu- sammen wie die Rasiermesser. Vor allem aber wußte Uluc genau: "Solche Spiele sind Nervenspiele." Und eine Sache des Selbstvertrauen. Sonst wäre der furios gestartete BFC durch das Gegentor nicht so rettungslos aus der Bahn geflogen. Mit drei Spitzen, unter ihnen der starke Ritter, hatte Dynamo anfangs auf überfallartige Attacken gesetzt. Der Überraschungs-Mittelstürmer Schmele war auch einmal frei durch, Fraufahrt kam rechtzeitig raus (12.). Jedoch lief der BFC mit seiner Taktik ins offene Messer, weil hinten nichts stimmte. Die fröhlich konternden Neuruppiner benötigten einen langen Ball, um Dynamos Deckung einzureißen. Riesige Kopfballchancen für Saalbach (11.) und Wagner (17.) kündigten das Führungstor an, bevor es wirklich fiel. Und bald darauf verfehlte Wolchow das lange Eck nur haarscharf (29.) - von einem 0:2 hätte der BFC sich kaum mehr erholt. Zur Pause brachte Uluc zwei neue Leute und stellte radikal um: nur noch zwei Spitzen, Schmele nach rechts, Palmer nach hinten. "Von da an haben wir nichts mehr zugelassen", lobte der BFC-Coach. Das ist wohl wahr - nur war es fortan auch mit dem Angriffsschwung vorbei. Der Ausgleich, eingeleitet immerhin vom nur alle zehn Minuten einen guten Paß spielenden Kutrieb, fiel wie aus dem berühmten Nichts. Darüber hinaus gab es lediglich eine Dynamo-Chance, als dem freien Jakowitz der Ball in die Arme des Torwarts versprang (79.). Ansonsten plätscherte alles so dahin - die Brechstange blieb im Kasten. Weil auch der MSV nach Halb- zeit nichts mehr unternahm, geriet ein unterhaltsamer Kampf zum zähflüssigen Krampf. "Nicht einen richtigen Torschuß mehr" hatte Trainer Lieberam gesehen. Und: "Wir haben nicht mehr für die nötige Entlastung gesorgt." Was sich schließlich rächen sollte.
F.C. HANSA ROSTOCK II gegen BFC DYNAMO 3:2 am 14.04.07:

POSITIVES SIGNAL VON DYNAMO! "Sie erreichen den Hof mi Müh` und Not" ließe sich in Anlehnung an die berühmte Ballade vom Erlkönig erklären. Der ent- scheidene Unterschied: Während Goethes Werk ein glänzend tragisches Ende nimmt, fand die Partie zumindest aus Warte des Tabellenzweiten einen glücklichen Ausgang. "Gehen wir vor dem erneuten Rückstand in Führung, wer weiß ...", bezog sich der BFC-Trainer Volkan Uluc auf jene Szene, als Jako- witz freistehend an Klandt scheiterte (50.). Selbstredend war es nicht nur dieser Episode, die den Rostocker Sieg als schmeichelhaft erscheinen ließ. Uluc` Entscheidung, den Dynamo während des spielfreien Osterfestes eingeschaltet zu lassen, machte sich ohne Wenn und Aber bezahlt. Gewiß, Hansa schwang zunächst das Zepter, tat sich bei allem Bemühen jedoch schwer, im engmaschigen Defensiv-Netz des BFC Lücken zu finden - alle drei Treffer entsprangen Standards! Hier lag für Uluc die Hauptursache für die Niederlage. Ansonsten überwog in seinem Urteil das Positive: "Kompliment an die Trup- pe. Wir sind auch nach den Nackenschlägen nicht umgefallen und haben gut gespielt." Dabei machte Dynamo Hansa 2:0-Polster binnen einer knappen Mi- nute den Garaus, nachdem man zuvor, von Kutriebs Möglichkeit abgesehen (33.), kaum Gefahr heraufbeschwören konnte - was auf Hansa in beiden Spiel- hälften zutraf. Das Geschehen der zweiten Halbzeit formulierte Hansa-Trainer Thomas Finck treffend: "Wir haben fast unter Dauerdruck gestanden und für zu wenig Entlastung gesorgt." Wie die Terrier bei der Parforcejagd hefteten sich die BFCer, angetrieben von Pocrnic und Kutrieb, an die Rostocker Fersen, um aus einer Vielzahl von Ballgewinnen gute Angriffe zu zeigen. Den "Hof" erreichte Dynamo nicht, doch kann das Spiel getrost als positives Signal für die kommenden "Wochen der Wahrheit" aufgefasst werden.
