BFC DYNAMO gegen VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 5:3 am 11.08.07:

UNGLAUBLICHE 13 MINUTEN! Der Mensch ist nie zufrieden. Einerseits beklagt er im modernen Fußball manche Langeweile durch die Perfektionierung von Ordnung und Sicherheit. Kommen aber welche daher wie diese beiden, bei denen während einer schier unglaublichen Startviertelstunde im Abwehr- bereich kein einziger irgendetws ordnete, geschweige denn sicherte, dann ist es auch wieder nicht richtig. Und so geriet das Novum, daß es nach 13 Minuten 3:2 stand, schnell ins Kreuzfeuer jener Kritiker, die beide Ver- teidigungsreihen dilettantisches Verhalten attestieren. Sie hatten ja recht - wer aber am munteren Trefferreigen seinen Spaß hatte, und das waren nicht wenige, der wird anmerken, daß auch Geschenke erstmal reinzumachen sind. "Spektakulär, kurios, wie man will", beschrieb mit süßsaurer Miene LFC-Trainer Wolf das Erlebte, das ihm eine Gewißheit verschafft haben dürfte. Mit dieser Abwehr werden die Lichterfelder ihren gehobenen Ansprüchen kaum gerecht werden können. Die Verletzungen von Isakowitz und Antons haben eine tiefe Schneise der Verunsicherung geschlagen. Dem Unglückspärchen Prevoteau/Neugebauer in der Mitte half niemand, schon gar nicht der zap- pelige Torwart Peter, der mindestens das erste Gegentor verhindern mußte. Bis zum Schluß mühte sich der offensiv recht gefällige LFC, und Felsen- bergs Kopfball, von Manteufel auf der Linie gestoppt (86.), hätte die Sache noch einmal aufkochen können. Aber Sliwas Blackout beim Platzverweis signalisierte dem LFC, was jetzt vorrangig zu tun ist: die Spieler nervlich - moralisch wieder aufzubauen. Und vielleicht einen starken Verteidiger be- sorgen. Besonne BFC-Köpfe werden das Resultat nicht überbewerten - so leicht wie diesmal wird es selten sein. Und daß praktisch jeder Schuß einen Treffer bedeutet, kommt auch nicht alle Tage vor. Trainer Uluc weiß es und legte, kritisch wie gewohnt, den Finger auf eine Wunde, die im Freuden- taummel unterzugehen drohte: "Wir haben drei Gegentore nach Standards bekommen, das geht nicht."  Freilich wird dem Coach auch einiges gefallen haben. Zum Beispiel, wie das Stopperduo Rudwaleit-Jakowitz sich allmählich festigte, wie klug Ilic und der teilweise geniale Kutrieb den Gegner auf- rissen, wie frech der junge Metzke debütierte und wie sich Kayser als Kilometerfresser profilierte. Und ein gestandener Verteidiger lauert noch: Palmer ist nächsten Sonntag letztmals gesperrt.
klingeltöne
HERTHA BSC BERLIN/AMATEURE gegen BFC DYNAMO 1:0 am 19.08.07:

XU KOMMT, SIEHT UND TRIFFT! Da hat Karsten Heine wohl den richtigen Riecher gehabt. Sieben Minuten vor Ultimo beorderte Herthas Coach den langen Chinesen Xu aufs Feld. Der bekam im Fünfmeterraum, arg bedrängt, irgendwie einen Fuß an Cubukcus Freistoß. Vom rechten Innenpfosten trudelte das Leder für einen chancenlos dreinblickenden Thomaschewski über die Torlinie. Jersey von Leib gerissen, überschwänglich ins Publikum gejubelt, regel- konform Gelb kassiert, aber am wichtigsten: Dank des unter dem Strich wohl nicht unverdienten Siegtreffer für drei weitere Hertha-Punkte gesorgt. BFC-Trainer Volkan Uluc fand dies verständlicherweise gar nicht lustig: "Ich denke, wer so spät den entscheidenden Gegentreffer kassiert, muss einfach enttäuscht sein." Uluc sah ein "insgesamt ausgeglichendes Spiel", in dem sein Team es "in wichtigen Situationen an der nötigen Effezienz fehlen ließ." So bot sich dem wuseligen Metzke bereits nach vierzig Sekunden (!) frei vor Burchert die Chance zur spontanen Führung. Und als der defensiv sonst ordentlicher Lensinger nahezu hanebüchen an einem 50-Meter-Diagonalpaß von Littmann vorbei rauschte, boten sich Karakaya (schoss Morack an) wie Ritter (drosch hoch über den Kasten) noch in der Nachspielzahl Riesenmöglichkeiten zum Remis.. Es sollte nicht sein. Dazwischen boten die Dynamo eine durchgängig ordentliche, vordergründig auf geordnete Defensivarbeit ausgerichtete Partie. Ein Offensivspektakel wie noch gegen Lichterfelde sollte und konnte an diesem Tage nicht geboten werden. Gab es doch einmal durchdachte Kombinationen , hatte fast immer Kapitän Kutrieb seine Füße im Spiel. Pech für den Regisseur, als er nach akkuratem Solo nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei schoss (17.). Als der Spiellenker im Spielverlauf kräfte- mäßig kolossal nachließ, kamen Präzision und Phantasie dem BFC-Spiel sichtbar abhanden. Deshalb hatten Herthas Offensiv-Bemühungen insgesamt schon mehr Zielstrebigkeit und Zuschnitt. "Immer wenn wir schnell und direkt kombinieren konnten, sah unser Spiel gut aus", konstatierte Heine seinem Team schon zarte Fortschritte zum Vorwochen-Auftritt gegen Türkiyem. Es bringt in jedem Fall eine Menge Spass, solch glänzende Techniker wie Traore oder Ede auf engstem Raum dribbeln und passen zu sehen. Der kleine Franzose, der leider noch nicht immer den richtigen Zeitpunkt zum Ab- spiel findet, erhielt häufig Beifall auf offener Szene. Zu Recht: Müller (8.), Ede (36.), Huke (Abseitstor 40.) und Cubukcu (77.) wurden von ihm nach spekta- kulären Tempodribblings Chancen ergebend bedient. Da alle Schönspielerei an diesem Sommersonntag auf der Habenseite halt aber nichts brachte, musste der richtige Riecher eines Trainers entscheiden.
BFC DYNAMO gegen TORGELOWER SV GREIF 0:0 am 26.08.07:

MARKIEWICZ RETTET DAS REMIS! Zum Schluss einer vom Niveau immer schwächer werdenen Partie kochten die Emotionen auf beiden Seiten nochmals kräftig hoch: Torgelows Keeper Marcin Markiewicz, der seiner Mannschaft mit der einen oder anderen Parade bis dahin das torlose Unentschieden ge- rettet hatte, ließ sich - wie schon über die gesamte Spielzeit - sehr viel Zeit, den Ball aus seinen Händen abzuschlagen. Der bis dato aus dem Dynamo - Mittelfeld am meisten überzeugene Jakowitz stellte sich dem Torwart in den Weg, attackierte ihn - und der nicht gerade mit einem Fliegengewicht aus- gestattete Markiewicz fiel spektakulär zu Boden. Sicherlich war es von Jakowitz unüberlegt, so auf den Torwart draufzugehen, zumal er keine Chance hatte, an den Ball zu gelangen. Doch die Frage an den Keeper wäre, ob man dies wirklich "clever" nennen kann, wie es hinterher aus dem Torgelower Um- feld verlautete. Immerhin hatte Markiewicz vorher schon durch seine aufreizend langsame Art, die Bälle wieder ins Spiel zu bringen, die Emotionen auf den Rängen ansteigen lassen. Da dies alles ungestraft vor sich ging, hielt sich sein Selbstbewusstsein in engen Grenzen, während Jakowitz dem BFC einige Spiele ausfallen wird ...! Das Spiel begann stark, weil abwechslungsreich, und die Gäste hatten im ersten Durchgang sogar die besseren Gelegen- heiten. Zum Beispiel nach einem tollen Pass von Grzegorczyk auf Allert, der an Rudwaleit vorbei prächtig zu Pankau zurücklegte, doch der gefährliche Angreifer hatte wohl etwas zu viel Rücklage und schoss daher aus acht Metern drüberweg (15.). Oder auch kurz vor der Pause, als Pankau mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze an Thomaschewskis Fäusten scheiterte (42.). Kurz zuvor hatte auch der BFC einen "Riesen", als Rauch unbedrängt im Strafraum zum Kopfball kam, aber Markiewicz rettete mit toller Flugparade. Im zweiten Abschnitt war Dynamo dann klar überlegen: Das Eckenverhältnis lautete am Ende 14:2. Zwar konnten sich die Vorpommern immer wieder befreien, hatten aber keine nennenswerte Gelegenheiten mehr. Was aber die Hohenschönhausener auch anstellten, es blieb zumeist bei einfallslosen Flanken in den Strafraum (Spezialist: Kutrieb), die Torgelows Abwehr vor keine allzu großen Probleme stellten. Wenn aber vom BFC mal schnell gespielt wurde, dann gab es durchaus Lücken in der Hintermannschaft der Greifen. Doch weder Kayser (62.), noch Rauch (63.), oder auch Jakowitz (69.) konnten den Teufelskerl im Torgelower Kasten überlisten. Auch die eingewechselten Karakaya und Metzke wirbelten nochmals gehörig, allein der zählbare Erfolg stellte sich nicht mehr ein. Und dann kam noch das Übel mit Jakowitz ...!
TÜRKIYEMSPOR BERLIN gegen BFC DYNAMO 1:1 am 02.09.07:

STILLENMUNKES` FATALER FEHLER! Auf der Tribüne wurden bereits Wetten auf ein 0:0 angeboten, zu schwach im Abschluss präsentierten sich die im zweiten Durchgang hoch überlegenen Kreuzberger gegen den BFC, der seine Offensivbemühungen nach dem Wechsel fast komplett eingestellt hatte und deutlich sichtbar auf eine Punkteteilung aus war. Da ahnte niemand etwas von der dramatischen Schlussphase, die ihren Höhepunkt im Fernschuss von Littmann hatte, der nur an den Ball kam, weil der bis dahin tadellose Jacobson einen langen Ball unterlief. Den Aufsetzer ins lange Eck musste der bis zu diesem Zeitpunkt fehlerlos haltende Stillmunkes parieren, doch zum Entsetzen seiner Mitspieler rutschte ihm der Ball über die Hände zum Ausgleich ins Netz. Das war zuviel für das Nervenkostüm von Dogan, der sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und die Rote Karte erhielt. Vorausgegangen war je- doch eine strittige, aus unserer Sicht aber vertretbare Elmeterentscheidung des gut und umsichtig leitende Schiedsrichters Rohde: Rudwaleit kam gegen Balogun einen Tick zu spät, und obwohl dieser den Ball am linken Strafraumeck Richtung Außenlinie beförderte, fand eine Berührung statt. Yigitusagi ver- wandelte den Elfmeter nervenstark, obwohl er bis dahin nur durch seine Abschlussschwäche aufgefallen war. Diese Führung hatten sich die Kreuz- berger mit einer enagierten und spielerisch durchaus achtbaren Leistung verdient. Angetrieben von der eigentlichen Defensivzentrale Dogan und Senkaya und inspiriert vom laufstarken Yazici wurden immer wieder die auf den Flügeln sehr aktiven Yilmaz und vor allen Dingen Boachie gesucht, die eine Vielzahl verwertbarer Eingaben Richtung Thomaschewski schlugen, aber keine Abnehmer fanden. Die größten Chancen vergab Yitiusagi, der den Ball aus Nahdistanz über das Tor köpfte (25.) und gemeinsam mit Dogan an einer Eingabe von Boachie vorbeirutschte (66.). Vorausgegangen war ein Fehler von Lenz, dessen Kopfball Richtung eigenes Tor beim wieselflinken Boachie landete, den keiner mehr aufhalten konnte. Was war mit Dynamo los? Angetreten im 4-3-3 System standen die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseinander. Lediglich der umsichtige Ilic (warum musste er gehen?) be- mühte sich konstruktiv um den Spielaufbau. Kutrieb blieb blass und vorne lieferte sich Karakaya mit Doymus eine Privatfehde, die der Abwehrspieler ein- deutig für sich entschied. So blieb der Flugkopfball von Palmer nach Ecke von Ritter die einzige nennenswerte Torchance bis in die Schlussphase (57.), sieht man von den Heber aufs Tornetz in der Anfangsphase von Karakaya einmal ab.
TENNIS BORUSSIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:1 am 07.09.07:

KLASSEKOPFBALL VON RUDWALEIT! Das ganze Elend und die Hilfslosigkeit der Borussen verriet eine Aussage ihres Trainers Raickovic: "Die Rote Karte für Dynamo hat uns ein bißchen überrascht." Ach! Nicht etwa, daß der Coach den Feldverweis von Palmer als ungerechtfertigt empfunden hätte - selbst sein BFC-Kollege Uluc fand die Strafe okey. Was Raickovic meinte: Fortan verlor TeBe den ohnehin nur hauchdünnen Spielfaden komplett und taumelte gar noch in eine unnötige, alptraumhafte Niederlage. Das klassische Beispiel, wie eine Überzahlsituation einem ohnehin verunsicherten Team zum psycho- logischen Ballast und somit zum Nachteil geraten kann. Der Jubel bei Dynamo indes war grenzenlos. Die Hohenschönhausener wußten sehr wohl, daß in einem erbärmlich schwachen Spiel eigentlich keiner den Sieg verdient hatte und daß sie verdammtes Glück besaßen, als der bisweilen unverständliche Unparteiische Bärmann ein klares Umreißen Kadows durch Thomaschewski nicht mit Strafstoß ahndete (78.). Weniger Glück war es, wie der überragende Rudwaleit sich zum entscheidenen Kopfball in die Lüfte schraubte, während die Borussen rechts und links wie die Lausbuben zur Seite purzelten. Und Uluc durfte sich im nachhinein auf die Schulter klopfen, trotz Unterzahl mit Rauch und Kayser ganz frech zwei Stürmer eingewechselt zu haben. "Mutige Signale geben" nannte das der Coach, gestand jedoch ein: "Glück gehört dazu." Genau. Zuvor hatte der BFC offensiv kaum etwas auf die Beine gestellt. Zwar zwang er mit seinem System (drei Mann hinter einer Spitze) TeBe zur Umstellung auf Viererkette, kam aber kaum vielversprechend an den Straf- raum. Die frühe Verletzung von OLdboy Lenz (geschwollender Spann) war einem ruhigen Aufbau nicht zuträglich, und Spielmacher Kutrieb hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Etwas gepflegter und zielstrebiger wirkte anfangs das Spiel der Borussen, vor allem dank Petrowsky. Doch neben einiger vagen Chancen erspielten sie nur einen Hochprozentigen: Eher zufällig stand plötzlich der bemühte, aber glücklose Ergirdir in der Mitte völlig frei, wählte jedoch die Galerie-Variante mit dem Außenrist - und verzog (73.). Das war`s im Prinzip für die Veilchen, denen es an Besserwissern im Umfeld bekannt- lich nicht mangelt. Die Ausfälle von Fuß (den Yilmaz ordentlich, aber natürlich nicht vollwertig vertrat) oder von Thiam wurden als Gründe für die Misere genannt und auch die Gemeinheiten der Gegner und der Schiedsrichter, vor allem aber der Trainer, der dem Team bis heute kein Gesicht, kein System, kein Konzept verliehen habe. Denkbar ist allerdings auch, daß die Mannschaft viel besser einfach nicht ist.
ADLERSHOFER BFC 08 gegen BFC DYNAMO 1:3 n.V. am 11.09.07:

ABC NAH AN DER SENSATION! "Gerade nochmal von der Schippe gesprungen", atmete BFC-Trainer Uluc durch. Wohl wahr, denn der einfallslose BFC (erst- mals mit Bongartz und Kovulmaz) rettete sich zehn Sekunden vor dem Abpfiff äußerst schmeichelhaft in die Verlängerung. Überaus bitter für den ABC, denn der hatte die Dynamos mit knallhartem Zweikampfverhalten durchgängig im Griff. Das Team um den starken Ausputzer Fischer und die blitzschnell konterndem Raß und Martin versäumte es lediglich, gegen die taumelnde BFC-Abwehrden Sack zuzumachen. Einzig das Schusspech von Praus und Raß, Brändikes glänzenden Paraden und schließlich der Pfosten beim Flachschuss des alle überragenden Martin (59.) hielten die Weinroten im Spiel.
BFC DYNAMO gegen SPANDAUER SV 1894 2:1 am 22.09.07:

SSV DEM ERSTEN PUNKT NAHE! Bis weit in die zweite Halbzeit hinein konnte der Gast auf seinen ersten Punktgewinn hoffen - und vielleicht sogar auf mehr. Denn bis dahin war er allemal gleichwertig und hatte auch seine Chancen. Das Glück neigte sich auf Seiten des BFC, als Trainer Volkan Uluc den jungen Metzke einwechselte, der dann nur fünf Minuten später den Siegtreffer erzielte. Der Erfolg der Platzherren war sicher nicht unverdient, aber nach einer eher durchwachsenen Vorstellung sicher etwas glücklich. "Viele Baustellen" hatte auch Uluc in seinem Team gesehen, welches sich spielerisch lange schwer tat und erst spät richtig ins Rollen kam. Da verließen die tapferen Spandauer ein wenig die Kräfte, nachdem sie lange nicht nur aufopferungsvoll dagegen gehalten, sondern auch beherzt nach vorne gespielt hatten. So bot sich dem anfangs auffälligen Gaborek die erste Doppelchance, als er gleich zweimal an Thomaschewski scheiterte (14.). Und bald nach Wiederanpfiff lag die erneute Gäste-Führung in der Luft, doch nach einem Solo des fleißigen Zaher landete sein Lupfer an der Latte (49.). Bei Dynamo hingegen wollte es einfach nicht laufen, was auch an der kompakten SSV-Defensive lag. "Wir haben deren Schlüsselspieler gut neutralisiert", sah SSV-Coach Oliver Kieback erfreut, wie sein taktischen System lange sehr gut aufging. Doch fehlte seinem Team im Spiel nach vorn die letzte Konsequenz gegen eine manchmal etwas schlafmützig wirkende Abwehr der Hausherren, die auch in der Schlussphase noch einiges gestattete. So vertändelten Thomaschewski und Littmann den Ball tolpatschig an Fröhlich - doch der nahm die Einladung nicht an (79.). Und Gaboreks Solo im Strafraum mochte auch keiner aufhalten - aber Freund und Feind verpassten dann die Eingabe (85.). Zuvor hatte der BFC immerhin begonnen, sich den Sieg doch noch zu verdienen, weil Kutrieb nun etwas mehr Räume hatte und Kayser, der den Ball einmal vehement an die Latte hämmerte (82.), mehr Zug zum Tor in die Aktionen brachte. So blieb der finale Eindruck haften, dass letztlich vielleicht doch noch alles seine Ordnung hatte. Oder halt wenigstens ein bisschen.
SV YESILYURT 73 gegen BFC DYNAMO 1:0 am 28.09.07:

LICHTBLICK DES KOPFBALLKÖNIGS! Vor einem knappen halben Jahr standen sich diese beiden an gleicher Stätte gegenüber. Resultat: 1:5. Von solchen Zeiten kann der BFC derzeit nur träumen. Sein Auftritt ließ nur eine Frage zu: Was will er in der Regionalliga? Erschreckend spielschwach, lahmarschig, ohne Sinn und Verstand torkelte er in eine bittere Niederlage und war am Ende nicht mal in der Lage, die berühmte Brechstange auszupacken. Viel bes- ser spielte Yesilyurt auch nicht. Doch nach ihrem verpatzten Saisonstart standen die Moabiter schon ein bißchen mit dem Rücken zur Wand, und ihr Trainer Öztürk hatte gefordert: "Wir wollen kein schönes Spiel, sondern gewinnen." Auftrag erfüllt. Aber auch hier. An die Zeiten, in den Yesilyurt mit den attraktivsten Fußball der Liga bot, durfte man nicht denken. Insgesamt fand Öztürk den Sieg verdient. Das durfte so sehen, wer seinen Spaß an der Ver- dichtung des Mittelfelds hat und am Fernhalten des Gegner vom eigenen Tor. Aber ein stärkeren Kontrahent als Dynamo an diesem Tag hätte sicherlich bestraft, wie Yesilyurt nach dem 1:0-Lichtblick des Kopfballkönig Turhan sich immer weiter zurückzog und so tief stand, daß mögliche Konter bereits im Ansatz ersticken mußten. Einmal nur fuhr Uz, weit und breit der einzige Stürmer von Format, mit den Verteidigern Schlitten, ballerte aber genau auf Thomaschewski, ehe Karadeniz der Nachschußüber den Schlappen rutschte (74.). Ein einziger Konter nur gegen einen am Ende panisch offenen BFC - das geht normalerweise nicht gut. Aber es ging gut, weil der BFC von allen guten Geistern verlassen schien und selbst in puncto Engagement seine Fans zu dem Gesangtext nötigte: "Wir woll`n euch kämpfen seh`n!" Vor der Pause ein Lupfer-Versuch Karakayas, der aber zu dicht vor Kempter stand (26.), kur vor dem Schluß ein Freistoß Kutriebs, vom Keeper mühsam zur Ecke bugsiert (86.), das war die armselige Chancenausbeute der durch die Bank ideen- losen, bewegungsscheuen Dynamos. Trainer Uluc wirkte mächtig angefressen: "Zwei Torschüsse in 90 Minuten, das ist schlecht." Oh, ja. Auch diverse Umbauarbeiten (zwei frische Stürmer rein, Jakowitz ins Mittelfeld) brachten nichts. Die Schwächsten unter vielen Schwachen: Kayser, Littmann und ganz besonders Kutrieb - wann platzt bei dem begnadeten Fußballer wieder der Knoten?
BFC DYNAMO gegen FRIEDENAUER TSC 5:1 am 03.10.07:

KUTRIEB TRIFFT UND FÜHRT REGIE! Eine durchschnittliche Leistung genügte dem BFC, um in die 3.Runde einzuziehen. In der fairen Partie machten die Friedenauer die Räume geschickt eng und standen in der Abwehr bis auf wenige Ausnahmen erstaunlich sicher. Allein der überragende Kutrieb sorgte immer wieder für Gefahr und zeichnete sich als Torschütze und Ballverteiler aus. Der Landesligist war immer bemüht mitzuspielen und hatte durch Sada zwei Chancen in den 90 Minuten. Die erste ergab er aus Nahdistanz (54.), bei der zweiten behielt er kühlen Kopf und ließ Brändike keine Chance.
BFC DYNAMO gegen GREIFSWALDER SV 04 2:0 am 06.10.07:

MIT KUTRIEB AUS DEM FORMTIEF! Rätselhaft, wie eine Mannschaft binnen acht Tagen ihr Gesicht wandeln kann. Beim 0:1 gegen Yesilyurt noch hohl und stupide, explodierte Dynamo zu einer schier unglaublichen Steigerung, obwohl Trainer Uluc seine Startelf auf nur drei Positionen verändert hatte: Paepke, Below, Ritter rein, Kayser, Karakaya, Rauschenbach raus. Das Geheimnis dieses am Ende völlig verdienten Erfolgs lag jedoch wohl weniger in den Per- sonalien. Weit wichtiger schien, daß das Team als Ganzes eine ganz andere, bessere Einstellung verriet - und vor allem, daß der Strippenzieher Kutrieb sein hartnäckiges Formtief offenbar überwunden hat und mit seinen Geistesblitzen die Mitspieler zu einem geschlossen gelungenen Auftritt inspirierte. Einen kleinen Genius wie Kutrieb besaßen die Greifswalder nicht. Ihr Trainer Zachhuber, Dirigent eines vergleichweise schmalen Kaders, ver- wies auf die Ausfälle seiner verletzten Leitfiguren Kampf und Schwandt: "Wir sind nicht in der Lage, sie zu ersetzen." Jedenfalls nicht gleichwertig. Es sah alles ganz hübsch aus beim Aufsteiger, vor allem in den ersten zwanzig Minuten, als die Bemühungen des ungeheuer fleißigen Kapitäns Möller zu zwei vagen Möglichkeiten für Weinmar und Köhn führten. Zachhuber war jedoch ehrlich genug zu bilanzieren: "Wir haben gerackert und gekämpft, aber keine zwingende Chancen herausgespielt." Da half auch das Vorrücken des Abwehrchef Jahn ins Mittelfeld und des langen Seering in den Angriff nichts. Die Greifswalder Zahnlosigkeit war der Verdienst einer deutlich stabilisierten BFC-Defensive. "Wir haben kompakt und diszipliniert gestanden", lobte Uluc. Rudwaleit sowieso, aber diesmal auch der starke Littmann räumten das Gefährlichste rigoros ab und bildeten mit den Abschirmern Ilic und Jakowitz ein ziemlich undurchlässiges Viereck. Gestützt auf diesen Block startete der BFC seine überfallartige Angriffe, nicht übermäßig viele und nicht immer präzis, aber durchweg spritzig und leidenschaftlich. Es kann nicht alles klappen. Als Krönung fungierten die beiden Treffer aus dem Bilderbuch: Kutriebs Flanke zum 1:0 kriegt nicht jeder herein, auch Ritter platzierter Kopfball-Abschluß war kein Selbstläufer, und den Konter zum 2:0 könnte man getrost auf die Lehrfilme bannen. Wie schmal allerdings der Grat zwischen Geschick und Ungeschick ist, zeigte, ebenfalls lehrbuchreif, die Schlußphase, als die Bodden- städter hemmungslos aufgemacht hatten: Da versaubeutelten Rauch (83.), Kayser (87.) und Kutrieb (90.) drei glasklare Konter, bei denen der Ball einfach rein mußte. Eine Warnung für alle BFCer, wie schnell man wieder ins Elend rutschen kann, wenn man sich nicht konzentriert.
BFC PREUSSEN 1894 gegen BFC DYNAMO 0:3 am 20.10.07:

DIE ABKEHR VON DER ORDNUNG! Wer die Verhältnisse nicht kennt, mag über diese Trainerworte einigermaßen erstaunt sein: Preussens Hahner wollte "die beste Saisonleistung" seiner Elf gesehen haben, derweil Dynamos Uluc "teilweise viel Leerlauf" bei den Seinen entdeckt hatte. Ein Blick auf das nackte Resultat wirft die Frage auf: Wie passt das zusammen? Es passt schon irgendwie, weil die Verhältnisse halt so sind. Selbst wenn die Lankwitzer sich noch so viel Mühe geben, es reicht einfach nicht, um einen halbwegs konzentrierten Favoriten aus den Latschen kippen zu können. Hahner befand denn auch realistisch: "Wir müssen unsere Punkte gegen andere holen." Gegen diejenigen, die nicht wie Dynamo eine Bank aufweisen, von der die Preussen jeden Einzelnden mit Kusshand nehmen würde. Preussens verbissener wie vergeblicher Kampf wurde erschwert durch den unorthodoxen Referee, der sich mit vielen Streitfragen gegen sie entschied. Vor der Halbzeit übersah Schibull ein Handspiel Littmanns im Strafraum, gleich nach Wiederbeginn zückte er für Paepke, der als letzter Mann Aydinoglu festgehalten hatte, nur Gelb statt Rot, und unmittelbar vor dem 0:2 war Höche ziemlich eindeutig um- geschubst worden. Das Sahnestückchen freilich lieferte Schibull mit dem Halbzeitpfiff just in dem Moment, als Preussen einen Freistoß vors Tor schlagen wollte - sagenhaft. Hahner sprach die Dinge an, gestand aber auch: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen." So ist es. Die Mängelliste war ellenlang und begann ganz vorn - karge fünf Tore hat Preussen bisher erzielt. Weder im Angriff noch im offensiven Mittelfeld besaß einer das Zeug, ein Spiel zu beeinflussen, geschweige denn zu entscheiden. Daß in Preussens munterster Phase Metzke bei Schönwalders Kopfball auf der Linie zu klären hatte (62.), dass Höches Distanz-Volley haarscharf vorbeiflog (64.) und Nitsche an Orzels Eingabe vorbeistolperte (71.), entsprang eher dem Zufall denn zwingendem Spiel. Und wenn dazu hinten Sachen passieren wie Höches Stellungsfehler vor dem 0:1, dann kommt man von der Verliererbahn so schnell nicht herunter. Dynamo wirkte anfang sehr geordnet, sehr diszipliniert - und ziemlich langweilig. Nur sporadisch gingen Metzke und Manteufel über die Flügel ab, und Kutriebs Ideen verpufften zumeist. Dennoch schien die Überlegenheit so erdrückend, daß nach Halbzeit der Schlendrian einriß. Die Abkehr von der Ordnung bröselte Uluc detailliert auf: "Zu viel zugelassen, zu passiv, zu weit weg vom Mann." Aber dank einer individuellen Klasse überstand der BFC die Phase der Verwirrung schadlos, getreu der Weisheit: Spitzenteams gewinnen auch ihre schwächeren Spiele.
BFC DYNAMO gegen FSV OPTIK RATHENOW 2:2 am 27.10.07:

KARAKAYA ERHITZT DIE GEMÜTER! Fußballherz, was willst du mehr? Spannung bis zum Abpfiff, vier Tore, drei Feldverweise, Kampf und Hektik auf beiden Seiten, am Ende jubelnde Gäste und maßlos enttäuschte Gastgeber. Tja, für die Zuschauer war`s hochinteressant und abwechslungsreich, was die zu- nächst 22 und später 19 Akteure auf dem Platz boten. Für den BFC indes bleibt festzuhalten, dass er auf dem Weg zur Regionalliga-Qualifikation zwei Punkte verschenkt hat. Und da wunderte es nicht, dass BFC-Trainer Volkan Uluc seine Gemütslage in gerade einmal vier Worten zusammenfasste: "Ich bin richtig stinkig." Schlecht gelaunt waren beim BFC nach dem Schlusspfiff aber eigentlich alle. Und die Gründe dafür lieferte ganz allein Cenk Karakaya. Eingewechselt in der 70. Minute hatte der Stürmer gleich drei derart klare Torchancen, wie er sie vielleicht in dieser Saison nicht noch einmal serviert be- kommt. Als Optik nach dem 1:2 mit acht Feldspielern zum Alles oder Nichts blies, boten sich Karakaya zwei Konterchancen. Beide Male lief er 30 Meter allein auf Torwart Aydin zu. Bei der ersten verzögerte er geschickt, schlenzte den Ball aber an den rechten Pfosten (86.). Bei der zweiten wählte er die linke Ecke - Aydin hatte es gerochen (89.). Die Rache folgte kurz darauf, als Optik-Kapitän Kellner den Ball irgendwie ins Tor drosch, obwohl vier Dynamo - Spieler auf der Linie standen, Torwart Thomaschewski aber von einem eigenen Mitspieler ins Tor gedrückt wurde. Viel dümmer konnte sich der BFC in der Schlussminute nicht anstellen. "In zehn Sekunden wird die Arbeit einer ganzen Woche kaputt gemacht", klagte Thomaschewski. Zuvor hatten sich beide Mannschaften lange Zeit erfolgreich bemüht, Fußball zu spielen. Wie der BFC phasenweise aus der eigenen Abwehr heraus seine Angriffe auf- baute, war durchaus sehenswert. Kutrieb hatte einige geniale Momente, legte aber auch immer eine Pause ein. Und die nutzte dann Optik, um seinerseits das Spiel zu kontrollieren. "Ein Riesenspiel mit allen Facetten" hatte Optik-Trainer Ingo Kahlisch gesehen, der insbesondere die große Moral seiner Elf lobte. An Effektivität mangelte es den Rathenower ebenfalls nicht. Vor der Pause nutzten sie die einzige Chance eiskalt zur Führung. Und kurz vor dem 2:2 prüften Kellner und M.Lettow im Nachschuss BFC-Keeper Thomaschewski, der ansonsten einen ruhigen Nachmittag verlebte. Bis er in der letzten Minute zusammen mit dem Ball im Tor lag ...!
BFC DYNAMO gegen TSG NEUSTRELITZ 2:1 am 03.11.07:

RÜCKSTAND WECKT DYNAMO AUF! So richtig schlau geworden aus dem Leistungsvermögen seiner Mannschaft ist Volkan Uluc auch nach dem 11.Spieltag nicht. Wie schon beim 2:2 gegen Optik Rathenow sah der BFC-Trainer eine Dynamo-Elf, die das Spiel diszipliniert kontrollierte und ständig nach vorne spielte. Echte Torchancen scheint sich die Mannschaft aber für spätere Zeiten aufzusparen. Oder aber bis zu einem Rückstand. "Wir brauchen offenbar den Hallo-Effekt", sagte Uluc. Denn erst nach dem 0:1 wurden die BFC-Angriffe wütender - und erfolgreicher. Und im Gegensatz zum Optik-Spiel ließ sich Dynamo die 2:1-Führung in der Schlussphase nicht mehr abjagen. Der Sieg hatte drei Väter: Zum einen Stürmer Christian Ritter, der unermüdlich rannte und ackerte und beide Tore klasse vorbereitete. Zum anderen Christian Rauch, der nur neun Minuten nach seiner Einwechslung beide BFC-Tore erzielt hatte. Zum dritten Trainer Uluc, der nach einer Stunde Rauch als zweiten Stürmer brachte, weil Dynamo bis dahin keine einzige Torchance hatte. Und die TSG Neustrelitz? Die spielte die ersten 60 Minuten ordentlich mit, stand in der Defensive lange sicher (Özvatan engte Kutriebs Kreise ein) und wagte sich ab und an auch mal nach vorn. So wunderte es nicht, dass TSG-Trainer Lothar Hamann trotz der Niederlage "im Großen und Ganzen nicht unzufrieden" war. Und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Thomaschewski Senkayas gefährlichen Kopfball Sekunden vor der Halbzeitpause nicht entschärft hätte (45.). Die Führung gelang zwar denoch, aber gleichzeitig verlor Neustrelitz nach dem 1:0 die Ordnung. Warum? Hatte die Mannschaft Angst zu gewin- nen? Fehlt`s einigen an ausreichend Kondition, so dass in der Schlussphase die Konzentration nachlässt? Fakt ist: Zwei indivduelle Fehler (beim 1:1 Schelenz, beim 1:2 Parlatan) verursachten eine Niederlage, die so nicht nötig gewesen wäre. Große Erleichterung dagegen beim BFC Dynamo. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft", lobte Uluc. "Es war sehr positiv, wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind." Das honorierten auch die Zuschauer, die mit einer flotten zweiten Halbzeit für den etwas zähen ersten Durchgang entschädigt wurden. "Auswärtssieg" unkten schließlich einige BFC-Fans in der Schlussphase und waren erleichtert, als der gute Schiedsrichter Cyrklaff zum letzten Mal in seine Pfeiffe pustete. Der Auswärtsssieg im eigenen Stadion war tatsächlich geschafft - Neustrelitz hatte das Heimrecht wegen laufender Umbauarbeiten im Stadion mit Dynamo getauscht.
BFC DYNAMO gegen SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE 4:0 am 10.11.07:

ANGRIFFS- UND FLOCKENWIRBEL! Eine starke Anfangsphase des BFC klärte schon frühzeitig die Fronten. Ende der ersten Halbzeit wurde es etwas unüber- sichtlich, als ein heftiger Schneeschauer das Sportforum in winterliches Weiß hüllte. Die Gäste hatten freilich schon zuvor bei klarer Sicht den nötigen Durchblick vermissen lassen. Denn vor dem dichten Flocken - hatte es bereits einen mächtigen Angriffswirbel gegeben, mit dem der BFC frühzeitig die Fronten klärte. „In den ersten 30 Minuten waren wir richtig stark“, freute sich auch Dynamo-Coach Volkan Uluc über die Gala-Vorstellung, welche seine Schützlinge in der ersten halben Stunde boten. Freilich halfen ihnen die einstmals noch so abwehrstarken Germanen mit ihren defensiven Patzern auch kräftig beim Tore schießen. Beim ersten Treffer verlor der junge Griebsch erst das Laufduell gegen Ritter und verhaspelte sich anschließend auch noch übereifrig - dilettantisch beim Rettungsversuch auf der Linie. Beim zweiten konnten Flankengeber (Kutrieb) und Vollender (Ritter) gänzlich unbehelligt zur Tat schreiten, ehe vor dem dritten dann Schöneiches Abwehr in ihrer Gesamtheit ziemlich orientierungslos herumirrte und dabei den völlig freisteh- enden Metzke gänzlich übersah. Es hätte sogar früh noch schlimmer kommen können, wenn bei Rudwaleits Kopfball Fofie nicht rettend auf der Linie ein- geschritten wäre (32.). „Unsere Taktik, hinten tief zu stehen und dann zu kontern, ist gründlich in die Hose gegangen“, musste hinterher Gäste-Trainer Meik Gottschalk ernüchtert bilanzieren. Die Hausherren dagegen spielten zunächst wie aus einem Guss, vor allem schwungvoll über die Flügel und steckten dabei ziemlich locker weg, dass in der Mitte Regisseur Kutrieb gar nicht mal seinen besten Tag erwischt hatte, der zuletzt doppelt erfolgreiche Sturmtank Rauch diesmal eher blass blieb und mit Karakaya zudem ein weiterer Angreifer kurzfristig wegen einer Leistenverletzung passen musste. Der klare Spielstand nebst den einsetzenden Wetterkapriolen und dem daraus resultierenden glitschigen Geläuf ließen den Spielfluss des BFC nach der Pause dann allerdings fast zwangsläufig etwas stocken. „Bei diesem Wetter war unser Anfangstempo nicht durchzuhalten“, zeigte dafür auch Uluc Ver- ständnis. Einzig der junge Metzke hatte noch nicht genug und wirbelte am rechten Flügel noch einige Male beherzt los. Nachdem er Ritters dritten Treffer mustergültig vorbereitet hatte, scheiterte er selbst nach einem beherzten Solo an Stein (66.). Erst als alles längst entschieden war, standen die Gäste hinten etwas stabiler und sahen nun auch in der Offensive etwas besser aus, was vor allem am fleißigen Fofie lag, der sich (durchgehend) tapfer mühte. Doch bei seinen Mitspielern stieß sein Eifer auf wenig Unterstützung. Und bei nur zwei richtigen Möglichkeiten für Dingeldey – der zunächst eine Flanke verpasste (59.), ehe Metzke kurz danach seinen Schuss von der Linie holte (64.) – konnten die Gäste letztlich noch nicht einmal ernsthaften Anspruch auf einen Ehrentreffer erheben.
FC NORDOST BERLIN gegen BFC DYNAMO 0:5 am 14.11.07:

METZKE STELLT DIE WEICHEN AUF SIEG! Am Ende waren alle Beteiligten zufrieden: Der Sieger BFC Dynamo weil er durch das 5:0 relativ mühelos ins Achtel- finale einzog. Der Verlierer FC Nordost, weil 700 Zuschauer dem "Spiel des Jahres" den erhofften Rahmen verliehen und weil die Organisation reibungs- los über die Bühne ging. Nordost-Trainer Rohde beklagte, dass seine Mannschaft aus dem hohen läuferischen Aufwand keinen Nutzen zog: "Aus den guten Phasen des Spiels schöpfen wir aber Hoffnung für die nächsten Wochen." Sein Kontrahent Uluc verteilte Komplimente an den Gegner und hüllte den Mantel des Schweigens über das zeitweise pomadige Auftreten seiner Spieler: "Für uns zählt nur das Weiterkommen." In den ersten 30 Minuten blieb die Partie ohne Höhepunkte. Erst als Paepke für Metzke auflegte und dieser aus Nahdistanz zum 1:0 traf, tat sich der Favorit etwas leichter. Rauch erhöhte kurz darauf auf 2:0. Der beste Nordost-Angriff des Spiel blieb ungekrönt, weil Zaumseils Treffer nicht zählte. Bei Sommers Flachpass stand er knapp im Abseits (43.). Ein Tor vor der Pause hätte der Partie noch einmal neue Spannung verliehen.
LUDWIGSFELDER FC gegen BFC DYNAMO 1:1 am 17.11.07:

STARKER AUFTRITT VON HEBESTADT! Erwärmend war es nicht, was Ludwigsfelde und Dynamo bei nasskaltem Wetter boten. Lag es daran, dass LFC - Trainer Volker Löbenberg nach zuletzt mäßigen Auftritten mehr Kampf, mehr Einsatz und ein Remis gegen den "haushohen Favorit" gefordert hatte? Nach zähen 90 Minuten und insgesamt einer Handvoll Torszenen hatten die Gastgeber alle Vorgaben umgesetzt - immerhin. Und der BFC? Dem schmek- kte die aggressive Spielweise der Ludwigsfelder überhaupt nicht. "Dass wir auf einem sehr engagierten Gegner treffen, wussten wir vorher", sagte Trainer Volkan Uluc hinterher. Aber die Mannschaft fand kein Mittel gegen die gut gestaffelte Ludwigsfelder Elf, in der Eidtner mal wieder als Libero für Ordnung sorgte. Beim BFC mühte sich der zuletzt hochgelobte Ritter ohne Erfolg. Seine Flanke, die zum Ausgleich führte, bildete die Ausnahme. Die einzige Spitze Rauch, erst im Sommer aus Ludwigsfelde gen Hohenschönhausen gewechselt, sah gegen Karaschewitz keinen Stich. Und Kutrieb wurde lange Zeit auf Schritt und tritt von Bengs verfolgt - kein Wunder, dass so nicht einmal ein Hauch von Spielkultur entstehen konnte, zumal der quirlige Youngster Metzke unglücklich agierte. Daran änderte auch sein Kopfballtor nichts. Einzig Ilic gefiel im Mittelfeld, wo er so manchen Ball eroberte. Indes: Seine Kabinettstückchen bei nahezu jeder Ballannahme sollte er reduzieren. Auf der anderen Seite feierte Hebestadt auf der rechten Außenbahn ein starkes Saisondebüt von Beginn an. Er hatte sogar eine Konterchance, schoss aber knapp am Tor vorbei (80.). Da beide Torhüter nahezu arbeitslos waren, langweilten sich die Zuschauer. Daran änderten auch die vielen Fouls und Nickligkeiten in der zweiten Halbzeit nichts. Ein wenig unruhig wurde es, als Jakowitz nur drei Minuten nach seiner Einwechslung bewusstlos im Ludwigsfelder Strafraum liegen blieb. Nach einer der wenigen BFC-Ecken war er mit Keeper Breitkopf zusammengerasselt. Diagnose: leichte Gehirnerschütterung und ein stark geschwollenes Jochbein. "Ich hatte genau einen Ballkontakt", erzählte Jakowitz später. Wie es zu dem Zusammenprall gekommen war, wusste er nicht mehr. Derweil brauchten die BFC-Verantwortlichen satte fünf Minuten, bis sie die unfreiwillige Unterzahl beendeten. Vom Ziel der Hinrunde ist der BFC Dynamo jetzt nur noch einen Zähler entfernt. "Mit mindestens 26 Punkten wollen wir in die Winterpause gehen", sagte Uluc. Gegen den BAK am Sonntag sollte das fehlende Pünktchen zu holen sein; in Rostock wird`s zum Saisonfinale ungleich schwerer.
BFC DYNAMO gegen BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 3:0 am 25.11.07:

RAUCHS FEINE EINZELLEISTUNG! BAK-Trainer Gündogdu schien von vornherein um Schadensbegrenzung bemüht. Vor seiner Vierer-Abwehrkette stellte der Übergangscoach ein breites Mittelfeld, in dem Mansour und Arayici die Zentrale dicht machen sollten, vorne lauerte mit Engin nur eine Spitze. Die defensive Aufstellung der Gäste führte dazu, dass der BFC von Beginn an das Spiel bestimmte. Zunächst vermochten es die Hausherren jedoch nicht, zwingende Torchancen zu inszenieren. Erstmals kam der BFC nach einer Viertelstunde gefährlich vors Tor. Rauch hatte sich am linken Flügel durchge- setzt und den Ball in den Rücken der Abwehr zu Kutrieb gezogen. Der Kapitän hätte es selbst machen können, zeigte sich jedoch mannschaftsdienlich und legte auf für Metzke. Aus vollem Lauf nahm dieser den Ball direkt und beförderte ihn knapp über das Tor von Schulz. Sekunden später hatten die Zuschauer den Torschrei abermals auf den Lippen. Über Kutrieb und Ritter lief der Ball schnell und direkt zu Jakowitz. Der passte quer in den Strafraum zu Rauch, doch rutschte dieser um wenige Zentimeter vorbei. Vom BAK war in der Offensive so gut wie nichts zu sehen, Rudwaleit und Palmer hatten mit Engin keine großen Probleme. Lediglich ein Mal entwischte der Stürmer und kam zum Abschluss. Doch sein Schuss aus 20 Meter stellte Thomaschewski vor keine großen Probleme (20.). Nach 39 Minuten fiel die verdiente Führung für den BFC. Als sich unter den Fans erster Unmut breit zu machen begann, sorgte Rauch mit einer schönen Einzelleistung für die Erlösung. Der Stürmer ließ nacheinander Tetik, Turan und Karapinar stehen, behielt vor Schulz die Nerven und schob den Ball überlegt in die lange Ecke. Kaum war der zweite Durchgang eröffnet, war das Spiel entschieden. Turan kam gegen Rauch zu spät - Schiedsrichter Rohde zeigte auf den Punkt. Der überragende Kutrieb ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte den Strafstoß sicher. Das 3:0 fiel aus dem Spiel heraus und nach einer schönen Kombination. Wieder war es Kutrieb, der den angriff inszenierte. Sein Pass fand am rechten Flügel Rauch, der hob den Kopf und legte den Ball in den Lauf von Ritter. Aus zwei Metern hatte dieser keine Mühe, den starken Torhüter Schulz zu über- winden. Der BAK war geschlagen und leistete in der Folge nur noch wenig Gegenwehr. Spätestens nach dem Platzverweis für Turan geriet der Rest zum Schaulaufen für den BFC. Der Ball lief nun ansehnlich durch die Reihen der Hausherren, den Weg ins Tor fand er jedoch nicht mehr. So verpasste es der BFC, etwas für die Tordifferenz zu tun - der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz sorgte dennoch für strahlende Gesichter im Sportforum.
F.C. HANSA ROSTOCK II gegen BFC DYNAMO 1:1 am 08.12.07:

SEHR HOHES NIVEAU IM VERFOLGERDUELL! Vermochte die Partie, einen kleinen Vorgeschmack auf die künftige Regionalliga zu liefern? Die Atmosphäre im altehrwürdigen Ostsee-Stadion verdiente den Stempel fraglos. Spielerisch hielt die Begegnung vor knapp 2000 Zuschauern (darunter etwa 1200 Dynamo Anhängern) sicherlich nicht alles. Allzu sehr verwöhnten Gaumen sei jedoch gesagt, dass es – siehe Tabelle – immerhin um einiges ging. Beide legten zunächst eine vorsichtige Haltung an den Tag, die Dynamo dann aber rasch aufgab. Konsequenter in der Zweikampfführung und gedanklich schneller, zog der BFC unter Einbeziehung der Außenposition ein durchdachtes Spiel auf, dem neben der lehrbuchmäßig herausgearbeiteten Führung (23.) zwei weitere Möglichkeiten durch Kayser (22., 32.) entsprangen. Hansa II zeigte sich im ersten Abschnitt zwar bemüht, wirkte aber in den meisten Szenen mal zu ge- hemmt, dann wieder zu hektisch. Möglichkeiten ergaben sich dennoch, so für Schied (6.), Buschke (27.), den freistehenden Jänicke (38.) und C. Lange (45.). Im zweiten Abschnitt war dann eine wesentlich entschlossener handelnde Rostock-Truppe zu erleben. Ins Blickfeld geriet dabei mehr und mehr Menga, der mit seinen Sturmkollegen jetzt nicht mehr auf einer Linie agierte und so zum Unruheherd Nummer 1 mit vier guten Einschussgelegenheiten wurde. Dynamo verlor indes nie den Kopf, sondern setzte mit mehreren flotten Gegenstößen über Schaltstelle Jakowitz ebenfalls noch einige Achtungs- zeichen. Die dazugehörigen Fakten: Sowohl Kayser (56.) als auch Rauch (72.) scheiterten an Klandt, Ilic verzog nur knapp (77.). Spätestens jetzt wird wohl jeder erahnen, wie wechselvoll und dramatisch auch und gerade die zweite Hälfte verlief. Ein „hohes Tempo“ (BFC-Coach Uluc) machte das Erlebte „ein vom Niveau her weit, weit über dem Oberliga-Durchschnitt stehendes Spiel“ (Hansa-Trainer Finck) noch schöner.
MARIENDORFER SV 06 gegen BFC DYNAMO 2:4 am 03.02.08:

DRAMATIK DURCH JOKER VALENTIN! Niemand hätte nach zwanzig Minuten gedacht, dass der BFC Dynamo in der 87. Minute mit einem Bein in der Ver- längerung stehen und zweimal binnen Sekunden die Hilfe des Pfostens benötigen würde. Der unermüdliche Kilic zielte allzu genau und war doch einer der Helden des Spiels: denn er hatte vor seinem ebenso großen wie unglücklichen Auftritt im BFC-Strafraum bereits Gegenspieler Kutrieb weitgehend neutralisiert und damit den Grundstein für die sehr gute zweite Hälfte des Landesligisten gelegt. In der Anfangsphase hatte allerdings nichts auf die dramatische Zuspitzung am Ende hingedeutet, im Gegenteil: zunächst überrollte Dynamo den Landesligisten regelrecht. Die MSV-Defensive kam über- haupt nicht zurecht mit den Außenstürmern Ritter und Metzke, die Räume schufen für die nachrückenden Außenverteidiger. So segelte eine brandge- fährliche Flanke nach der anderen in den Strafraum des MSV, der beim Stand von 0:3 völlig die Übersicht zu verlieren drohte und von einem energisch nachsetzenden Gegner vermutlich demontiert worden wäre. Doch der BFC setzte nicht nach. So schlug die Stunde des unbekümmerten MSV-Jokers Valentin. Kaum zwei Minuten auf dem Platz, nutzte er gleich seine erste Gelegenheit. Jetzt waren es die überaus konditionsstarken Gastgeber, die die Zweikämpfe gewannen, während Dynamo immer mehr unter Druck geriet. Nach Valentins zweitem Tor, einem echten Sonntagsschuss, wankte der Favorit sichtlich, musste mehrfach brenzlige Situationen vor seinem Tor überstehen und erreichte gerade so das rettende Ufer.
FUWOSPIELBERICHTE VOM BFC DYNAMO DER SAISON 2007/08
VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 gegen BFC DYNAMO 2:1 am 24.02.08:

FLINKER VILSVIK NICHT ZU STELLEN! Nach dem Sieg gegen Dynamo darf Lichterfelde wieder leise hoffen. Gegen einen der direkten Konkurrenten hielt der LFC bei bestem Fußballwetter den kleinen Hoffnungsfunken in punkto Regionalliga am Glimmen. Bemerkenswert, denn gegen "die da oben" hatte es in der Hinrunde für die Lichterfelder nichts zu holen und teilweise deftige Abfuhren gegeben. BFC-Trainer Uluc wurde in seiner Erwartungshaltung in einem nicht enttäuscht: "Gegen uns geben alle Gegner immer 200 Prozent," sagte er bereits vor dem Anpfiff. Da ist sicher etwas dran, und auch der mannschaft- lich unheimlich geschlossen auftretenden LFC machte da keine Ausnahme. Aus der gesicherten, durch Rückkehrer Tim Felsenberg gestärkten Abwehr heraus, in der auch Isakowitz und Kindt einen sicheren Part spielten, fanden die Wolf-Schützlinge aber auch zu spielerischer Stärke: Mit dem unsichtigen Preiß und dem flinken Vilsvik standen die auffälligsten Offensivkräften auf dem Platz in Reihen der Lichterfelder. Dem BFC dagegen fiel im Vorwärtsgang wenig ein, vieles wirkte hilflos, und es war bezeichnend, dass der Ausgleich nach einer Ecke fiel. Kutrieb gelang fast nichts, der linke Flügel lag völlig brach, wo Birtane erst später gelegentlich herausrückte. Kadow holte sich zwar viele Bälle von hinten und Ritter setzte zwar hier und da kleine Achtungs- zeichen, schloss aber nicht genau genug ab oder lief ins Abseits. Und dann zeigte hinten einer wie Rudwaleit ungewohnt viele Unsicherheiten. Nach der Pause trauten sich die Lichterfelder nach vorne noch mehr zu, spürten, dass gegen diesen reichlich blutleeren BFC mehr als ein Punkt möglich war. Am Ende bedankte sich der Stadionsprecher, noch von der starken zweiten Hälfte euphorisiert, bei der Mannschaft "für das bisher beste Saisonspiel." Be- sonders Vilsvik war da von Littmann überhaupt nicht mehr aufzuhalten, bereitete über links enorm viel vor, was seine Mitspieler mit ihren Direktab- nahmen allerdings zunächst nicht in Tore umsetzen konnten. Nur Thomaschewski verhinderte gegen Chamkhi (46.), Vilsvik (54.) und Preiß (62.) einen frühen Rückstand. Nach Simic`s 2:1 öffnete der BFC zwangsläufig, ohne aber Neumanns Tor noch in irgendeiner Weise in Gefahr bringen zu können. Die Lichterfelder ihrerseits versäumten es danach mehrfach, das Ergebnis noch höher zu schrauben. Die besten Chancen vergaben Öztürk, der einen Eckball von Voß um Haaresbreite vorbei köpfte (89.), und in der Nachspielzeit Voß, dem mutterseelenallein vor Thomaschewski die notwendige Abschlusskälte fehlte. Zu diesem Zeitpunkt war aber dem LFC der verdiente Sieg nicht mehr zu nehmen.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 0:2 am 27.02.08:

DER SCHWARZE TAG VON PALMER! Platzverweise haben mitunter auch mal was Gutes. Der BFC jedenfalls hatte seine beste Phase unmittelbar nach Birtanes Notbremse, der einen Fehler des wegrutschenden Palmer ausbügelte und Ergirdi kurz vor der Strafraumgrenze von den Beinen holte. Berlins Schiedsrichter Nummer 1, Manuel Gräfe, blieb keine Wahl. In Unterzahl übernahm Dynamo dann plötzlich das Kommando. Kutrieb (67., 69.) und Littmann (71.) hatten drei gute Chancen, ehe ein Aussetzer Palmers alle Bemühungen zunichte machte. Warum Palmer bei der ungefährlichen Mohra-Flanke die Hand zu Hilfe nahm, bleibt ganz allein sein Geheimnis. "So ein Handspiel habe ich nicht einmal in der NBA gesehen", unkte BFC-Trainer Uluc und nahm Palmer sofort vom Platz. Savran bewies Nervenstärke vom Punkt, verwandelte zunächst unten links, Gräfe ließ den Strafstoß aber wiederholen. Im zwei- ten Versuch drosch er den Ball in die untere rechte Ecke - nach 75 Minuten war das Spiel entschieden. TeBe, ohne Thiam (geschont) und den im Pokal bis einschließlich zum Finale gesperrten Fuß, war in der hart umkämpften, aber fairen Partie eine Stunde lang spielerisch klar besser. Begünstigt durch die frühe Führung des Ex-Dynamo-Torjäger Kukulies geizten aber auch die Borussen mit Torchancen. Ergirdis 60-Meter-Solo (27.) und Birtanes verunglückte Flanke auf die Latte (28.) waren die wenigen Höhepunkte, ehe Savran & Co in der Schlussphase drei Konter fahrlässig vergaben.
BFC DYNAMO gegen HERTHA BSC BERLIN/AMATEURE 1:2 am 02.03.08:

IM ÜBERSCHWANG DER GEFÜHLE! Dritte Niederlage für den BFC Dynamo innerhalb einer Woche. Nach dem Schlusspfiff des guten Unparteiischen Bärmann sanken die meisten BFC-Akteure zu Boden. Zum einen, weil man dem Tabellenführer einen leidenschaftlichen Kampf geboten hatte und am Ende un- glücklich mit leeren Händen darstand - zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen nach dem 1:2 am Vorsonntag beim LFC Berlin und dem Pokal-Aus unter der Woche gegen TeBe (0:2). Und zum anderen, weil Dynamo nun vorerst den begehrten Platz unter den ersten Vier der Tabelle verloren hat. Bei Sturm und Regen sahen die trotz der widrigen Bedingungen wieder zahlreich erschienen Zuschauer eine kampfbetonte, intensiv geführte Oberligapartie. Tech- nische Kabinettstückchen sah man kaum und waren auch unangebracht, wenngleich Ilic auf Seiten des BFC den einen oder anderen Schlenker zuviel an- setzte, anstatt direkt den lauffreudigen Stürmer Ritter in Szene zu setzen. Da auch Kutrieb unter seinen Möglichkeiten blieb, waren die Offensivbemüh- ungen der Gastgeber sehr limitiert. Aber auch den Herthaner fiel anfangs wenig ein, die vor allem auf der rechten Seite (Paepke) anfällige Abwehr der Gastgeber mehr unter Druck zu setzen. So gab es hüben wie drüben nur einen Aufreger vor der Pause: Ritter zog auf der linken Seite auf und davon, traf jedoch nur den Pfosten (28.). Auf der anderen Seite traf Huke aus der Drehung den Innenpfosten, der nachsetzende Ede schob den Abpraller ins Tor - doch er stand im Abseits (31.). Zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich das Bild durch Herthas Führungstor. Anstatt das Leder aus der Gefahrenzone zu befördern, vertändelte Paepke den Ball an den stärker werdenen Cubukcu, der bediente Schmiedebach, und die Hertha-Bubis lagen plötzlich in Front. Dunkle Vorahnungen auf der Tribüne, wo ua. Meistertrainer Jürgen Bogs meinte, dass die cleveren Herthaner den Vorsprung über die Bühne schaukeln würden. Doch zu seiner Freude fing sich der BFC nach einem kurzen Moment des Schockzustandes, zumal Hertha die Chance zum 2:0 nicht nutzte: Cubukcu scheiterte freistehend an Thomaschewskis Fuß (56.). So wurde der BFC eine gute Viertelstunde vor dem Ende mit Ritters herrlichem Schuß aus 20 Meter in den Winkel auch belohnt. Doch die Herthaner schlugen zurück: Als der BFC im Überschwang der Gefühle auf den Sieg drängte, verlor der junge Griesert am Strafraum der Gäste in einer Überzahlsituation den Ball, Hube ging auf und davon, passte auf Huke, der schon hätte treffen müssen, doch er scheiterte zunächst an Thomaschewski, ehe Schmiedebach den Abpraller im Tor unterbrachte. Trotz allen Bemühens und Dauerdrucks in der Schlussphase blieb dem BFC Dynamo der nochmalige Ausgleich verwehrt, der verdient gewesen wäre.
TORGELOWER SV GREIF gegen BFC DYNAMO 1:0 am 09.03.08:

MARKIEWICZ UNÜBERWINDBAR! Es war nicht die Woche von Dynamo -Trainer Uluc. Erst streckte ihn eine böse Erkältung in der Woche nieder. Dann musste er auch noch, die völlig unnötige Niederlage seiner Truppe in Torgelow mit ansehen. Zur Pressekonferenz vertrat Präsident Berton den entkräfteten Übungsleiter, der im Mannschaftsbus erst einmal die vierte Pleite am Stück "verdauen" musste. Berton fasste die Partie in einem Satz zusammen: "Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen", stellte der Clubchef fest. Fürwahr. Besonders in Halbzeit zwei hatten Rauch, Kadow und Co. genug Chancen, um die drei wichtigen Punke zu holen. Doch Torwart Markiewicz war an diesem Nachmittag unüberwindbar. Pech kam hinzu, als Rauch in der letzten Minute abzog und der Ball vom Innenpfosten zurück in die Arme des Torgelower Keepers flog. Der Stürmer saß nach dem Schlußpfiff völlig enttäuscht auf dem Kunstrasengeläuf in der Gießerei-Arena: "Ein 1:1 hätte uns ein wenig weitergeholfen. Nun müssen wir die Niederlage ordentlich analysieren und uns auf das nächste Spiel vorbereiten. Einfacher wird das nicht", sagte er. Im ersten Durchgang ließ der Gastgeber die Berliner kaum zur Entfaltung kommen. Die Mannen von Trainer Märzke störten frühzeitig die Angriffsmühungen der Gäste. Das schmeckte der Uluc-Elf gar nicht. Torgelow versuchte mit schnel- len Gegenstößen für Gefahr zu sorgen. Mit Erfolg: Einen Schuss von Haack (34.) ließ Torwart Thomaschewski nach vorn abprallen. Sikorski setzte nach und traf (34.) zur umjubelten Führung. "Dieses Tor dürfen wir gar nicht schlucken", haderte Uluc nach seiner Verschnaufpause im Bus über seinen Tor- wart. Aber er nahm auch sein Team ins Gebet: "Wenn Du Reginalliga spielen willst, musst du dich auch so verhalten", moserte Uluc. Zufriedene Gesichter waren dagegen im Torgelower Lager zu sehen. "Wir haben mit Leidenschaft gespielt. Jeder hat alles aus sich heraus geholt", geizte Trainer Märzke nicht mit Lob. Besonders von der Leistung seines Keepers schwärmte der 55-Jährige: "Unser Torwart war phantastisch", sagte er. Der Coach hofft nun, genug Selbstvertrauen für das Landespokal Halbfinalspiel in 14 Tagen gegen Neustrelitz getankt zu haben: "Das wird ein ganz großes Nervenspiel. Wir wollen ins Endspiel und wir wollen den Pokal", sagte Märzke.
BFC DYNAMO gegen BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 1:1 am 16.03.08:

THOMASCHEWSKI RETTET PUNKT! Der BFC Dynamo wartet auch nach dem fünften Spiel in diesem Jahr weiterhin auf seinen ersten Sieg. Nach drei Nieder- lagen gegen den LFC Berlin, Hertha II und Torgelow sowie dem Pokalaus gegen TeBe sollte der Vergleich mit Türkiyem eigentlich den Wendepunkt dar- stellen. Immerhin lautet die Zielsetzung beim einstigen Serienmeister unverändert Qualifikation für die neue vierte Liga. Da kommt die personelle Schwächung durch den Rauswurf von drei Stammkräften zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Und doch begannen die Hohenschönhausener die Partie wie die Feuerwehr und setzten die offensichtlich von der imposanten Kulisse geschockten Kreuzberger mit erfrischendem Offensivspiel unerwartet unter Druck. Der sehenswerte Führungstreffer von Ritter war die logische Folge der anfänglichen Dynamo-Dominanz. Aber nach einer Viertelstunde kam Türkiyem besser ins Spiel, besonders Torjäger Yigitusagi, nur sporadisch von Cankaya als hängende Spitze unterstützt, ruckte nun an. Seinen ersten Distanzschuss klärte der tadellose Thomaschewski zur Ecke (17.), der zweite Versuch strich knapp über die Latte (21.).Dynamo versuchte mit großem kämpferischem Engagement (Below, Ilic, Rauch) die technisch deutlich versierteren Gäste zu bremsen, aber Türkiyem hat in dieser Saison reichlich Selbstvertrauen getankt, und das Team ist eingespielt und abgeklärt genug, um auch bei scharfem Gegenwind den Überblick zu behalten. Extraklasse verkörperte wieder einmal Balogun, der im Luftkampf schier unbezwingbar erscheint, sich aber auch am Boden durchzusetzen weiß. Dazu kamen un- widerstehliche Sololäufe über das halbe Feld, die markant an Bayerns Lucio erinnert. Aber auch der schlagsichere Jacobson und der unermüdliche Rackerer Dogan wussten zu gefallen. Mit zunehmender Spieldauer ließen die Kräfte der Dynamos sichtbar nach, Trainer Uluc hatte bereits unter der Woche die nicht immer optimale Trainingsbeteiligung aufgrund beruflicher oder studentischer Verpflichtungen seiner Akteure erwähnt. So wunderte es kaum, dass seine Mannen in der zweiten Hälfte nur noch zu sporadischer Entlastung kamen. Die deutlich besseren Szenen besaß da Türkiyem. Drosch Cankaya die Eingabe von Dogan noch etwas übermotiviert über den Kasten (47.), so reagierte Thomaschewski bei einem Kopfball von Balogun (48.) und besonders bei Zivic`s Versuch (57.) jeweils hervorragend und rettete seiner Mannschaft einen Punkt. "Ich habe eine echte Mannschaft auf dem Platz gesehen", bekräftigte Uluc nachher seine Disziplinarmaßnahmen im Kader.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 2:1 am 29.03.08:

GRIESERTS TÜCKISCHER AUFSETZER! Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt: Ausgerechnet Griesert, von TeBe nicht mehr für nützlich erachtet und im Winter an Dynamo abgetreten, feuerte seinen Ex-Klub das entscheidende Ding rein und hielt damit die Ambitionen des BFC am Kochen. Bei allem Jubel jedoch über den ersten Dreier der Rückrunde, noch dazu gegen den alten Erzrivalen West, wusste Dynamos Trainer Uluc sehr wohl, dass nur eine Etappe absolviert war und noch längst nicht das Rennen: "Der Sieg bringt gar nichts, wenn wir jetzt nicht nachlegen." Kurzfristug am Sonntag beim unbe- quemen SSV, danach hat der BFC spielfrei. Für TeBe ging derweil eine wenig erfreuliche Woche zu Ende. Der (vorläufige?) Sieg am Grünen Tisch in Sachen Fuß wurde eingerahmt vom mageren Remis gegen Neustrelitz und diesem bitteren 1:2 - nur ein Zähler statt der erhofften sechs. Mochten die Borussen auch dem Freistoß von Fuß nachtrauern, der in allerletzter Minute an den Außenpfosten geklatscht war, die Niederlage war in gewisser Weise hausge- macht. Nach einer ersten Halbzeit, die TeBe trotz des frühen Rückstandes fast nach Belieben beherrscht hatte, schrumpfte später die Angriffskraft auf ein Minimum zusammen. "Der entscheidende Pass kam nicht richtig", bemängelte Trainer Gajda. Vor allem aber: "Im zentralen Mittelfeld muss es mal klap- pern. Dort werden Spiele entschieden." Wirkung und Gegenwirkung - womöglich war das Nachlassen der Borussen auch der enormen Steigerung des BFC geschuldet. Vor Halbzeit noch blutarm und träge im Spiel nach vorn und von bedenklichen Missständen im Abwehrverhalten geplagt (Paepke), kram- te Dynamo spät, aber nicht zu spät die große Kampfeskeule hervor. Plötzlich rannten alle Weinrote, sogar Kutrieb, wie um ihr Leben und ließen auch den Ball besser laufen - über Kampf zum Spiel finden, nennt man das. Darüber hinaus wurde das umgesetzt, was Uluc zur Pause gefordert hatte: "Die Grund- ordnung darf nie verloren gehen." Mit dieser Ordnung, organisiert von einem sensationell starken Rudwaleit, wurden den wieder mit allen Offensiv - Kanonen angetretenen Borussen nur noch zwei vage Chancen gestattet: als Savran an einer Schrödter-Eingabe vorbeirutschte und als der freie Fuß sich über eine zu flache Flanke Ergirdis beschweren musste. Großartige Chancen besaß auch der BFC nicht. Als aber sämtliche umstehenden Borussen ihren alten Kumpel Griesert gewähren ließen und dessen Distanzschuß kurz vor dem hechtenden Hampf auf dem nassen Rasen tückisch aufsetzte, war es um die Lila-Weißen geschehen. Und Dynamo hatte den Anschluss an die Mächtigen der Liga wieder hergestellt.
SPANDAUER SV 1894 gegen BFC DYNAMO 0:2 am 06.04.08:

SSV STÜRMT, DYNAMO TRIFFT! Der SSV der Rückrunde erscheint als ein anderes Team, als jene Mannschaft der Hinserie, die wiederholte Male von den "größeren" Vereinen der Liga abgewatscht wurde. Ließen bereits die knappen Niederlagen gegen Hertha II, den LFC und gar der Punktgewinn letzte Woche bei Türkiyemspor aufhorchen, so stand diesmal der Gast Dynamo sogar am Rande einer Niederlage. Die Spandauer scheinen endgültig in der Oberliga angekommen zu sein, auch wenn das finale Resultat etwas anderes auszusagen könnte. Wenn eine Mannschaft in dieser Partie den Sieg ver- dient hatte, so kam diese zweifelsfrei nicht aus Hohenschönhausen. Die Spandauer waren bereits in Halbzeit eins ein zumindest ebenbürtiger Gegner. Insbesondere über den agilen Kusche und den ebenfalls sehr auffälligen Steinert setzten die Gastgeber immer wieder empfindliche Nadelstiche. Als Kusche nach einem missglückten Rückpass von Manteufel gar allein dem BFC-Kasten zustrebte, schien dies eigentlich die sichere Führung zu sein, aber der Routinier scheiterte mit dem linken Außenrist an Thomaschewski (22.). Unglücklich, und das beileibe nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit, dass ausgerechnet ein Eigentor von Meyer direkt vor dem Pausenpfiff mal wieder eine Niederlage einleitete. Der BFC Dynamo blieb über weite Strecken der Partie den Nachweis schuldig, einen potenzieller Bewerber für einen der Aufstiegsplätze darzustellen. Zwar wusste Rudwaleit defensiv zu überzeugen und war auch nicht unmaßgeblich am Führungstreffer beteiligt, auch Ilic hatte im Aufbaueinige brauchbare Szenen, doch war sonst vom BFC nur wenig zu sehen. Ganz anders gingen die Spandauer vor allem nach der Halbzeit zur Sache. Zaher kam kurz nach dem Pausentee zur Stärkung der Offensive und Grundmann ließ seine Liberoposition weitgehend verweisen. Da Dynamo insbesondere im Mittelfeld nichts entgegen zu setzten hatte, entwickelte sich eine deutliche Überlegenheit des SSV. Doch zunächst rettete Below auf der Linie gegen Zaher (58.), dann verzog der bullige Spandauer Sturmtank zwei- mal aus spitzem Winkel knapp (61., 68.). Die Kernszene der Partie folgte jedoch noch, denn nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum kam ein Spandauer in eben diesem zum Schuss, aber der am Boden liegende Littmann wehrte das Leder einwandfrei mit der Hand ab (69.). Aber war dies auch Absicht? Der Referee sagte nein, der Elfmeterpfiff blieb aus. Und danach kam es natürlich wie so oft in derartigen Partien: der SSV öffnete bedingungslos und Dynamo schloss mit einem von zwei erwähnungswerten Kontern das Buch.
GREIFSWALDER SV 04 gegen BFC DYNAMO 1:0 am 19.04.08:

KRÜGER ÜBERLISTET THOMASCHEWSKI! Enttäuschte Gesichter beim BFC. Nach der knappen Niederlage ist die Regionalliga wieder etwas weiter entfernt. Aber: "Wir müssen in den nächsten Wochen die Sache fest anpacken, dann kann es noch was werden", meinte Kapitän Rudwaleit. Es gab einige gute An- sätze bei Dynamo, allerdings hauptsächlich im ersten Abschnitt. In der Anfangsphase legten die mit 700 Fans angereisten Berliner die Probleme der GSV - Abwehr schonungslos offen: Bereits nach einer Minute stand Rauch frei vor dem Tor, scheiterte aber an Sattler. Ohnehin wirkten die Greifswalder dem BFC anfangs spielerisch und in den Zweikämpfen unterlegen, so dass sich die Fans schon an das 0:2-Hinspiel erinnert fühlten. Aber nach einer halben Stunde kippte das Match, weil der GSV nun seine Athletik einbrachte und das Spiel über die Flügel forcierte. Noch vor der Pause boten sich Orend, Gerth und Schwandt gute Gelegenheiten. Doch auf den alles entscheidenden Treffer mussten die Gastgeber bis zur Schlussphase warten, als Schlitzohr Krüger den Routinier Thomaschewski überlistete - seit dem 9. Spieltag hatte der GSV-Angreifer nicht mehr getroffen. Wenig später hätte Weinmar alles klar machen, doch diesmal parierte der BFC-Keeper großartig. Der im Spiel nach vorn insgesamt zu verhaltene BFC, der bereits einen Tag früher angereist war und nahe Greifswald im Schlosshotel Ranzin übernachtet hatte, drängte zwar auf den Ausgleich, doch hundertprozentige Chancen boten sich nicht mehr. BFC-Coach Volkan Uluc bestätigte die Berechtigung des Greifswalder Erfolges: "Im ersten Abschnitt haben wir noch mitgehalten und konnten für Entlastung sorgen. Aber wir haben auswärts derzeit nicht die beste Form und haben erneut die Big Points nicht gemacht." Dennoch sei nichts ent- schieden. Dem stimmte GSV-Coach Andreas Zachhuber ohne Vorbehalte zu: "Es sind noch so viele Spiele, da ist noch alles möglich."
BFC DYNAMO gegen BFC PREUSSEN 1894 0:0 am 26.04.08:

DAS PREUSSISCHE ZENTRALMASSIV! Ausgelaugt und fassungslos sanken Dynamos Spieler nach dem Schlusspfiff auf ihre holprigen Rasen. Sie hatten alles gegeben - es war zu wenig. Ihr engagierter, aber von gravierenden Mängeln begleiteter Kampf um die vermutlich letzte Chance hatte einmal mehr offenbart, was Trainer Uluc so zusammenfasste: "Die Qualität reicht einfach nicht." Und tatsächlich, da gibt es nichts zu diskutieren: Wer in die Regionalliga will, muss einen Gegner wie Preussen auch an einem weniger guten Tag schlagen können. Die bravouröse Leistung der Lankwitzer sei damit keines- wegs geschmälert. Ihre Probleme sind bekannt. Wenig Klasse, keine Stürmer und nun noch die Verletzungsmisere in der Abwehr: Walle, Schönwälder, Fink. Unter diesen Umständen durfte Trainer Görlitz hochzufrieden sein: "Unheimlich gekämpfte und geackert" hätten seine Leute, lobte der Coach. Lauf- bereitschaft, Geschlossenheit, Teamgeist hießen die Trumpfkarten der Preussen, von gepflegtem Offensivspiel war erwartungsgemäß nichts zu sehen. Doch weil endlich mal etwas geerntet worden war, wollte Görlitz nicht so streng sein: "Jeder verdient ein großes Lob, alle, ohne Ausnahme." Nun gibt es aber auch unter Gleichen immer welche, die noch ein wenig gleicher sind. Was der Torwart Maus da so alles aus dem Stübchen kratzte, war schon atem- beraubend und durfte Dynamo sogar als klitzekleine Entschuldigung dienen. Die drei besten Paraden: Gegen den freistehenden Griesert taucht Maus klasse hinab (21.), Kadows Kopfball fischt der Keeper spektakulär aus dem Winkel (23.), und in der fünften Minute der Nachspielzeit dreht er auch Litt- manns Kopfball im Panthersatz noch um den Pfosten. Respekt. Freilich gaukelt die Auflistung dieser Glanztaten eine Angriffswucht vor, die Dynamo in Wahrheit nie entwickeln konnte. Der Einsatz stimmte wohl, aber allzu oft ging es mit Gewalt durch die Mitte, statt das preußische Zentralmassiv über die Flügel zu knacken. Ohne den gesperrten Kutrieb war die Ideenarmut offensichtlich, so sehr auch Ilic sich um eine kluge Ballverteilung bemühte. Stock- fehler um Stockfehler bremsten den Schwung, gescheiterte Pässe von hinten kamen nicht, und von den Offensiven brachte nur ab und zu Ritter etwas, Rauch, Griesert und Kadow jedoch blieben erschreckend hohl. Auch Uluc` Wechsel brachten nichts: Metzke war zu grün, Hussain zu zapplig, und Yilmaz benötigte ganze zwölf Minuten, um für ein plumpes Foul und einem voreiligen Freistoß mit doppeltem Gelb wieder abzutreten. Und wie`s so kommt im Leben: Gegen zehn Dynamo fuhr Preussen kurz vor Schluss den ersten guten Konter, doch Oberreuter zog ab, statt querzulegen - Thomaschewski hielt. "Das hätte noch gepasst", stöhnte Uluc.
FSV OPTIK RATHENOW gegen BFC DYNAMO 0:2 am 03.05.08:

ENTSCHEIDUNG DURCH GRIESERT! Im Kampf um einen Regionalligaplatz ist der BFC Dynamo wieder im Geschäft. Dank effektiver Chancenverwertung gelang beim Mitkonkurrenten in Rathenow ein nicht unverdienter 2:0 Erfolg. "Wir wussten, dass es ein heißes, schweres Spiel wird. Aber mit Disziplin, kompakt- em Stehen und dem Glück, gleich beim ersten Angriff in Führung zu gehen, gelang uns heute der Sieg." Mit diesen Sätzen hatte BFC-Trainer Volkan Uluc die gesamte Partie treffend charakterisiert. Nachdem Ritter auf der einen und Scholz auf der anderen Seite jeweils aus klarer Abseitsposition ins Tor ge- troffen hatten, gelang Ritter mit einem Schuss ins lange Eck relativ leicht das Führungstor, was Optik-Coach Ingo Kahlisch so kommentierte: "In der ersten Hälfte hielten wir die taktische Order nicht ein. Darüber muss gesprochen werden." Kollege Uluc wusste aber auch, warum der Erfolg lange am seidenen Faden hing. "Nach der Pause wollten wir das Ergebnis nur noch verwalten."  Zuvor war Optik optisch überlegen, der BFC aber aggressiver in den Zweikämpfen, schneller im Mittelfeld, zielstrebiger in der Offensive. Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Die Rathenower, nun mit zwei Stürm- ern, machten richtig Druck und hatten durchaus Möglichkeiten. Bei Wedemanns Lupfer (51.) hatte Thomaschewski die Arme rechtzeitig oben. Kopfbälle von Delvalle und Jaballah verfehlten das Ziel, ebenso Freistöße von Scholz und Gündogdu. "Ich denke, die zweite Halbzeit war in Ordnung. Wir haben alles versucht, aber leider unseren klaren Chancen nicht genutzt." Da dürfte Kahlisch vor allem an die 71. Minute gedacht haben, als Wedemann zwölf Meter vor dem Tor frei zum Schuss kam, aber fast genauso hoch drüber weg schoss. Fast im Gegenzug gelang Griesert nach feinem Solo die Entscheidung. Optik gab auch nach dem 0:2 nicht auf. Doch nachdem Scholz beim Abwehrversuch zu spät kam und vom Platz flog, ließen die Berliner gegen die dezimierte Gastgeber nichts mehr anbrennen. So blieb nur der Trost von Uluc: "Mein Freund Ingo weiß, es ist noch nichts entschieden. Nach einer bisher sensation- ellen Saison werdet ihr euren Weg weitergehen." Worauf Kahlisch erwiderte: "Es zeigt sich, von den Gästen gelobt zu werden, ist immer gefährlich."
TSG NEUSTRELITZ gegen BFC DYNAMO 3:3 am 12.05.08:

RAUCHS TORE REICHEN NICHT! Als Joker Rauch mit seinem zweiten Treffer das Resultat auf 3:1 für seine Mannschaft gestellt hatte, sah Dynamo bereits wie der sichere Sieger aus. Um so größer am Ende die Enttäuschung, dass trotz 350 leidenschaftlicher Anhänger im Rücken der Vorsprung nicht ins Ziel gerettet werden konnte - womit die Chancen des BFC auf einen Relegationsplatz vier sich wieder deutlich verschlechtert haben. "Wir hätten das vierte Tor machen müssen, dann wäre das Spiel entschieden gewesen", klagte Volkan Uluc. Statt dessen musste der BFC-Coach mit ansehen, wie sein Torwart Thomaschewski einen Strafstoß verursachte und so die TSG wieder ins Spiel zurück brachte. Ein Strafstoß, der für Uluc eigentlich keiner war - aber die Neustrelitzer sahen das natürlich völlig anders. Am Ende mussten die Berliner sogar froh sein, nicht verloren zu haben: Bei einem Überzahlkonter spielte Rogoli den Ball genau in die Füße des einzigen BFC-Verteidigers Littmann, und kurz vor Schluss musste Thomaschewski gegen den freistehenden Sen- kaya Kopf und Kragen riskieren, um das 3:4 zu verhindern. Zwei Tage nach dem erneuten Gewinn des Landespokals (3:1 gegen Anker Wismar) zeigte die TSG trotz diverser Feierlichkeiten keinerlei Ermüdungserscheinungen. "Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt", lobte Trainer Lothar Hamann, "sie wol- lte unseren treuen Fans noch einmal etwas bieten." Wie schon beim 5:5 gegen Türkiyemspor eine Woche zuvor gelang das den nicht fehlerfreien, aber engagierten Neustrelitzer vorzüglich. Nach dreimonatiger Pause wegen einer Schulterverletzung gab Torwart Schelenz ein solides Comeback, und erst- mals nach seinem Kreuzbandriss stand der Ex-Unioner Ehrcke wieder in der Startformation. An seiner Seite bot der wegen Rochows Verletzung auf die Abwehrposition gerückte Novacic eine überragende Leistung. Was ist noch drin für den BFC? Es helfen wohl nur noch Siege, Siege, Siege - und er braucht die Hilfe anderer.
SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE gegen BFC DYNAMO 3:0 am 17.05.08:

AUSGEPRESSTE APFELSINEN! Am Anfang stand noch die Hoffnung. Die BFC-Fans nahmen die Anzeigetafel in Beschlag: Schöneiche null, Dynamo neun. Am Ende zogen die Anhänger bedröppelt von dannen - nicht nur wegen des einsetzenden Regens, sondern weil mit dem 0:3 wohl auch die letzte Chance auf den Regionalligatraum geplatzt ist. Und der BFC scheiterte grandios. Trainer Uluc hatte Zeichen setzen wollen, ließ die schwach trainierenden Kutrieb und Ritter auf der Bank. Doch die Zeichen wurden nicht verstanden. Zwar mit mehr Spielanteilen, aber in der Abwehr schlafmützig (Boese) und im Mittelfeld seltsam unsortiert, stolperte Dynamo in die Pleite. Routinier Lenz irrte vor der Abwehr überall und nirgends herum, Ilic und Hussain bekamen auch keine Linie ins Spiel. Trotz eines großen Kaders brachte Uluc in Bezug auf die Mannschaft den treffenden Vergleich: "Wir haben in dieser Saison die Apfelsine gepresst, aber irgendwann ist kein Saft mehr drin." Nur einer schien noch bei Kräften - Rauch. Immer wieder riss die einzige Spitze an den Ketten, brach- te den Ball auch im Tor unter (30.), stand dabei aber im Abseits. Derart frustriert ließ er mit der letzten Aktion der ersten Hälfte seine überschüssige Kraft mit einer Blutgrätsche am starken Hoxha aus - und sah Rot. Zu diesem Zeitpunkt war die Vorentscheidung schon gefallen. Die Randberliner hatten ent- gegen ihrer sonstigen Gewohnheit effektives Spiel demonstriert. Hinten ließen Persich und Huppert nichts anbrennen. Im Mittelfeld verteilte Hoxha die Bälle, Dingeldey sorgte über die linke Seite für Entlastung, und vor dem Tor blieben die Schöneicher eiskalt. Den ersten Ball in Richtung Thomaschewski - Vertreter Sachse versenkte Neu-Torjäger Persich aus sechs Metern. Zehn Minuten später schloss Selimi einen blitzsauberen Konter über Persich und Dingeldey direkt zum 2:0 ab. Sehr zur Freude von Trainer Gottschalk. Dem hatte das Team für sein letztes Heimspiel als Alleinverantwortlicher versproch- en alles zu geben. Der Coach selbst wollte nach der schmerzhaften 0:4 - Pleite im Hinspiel "dem BFC schon gerne in die Suppe spucken." Dass gelang auch in der zweiten Hälfte. Uluc bot nun Ritter, Kutrieb und später Kadow auf. Das brachte aber gerade im Fall des lethargischen Kutrieb gar nichts. Das BFC-Spiel blieb plan- und harmlos. Nur Ritter (64.) und Kadow (77.) bedrohten den Germania-Kasten. Derweil hätte Schöneiche bei Kontern die Dynamos abschießen können. Laube (53., 54.), Dingeldey (55.) und Hoxha (83.) scheiterten freistehend an Sachse oder schoben das Leder vorbei. So brachte ein von Boese am zu schnellen Dingeldey verursachter Elfmeter den dritten Treffer (60.) sowie reichlich desillusionierte BFC-Anhänger.
BFC DYNAMO gegen LUDWIGSFELDER FC 3:0 am 21.05.08:

ZWEI TREFFER DURCH YILMAZ! Mit einem klaren Erfolg über nur anfangs mithaltende Ludwigsfelder tröstete der BFC ein wenig seinen Anhang. Dabei tat er sich bis kurz vor der Halbzeit sehr schwer, ehe Yilmaz den ersten sehenswerten Angriff mit der Führung abschloss. Die durch Verletzungen und Sperren dezimierten Dynamos, bei denen sich mit Ilic (Adduktorenproblemen) und Boese (Nasenbeinbruch) zwei weitere Akteure während des Spiels verab- schieden mussten, hatten im zweiten Abschnitt wenig Mühe, die harmlosen Gäste zu kontrollieren und auf 3:0 davonzuziehen.
BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 gegen BFC DYNAMO 0:1 am 25.05.08:

DAS GERÜCHT AM SPIELFELDRAND! Weil der NOFV das Poststadion für eine Begegnung des BFC Dynamo als nicht sicher genug einstufte, musste Ankara- spor sein letztes Heimspiel im Jahnsportpark austragen. Beim BAK stieß diese Maßnahme auf nicht all zu viel Gegenliebe, entstehen dem ja ohnehin nicht als finanziell potent verschrieenen Klub zusätzliche Kosten, die durch den sportlichen Wert dieser Veranstaltung wohl kaum aufzuwiegen sind. Auch sah Trainer Gündogdu den reibungslosen Ablauf auf den Rängen als Beweis dafür an, dass sich bei Dynamo inzwischen einiges zum Positiven verändert habe und forderte, "diesen Verein und seinen Anhängern mehr zu vertrauen." Diese Anhänger mussten während der vorangegangenen 90 Minuten lange um einen hochverdienten Arbeitssieg zittern. Zwar waren die "Gäste" durchgängig die bessere Mannschaft, scheiterten aber bis zu Yilmaz´ goldenem Tor eine Viertelstunde vor Spielende immer wieder an einem diesmal hervorragend parierenden Torwart Kempter oder einfach an der eigenen Unfähigkeit. Gerade Ritter ging einige Male das Talent abhanden. Erst verwechselte Dynamos erfolgreichster Torschütze nach einer sehenswerten Kombination mit Yilmaz die Sportart und setzte den Ball statt ins verwaiste Tor aus vier Metern zwischen die Fieldgoalstangen, dann köpfte er freistehend vorbei. Weil auch Lenz in seinem vorletzten Spiel, Paepke und Gerhard ihre Möglichkeiten ungenutzt ließen, blieb die Begegnung lange offen und hätte sogar einen komplett anderen Verlauf nehmen können: 30 Minuten waren gespielt, als Örs frei vor Sachse auftauchte, aber uneigennützig auf den mitlaufenden Dilber ablegte, der vollkommen unnötig im Abseits stand. Irgendwie war das eine Szene mit Symbolcharakter für die Saison des Tabellenletzten, dessen Ein- satzfreudigkeit immer wieder von Unerfahrenheit übertroffen wurde. Auch beim BFC wollte Trainer Uluc das Spiel durchaus als "Spiegelbild" einer durch- wachsenden Rückrunde verstanden wissen. "Wir haben nicht nur heute zu viele Möglichkeiten liegen gelassen." Dennoch wolle er diese Spielzeit nicht allzu negativ bewerten, bei allen Tiefen sei es dennoch eine "gute Saison" gewesen. Die vielleicht sogar noch ein Happy End findet: Am Spielfeldrand hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass Türkiyemspor der Lizenzentzug droht und der 5. Platz somit durchaus mehr bedeuten könnte, als nur der erste Ver- lieren zu sein.
BFC DYNAMO gegen F.C. HANSA ROSTOCK II 3:1 am 01.06.08:

STIMMUNGSVOLLES SAISONFINALE! Um 15.44 Uhr war es soweit: Unter den stehenden Ovationen der über 1000 Zuschauer im Sportforum beendete. Jörn Lenz nach weit mehr als 300 Punktspielen in Diensten des BFC Dynamo, sowie Gastspielen in Leipzig und Cottbus seiner Karriere. "Lenzer" wird aber auch in der kommenden Spielzeit dem Club erhalten bleiben und in enger Zusammenarbeit mit Trainer Volkan Uluc als Teammanager die sportlichen Ge- schicke des Traditionsvereins mitbestimmen. Beim BFC erhofft man sich, dass diese Maßnahme neben der Optimierung von Spielertransfer und Organi- sation auch zur weiteren Verbesserung des nicht gerade guten Renommees beiträgt. Vielleicht darf Lenz seine Qualitäten aber noch ein weiteres Mal auf dem grünen Rasen unter Beweis stellen. Diese Woche machten Gerüchte die Runde, dass Hansa Rostock seine zweite Mannschaft nicht für die kommen- de Regionalligasaison melden will. Trainer Thomas Finck dementierte dies jedoch umgehend und energisch. Ob auch diese Spekulationen ebenso wie die angeblichen Finanzprobleme Türkiyemspor wirklich ernst zunehmen oder einmal mehr nichts weiter als heiße und stickige Berliner Oberligaluft sind, werden die kommenden Wochen zeigen. Volkan Uluc wird seine Mannschaft sowieso noch eine Woche zum üblichen Abtrainieren zusammenhalten. Sol- lte nämlich doch noch eine der ersten vier Mannschaften sich genötigt sehen, die Teilnahme an der Regionalliga abzusagen, wäre Dynamo der erste Nach- rücker. Die Hohenschönhausener sicherten mit einer starken Vorstellung gegen bis dato in der Rückrunde ungeschlagenen Rostocker den fünften Tabel- lenplatz und erhielten somit die letzten Hoffnungen aufrecht. Von Beginn an mobilisierten die Gastgeber die letzten Reserven und waren sofort tonan- gebend. Auch wenn die ganz großen Torchancen fehlten, war Dynamos Angriffsspiel durchaus ansehnlich, nur der berühmte letzte Pass fehlte. Zur Führung benötigte man eine Standardsituation: Rudwaleit verwertete Birtanes Eckball. Nach einer Stunde konnte Hansa zwar durch Petts Foulelfmeter ausgleichen, aber Ritter konnte den BFC fast umgehend erneut in Front bringen. Nach 80 Minuten krönte Griesert seine starke Leistung mit dem 3:1. Als Lenz dann Sekunden vor dem Abpfiff ausgewechselt wurde, erreichte die ohnehin schon ausgelassene Stimmung im Sportforum ihren emotionalen Höhepunkt - und ein rundum gelungenen Saisonfinale für den BFC Dynamo war perfekt.
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Fußball-Woche