BFC DYNAMO gegen BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 5:1 am 22.04.07:

TÜRKIYEMS SCHLIMME FEHLER! Am Ende bedeutet jeder Schuss des BFC Dynamo einen Treffer. Es war ein Aufeinandertreffen der beiden Vereine, die in dieser Saison eindeutig die Liga-Wertung in der Disziplin "seltsamer Kapriolen rund um das Thema Trainer" anführen. Türkiyemspor brachte mit der unter der Woche erfolgten Entlassung Eric Meißners das Kunststück fertig, denselben Trainer binnen einer Spielzeit zweimal zu feuern: einmal als Assis- tenz- und einmal als Cheftrainer. Dynamo seinerseits wechselte bisher nicht weniger als fünfmal den Trainer - Volkan Uluc scheint aber endlich die richtige Wahl zu sein. Seine Handschrift jedenfalls ist deutlich zu erkennen. Er verordnete Dynamo erfolgreich ein System, das auf einer Viererkette mit zusätzlicher Absicherung durch Lenz basiert. Nach vorne wird nahezu ausschließlich auf Konter gesetzt, bei denen die antrittsstarke Solo-Spitze Ritter ihre athletischen Vorzüge ausspielen kann. Besonders schön ist das nicht immer, aber eben besonders wirkungsvoll. Hatte in der Vorwoche schon Hansas Bundesliganachwuchs seine liebe Müh`und Not, Dynamo knapp zu besiegen, so war jetzt Türkiyemspor vom Uluc-Riegel schlicht überfordert. Den Pausenrückstand der Dynamos Kontertaktik gegen Ende der Partie, als bei Türkiyemspor alle Dämme brachen, so sehr entgegenkam, hatten sich die Kreuzberger allerdings selbst eingebrockt. Es waren zwei individuelle Fehler der ganz schlimmen Sorte, die für die beiden Treffer verantwortlich waren. Einmal ließ sich Arslan von Kayser im Zweikampf düpieren, das andere Mal übertölpelte Ritter den tändelnden Pupovac. Dabei wirkte Türkiyemspor zu- mindestens in den ersten 45 Minuten sowohl technisch stärker als auch taktisch flexibler, doch Torchancen ergaben sich da schon nur nach Standard- situationen. Eine von ihnen nutzte Dogan im Nachschuß zum zwischenzeitlichen Ausgleich, nachdem zunächst Paepke noch für seinen geschlagenen Keeper Thomaschewski einen Zivic-Kopfball auf der Linie abwehren konnte. In der zweiten Hälfte jedoch war es mit der Angriffsherrlichkeit von Türkiyemspor vorbei. Eine dichtgestaffelte Dynamo-Defensive hielt die Kreuzberger grundsätzlich weit vom Tor weg, vermied damit weitestgehend Eck- bälle und gefährliche Freistoßsituationen und verdammte die Gäste damit zur vollkommenen Harmlosigkeit. Der verdiente Dynamo-Sieg fiel zur grenzen- losen Freunde des lange nicht mehr so verwöhnten Anhangs dann schließlich in den letzten zehn Minuten um ein, zwei Tore zu hoch aus. "Bei uns war am Ende eben jeder Schuss ein Treffer", konnte sich ein großmütiger Sieger Uluc freuen.
SV YESILYURT 73 gegen BFC DYNAMO 1:5 am 26.04.07:

DYNAMO ERNEUT IM RAUSCH! Warum Yesilyurt in diesem Jahr erst einen Punkt geholt hat, wurde schnell deutlich. Eine völlig untaugliche Abwehr hopste herum wie auf der Kirmes und ertrug Dynamos Torrausch in masochistischer Lethargie. Etwas besser, aber nicht viel, wurde es erst, als der lange ver- letzte Abwehrchef Gökyesil auf seinem Leidenspfad abgelöst wurde und Gatti nach hinten ging. Jedoch: Derweil Yesilyurt auch in Unterzahl mutig nach vorn spielte, hätte Dynamo dem sperrangelweit offenen Gegner mindestens zehn Stück einschenken müssen. Yesilyurts Trainer Mehmet Öztürk sprach hinterher nur einen einzigen, aber treffenden Satz: "Es war einfach beschissen." Pech mit dem Schiri kam für die Gelb-Grünen hinzu. Dem Trio fehlte bis- weilen der Scharfblick für den richtigen Abseitsentscheid, und den Strafstoß für Dynamo (nebst Roter Karte für Aydin) empfanden viele Beobachter als Witz. "Er schubst den Gegner ganz klar", verteidigte Rohde seine exklusive Sicht, die aber keineswegs spielentscheidend war, sondern eher ausgleich- ende Gerechtigkeit: Kurz zuvor hatte der kleine Aydin Manteufel vom Feld gefoult und sich die Schmähgesänge der BFC-Fans eingehandelt: "Böser Zwerg, böser Zwerg, böser Zwerg ....!" Seitdem BFC-Trainer Volkan Uluc eine Viererkette mit Lenz (dahinter) und Jakowitz (davor) garniert, gab es diese Resul- tate: 5:1 gegen Türkiyem, 5:1 gegen Yesilyurt. So ganz verkehrt kann das destruktiv anmutende System also nicht sein. Doch Uluc wäre nicht Uluc, hätte er im allgemeinen Freudengeheul an der Realität vorbeigeschaut. "Die zweite Halbzeit hat gezeigt, daß noch viel zu tun ist." sprach der Coach. In der Tat wurde der vorzügliche Eindruck der ersten Hälfte mächtig getrübt, als zahllose Überzahlkonter an spielerischer Notdurft und permanentem Abseitsren- nen ersticken. Auch wird Uluc nicht gefallen haben, daß hinten später der Schlendrian einriß und allein Karakaya ein halbes Dutzend Chancen besaß, die Thomaschewski zu vereiteln hatte. Der BFC täte gut daran, den Kantersieg und sich selbst nicht zu überschätzen.
BFC DYNAMO gegen BFC PREUSSEN 1894 3:1 am 05.05.07:

KUTRIEB MACHT VIEL BETRIEB! Mit dem dritten Sieg in Folge setzte der BFC Dynamo seinen jüngsten Aufwärtstrend fort und hat den direkten Nichtabstieg nun dichter denn je vor Augen. Auch wenn es nicht zu einem erneuten 5:1-Kantersieg (wie zuletzt gegen Türkiyem und Yesilyurt) reichte, war der eigene Anhang fast schon euphorisch. Und Trainer Volkan Uluc allemal hochzufrieden. "Wir haben immerhin eine der besten Mannschaften der Rückrunde be- zwungen und mit diesem Sieg unsere Mitkonkurrenten im Abstiegskampf weiter unter Druck gesetzt", ordnete der Coach den Erfolg ein. Der war letzt- lich sicher hoch verdient, auch wenn er durch einige seltsame Schiedsrichterentscheidungen begünstigt wurde. Vorherrschender Eindruck aber ist, dass sich die Dynamos seit Uluc's Amtsantritt deutlich verbessert haben - taktisch, spielerisch und vor allem konditionell. Wohl auch deshalb kommt manche individuelle Qualität, die schon zu versickern drohte, nun wieder besser zur Geltung. Kutrieb hatte man noch vor Wochen kaum so laufstark, Ritter ebenso selten derart dynamisch gesehen. Nun läuft es - im wahrsten Sinne des Wortes. Folglich schwang sich Kutrieb zum dominierenden Mann im Mittelfeld auf. Und von seinen Pässen profitierte eben vor allem der vorn als nominell einzige Spitze lauernde Ritter. Allein der hätte sich noch berühmt schießen können, vergab aber gleich mehrere dicke Dinger (6., 49., 67.). Wie überhaupt die Chancenverwertung das einzige Manko beim Sieger war. "Wir hätten noch viel mehr Tore erzielen können", war das auch Uluc nicht entgangen. Zur Ehre der Gäste sei gesagt, dass sie sich nach einer ordentlichen ersten Hälfte bald nach der Pause dezimiert sahen - und mit Orzel, der den enteilten Schmele nur noch per Festhaltegriff stoppen konnte, auch noch aus- gerechnet ihren bis dato besten Offensivakteur verloren. "Wir haben danach trotzdem aufgemacht, um noch den Ausgleich zu schaffen", hatte Preussen -Trainer Johann Gajda weiter gehofft, dem Geschehen noch eine Wende geben zu können. Die Gäste gaben sich auch nie auf, doch fehlte ihnen ohne den noch verletzten Torjäger Luczak im Angriff einfach die nötige Wucht. "Wir hatten nicht gerade unseren besten Tag erwischt", kommentierte Gajda die fruchtlosen Bemühungen seiner Truppe, für die es von Minute zu Minute schwerer wurde. Und als sich dann auch noch dilettantische Defensivfehler wie vor dem zweiten (Njie) und dritten (Oberreuter) Gegentor hinzugesellten, nahmen die Dinge endgültig ihren folgerichtigen Lauf.
SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE gegen BFC DYNAMO 1:1 am 12.05.07:

TORWART STEINS BLACKOUT! Das Ergebnis ist gerecht und keine Überraschung. Schöneiche mit 14 und Dynamo 12 Unentschieden stehen in der ent- sprechenden Wertung an der Spitze. Schon das Hinspiel endete 1:1 - mit ähnlichem Verlauf. Die Schöneicher gingen durch Katt in Führung, der den Ball an Thomaschewski vorbei spitzelte. Und wieder kassierten sie, nicht in der fünften Minute der Nachspielzeit, aber doch spät, den Ausgleich. In einer schwungvollen, ausgeglichenen ersten Hälfte setzte Dynamo zu Beginn und am Ende Akzente durch die flinken Außen Schmele und Kayser sowie die umtriebigen Jakowitz und Kutrieb. Aber die gewohnt sichere Defensive der Platzherren um den überragenden Huppert, ließ nur eine echte Chance durch Palmers Kopfball (44.) zu. Nach 20 Minuten kam Germania besser in Spiel. Die beste Möglichkeit hatte der starke Wigger, nach dessen Ecke der Ball auf der Oberkante der Latte landete (17.). Dass Schöneiches Trainer Jens Härtel das Remis "als eine gefühlte Niederlage" betrachtete, lag am Verlauf der zweiten Hälfte. Da hatten die Randberliner alle Vorteile für sich. Mit einer Führung im Rücken agierten sie nach 70 Minuten in Überzahl. Ritter hatte eine Ampelkarte quasi mit Ansage kassiert, als er erst meckerte und wenig später Janke überflüssig foulte. Die Überzahl bekam den Schöneichern indes schlecht. "Wir haben aufgehört Fußball zu spielen", kritisierte Härtel. Sein Gegenüber Uluc verteilte dagegen Komplimente: "Ganz stark, wie mein Team nach dem Platz- verweis gefightet hat." Aber ein Blackout von Torwart Stein, der Katts Rückpass mit der Hand aufnahm, half mit: Kutrieb jagte den Indirekten aus zwölf Metern ins Netz.
LUDWIGSFELDER FC gegen BFC DYNAMO 1:3 am 16.05.07:

KUTRIEB UND SCHMELE WIRBELTEN! "Wir woll`n die Mannschaft sehen", forderte der gut besetzte BFC-Block im Waldstadion nach dem Schlusspfiff. Und dann feierten die Dynamo-Fans mit Team und Trainern den endgültigen Klassenerhalt nach einer sehenswerten Vorstellung gegen eine enttäuschende Heimelf. Die Berliner dominierten fast über die gesamten 90 Minuten. Sie hatten ein deutliches Plus an Tempo, Spielwitz und Kombinationssicherheit - und zudem einen überragenden Kutrieb in seinen Reihen. Der Regisseur wirbelte gemeinsam mit Schmele und Kayser die LFC-Abwehr durcheinander.
BFC DYNAMO gegen FV MOTOR EBERSWALDE 4:0 am 20.05.07:

DAS KUNSTSTÜCK VON SCHMELE! Bei hochsommerlichen Temperaturen und einer ansprechenden Zuschauerkulisse in ihrem letzten Heimspiel dieser Saison durften sich die Dynamos über einen verdienten Sieg, der zum Schluß etwas zu hoch ausfiel, mit Recht freuen. Auch wenn eine gewisse Feldüber- legenheit von Anfang an vorhanden war, so taten sich die Gastgeber zunächst doch recht schwer gegen einen Gegner, der äußerst kompakt in der Ab- wehr stand und seine Chance auf die Relegationsspiele nutzen wollte. In der ersten Hälfte plätscherte das Spiel etwas dahin, ohne dass es auf beiden Seiten zwingende Torchancen gab. Erwähnenswert war eigentlich nur der offensive Mittelfeldakteur Schmele, der bereits früh (6.) übers Tor drosch und dann das Kunststück fertigbrachte, gleich zweimal hintereinander den Pfosten zu treffen, als der gegnerische Keeper schon ausgespielt war (34.). Auf der anderen Seite war es lediglich Persecke, der mit einem viel zu harmlosen Kopfball an Keeper Thomaschewski scheiterte. Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm der Druck der Gastgeber zu, die zunächst mit der frühen Überzahl nichts anzufangen wußten. Es gab Chancen im Minutentakt, die Schmele (48.), Ritter (52.) und Kayser (54. und 55.) nicht nutzen konnten. Erst als Palmer wegen einer Tätlichkeit nach einem Foul von Stelse ebenfalls vom Platz mußte und das numerische Gleichgewicht wieder hergestellt war, besannen sich die Dynamos ihrer spielerischen Möglichkeiten und warteten mit einer Schlußviertelstunde auf, die für Motor noch hätte im Debakel enden können. Man hatte dem nunmehr wie aufgedreht agierenden Kayser nichts mehr ent- gegenzusetzen, so dass dieser nicht nur traf, sondern vor allem auch gut vorbereitete. Aus unserer Sicht war die Gelbe für ihn wegen einer vermeint- lichen Schwalbe nicht angebracht, vielmehr hätte es auch in dieser Szene einen Strafstoß geben können. Der BFC Dynamo hat in der Rückrunde mit zum Teil beachtlichen Leistungen den nach der Hinrunde drohenden Abstieg noch relativ sicher vermeiden können, was zu einem großen Teil auch der Ver- dienst von Volkan Uluc ist, der im Sportforum offensichtlich ganze Arbeit geleistet hat. Bescheiden wie er ist, gab er der Mannschaft ein großes Kompli- ment, die letztlich die Kurve gekriegt hat und hoffentlich gestärkt in die neue Saison gehen wird. Zur Pressekonferenz erschien er stolz mit einem Dynamo-Trikot mit der Aufschrift "Veni, Vidi, Vici", welches er von den Fans geschenkt bekam. Er betonte zudem, entgegen einer Meldung im Internet, dass er gerne bleiben und hier etwas für die Zukunft aufbauen würde.
SV BABELSBERG 03 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 27.05.07:

SONNTAGSCHUSS VON LENZ! In der 75. Spielminute geriet der eingewechselt Donkor mit Hartwig aneinander. Nach einem Missverständnis lieferten sich die beiden Babelsberger ein heftiges Wortgefecht, das in eine kleine Rangelei mündete. Knapp zehn Minuten später stand Donkor wieder im Mittelpunkt. Nach einem Schuss von Moritz konnte Dynamo-Keeper Thomaschewski den Ball nicht festhalten, das Leder kullerte vor die Füße des einschussbereiten Donkor. Der Ghaner hatte alle Zeit der Welt, konnte sich die Ecke aussuchen. "Wenn er den trifft, ist das Ding gelaufen", räumte Thomaschewski unum- wunden ein. Wenn. Doch brachte Donkor das Kunststück fertig, den Ball aus kurzer Distanz deutlich am rechten Pfosten vorbei zu setzen. So konnte Thomaschewski seinen Kasten weiter sauber halten und wenig später mit seinen Mitspielern einen unverhofften dreifachen Punktgewinn in Babelsberg feiern. Denn als sich alles mit einem Remis abgefunden zu haben schien kam der große Auftritt von Lenz. Die 88. Minute war gerade angebrochen, als Lenz mit einem Volleyschuss aus 25 Metern in die linke untere Ecke traf. Und die 1209 BFC-Fans im Babelsberger Karl-Liebknecht Stadion in Extase ver- setzte. "Für Jörn freut mich das Tor ganz besonders", sagte ein glücklicher BFC-Trainer Volkan Uluc. Er war rundum zufrieden mit seiner Mannschaft. "Wir haben uns als Team gefunden. Das heute war ein schönes Spiel vor einer tollen Kulisse." In der Tat sorgten die gut 3000 für eine stimmungsvolle Atmosphäre; dies allerdings trotz eines über weite Strecken nur mäßigem Spiels. Insbesondere von der Mannschaft von Uluc. Babelsberg war über die gesamte Spielzeit das spielbestimmende Team. Der starke Patrick Moritz glänzte immer wieder mit intelligenten Zuspielen in die Spitze. So wie in der 30. Minute, als Thomaschewski nach einem Pass des 03-Kapitäns mit einem Flugkopfball an der Strafraumgrenze spektakulär vor Hartwig klären musste. Dynamo zog sich immer weiter zurück und suchte sein Heil in Tempogegenstößen. Über mehr als Ansätze kamen sie bei ihren Kontern aber nicht hinaus. Der letzte Pass kam zu ungenau, zu spät oder gar nicht. Im zweiten Durchgang fand der BFC besser ins Spiel, die Partie war nun ausgeglichener. Zwing- ende Torgelegenheiten konnten sich aber keine der Mannschaften erspielen. Bis die Schlussphase kam und Jörn Lenz für sein Risiko belohnt wurde. "Das war ein grandioser Abschluss einer über weite Strecken mehr als verkorksten Saison", freute sich Thomaschewski. Der kommenden Spielzeit blickt er erwartungsfroh entgegen. "Jetzt passt bei uns alles: gute Mannschaft, guter Trainer, gute Fans." Und so sprang am Ende noch ein respektabler 10. Tabellenplatz heraus.
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Fußball-Woche