BFC DYNAMO gegen FSV BENTWISCH 4:1 am 16.08.08:

DYNAMO REICH BESCHENKT! Nichts Neues, dass die ersten Schritte durch die neue Welt einen Aufsteiger einiges Lehrgeld kosten. "aber soviel wollten wir nicht zahlen", entfuhr es Willy Lootz. Fassungslos musste der Bentwischer Coach erleben, wie seine Grünschnäbel praktisch bereits nach sechs Minuten aller Hoffnungen beraubt waren. "Zu wenig Konzentration und viel zu viel Angst" hatte Lootz bei seinen Leuten ausgemacht, was natürlich Dynamo den Einstieg in die neue Saison kräftig erleichterte. Ein skurriles Geschenk des FSV nach exakt 28 Sekunden, als die uneinigen Mauersberger und Räth eine harmlose Eingabe von Kukulies zu Ritter durchrollen ließen, sowie ein wundersamer Böller des neuen Zehners Meinhardt aus einer Position, aus der lan- desweit nur er aufs Tor schießt, gestalteten die Verhältnisse so, wie man sie erwartet hatte. Freilich haben schnelle Führungstore, noch dazu gleich zwei, es an sich, den Davongezogenen zeitig in Sicherheit zu wiegen und ihn bisweilen gar dem Schlendrian verfallen zu lassen. Genau dies bemängelte BFC-Trainer Volkan Uluc: "Im Gefühl des Siegers haben wir dem Gegner zu viele Räume gelassen, das darf nicht passieren." Uluc wusste sehr wohl, wie leicht die Sache hätte kippen können, wäre Frankes Schuss nicht gegen den Pfosten, sondern ins Netz gerauscht wäre (11.). Überhaupt fing sich der ab- solute Liganeuling erstaunlich schnell und entlockte mit seinen flinken, spielwitzigen, gradlinigen Aktionen den neutralen Beobachtern manches Kompli- ment. "Eine sehr gute, attraktiv spielende Mannschaft", lobte auch Uluc. Doch für die Rand-Rostocker waren ihre Schlafmützigkeiten der Anfangsphase nicht mehr wettzumachen. So schaukelte der BFC das Ding über die Bühne, ohne voll gefordert zu werden oder gar zu glänzen. Mit sieben Neuen in der Startelf waren auch (noch) keine Wundertaten zu erwarten - aber wenigstens ein paar Chancen in der toten Zeit zwischen der 26. und 74. Minute hätten es schon sein dürfen. Immerhin schimmerte durch, dass im hoch modernen 4-2-3-1 System der unorthodoxe Meinhardt eine Führungsrolle übernehmen könnte, dass die Flügel mit Ritter und Preiß gefährlich besetzt sind und dass im defensiven Mittelfeld die Erfahrung eines Spork, der gegen Ende mit prächtigem Freistoß das Lattenkreuz traf (75.), gut zu Petrowskys Umsicht und Rackerei passt. Größte Überraschung aber war in einer umformatierten Abwehr (Zelm und Karaschewitz fielen aus) der erstmals Verteidiger spielende Kurbjuweit, der mit vielen klugen Bällen das BFC-Spiel sichtlich be- reicherte.
klingeltöne
FUWOSPIELBERICHTE VOM BFC DYNAMO DER SAISON 2008/09
LUDWIGSFELDER FC gegen BFC DYNAMO 0:1 am 24.08.08:

BONGARTZ OHNE BEWACHER! Einen harten Kampf hatten die Hohenschönhauser zu absolvieren, ehe sie sich über einen glücklichen, aber keinesfalls gänz- lich unberechtigten Sieg freuen durften. Auch Trainer Volkan Uluc zeigte sich nach Spielende sichtlich erleichtert: "Wir werden als Favorit jede Woche ge- jagt, haben aber gerade im Vorjahr in solchen Spielen oft Punkte liegen gelassen. Spielerisch hat meine Mannschaft noch nicht das zeigen können, was ich von ihr erwarte, wir haben sicher noch viel Potential nach oben." Der BFC erwischte den besseren Start, kam vor allem über den agilen Ritter und den deutlich schlanker gewordenen Ex-Ludwigsfelder Meinhardt zu passablen Angriffen. Allerdings fehlte Dynamo das Durchsetzungsvermögen im gegner- ischen Strafraum. Erneut war man nur mit einer echten Spitze angetreten. Kukulies, der zwar sporadisch in Preiß oder Ritter Unterstützung fand. Aber die wenigen gefährlichen Szenen kamen bei Standardsituationen zustande, wie beim Freistoß von Meinhardt, den Finke mit Klassereflex aus der Angel fischte (35.). Dem Führungstor des BFC ging laut Ludwigsfelder Coach Volker Löbenberg eine "falsche Zuordnung" voraus, dem Torschützen Bongartz war eigentlich der derartige Situationen ein Sonderbewacher zugeteilt. Der LFC wirkte im Vergleich zu früher deutlich frischer, mutiger im Offensivspiel und beileibe nicht ängstlich im Duell mit einem der Ligakolosse. Kutrieb erwies sich erneut als belebendes Element, hatte Pech, als sein Freistoß knapp am Kasten vorbeiflog (21.). Und auch Debütant Thomas könnte sich als Verstärkung erweisen. Einmal schoss er drüber (35.), bei einem Alleingang fehlte ihm der Mut zum Abschluss   mit links (77.), und in der Schlussminute zog er flach am Tor vorbei. Man hatte in Halbzeit zwo den Eindruck, dass der BFC verwundbar wurde. Die Doppelsechs Petrowsky/Spork hatte sich nach jeweiligen Verwarnungen etwas Zurückhaltung auferlegt, und Meinhardt schien etwas die Puste auszugehen. So wurden die Ludwigsfelder zumindest ebenbürtig, aber auch ihnen fehlte im Angriff die Durchschlagskraft. Die Wege bei- der Teams scheinen vorgezeichnet. Um Dynamo eine Zukunft im Bereich der erweiterten Tabellenspitze vorherzusagen, bedarf es keiner seherischen Gaben. Das Team, in dem mit Rudwaleit, Manteufel und Ritter nur noch drei Stammspieler des Vorjahres stehen, hat personell stark aufgerüstet. Etwas schwerer fällt da die Prognose für den LFC. Zwar gingen mit Eidtner, Meinhardt und Karaschewitz Leistungsträger verloren, und die Neuzugänge schei- nen mit Ausnahme von Kutrieb und Riediger nicht gerade namhaft. Und doch machte diese Partie durchaus Geschmack auf mehr …!
BFC DYNAMO gegen TORGELOWER SV GREIF 1:1 am 31.08.08:

DAS PECH EINES BASKETBALLER! Eine emotionale Achterbahn mit vielen Täler und einigen wenigen Höhen erlebten die BFC-Anhänger gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht. Für die ambitionierten Berliner, die ihr Stadion und das Umfeld weiter zügig regionalligatauglich trimmen, war das Resultat ein Rückschlag. Weshalb auch BFC-Präsident Frank Berton freimütig von einer Enttäuschung sprach. Genau betrachtet, durfte sich das Team von Volkan Uluc aber durchaus glücklich schätzen, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Anfangs sah es gar nicht danach aus. Spork glänzte in der Baller- oberung und die agile Preiß und Kukulies sprengten die zwei tief stehenden Viererketten der Gäste des Öfteren. Aber Kukulies, Ritter oder der einzigen Spitze Wedemann fehlte die Präzision im finalen Pass oder Abschluss. Zumal Sikorski und Bernstein oft geschickt störten. Als Greif den ersten Konter setzte, Schikora aber knapp verzog (14.), begann das BFC-Spiel zu wanken. Den zweiten Konter vollendete Pankau mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern unter die Latte. "Wir hätten auch mehr Distanzschüsse machen müssen", beschwerte sich Berton. Von dem Schreck erholte sich Dynamo erst nach dem Wechsel. Die Hauptfigur der zweiten Hälfte war Torgelows Torwart Markiewicz. Mehrfach verteidigte der Keeper beim verzweifelten, zu oft dem Zufall überlassenen Anrennen der Platzherren die Führung der Gäste. Gegen Kukulies aus Nahdistanz (47., 79.), bei Sporks Freistoß (48.) oder allein Preiß (65.) sowie bei Petrowskys Drehschuss (77.) - immer hatte der Hüne noch eine Hand dazwischen. Nur in der 85. Minute streikte eben jene. Eine un- glückliche Faustabwehr landete direkt vor den Füßen des Torschützen Spork. Der eben noch frustrierte BFC-Anhang trieb in der hektischen Schluss- phase, mit zahlreichen Gelben Karten wegen Schubsen (Schikora an Kukulies) oder Umreißen (Spork an Markiewicz), Dynamo frenetisch nach vorne. Meinhardts Freistoß flog aber knapp vorbei (90.). Und dann avancierte Markiewicz wieder zum Helden des Tages. Der Torwart hielt den Ball nach Kukulies` Kopfball aus zwei Meter lässig fest (92.). Während sich die Dynamos die Haare rauften, schmunzelte Torgelows Interims-Coach Erhard Ehrke: "Markiewicz ist von Hause aus Basketballer. Auf ihn kann man sich immer verlassen." Hätte der letzte Satz auch auf die Gäste-Angreifer zugetroffen, der BFC wäre wohl nicht mehr mit jenem blauen Auge davon gekommen und die BFC-Anhänger emotional im Tal der Tränen hängen geblieben. Aber Pankau (58., 74.), Waterstraat (63.) und Simsek, dessen Kopfball Manteufel auf der Linie klärte (68.), versiebten bei Kontern eine mögliche Vorentscheidung.
BRANDENBURGER SC SÜD 05 gegen BFC DYNAMO 0:3 am 14.09.08:

KUKULIES KAUM ZU STELLEN! "Wir haben uns vor allem in der ersten Hälfte schwer getan, so wie bei unserer Anfahrt", verwies BFC-Coach Volkan Uluc auf einem Stau und den verspäteten Anpfiff. Danach machte der Neuling mit hohem läuferischem Aufwand dem Favoriten das Leben lange schwer. Zwar blitzten hier und da Dynamos Vorteile auf, aber spielerische Harmonie, schnelle, weiträumige Aktionen und Torgefahr blieben in überschaubaren Gren- zen. Der viele Wege gehende Preiß und auch Meinhardt und Wedemann mühten sich unermüdlich. Doch nur selten konnten die Nullfünfer, die auf Päch, Bischof und zunächst Fricke verzichten mussten, in Nöte gebracht werden. Der ohne großen Respekt auftretenden BSC erkannte bald, dass er mithalten konnte. Hatte der umsichtige Rudwaleit den durchgebrochenen Rene Görisch noch in letzter Sekunde blocken können, so musste sich der BFC bei For- tuna bedanken, dass Gerstenberger aus Nahdistanz die größte Chance vergab (28.). Die kalte Dusche folgte für den Aufsteiger gleich nach Wiederbeginn, als der schwer zu stellende Kukulies nach einer Schlafeinlage der Süd-Abwehr zur Stelle war. Doch die Platzherren ließen sich davon kaum beeindruk- ken, witterten zusätzlich Morgenluft, als Kurbjuweit nach einem Foul an Neumann vom Feld musste - ohnehin gab es eine wahre Kartenflut für die Berlin- er. Zusehends kamen die Nullfünfer nun besser ins Spiel. Da wankte der BFC, musste mehr als zufrieden sein, dass die BSC-Elf in ihrer stärksten Zeit zwischen der 60. Und 75. Minute den Ausgleich nicht schaffte. Als dann aber Neumann völlig unbedrängt mit einem kapitalen Fehlpass Stürmerfuchs Kukulies bediente, war die Vorentscheidung gefallen. "Wir haben diszipliniert gespielt, auch in Unterzahl, und dann gut unsere Konterangriffe gefahren", sagte ein sichtlich zufriedener Uluc. "Die größere Cleverness gab den Ausschlag", konstatierte Süd-Trainer Ralf Gutschmidt, dessen Mannschaft am Ende unter Wert geschlagen wurde.
BFC DYNAMO gegen VSG ALTGLIENICKE 2:1 am 17.09.08:

BFC MÜHT SICH IN RUNDE ZWEI! Altglienicke überraschte den drei Klassen höher spielenden Gegner mit couragiertem Treiben. Nach der Pause praktizierte Dynamo 20 Minuten Tempo- fußball und kam zu zwei Toren. Die VSG stemmte sich danach zwar noch mal dagegen. Aber nur ihr Bester, Schneider, traf zum Anschluss. Insofern fiel der Erfolg des Oberligisten verdient aus, musste aber teuer bezahlt werden. Manteufel und Meinhardt erlitten Sprunggelenkverletzungen.
SPANDAUER SV 1894 gegen BFC DYNAMO 2:3 am 21.09.08:

PETROWSKY ERLÖSTE DYNAMO! Eine gute Stunde lang war der Unterhaltungswert dieser Partie nur äußerst gering, doch die letzten dreißig Minuten ent- schädigten die zahlreichen Anhänger mit einer unglaublichen Zuspitzung der Ereignisse. Der Reihe nach: Zunächst gelang dem langen Samardzic der Füh- rungstreffer für den SSV, als er den ungeschickt angreifenden Karaschewitz ins Leere laufen ließ und aus zehn Metern eiskalt vollendete. Keine 120 Se- kunden später lag das Leder erneut im BFC-Netz, als eine Kopfballabwehr genau in die Mitte kam und Cinar aus gut zwanzig Metern draufhielt - der Ball setzte kurz vor Hinz nochmal auf, so dass der BFC-Keeper sehr unglücklich aussah. Eine Sensation schien sich anzubahnen, zumal der Favorit aus Hohen- schönhausen bis zu diesem Zeitpunkt vor allem im Offensivbereich enttäuschte. Dies änderte sich nach Kukulies` Anschlusstreffer beträchtlich - der lange Stürmer hatte nach Kopfballvorlage von Kapitän Rudwaleit aus Nahdistanz getroffen und damit seine Mannschaft wachgerüttelt. Gleichzeitig ging die Ordnung bei den Spandauern verloren, die den Vorsprung nur noch über die Zeit retten wollten. Rauch bestrafte dies zunächst mit dem Ausgleich, als er mutterseelenallein am Fünfmeterraum per Kopf erfolgreich war. Nun witterte der BFC seine Chance, die Partie noch komplett zu drehen, und die Span- dauer verloren die Nerven. Gerade hatte Yolcu berechtigterweise "gelb" gesehen, da grätschte er keine Minute später Rauch um musste vom Platz. Von draußen musste er mit anschauen, wie Petrowsky, herrlich freigespielt und frei vor Wiese, zum 3:2 traf und damit Dynamo erlöste. Für den demoralisier- ten SSV kam es noch schlimmer: In der Nachspielzeit hatte Cinar seine Nerven (und seine Zunge) nicht im Griff und ließ sich zu einer Beleidigung des SR- Assistenten hinreißen. So konnten die dezimierten Spandauer in der fünfminütigen Nachspielzeit keine Gelegenheit zum Gegenschlag mehr erarbeiten und sanken nach Spielschluss enttäuscht auf den Rasen, während Dynamo dank eines Kraftaktes und seiner Routine einen Ausrutscher gerade noch ab- gewendet hatte.
BFC DYNAMO gegen SV FALKENSEE/FINKENKRUG 3:2 am 28.09.08:

SPORKS HAMMER ENTSCHEIDET! Schön sieht das Spiel der Dynamos momentan nicht aus, aber sie sammeln mehr oder weniger glücklich fleißig Punkte. Beim BFC fehlte neben Ritter der erkrankte Karaschewitz. Dafür war Kurbjuweits Sperre abgelaufen, und Meinhardt rückte für Wedemann ins Team. Fal- kensee-Trainer Udo Richter musste auf die noch gesperrten Scheinig, M. Meier und Capolei verzichten, dazu war Angreifer Mobedi verletzt. Eine etwaige Defensivtaktik der Gäste war bereits nach einer Viertelstunde hinfällig: Der lauffreudige und keinem Zweikampf aus dem Wege gehende Rauch, der schon zuvor zwei Einschusschancen gehabt hatte (9./12.), sorgte für die BFC-Führung. Die Bemühungen der Falkenseer um den Ausgleich (Wolchow ver- fehlte nur knapp den Dreiangel/22., Sliwa schoss zu schwach/24.) konterte Dynamo leicht mit dem 2:0 durch Meinhardts Klassefreistoß. Das löste beim F/F Anhang schon Befürchtungen über eine bevorstehende Klatsche aus. Aber nein: Im Gefühl des so leicht gewonnenen, komfortablen Vorsprungs wurde die zuvor schon nicht besonders zielstrebig wirkende Uluc-Truppe leichtfertig, agierte zu sorglos nach vorne und im Rückwärtsgang zu schlampig. Und die Falkenseer waren keinesfalls erstarrt, setzten über Dauerläufer Wolchow, Ballverteiler Steven Meier und den kantigen Zieme vielmehr erstaunlichen Nadelstiche gegen pomadige Dynamos. Spätestens mit dem Ausgleichstreffer des quirligen Guggenberger war klar, dass diese leidenschaftlichen Grü- nen sich keinesfalls zum Prügelknaben degradieren lassen wollten. Nach der Pause stand der BFC defensiv immerhin wesentlich kompakter, fand aber nach wie vor nicht zu flüssigem Spiel. Dennoch ging man etwas überraschend erneut in Führung: Der sonst blasse Spork hatte einfach mal draufgehalten. Danach wurde es in einigen Privatfehden zeitweise etwas giftig, der überaus milde Schiedsrichter Klemm beließ es aber überwiegend bei Ermahnungen. Falkensee bemühte sich zwar weiter mit hohem Aufwand um einen Punkt, konnte aber nahezu keinerlei Torgefahr mehr erzeugen. Aus zahlreichen Kon- tergelegenheiten boten sich vielmehr dem BFC noch zwei gute Torchancen. Der insgesamt unglücklich agierende Kukulies vergab aber eine Vorentschei- dung (68./87.). Was sich in der Nachspielzeit fast noch gerächt hätte, aber beim tornahen Stochern nach Meiers Flankenball blieben Wolchow und Halici letztlich zweite Sieger und F/Fs Mühen unbelohnt.
BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 gegen BFC DYNAMO 1:1 am 05.10.08:

DIE FLUT VON FELDVERWEISE! Im Jahnsportpark, in dem Dynamo einst große Erfolge feierte, mussten die Hohenschönhausener erkennen, dass das Durchwurschteln der vergangenen Wochen irgendwann einmal ein Ende hat. Trotz einer fast 25 Minuten währenden Zwei-Mann-Überzahl schafften die Weinroten nur ein Remis. Für Trainer Volkan Uluc blieb die schmerzhafte Erkenntnis: "Vor dem Tor fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit. Was noch hinzu- kommt, ist der offensichtliche Mangel an spielerischen Möglichkeiten. Natürlich war der BFC beim Spiel 10 gegen 8 turmhoch überlegen. Aber das ange- wandte Mittel, eine Flanke vors Tor zu schlagen, fand nur einmal im fortwährend rackernden, trotz Kopfverbandes keinem Kopfball aus dem Weg gehen- den Rauch beim 1:1 ein erfolgreiches Ende. Spork (70.), Rudwaleit (71.), Rauch (78., 92.), Karaschewitz (84., 87., 91.) und Wedemann (93.) brachten das Leder, meist per Kopfball, nicht im Tor unter oder scheiterten am ersatztorwart Bicen. Eine weit größere Chance, die von Dogan gut organisierte Fünfer-Abwehr- kette zu knacken, wäre der Zug zur Grundlinie mit Pass in den Rücken der Abwehr gewesen. Aber Arayici fehlte die Grundschnelligkeit und dem flinken Preuss meist der Mumm. Gleichwohl mutierten nicht die BFC- oder BAK-Kicker zu Hauptpersonen im Jahn-Sportpark, sondern der unglückliche Schieds- richter Barsch aus Wismar. In der ersten Hälfte, über deren spielerische Armut der Betrachter lieber den Mantel des Schweigens legt, wollte der junge Referee offenbar ohne Karten auskommen. Bei Rangeleien zwischen Rauch und Dogan sowie Kukulies und C. Yilmaz ein falsches Signal. Dementsprech- end prägten Nicklichkeiten das Bild. Erster Aufreger in der zweiten Hälfte war ein Elfmeterpfiff von Barsch, nachdem Rauch im Duell mit Dogan im BAK Strafraum zu Boden ging. Aber der Jubel der BFC-Fans schlug Sekunden später in blanke Wut um: Der Assistent hatte vor dem Pfiff bereits die Abseits- fahne gehoben. Barsch nahm Strafstoß und die Gelbe für Dogan zurück. Danach kulminierte die Unruhe auf dem Feld in einer Flut von Platzverweisen. Wo- bei der erste eher dümmlich daher kam. Kaum hatte Gündogdu das 1:0 für den BAK erzielt, riss er sich, gelbverwarnt, das Trikot vom Leib. Ihm folgte Meinhardt  mit Gelb-Rot, weil er den ihn umstoßenden Kellner, der Rot sah, zuvor per Fußkick provoziert hatte. Den vierten Feldverweis nahm Torwart Aydin auf sich, als er den heran rauschenden, ihn bereits überlupfenden Rauch unfair stoppte. Aber selbst diese Überzahl reichte dem BFC halt nicht zum Sieg. 
BFC DYNAMO gegen BFC TÜRKIYEMSPOR 1978 1:3 am 11.10.08:

CANKAYA SCHALTET DYNAMO AUS! Gastgeber und ihr Trainer Uluc hadern mit Schiri Schmickartz. Normalerweise gehört Volkan Uluc zu den ruhigsten seiner Zunft. Doch am Sonnabend brach es mit Macht aus dem Dynamo-Coach heraus. Mit der Folge, dass er die zweite Halbzeit nicht mehr auf der Bank, sondern hinter der Bande auf der Gegengerade verfolgte. Uluc protestierte lautstark nach dem 0:1, dem seiner (und eigentlich aller Dynamo-Fans) Mei- nung nach eine Abseitsstellung des Passgebers Ergiligür vorausgegangen sein soll. Schiri Schmickartz wurde in der zweiten Hälfte immer unsicherer und zog sich mit mehreren unglücklichen Entscheidungen den Zorn der Gastgeber zu. "Unmöglich", polterte der am Sonnabend noch als Dynamo-Chef fungierende Frank Berton. "Warum schickt man zu einem solchen Spiel kein besseres Gespann?" Uluc bewahrte nach Spielschluss aber wie gewohnt die Contenance und gratulierte Uwe Erkenbrecher zum "letztlich verdienten Sieg". Die Gäste hatten den besseren Start. Senkayas Kopfball aus acht Metern parierte Hinz (7.), dann ging Manais Schuss knapp vorbei. Ab Mitte der ersten Halbzeit legte Dynamo den Respekt vor dem Regionalligisten etwas ab und kam besser ins Spiel. Allerdings rückte das Mittelfeld bei Ballbesitz gegen in manchen Szenen leicht überheblich wirkenden Kreuzberger nicht konse- quent genug nach und gab den Spitzen Kukulies und Rauch zu wenig Unterstützung. Auf der linken Seite mühte sich Preiß mit großem Einsatz, er lief sich aber häufig mit seinen Dribblings fest. In der besten Phase der Platzherren hinein gingen die Gäste in Führung. Und ein Pressschlag zwischen Preiß und Koc führte zum 2:0. Rauchs Anschlusstreffer näherte neue Hoffnung, doch Cankaya sorgte für die Vorentscheidung. In der von ständigen Unterbrechungen gekennzeichneten Schlussphase vergab Selanci noch zwei Großchancen.
BFC DYNAMO gegen GREIFSWALDER SV 04 3:1 am 19.10.08:

DYNAMO SIEGT IN UNTERZAHL! Als Dynamo-Stürmer Danny Kukulies zwanzig Minuten vor Schluss wegen Reklamierens von der guten Unparteiischen Kun- ick vom Platz geschickt wurde, schien es so, als ob das Verfolgerduell keinen Sieger finden würde, aber doch einen Gewinner hätte: den souveränen Ta- bellenführer Tennis Borussia, dem ein Remis sicherlich nicht ungelegen gekommen wäre. Doch gleich darauf traf Kapitän Rudwaleit per Kopf und brachte den dezimierten BFC damit auf die Siegerstraße. Danach sah es zur Pause überhaupt nicht aus, denn in einer "gutklassigen, temposcharfen Oberligapar- tie" (GSV-Coach Andreas Zachhuber) waren die Gäste kurz vor dem Seitenwechsel nicht unverdient in Führung gegangen: Seering brauchte das Leder nach glänzender Vorarbeit von Krüger und Kampf nur noch über die Linie zu drücken. Zachhuber war über die Entstehung des Führungstreffers so ent- zückt, dass der BFC anbot, ein Videoband davon zur Verfügung zu stellen. Umgekehrt konnte sein Kollege Volkan Uluc bis dahin nicht zufrieden sein mit seiner Elf, die sich zu selten durchsetzten konnte und kaum Torchancen erspielte. Dass die Partie dann doch noch einen anderen Verlauf nahm, lag auch am schnellen Ausgleichstreffer nach dem Wechsel: Kukulies war am linken Strafraumeck ziemlich allein gelassen und konnte Laß mit einem gefühlvollen Schlenzer überwinden. Nun wogte das Spiel hin und her. Die Berliner waren optisch überlegen und mehr in Ballbesitz, mussten jedoch bei den Kontern der Gäste stets auf der Hut sein. Dabei vermisste man jedoch den letztlich entscheidenden Pass in die Spitze, denn einige Male liefen die Greifswalder in Überzahl auf das BFC-Tor, nutzten dies jedoch nicht konsequent aus. Zudem beschlich dem Beobachter das Gefühl, dass, je länger das Spiel dauerte, der GSV mit dem Remis zufrieden sein würde. Dies änderte sich auch nach Kukulies Platzverweis und der daraus resultierenden Überzahl nicht. Im Gegenteil: Niemand konnte Rudwaleit am Kopfball hindern, und plötzlich lagen die Hohenschönhauser vorn. Die Kulisse tat ihr übriges, nun waren die Boddenstädter noch mehr gefordert, doch mehr als ein Kopfball von Prieske, den Thomaschewski über die Latte lenken konnte (85.), bot sich als Chance zum Ausgleich nicht. Stattdessen gelang dem eingewechselten Wedemann mit einer feinen Einzelleistung in der Nachspielzeit sogar das 3:1. So sorgte er dafür, dass Dynamo nun der einzige ernsthafte Verfolger für Primus Tennis Borussia ist.
BFC PREUSSEN 1894 gegen BFC DYNAMO 0:2 am 25.10.08:

DIE ZWEI GESICHTER DYNAMOS! Eine gute erste Hälfte reicht dem Favoriten zum Sieg über Preussen. Derweil Dynamo anfangs sehr recht und später mehr schlecht seine Pflicht erfüllte, blieb den Preussen nur eine Erkenntnis: Wir können einige schlagen, nicht aber einen Gegner dieses Kaliber, der individu- ell und im Gesamtbild ein ganz andere Klasse verkörpert. Um Dynamo richtig ärgern zu können, hätten die Lankwitzer das 0:0 weit länger halten müssen, in der Hoffnung, den Favoriten irgendwann in Verzweiflung und Ratlosigkeit zu treiben. Mit Kurbjuweits lässig verwandelten Strafstoß, den übrigens nicht jeder gepfiffen hätte, war jedoch die Sache im Prinzip erledigt. Zumal die Hohenschönhauser clever genug waren, bald darauf ihren besten Angriffszug überhaupt mit dem 2:0 zu krönen. Zu diesem Zeitpunkt sah das Spiel Dynamos noch sehr gefällig aus. Souverän und intelligent ließen Kurbjuweit, Arayici, Meinhardt vor der Halbzeit die Kugel zirkulieren, vor allem Petrowsky lieferte da einige grandiose Pässe. Doch gerade diese Macher büßten nach dem Wechsel an Präsenz und Spielbeherrschung kräftig ein - nur im Gefühl des sicheren Sieges? An dem Systemwechsel nach Sporks Verletzung kann es nicht gelegen haben: hinten nun eine Viererkette mit Kurbjuweit rechts und Steinert links, Arayici auf Sporks Position, Meinhardt auf rechtsaußen, das hatte zunächst ganz gut geklappt. Also doch ein Schuss Überheblichkeit? Jedenfalls war die Dominanz weg, auch hinten. "In der Defensive waren wir an- fällig" kritisierte Trainer Uluc, "gerade bei Freistößen und Eckbällen müssen wir besser verteidigen."  Tatsächlich hatten die Preussen nun Chancen, ei- nige vage nach Standards, aber auch eine riesige: "Da muss einfach ein Tor fallen", kommentierte Coach Gajda die Szene, in der Senkaya aus wenigen Metern am blitzschnell tauchenden Thomaschewski gescheitert war (63.). Ein Anschlusstor hätte die Sache vielleicht spannend gemacht, vielleicht aber auch Dynamo wiederbelebt - man weiß es nicht. Jedenfalls besaßen auch schwächelnde Dynamos gegen allmählich aufmachende Preussen genügend Möglichkeiten. Fink klärte gegen Preiß auf der Linie (32.), desgleichen Wenke gegen Rauch (78.), der ganz allein aufs Tor ziehende Rauch schoss vorbei (52.), Wedemann traf den Pfosten (75.). Nachlässigkeiten, die sich der Favorit diesmal locker erlauben durfte.
BFC DYNAMO gegen REINICKENDORFER FÜCHSE 3:2 am 02.11.08:

ROTE KARTEN FÜR KEEPER DAME! Es war ein schwer erkämpfter Arbeitssieg des Favoriten. Die Füchse verkauften ihr Fell ausgesprochen teuer und wären ohne den etwas zu hart wirkenden Platzverweis gegen ihren Keeper Dame wohl über die gesamte Spielzeit ein ebenbürtiger Kontrahent geblieben. Die Reinickendorfer hatten den besseren Start für sich und lagen nach einer guten Viertelstunde bereits mit zwei Treffern in Front. Begünstigt wurden sie dabei auch von Unstimmigkeiten in der Innenverteidigung Dynamos, wo insbesondere der von einer langwierigen Verletzung genesene Zelm sicherlich schon bessere Tage erlebt hat. Angetrieben vom überragenden Kurbjuweit kam der BFC aber noch vor der Pause eindrucksvoll zurück. Zu beiden Tref- fern des abgeklärt wirkenden Kukulies leistete der Sohn des früheren DDR-Nationalspielers aus Jena die Vorarbeit, das dritte Tor besorgte der erneut als rechter Außenverteidiger aufgebotene Kurbjuweit per Foulelfmeter selbst. Die Steigerung der Dynamos war auch maßgeblich an Petrowsky festzu- machen, der aus gewohnter Position im defensiven Mittelfeld eine der treibenden Kräfte der Hohenschönhausener war. Die Schlüsselszene der Partie war sicherlich das Foul von Füchse-Schlussmann Dame am durchgebrochenen Rauch, für welches der Schlussmann den roten Karton sah (39.) und sich fortan vom noch für die A-Jugend spielberechtigten Hagen vertreten lassen musste. Die Füchse besaßen in Schwager ihren besten Akteur. Der eigentlich auf der linken Außenbahn beheimatete Blondschopf überzeugte diesmal in zentraler Mittelfeldposition und hatte in der zweiten Hälfte auch die beiden besten Möglichkeiten zum Ausgleichstreffer, als er das Leder jeweils knapp am Tor vorbeischob (66./75.). Der agile Yatkiner und der auf der linken Seite souverän wirkende Baer waren weitere Stützen der Reinickendorfer. Bei Dynamo erzielte Angreifer Kukulies mit seinem ersten Treffer sein insgesamt 50. Punktspieltor für den BFC Dynamo, der damit weiterhin hartnäckigster Verfolger des Spitzenreiter Tennis Borussia bleibt. Der Aufsteiger aus Rei- nickendorf indes haben sich in der Liga bestens akklimatisiert und stellen in der gezeigten Verfassung eine wahre Bereicherung der Spielklasse dar. Einzig Ex-Präsident Rainer Klug wirkte nach Spielende etwas verärgert, als er dem Unparteiischen Weißenborn fehlende Unparteilichkeit unterstellte.
BFC DYNAMO gegen TSG NEUSTRELITZ 0:1 am 15.11.08:

SCHELENZ`SENSATIONELLER REFLEX! Trotz bester Chancen kassiert der BFC Dynamo die erste Niederlage. Irgendwann erwischt es jeden. Die erste Nie- derlage des BFC konnte, wer wollte, auf eine Kette unglücklicher Umstände zurückführen. Wobei sich die Frage erhebt, ob ein überragender gegner- ischer Torwart, in diesem Fall Schelenz, wirklich ein unglücklicher Umstand ist. Oder die vielzitierte Chancenverwertung: Ist es unglücklich, wenn man ein knappes Dutzend bester Gelegenheit vergibt, während der Gegner aus zwei Chancen ein Tor macht, also bei 50 Prozent landet? Der enttäuschte BFC-Trainer Uluc sprach klipp und klar, worauf es ankommt bei diesem Sport ohne Stoppuhr und Haltungsnoten: "Tore entscheiden." Und das eine, alle entscheidende hatte nun mal Neustrelitz erzielt. Dass nicht alle Beobachter sich im Klaren waren, ob bei besagtem Treffen der Ball wirklich die Linie voll überquert hatte, das war das Unglücklichste für den BFC an diesem nasskalten Novembertag. Nach Scholls vor oder hinter dem Strich blockiertem Kopf- ball spielten zunächst alle weiter, auch der Unparteiische ließ laufen, ehe er seinen aufgeregt mit dem Fähnchen winkenden Assistenten bemerkte. Tor oder nicht Tor, das wird nie restlos zu klären sein. Fakt blieb, dass kurz zuvor die Neustrelitzer zum ersten Mal überhaupt vors BFC-Tor gekommen wa- ren und der freie Wunderlich das Ziel knapp verfehlt hatte (77.). Eingedenk der Chancenschluderei seiner Leute war Uluc da schon Böses geschwant: "Das riecht danach, in einen Konter zu laufen." Die prophetischen Gaben ihres Coaches hätten die Weinroten nicht bemühen müssen, wäre ihnen bei- zeiten ein Treffer geglückt - nicht allein des Resultats wegen, sondern vor allem um den gnadenlos defensiven Kontrahenten aus seinen Bunker zu locken. Aber der BFC kriegte, es gibt solche Tage, einfach keinen rein: Rudwaleits Versuch kratzte Rochow von der Linie (5.), der total freie Kukulies köpfte genau auf Mann (15.), der gleichfalls unbehelligte Zelm legte sich die Pille zu weit vor (26.), und auch der allein vor Schelenz auftauchende Kurb- juweit scheiterte am famosen Keeper (54.), der später noch gegen Rudwaleit mit einem schier sensationellen Reflex aufwartete (71.). Die Liste dieser Möglichkeiten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie beweist indes, dass Dynamo kein schlechtes Spiel ablieferte - kämpferisch war alles und spielerisch einiges in Ordnung. Kurbjuweit  und Petrowsky versprühten die besten Ideen. Preiß stiftete Unruhe mit seinen unorthodoxen Soli, auch Wedemann gefiel in seiner Beweglichkeit, musste aber raus, weil Uluc auf den an diesem Tag schwächeren Kukulies setzte: "Den sieht man manchmal kaum, und plötzlich macht er ein Tor." Diesmal allerdings nicht.
FSV OPTIK RATHENOW gegen BFC DYNAMO 1:0 am 22.11.08:

NACH HERZENSLUST AUSGETOBT! Ernüchterung bei Dynamo nach der zweiten Niederlage in Folge. "Ich entschuldige mich bei unseren Fans. Was wir hier als Mannschaft präsentiert haben, geht gar nicht." BFC-Coach Volkan Uluc, der den Ex-Rathenower Wedemann ("Ich wollte mal bei einem großen Verein spielen") von Anfang brachte, war die Enttäuschung nach der zweiten Schlappe in Folge deutlich anzumerken. Die größte Überraschung war, dass Rathe- now sich auch spielerisch klar besser zeigte und der Sieg hoch verdient war. Beide Teams mussten auf zwei Stammspieler verzichten: Optiks Avcioglu und Becker verletzt, die BFCer Rudwaleit und Spork gesperrt. Die Gastgeber konnten das wesentlich besser kompensieren. Sie hatten auf schwerem Geläuf, anfangs noch leicht mit Schnee bedeckt, das bessere Konzept: schnell, ohne Schnörkel über die Außen wurden beide Spitzen immer wieder in Szene gesetzt. Wenn Pfefferkorn nur die Hälfte seiner klaren Möglichkeiten genutzt hätte, wäre er der Held des Tages gewesen. Trotz der mangelhaften Chancenverwertung sah Optik-Trainer Kahlisch ("Ich bin unheimlich stolz auf mein Team") die erste Halbzeit "sehr, sehr positiv." Das war sogar tiefge- stapelt. Was Rathenow 45 Minuten lang bot, war die mit Abstand beste Leistung seit langer Zeit. Neben Pfefferkorn hätten auch M. Lettow, Leroy, Scholz, Zielske (Pfosten) und Berger (Fallrückzieher) treffen können, ja müssen. Das sah Uluc genauso: "Es muss schon zur Halbzeit 3:0 stehen." Normalerweise wird das bestraft. Zumal auch Pfefferkorn zehn Sekunden nach Wiederanpfiff freistehend verschoss. Doch klare Gelegenheiten hatten für den Favoriten weiter Seltenheitswert. Besonders die Lettow-Brüder und Puhlmann, die sich vor der Pause nach Herzenslust austoben durften, leisteten mit enormen Laufpensum nun viel für die Defensive. Zeit für Konter nahmen sie dennoch. Nicht zufällig erzielte Puhlmann das Tor des Tages. Erst ganz zum Schluss, als den Havelländer die Puste ausging, lag der Ausgleich zweimal in der Luft: Kukulies köpfte erst an die Latte (83.), und als er kurz darauf per Volley an Sengespeick scheiterte, brachte Wedemann den Nachschuss nicht am Keeper vorbei. So konnte Kahlisch schmunzeln: "Ich habe den Jungs gesagt, wir wollen mal gegen einen Großen gewinnen. Heute hat`s geklappt."
BFC DYNAMO gegen VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 4:2 am 29.11.08:

SPEKTAKULÄRES TOR VON RAUCH! Zwei Haase-Treffer lassen den BFC Dynamo noch einmal zittern. Die Dynamo-Fans hatten ihren Liebling gefunden. Lichterfeldes Torwart hatte beim 2:0 des BFC größtmögliche Hilfestellung geleistet und Torschütze Kukulies beim Abschlag den Ball an den Körper ge- schossen, von wo dieser ins Netz trudelte. Fortan schallte es "Hakan" durch das Sportforum, wenn Baran an den Ball kam. Derartige Unterstützung hatten die Dynamos anfänglich nötig. Zu Beginn in der Defensive übernervös, hatten sie Glück, dass Öztürk nach einem katastrophalen Querpass der Mumm fehlte, energisch aufs Tor zu ziehen und Rudwaleit ihn noch stoppte. Lichterfelde störte weiter früh, bot dank Senol und Güzer auch das gefälligere Mit- telfeldspiel, hatte aber bei Ballverlust Probleme mit den langen Bällen des Gegners. Als Kukulies den oft zu eigensinnigen Rauch mit viel Übersicht be- diente, stand es auf einmal 1:0. Noch spektakulärer fiel das 3:0. Einen langen Ball von Kurbjuweit stoppte Rauch mit der Brust und jagte die Kugel volley in die Maschen. Der BFC, bei dem Spork und Rudwaleit nach ihren Sperren wieder auf dem grünen Rasen standen, hätte nun eigentlich mit breiter Brust die zweite Hälfte angehen können. Aber es kam anders. Erst versiebte Rauch völlig freistehend, dafür mächtig unentschlossen, dass mögliche 4:0 (55.), dann verletzte sich der Angreifer nahe der Eckfahne. Mehrere Minuten wurde er am Sprunggelenk behandelt. Die flinken Lichterfelder, bei denen Senol nach Verletzung in der Kabine blieb, nutzten ihren Vorteil. Zweimal schob der eingewechselte Haase den Ball ins BFC-Gehäuse. Beide Male sahen Thoma- schewski und seine Abwehr gar nicht gut aus. Beachtlich, dass der Stadionsprecher, trotz des Elends der eigenen Mannschaft, dem Schützen noch einen flotten Spruch mit auf dem Weg zur Mittellinie gibt: "Mein Name ist Haase, ich weiß Bescheid." Die Dynamo-Abwehr wusste das in dieser Phase nun wirk- lich nicht. "Rauch hatte gut gespielt. Ich wollte sehen, ob er weitermachen kann. Das Signal, ihn auszutauschen, kam erst spät", verteidigte BFC-Trainer Uluc die lange Phase der Unterzahl. Dass die folgende Phase Zitterns nicht mehr bis zum Abpfiff ging, verdanken die Weinroten einem ehemaligen LFC- Kicker: Preiß versenkte den Ball nach einer gefühlvollen Flanke Meinhardt per Kopf und sorgte für die Entscheidung. Aber nicht nur der BFC war in dieser eigentlich völlig fairen Partie nervös. Wohl auch Schiedsrichter Hösel, der einerseits beruhigend auf die Spieler einwirkte, aber gleichwohl zehn Gelbe Karten verteilte. Vielleicht animierten ihn auch nur seine gelbe Kluft und die seiner Assistenten dazu. 
TENNIS BORUSSIA BERLIN gegen BFC DYNAMO 4:2 am 07.12.08:

VOM WINTERSCHLAF ERWECKT! Nach unsicherem Start siegt TeBe gegen Dynamo völlig verdient. In einem rassigen und torreichen Spitzenspiel vor Re- kordkulisse setzte sich Tennis Borussia letztlich dank besserer spielerischer Qualität und auch aufgrund der besseren Einzelspieler verdient durch. Der BFC wirkte mit Petrowsky als zweitem Sechser und Verteidiger Arayici statt Meinhardt zwar auf dem Papier defensiv ausgerichtet, heizte aber anfangs einer zentral ungewohnt unsicheren TeBe-Abwehr ziemlich ein. Vor allem Preiß setzte der bedrohlich wankenden rechten Abwehrseite der Borussen ordentlich zu. Sporks Volley und der Kracher von Rauch oben an den linken Pfosten (9.) hatten auf den Führungstreffer geradezu eingestimmt. Stillen- munkes sah dabei richtig schlecht aus, und es schien, als sei nun wirklich der Tag gekommen, an dem die Lila-Weißen fällig sind. Nach dem 1:1 war das aber schnell vom Tisch, denn die Veilchen hatte der Ausgleich offenbar aus ihrem kleinen Winterschlaf geweckt. Der BFC schien davon geradezu para- lysiert. Vor allem der hervorragende da Silvia mit flachen, steilen Bällen ins Herz der BFC-Deckung und Fuß mit gutem Auge und seinen enorm gefähr- lichen Standards stürzten die Dynamos in höchste Verlegenheiten. Einen Zuckerpass von da Silva konnte der gute Zelm gerade noch grätschen, bei Num- mer zwei scheiterte Fuß am Blitzreflex von Thomaschewski, und da Silvia selbst schob nach Fuß-Steilpass die Kugel am fast leeren Kasten vorbei. Da auch noch der unglückliche und von Zelm abgemeldete Ben-Hatira nach Fuß-Freistoß per Kopf nur die Latte traf, war der Halbzeitpfiff für Weinrot-Weiß sicher eine kleine Erlösung. Mit dem Wiederanpfiff blieb der wegen permanenten Lamentierens Gelb/Rot gefährdete Kukulies, Dynamos Top-Torjäger, dann vorsichtshalber draußen. Ansonsten änderte sich aber nichts, und dass TeBe dank gesteigerter Abwehrleistung und verbesserter Chancenver- wertung auf 3:1 davonziehen konnte, war nur folgerichtig. Mit seinem Treffer krönte Ahmetcik einen bärenstarken Auftritt auf der linken Seite. Der BFC brachte zwar mit Wedemann und Meinhardt (dessen Standards allein schon viel wert sind) vielleicht zu spät noch zwei Offensive. Aber als Rauch völlig frei eine von Stillenmunkes erneut verfehlte Preiß-Flanke neben das leere Tor geköpft hatte (75.), war die Superchance vertan, noch einmal eine heiße Schlussphase gegen etwas zu abwartend agierende Borusse einzuläuten. Deren Sieg war unter Dach und Fach.   
SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE gegen BFC DYNAMO 1:0 am 13.12.08:

EIN FRESSEN FÜR DIE STRATEGEN! Volkan Uluc war in seinem Element. Aller Frust und Zorn, die sich in jüngster Zeit angestaut hatten, entluden sich beim BFC-Coach in einigen schwungvollen Breitseiten: Gegen die Polizei, deren massive Attacken beim TeBe-Spiel die BFC-Fans zum Boykott der Partie in Schöneiche veranlassten; gegen BFV und NOFV, die Dynamo "weg von jeglicher Neutralität brandmarken" würden; und nicht zuletzt gegen die eigene Mannschaft, deren Darbietung er als "Zumutung" empfand: "Wir haben gute Trainingsbedingungen. Aber man muss sie auch wahrnehmen." Und nicht, wie Uluc klagte, teilweise nur einmal die Woche zum Sackhüpfen erscheinen. Die Schöneicher lauschten Uluc` Ausführungen mit gemischten Gefühlen. Einerseits waren ihnen durch das Wegbleiben der BFC-Fans und durch erhöhte Sicherheitsauflagen zwei- bis dreitausend Euro entgangen. Anderseits hatten die Spieler den Nachweis angetreten, von den Großen und Starken der Liga nicht allzu weit entfernt zu sein. Um etwaiger Überheblichkeit vorzu- beugen, hob Trainer Dirk Berger schon mal warnend den Zeigefinger: "Die Mannschaft muss lernen, mit dem Erfolg umzugehen. Aber das Selbstver- trauen soll sie ruhig mitnehmen." Der Schlüssel zum Schöneicher Erfolg lag auf den Flügel. Während der BFC schon vor Halbzeit, als es zumindest bis zum Strafraum noch halbwegs ordentlich lief, die Bälle zu früh aus dem Halbfeld hoch vor die Hütte drosch und damit den Strategen Persich und Huppert ein gefundenes Fressen lieferte, machte Germania außen mächtig Betrieb. Pausenlos die Linie und anderswo entlang flitzten, unterstützt von Martins, die flinken Richter und Scharlau, denen lediglich vorzuwerfen war, ein paar gute Chancen versiebt zu haben. Aber Germania spielte wenigstens etwas her- aus, während der BFC seine gefährliche Momente nur aus der Distanz heraufbeschwor: Mit einem Freistoß (45.) und einem Volley (88.) verfehlte Mein- hardt das Ziel jeweils haarscharf. Nach Germanias Strafstoßtreffer, ziemlich unfertig verursacht von Lohmeier, holte Uluc die defensiv überforderten Kurbjuweit und Gerhard herunter, später auch den permanent lamentierenden Petrowsky, doch es wurde noch schlechter. Das gänzlich einfallslose Anrennen des BFC kommentierte der Trainer so: "Man muss auch dahin gehen, wo es weh tut. Aber wir haben zu viele Spieler, die sich nicht weh tun wollen." Das reicht dann nicht für die Regionalliga.   
BFC DYNAMO gegen LUDWIGSFELDER FC 0:0 am 28.02.09:

KONAL ALS EINZIGER LICHTBLICK! Zunächst sah es tatendurstig aus, wie beide Teams die Partie angingen, doch ganz schnell traten dann recht offen bei- der Unzulänglichkeiten in den Vordergrund. Es haperte nicht nur am Spielaufbau, weil der schon im Ansatz viel zu umständlich begonnen wurde, es ha- perte ebenso beim Versuch, die wenigen gelegentlichen Möglichkeiten erfolgreich abzuschließen. Wie gesagt, beiderseits. Auch als der BFC nach einer knappen halben Stunde optisch ein wenig vorteilhafter wahrgenommen werden konnte, weil er nun druckvoller agierte, kam nichts Zählbares heraus. Kurbjuweit schoss nach kurzem Sololauf knapp drüber (28.), Spork scheiterte aus zwölf Metern an Torwart Schostock (30.), bekam beim Gedränge im Torraum die Kugel wiederum nicht am LFC-Keeper vorbei (33.), und Zelm köpfte übers Tor (35.). Dem hatten die Ludwigsfelder bis zur Pause nur einen zu überhasteten Riediger-Schuss nach Stellungsfehler von Rudwaleit entgegen zu setzen (37.). Nach dem Wechsel aber hatten sich die Ludwigsfelder wie- der gesammelt, sie wirkten wieder konzentrierter und beschworen etliche brenzlige Situationen vor dem BFC-Tor herauf, wie etwa durch Bengs und Thomas, die es mit einem Doppelpass versuchten (59.). Doch auch bei dem LFC ließ der Abschluss sehr zu wünschen übrig. Vor allem hätte er seine Konter viel besser ausspielen müssen, wenn die beiden "Langen" der BFC-Abwehr, Zelm und Rudwaleit, bei Standards nach vorn eilten, um ihre Luft- hoheit zu nutzen, aber selten schnell genug wieder auf ihre Positionen zurück kehrten. Da mangelte es einige Male an der Abstimmung in der Defensive Dynamos. So war es auch kurz vor Schluss. Bengs hatte aus 25 Meter gerade Thomaschewski auf die Probe gestellt, der Gegenangriff, durch ein taktisch- es Foul unterbrochen, führte zum 25-Meter-Freistoß, den Kurbjuweit aber nicht zum Mitspieler brachte. Bengs ging auf und davon, doch Neuendorf verzog dessen Flankenball knapp (89.). So richtig hatte wirklich keiner von beiden einen Sieg verdient. Einen Lichtblick hatte aber auch diese Begegnung. Für den sorgte ein erst 17jähriger Ludwigsfelder: Anil Konal, auf der rechten Abwehrseite sein Debüt gebend, ließ kaum etwas anbrennen. Trainer Volker Löben- berg lobte ihn: "Nachdem Anil seine Anfangsnervosität überwunden hatte, spielte er abgeklärt wie ein Alter."
TORGELOWER SV GREIF gegen BFC DYNAMO 1:1 am 07.03.09:

SIMIK VERGIBT DEN SIEG! Seinen Humor hatte Dynamo-Trainer Uluc nach dem mageren Unentschieden nicht verloren: "Ich war dreimal mit dem BFC hier und konnte nie gewinnen. Da habe ich mir gedacht, ich wechsle den Verein", scherzte er mit Blick auf das Ende seines Trainerdaseins bei Dynamo im Sommer. Das es für die Berliner in Torgelow auch diesmal nicht zu einem Sieg reichte, lag besonders am Spiel nach vorn. "Fußball heißt nicht, nur bis zur Strafraumgrenze zu spielen. Wir haben es nicht geschafft, Torgefahr auszustrahlen", monierte Uluc. Zwar hatten die Gäste in einer temposcharfen Partie die größeren Spielanteile. Trotzdem biss er sich an der Greif-Abwehr die Zähne aus. Nur beim Ausgleich pennten die Torgelower, als Meinhardt einen diagonalen Pass von der Mittellinie fast bis zur rechten Eckfahne punktgenau auf Kurbjuweit schlug. Dieser bediente blitzschnell mit einer Flanke Rauch, der ungehindert die Kugel versenkte. Das Schicksal einer erneuten Pleite in der Ueckerstadt blieb den Hauptstädtern damit erspart. Auch weil die Gast- geber selber nicht den Sack zubinden konnten: Köhn hatte die Greifen gerade mit einem Knaller von der Strafraumgrenze in Führung gebracht, da schei- terte Simsek freistehend an Thomaschewski. Auch Torgelows neuer Trainer Timme wusste: "Macht Sami das Tor, wäre das Ding entschieden. Ich bin mit dem Punkt nicht zufrieden". Für den Fußball-Lehrer hätte der Sieg an seine Mannschaft gehen müssen. Doch dazu hätte Greif vorm Dynamo-Kasten clever auftreten müssen. Schon im ersten Durchgang vermasselten sich die Gastgeber vieles durch eigene schlampige Abspielfehler. Auch Flanken und Eckbälle waren viel zu oft von grober Ungenauigkeit geprägt. Trotzdem hatten die Greifen auf dem Kunstrasenplatz im ersten Durchgang die größte Chan- ce, als Pankau mit einem Lupfer am BFC-Keeper scheiterte (44.). Insgesamt sieht Timme noch viel Arbeit auf sich zu kommen: "Weil wir insgesamt zu hektisch spielten." Übrigens hat Dynamo trotz des großen Rückstands auf Spitzenreiter TeBe den ersten Teil der Regionalliga-Bewerbung (technisch - organisatorischer Bereich) fristgemäß beim DFB eingereicht. Man kann ja nie wissen.
BFC DYNAMO gegen BRANDENBURGER SC SÜD 05 2:0 am 14.03.09:

GROSSTAT VON THOMASCHEWSKI! Zwei Brandenburger werden ihre Rückkehr ins Sportforum lieber schnell vergessen: Karaschewitz und Steinert waren zur Winterpause von Dynamo nach Brandenburg gewechselt, Punkte im Kampf um den Klassenerhalt konnten sie aber nicht mitnehmen. Dem BFC reichte eine durchschnittliche Leistung zum verdienten Sieg. Süd-Trainer Mario Block war durch die Verletzung des zuletzt stark aufspielenden Voß (Bänderriss) zu einer Umstellung gezwungen, gab sich aber optimistisch: "Wir wollen hier mitspielen und punkten." Doch sein Team ließ ihn im Stich. Es fehlte am nö- tigen Vorwärtsdrang. BFC-Coach Volkan Uluc beklagte indes eine immer dünner werdende Personaldecke und bot mit Steinborn einen A-Junioren in der Startelf auf. Warum denn nicht? Der Junge rackerte 60 Minuten ordentlich, blieb aber glücklos. In der Anfangsphase tasteten sich die Berliner langsam an das BSC-Tor heran. Viele Aktionen liefen über Becke, doch spätestens am Strafraum war Schluss - zu lange der Ball gehalten. Nach 20 Minuten kombi- nierte der BFC flüssiger. Eine Kopfballvorlage von Kukulies konnte Spork zum Führungstreffer verwerten. Drei Minuten später hätte Kukulies selbst tref- fen müssen, scheiterte aber an Jurzik. BSC-Trainer Block reagierte sofort, wechselte den agilen Szywala ein und verhalf seiner Mannschaft zu neuer Ord- nung. Szywala war es auch, der mit seiner Flanke Brandenburgs beste Chance einleitete: Karaschewitz bekam den Ball unerwartet im Torraum vor die Füße. Eine Großtat Thomaschewskis verhinderte das sichere Tor (35.). Im zweiten Durchgang wurde der BSC offensiver. Karaschewitz agierte nun als zweite Spitze. Die besseren Torchancen hatte aber Dynamo. Unverständlich, warum sich Kurbjuweit nach seiner guten Leistung grob unsportlich verhielt und sein Team fahrlässig dezimierte. Doch gerade als der BSC seine Chance witterte, traf Preiß nach Vorarbeit von Meinhardt zum entscheidenden 2:0. Volkan Uluc war insgesamt zufrieden, haderte aber mit der Chancenverwertung: "Ein Spiel der ausgelassenen Tore."
BFC DYNAMO gegen SPANDAUER SV 1894 2:2 am 22.03.09:

SPORK VERSCHIESST ELFMETER! "Ein Sieg muss her", sprach SSV-Coach Öztürk vor dem Spiel, wohlwissend, dass seine Elf unbedingt den letzten Stroh- halm ergreifen wollte. Das frühe Tor der Dynamos, die engagiert begannen und die erste Chance durch Rauch (4.) nicht nutzen konnten, schien das Kon- zept der Spandauer über den Haufen zu werfen. Als erneut Rauch scheiterte (10.) und Keeper Wiese eine Rückgabe vertändelte (14.), schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Knockout des SSV Besiegelt war. Aber die einzige Spitze Samardzic war es, die mit einem Kopfball knapp scheiterte und mit einem gefährlichen Schuss Dynamos Keeper prüfte (16., 17.). Die Spandauer igelten sich zu keiner Phase ein und sahen spielerisch durchaus gut aus. Bis zur Pause gab es dann aber nur noch Möglichkeiten für die Gastgeber, die vor allen Dingen Kukulies vergab. In der Vorbereitung guter Chancen zeich- nete sich besonders der junge Becke aus, der immer wieder über die rechte Seite gefährlich vors Tor flankte und bei Standardsituationen gefragt war. Die größte Chance zur Vorentscheidung hatte Kapitän Rudwaleit, der eine scharfe Eingabe dicht vor dem Tor verpasste (44.). Die trotz kaltem, windigem Wetter recht zahlreich erschienen Zuschauer mussten mit ansehen, wie Dynamo die besten Chancen vergab und so den SSV aufbaute. Höhepunkt war der verschossene Elfmeter von Spork, der mit Nonchalance anlief und prompt das Leder an den Pfosten setzte. Von einem 0:2 hätte der SSV wahrschein- lich nicht mehr erholt. So aber kam die Strafe für den BFC in Form des umstrittenen Ausgleichs, als der lange Samardzic sich im Strafraum theatralisch fallen ließ und der Schiri auf den ominösen Punkt zeigte. Als dieser die Gelbe Karte zückte, glaubte man eher, dass Samardzic sie für eine Schwalbe be- kommt, aber er zeigte sie dem foulenden Rudwaleit. In der Folge hatte der Schiri aufgrund vieler Nickligkeiten Schwerstarbeit zu verrichten. Als Dynamo die erneute Führung gelang, schien der Favorit auf der Siegerstraße, doch die Spandauer steckten nicht auf und schafften tatsächlich noch den vielumju- belten Ausgleich, den sie trotz Yolcus Platzverweis über die Zeit retten konnten. Für Dynamo ist damit endgültig die Saison gelaufen, die insgesamt als ernüchternd zu bezeichnen ist. Das liegt nicht unbedingt am Trainer, der gute Arbeit leistet und von einigen Offiziellen gern auch für die nächste Saison gehalten worden wäre.
SV FALKENSEE/FINKENKRUG gegen BFC DYNAMO 1:0 am 29.03.09:

ENTSCHEIDUNG DURCH WOLCHOW! Es blieb nicht bei der Geste. Vor dem Spiel gingen die Falkenseer Spieler zu ihren Fans und versprachen, nicht noch ein- mal so eine schlechte Leistung wie am Mittwoch gegen den Bentwisch (0:2) abzuliefern. Das hielt der Aufsteiger aus dem Havelland auch ein und landete einen 1:0-Überraschungssieg gegen den Tabellenzweiten aus der Hauptstadt. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie so eine Reaktion gezeigt hat. Heute sind die Jungs wieder über sich hinausgewachsen und haben die Sache vom Spiel gegen Bentwisch wieder gerade gerückt", war Falkensees Trai- ner Udo Richter zufrieden. Es machte sich schon bemerkbar, dass die am Mittwoch gegen Bentwisch noch gesperrten Steven Meier und Maximilian Wol- chow bei den Gastgebern wieder mit von der Partie waren. Im zentralen Mittelfeld klaffte im verlorenden Nachholspiel noch eine Lücke bei den Grün - Weißen, die dieses Mal geschlossen wurde. Dass der Treffer letztlich durch einen Elfmeter fiel, war den Gastgebern und ihren Fans egal. Neuzugang Ka- dow war im Strafraum durch Rudwaleit von den Beinen geholt worden. Der frühere BFC-Spieler Wolchow ließ sich die Chance nicht entgehen und ver- wandelte eiskalt und seelenruhig ins rechte untere Eck. Nur zwei Minuten später entlud sich der Frust wohl nicht nur dieses Spiels, sondern der ver- gangenen Wochen bei BFC-Angreifer Kukulies. Er mähte von hinten in der gegnerischen Hälfte den Falkenseer Libero Ruff um und sah dafür die Rote Karte. Das war nicht unbedingt einmal ein Nachteil für die Dynamos, denn nun fighteten sie in Unterzahl so, wie man es sich von Beginn an gedacht hatte. Allein die Falkenseer hielten mit aller Kraft dagegen. Sie machten hinten den Laden dicht und verlegten sich aufs Kontern. Da gab es dann noch die eine oder andere Chance zum 2:0. Purrmann (77.), Matthias Meier (78.) und Scheinig (83.) hatten es auf dem Fuß. Das zweite Tor fiel aber nicht, und so blieb es bis zum Schluss spannend. Auf der anderen Seite klärte Krüger nach einem Meinhardt-Freistoß auf der Linie (85.). Viel mehr außer diese Freistöße an der Strafraumgrenze hatten die Berliner nicht zu bieten. Ihre Schussversuche aus der Distanz gingen teilweise sehr weit daneben. Falkensee ließ letztlich nichts mehr anbrennen. Mit einem Mann mehr und trotzdem aus der Defensive heraus wurde der knappe Vorsprung über die Zeit gebracht. Dynamo trat insgesamt nicht so auf wie ein Tabellenzweiter. Es sah phasenweise eher so aus, als hätten die Berliner mit der Saison schon abgeschlossen. Alter- nativen hatte Coach Volkan Uluc auch nicht auf der Bank. Es würde nicht verwundern, wenn Dynamo in den nächsten Wochen noch den einen oder ande- ren Platz einbüßt.
BFC DYNAMO gegen BERLIN ANKARASPOR KULÜBÜ 07 1:1 am 05.04.09:

KAMPF AUF HOLPRIGEN RASEN! Eine Halbzeit lang regierte die pure Langeweile. Da brachten beide Mannschaften spielerisch kaum etwas zu Wege, blieb der Spielaufbau häufig schon mit dem eröffnenden Zuspiel auf der Strecke. Allerdings hatten die Akteure bei der Ballbehandlung arg unter dem mittler- weile reichlich ramponierten Rasen zu leiden. Die durch Kukulies` Sperre personell endgültig auf dem letzten Loch pfeifenden BFCer hatten (wohl notge- drungen) die Suspendierung von Nachtschwärmer Spork aufgehoben. Trotzdem saßen nur noch zwei Feldspieler auf der Bank, wobei Ebert ebenso wie Rauch (mit Tape am Oberschenkel auflaufend) und Arayici zudem angeschlagen war. Kämpferisch war zwar nichts auszusetzen, mit Rudwaleit, Kurbju- weit und dem energischen Arayici machte man hinten gut dicht, Spielkultur wollte sich aber nicht einstellen, und bis zur Pause gab`s nicht eine Torge- legenheit. Beim BAK sah das ähnlich aus, standen Dogan und Keyser kompakt, aber vorwärts ging es nur holprig. Immerhin erzwang ein Freistoß des wiedergenesenen Kadir Yilmaz eine Parade von Thomaschewski (33.).Erneut der Keeper bewahrte gleich Kopf und Kragen sein Team vor dem 0:1, als Kovulmaz mit feinem Zuspiel von Kadir Yilmaz auf ihn zustiefelte, aber vor dem Keeper nicht kühl genug blieb. Das schien sich kurz darauf zu rächen, als Rauch (mittlerweile auch noch an der rechten Augenbraue lädiert) die beste Aktion des Spiels zum Führungstreffer nutzte. Da lösten sich beim BFC einige Hemmungen, der Druck auf den BAK nahm zu. Der Ball lief jetzt mitunter ganz flüssig, weil vor allem Spork und auch Meinhardt etwas auftauten und Kurb- juweit von hinten gut zulieferte. In Tornähe war aber die letzte Aktion nicht zielstrebig genug. Preiß agierte bei allem Laufaufwand zu hektisch, Meinhardt setzte seine Fernschüsse allzu früh an, Rauch fehlte die Ruhe im Abschluss oder er wurde von Keyser abgeblockt. Das 1:1 kam ziemlich überraschend. Türkkan, ansonsten kaum zu sehen, hatte beim Elfmeter auch noch etwas Glück, dass Thomaschewski die Kugel mit der Hand nicht mehr entscheidend erwischte. In der Schlussviertelstunde hatten beide Seite noch die Möglichkeit zum Siegtreffer, aber vor allem der BFC spielte seine Angriffe nach wie vor nicht konsequent genug aus. Türkkan, der aus der Drehung verzog (84.), und Preiß, der in der Nachspielzeit einen Volley über den Balken drosch, vergaben die besten Gelegenheiten.
FSV BENTWISCH gegen BFC DYNAMO 3:4 am 09.04.09:

BALSAM FÜR DIE AUFRECHTEN! Heißes Herz und kühler Kopf - Auftritt und Sieg der Dynamos waren Balsam für geschundene Seelen. "Ein Riesenkompli- ment an die Mannschaft", zeigte sich denn auch Interimscoach Jörn Lenz über das Engagement seines Häufleins der Aufrechten erfreut, dabei kurz auf die Turbulenzen der vergangenen Wochen samt anhaltender Personalknappheit verweisend. Zum abwechslungsreichen, gutklassigen Treffen leistete auch Bentwisch einen erheblichen Beitrag. Nichts zu deuteln ab es zudem am kämpferischen Einsatz von Willy Lootz` Mannen. "Drei Gegentreffer mitver- schuldet" zu haben, wurmte den Coach allerdings mächtig. Dynamo hingegen wirkte zwar nicht immer sattelfest im Deckungsverbund, agierte aber ge- rade in der Schlussphase eiskalt. Ansonsten sah man vor stattlicher Kulisse eine temporeiche Begegnung. Strafraumgetümmel gab es reichlich. Dabei wurde allerdings deutlich, warum der BFC seine Aufstiegshoffnungen beizeiten begraben musste und Bentwisch sich jetzt wieder mitten im Abstiegs- kampf befindet. Auffälligster Mann bei Dynamo war Kurbjuweit, der immer wieder nach vorn stieß, aus allen Lagen schoss beziehungsweise Meinhardt und Rauch in Szene zu setzen verstand. An "Kurbel" zogen sich Petrowsky und Spork rasch hoch. Das Trio bildete die Korsettstangen in einem geschlos- senen BFC-Team. Bei Bentwisch wirbelten die Flügelflitzer, gestalteten Käpt`n Kaminski und Malorny das Spiel. Insofern stapelte Lootz wohl ein wenig tief, als er bei seiner Truppe ausschließlich das kämpferische Element herausstrich. Unterschiedliche Bewertung erfuhren auf der Pressekonferenz die Elfer für Bentwisch - doch Hand aufs Herz: Wie arm wäre der Fußball ohne diese Debatten.
GREIFSWALDER SV 94 gegen BFC DYNAMO 1:4 am 19.04.09:

DYNAMO TRUMPFT VOR DER PAUSE AUF! Es hätte alles so schön werden können. Sommerliche Temperaturen, knapp 700 Zuschauer im Stadion und ein alter Bekannter zu Gast. Mit "alter Bekannter" war Andreas Zachhuber, inzwischen durchaus erfolgreich beim Zweitligisten Hansa Rostock, gemeint. Je- ner Zachhuber, der unlängst als Trainer des Greifswalder SV zu einem ernst zu nehmenden Aufstiegsaspiranten formte. Letzteres ist längst nicht mehr der Fall, weil die Greifswalder seit zehn Spielen einen Sieg hinterher laufen. Eine Serie, welche neben den fehlenden Punkten viele Fragen aufwirft. Zum Beispiel die Frage nach dem "Warum". War es allein die Person Zachhuber, die den Boddenstädter den Erfolg brachte oder ist und war es die Vielzahl von Verletzungen, die dem GSV aktuell den Misserfolg einbringen. Die Wahrheit liegt - wie so oft - irgendwo in der Mitte. Mit dem verletzten Seering (Joch- beinbruch) fehlte den ohnehin verunsicherten Norddeutschen zudem noch ein Spieler, der vor allem nach Standards immer brandgefährlich war. Wie in den Spielen zuvor ging auch gegen die stark auftrumpfende Elf vom BFC Dynamo keinerlei Gefahr nach Freistößen oder Ecken aus. Vor der Pause war auf Seiten der Greifswalder von Krüger nichts zu sehen. Dynamo hingegen machte schon in Halbzeit alles klar. Zweimal Preiß sowie Spork sorgten für eine beruhigende 3:0 Pausenführung, die obendrein vollauf verdient war. Im zweiten Spielabschnitt ließ der BFC Dynamo, der den Aufstieg in der Regionalliga nach den Querelen bei TeBe keineswegs abgeschrieben hat, ein wenig ruhiger angehen. Prompt kamen die Greifswalder ein wenig auf. Doch bis auf den sehenswerten Fallrückzieher von Kremer zum zwischenzeitlichen 1:3 sollte den Boddenstädter an diesem Tag nichts weiter gelingen. Den Schlusspunkt in einer sehr einseitigen Partie setzte der gerade erst eingewechselte Nico Paepke.
BFC DYNAMO gegen BFC PREUSSEN 1894 1:1 am 25.04.09:

WIE DIE JUNGFRAU ZUM KIND! Ein Punkt für Preussen - zum Leben möglicherweise zu wenig, zum Sterben sicherlich zu viel. Auch Trainer Ayhan Bilek schien unschlüssig, wie die Sache zu werten sei: "Nichts gewonnen, aber auch nicht verloren", erklärte er diplomatisch. Fakt blieb, dass Dynamo von Hause aus die besseren Individualisten besaß, dass aber der schnelle Platzverweis für Kurbjuweit (der selber den Ball vertändelt hatte) die Vorzeichen ruckartig verkehrte. Angesichts der mehr als 80minütigen Unterzahl war Interimscoach Jörn Lenz nicht unzufrieden: "Ein Kompliment meiner Mann- schaft, die super gekämpft hat. Und dann frisst sie am Ende ein solches Schweintor …" Tatsächlich hatte in einem "grottenschlechten Spiel" (Bilek) Preussens Ausgleich alles andere als in der Luft gelegen. Auch mit einem Mann mehr konnten die Lankwitzer nicht verbergen, warum sie derart tief im Morast stecken. Statt den Kopf oben zu behalten und den Ball laufen zu lassen, nötigenfalls auch mal hinten herum, kriegten sie das Ding über wenige Meter nicht zum Mitspieler und verstrickten sich in brüderlicher Allianz mit den BFCern in unappetitliche Nahkämpfe. Demzufolge war die Partie alle zehn Sekunden unterbrochen, und ständig mussten beiderseits die Masseure aufs Feld eilen, um die Umgemähten physiotherapeutisch zu behandeln. Fußball gespielt wurde auch ein wenig. Dynamos beste Offensivzeit kam gleich nach der Pause, als Keeper Maus gegen Preiß mehrfach großartig reagieren musste und Huke einen Ball von der Linie kratzte, ehe Meinhardt mit unnachahmlicher Schusstechnik das Führungstor besorgte. Das schien`s gewesen zu sein für die Preussen, denen beim Aufwärmen der wichtige Orzel mit einer Knöchelblessur ausgefallen war. Doch Dynamo, allmählich der Unterzahl und den Temperaturen Tribut zollend, legte nicht nach. Meinhardt zeigte noch ein paar hübsche Sachen, Preiß kassierte den Preis für den emsigsten Wühler, doch von den Flügeln, wo die jungen Becke und Gerhard durchaus ihre Momente gehabt hatten, kam nichts mehr. Nur auf die Defensive zu setzten, das geht meistens nicht gut. Und so kam Preussen doch noch zum Ausgleich wie die Jungfrau zum Kind. Sechs Spiele sind die Lankwitzer mitt- lerweile ungeschlagen - doch vier Remis in dieser Serie ermöglichen halt keine großen Sprünge, sondern nur klitzekleine, vorsichtige Schritte. Und die könnten für das Ziel Klassenerhalt ganz einfach zu kurz sein.
REINICKENDORFER FÜCHSE gegen BFC DYNAMO 1:2 am 03.05.09:

BFC DYNAMO EINFACH CLEVERER! Wollte man kalauern, könnte man sagen, dass sich die Füchse an diesem Nachmittag vor dem BFC-Strafraum einen Wolf gespielt haben. Die Hausherren gingen vom Anpfiff weg engagiert zu Werke und berannten das Tor der Gäste. Doch scheiterten sie immer wieder an ihrem Unvermögen im Abschluss. Als sich nach 23 Minuten dann noch Unzulänglichkeiten in der Defensive dazu gesellten, war es mit der Füchse-Herr- lichkeit vorbei. Aber, was waren das für Tore, die sich die Füchse da einfingen? Preiß tankte sich durch die Füchse-Abwehr und erzielte das 0:1. Schön gemacht, aber aus Reinickendorfer Sicht völlig überflüssig. Ein Treffer, mit dem zu diesem Zeitpunkt absolut nicht zu rechnen war. Nur zwei Minuten später versenkte Rudwaleit einen Eckball von Meinhardt schulbuchmäßig per Kopf zum 0:2. Die Füchse-Abwehr sah dabei zu. Das war effektiv: Zwei Chancen, zwei Tore. Besser geht es nicht. Nach der Pause hängten sich die Hausherren noch einmal kräftig rein, aber zu mehr als dem Anschlusstreffer durch Enani sollte es nicht mehr reichen. Obwohl sich die Füchse in der Folge redlich mühten, konnten sie sich, abgesehen von einem Selanci-Schuss, den Thomaschewski glänzend zur Ecke abwehren konnte, keinerlei wirklich gefährlichen Situationen erarbeiten. Der BFC spielte die Partie in der ver- bleibenden halben Stunde routiniert und unspektakulär nach Hause. Der Sieg der Gäste geht auf jeden Fall in Ordnung. Der BFC Dynamo war die cleverere Mannschaft. Die Füchse machten sich mit ihren individuellen Fehlern das Leben schwer und wurden am Ende für die eigenen Nachlässigkeiten bitter be- straft. In der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte der Füchse-Pressesprecher offensichtlich die Emotionen, die diese Partie in weiten Teilen nicht hatte, nachreichen, indem er Christian Backs fragte, ob die Partie gegen seinen zukünftigen Klub denn ein besonderes Spiel für ihn gewesen sei. Der scheidende Füchse-Trainer erfüllte die Erwartungshaltung nach Sensationen nicht, hatte aber die richtige Antwort parat, indem er darauf hinwies, dass sein Wechsel zum Liga-Konkurrenten doch schon lange bekannt sei, und dass dies weder für ihn noch für die Mannschaft ein Thema gewesen sei. Für ihn sei es ein ganz normales Oberliga-Spiel gewesen, so Backs. Was die Leistung seiner Jungs betraf, so traf der Füchse-Trainer den Nagel auf den Kopf, als er davon sprach, dass die Füchse an diesem Tag "gewogen, aber für zu leicht befunden" worden waren. Die Punkte, so Backs, müsse man nun gegen andere, schwächere Gegner holen.
BFC DYNAMO gegen SV GERMANIA 90 SCHÖNEICHE 0:3 am 09.05.09:

LUSTLOS UND ÜBERFORDERT! Die eigenen Fans forderten nach dem dritten Gegentreffer in Gesängen von den Dynamo-Kickern "Schämt euch, schämt euch." Auch Interimscoach Jörn Lenz fand klare Worte: "Das hat in allen Belangen nicht gereicht."  Einsatzwille und Laufbereitschaft brachten die wenig- sten auf. Demnächst-Trainer Christian Backs hatte auf der Tribüne einiges zu notieren, viel Positives war nicht dabei. Vielleicht die gefährlichen Flanken von Gerhardt , vielleicht die manchmal klugen Pässe von Arayici. Unerfreulicher war die Leistung des als Stürmer aufgestellten Meinhardt. "Das ist in die Hose gegangen", sagte Lenz und korrigierte mit der frühen Einwechslung seinen Fehler. Angeblich wegen taktischen Fehlverhaltens (Lenz: "Er war Stür- mer, tauchte aber in der Abwehr auf."). Vielleicht aber auch wegen offensichtlicher Lustlosigkeit. Mit ihm musste der überforderte Becke vom Platz, dem Günther mehrmals auf der Außenbahn entwischte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schöneicher bereits aus zwei Torschüssen zwei Treffer gemacht. Sehr zur Freude von Trainer Dirk Berger. Er hatte seine Mannen mit der Prämisse ins Spiel gesteckt: hinten sichern und schnell nach vorne umschalten. "Das ist perfekt gelungen", sagte Berger. Der aufgerückte Schulz sorgte mit seinem Flachschuss zum 0:1 für Sicherheit. Danach zogen sich die Schön- eicher tief in die eigene Hälfte zurück. Vor allem der starke Boese räumte die wenig konstruktiven Aktionen des BFC ab. Günther, Richter und Manteufel, der das zweite Tor von Günther mustergültig vorbereitete, brachten den Ball dann immer wieder schnell über die Mittellinie. Boese (33.) und Richter (34.) verpassten den dritten Treffer knapp, während die von Lenz eingewechselten Rauch und Kukulies kaum für Belebung sorgten. Nach dem Wechsel wol- lten, aber konnten die Dynamos ihre Unsicherheit nicht ablegen. Sichtbares Zeichen: Zelms überflüssiges Handspiel als letzter Mann an der  Mittellinie, dass nur mit Gelb geahndet wurde (50.). Nur ein Verzweiflungsschuss von Gerhard aus 25 Metern zwang Greulich mal zu einer Parade (65.). Germania spielte den Vorsprung sicher nach Hause. Der eingewechselte Nerger setzte nach guter Kombination mit Richter und Martins den Deckel drauf.
TSG NEUSTRELITZ gegen BFC DYNAMO 1:2 am 17.05.09:

DYNAMO SIEGT MIT ZEHN MANN! Als Dynamos Verteidiger Manteufel zwei Minuten nach seiner Gelben Karte wegen Meckerns erneut den Mund nicht hal- ten konnte und folgerichtig vom Platz flog, schienen die Neustrelitzer auf der Siegerstraße zu sein. Nach einer flotten, intensiven ersten Halbzeit führten sie verdient mit 1:0, weil sie bis dahin mehr und bessere Torchancen besessen hatten. Doch schon die große Kopfballmöglichkeit kurz vor dem Seiten- wechsel für Kukulies, der den Ball aus vier Metern etwas zu hoch platzierte (44.), deutete an, dass der BFC auch in Unterzahl keineswegs gewillt war, sich kampflos seinem Schicksal zu ergeben. Und tatsächlich schafften es die Berliner mit einer Energieleistung, nach der Pause den Spieß noch umzudrehen. "Unser Sieg war glücklich, aber nicht unverdient", strahlte Jörn Lenz, der Interimstrainer des BFC. Das Glück bezog sich auf den späten Zeitpunkt des Siegtreffers, als die Nachspielzeit bereits angebrochen war und sich die Beteiligten schon auf ein 1:1 eingerichtet hatten. Dass es ausgerechnet Becke war, der mit seinem ersten Saisontor die Entscheidung herbeiführte, freute Lenz ganz besonders, hatte der junge Mann doch im Verlauf der schwierigen Rückrunde eine beachtliche Entwicklung nachgewiesen. (PS: LEIDER MUSS ICH DEM FUWOSCHREIBER WIDERSPRECHEN, DA DAS SIEGTOR KUKULIES ERZIELTE …!) TSG-Trainer Lothar Hamann war todtraurig: "Das sind Tage, an denen man die Lust am Fußball verliert." Zehn Tage vor dem Pokalfinale gegen Greif Torgelow hatten sich die Neustrelitzer durchaus spielfreudig gezeigt, waren aber, ganz wie es der alten Bauernregel entspricht, mit ihrer Überzahl nicht zurecht gekommen. "Die Konter nicht richtig ausgespielt" hätten seine Spieler, monierte Hamann. Pech zudem, dass es keinen Elfmeter für die TSG gab, als Duggert von Rudwaleit umgerissen wurde (87.).
BFC DYNAMO gegen FSV OPTIK RATHENOW 2:2 am 24.05.09:

DIE UNBEUGSAMEN NEUN! Mathias Lettow steckte irgendwo auf der Autofahrt von Cottbus nach Hohenschönhausen im Stau. Pech für ihn. Pech aber auch für Optik Rathenow. Der Abwehrspieler mit Offensivdrang, der in dieser Saison mit neun Treffern vereinsintern der gefährlichste Torschütze ist, fiel für das Spiel beim BFC Dynamo aus. Ohne ihn verließ sich der Gast im Sportforum auf ein taktisch klug angelegtes Spiel, ohne dabei aber im Strafraum des Gegners sonderlich große Gefahr auszustrahlen. Da aber auch Dynamo nicht allzu viel Offensivmut antrieb, blieben rassige Strafraumszenen äußerst rar. Bis eine Viertelstunde vor Schluss! Da war Dynamo bereits in Unterzahl geraten. Petrowsky ereiferte sich wortreich über eine Freistoßentscheidung von Schiedsrichter Dankert. Er meckerte und meckerte und war auch durch eine Gelbe Karte nicht ruhigzustellen. Dankert blieb also keine andere Wahl, als wieder Gelb zu zücken. Gelb und Gelb ergibt in der Fußball-Arithmetik nun mal Gelb-Rot, Petrowsky ging vom Platz - und plötzlich wurde ein zähes Fuß- ballspiel ein ziemlich munteres mit vier Toren in der Schlussviertelstunde, gleichmäßig auf beiden Seiten verteilt. Dabei überraschte am meisten, dass Dynamo selbst nach dem zweiten Platzverweis - Meinhardt hatte auch noch Gelb-Rot gesehen wegen wiederholten Foulspiels - mit neun Mann noch ein- mal in der Lage war, den 1:2 Rückstand zu egalisieren. Freilich musste da der Rathenower Japaner Sakata mit einem Eigentor nach Freistoß von Gerhard ein wenig Nachhelfen. Zuvor hatte Rathenows Trainer noch allen Grund zur Freude gehabt. "Unser zweites Tor war doch Weltklasse herausgespielt", schwärmte Ingo Kahlisch. In der Tat ging dem Treffer des eingewechselten Zielke ein prächtiger, in der Oberliga selbst bei Spitzenreiter Tennis Borussia nicht oft zu sehender Angriffszug voran. Herausragend bei den Rathenowern spielte allerdings Berger. Der Abwehrspieler räumte nicht nur auf der rechten Seite mit enormer Gründlichkeit auf, er schaltete sich auch immer wieder wirkungsvoll in die Offensive mit ein. Der gerechte Lohn für seine tadellose Leistung war das Kopfballtor zum 1:1 - Ausgleich. Bei Dynamo stach vor allem Kapitän Rudwaleit hervor. Er schien als Innenverteidiger oft genug die Spielzüge des Gegners vorauszuahnen, um sie dann so rechtzeitig zu unterbinden, dass keine allzu große Gefahr drohte.
VfB LICHTERFELDER FC BERLIN 1892 gegen BFC DYNAMO 1:2 am 01.06.09:

DYNAMO LEGT DEN HEBEL UM! 90. Minute im Lichterfelder Stadion: Maaß mit der letzten Chance für den LFC, er schießt aus 18 Metern und der Ball hoppelt auf Höhe der rechten Strafraumbegrenzung ins Toraus. Ein bezeichnender Schlusspunkt unter eine dürftige Lichterfelder Darbietung im letzten Heim- spiel der Saison, in dem, als Konsequenz aus dem Spiel bei Brandenburg, "aus disziplinarischen Gründen" einige Stammspieler fehlten - genauer wollte Trainer Wolf nicht werden. Begonnen hatte die Begegnung noch mit durchaus sehenswerten Ballstafetten und einer verdienten Führung, aber als der BFC begann, dagegenzuhalten, mochte der LFC nicht mehr so recht mitspielen. Nach dem Schlusspfiff des ausgezeichneten Koslowski (ob Vorteilsausleg- ung, Gelbe Karten oder "Indirekter" im Strafraum, der Mann lag aus unserer Sicht immer richtig) äußerte Dynamos Jörn Lenz: "Das Spiel hätte durchaus 6:6 oder 7:7 ausgehen können." Das ist äußerst freundlich in dieser nur noch temperaturmäßig heißen Saisonphase, aber wir würden sagen: 3:7 oder 4:9, denn um auf sechs LFC-Chancen zu kommen, muss man sich schon sehr anstrengen. In der 11. Minute standen mehrere Lichterfelder frei vor Thoma- schewski und vertändelten. Ullrich scheitert am Dynamo-Keeper (26.), nach der Pause erzielte wiederum Ullrich - insgesamt aktivster und drangvollster Lichterfelder - ein Abseitstor, schossen Chamkhi und dann auch mal der erst in der Schlussphase einigermaßen aufwachenden  Felsenberg aufs Tor. Mehr war beim besten Willen nicht. Dynamo legte nach ziemlich genau 20 Minuten irgendeinen Hebel um, wir wissen nicht, warum und welchen. Plötzlich gibt`s eine Möglichkeit nach der anderen: Zelm vergibt freistehend, Preiß scheitert an Milkau, Rudwaleit per Kopf, Kurbjuweit vergibt freistehend. Der Ausgleich scheint nicht nur eine Frage der Zeit, er fällt tatsächlich, und diese Überlegenheit setzt sich in Halbzeit zwo u.a. in Form des völlig verdienten Siegtreffers fort. Auf dem Spielbogen fanden sich beim BFC exakt zehn Feldspieler und zwei Torhüter. Dass es sich um keinem Irrtum handelte, be- stätigte Lenz: "Nach diversen Austritten und Verletzungen hatten wir heute nur noch zehn Feldspieler zur Verfügung." Die wussten also schon vorher, dass keinem die Gnade des frühzeitigen Duschens zuteil werden konnte, vielleicht nicht die schlechteste Art, für Zusammenhalt zu sorgen. Sonst hätte es womöglich in der Pause den fleißigen, aber glücklosen Preiß getroffen. So aber wurde umgebaut, Preiß (ab da ordentlich) zurückgezogen und Kurbju- weit nach vorn beordert, wo er im Zusammenspiel mit Kukulies für die nicht sehr zahlreichen Höhepunkte der Partie sorgte.
BFC DYNAMO gegen TENNIS BORUSSIA BERLIN 1:0 am 07.06.09:

GOLDENES TOR DURCH GERHARD! Der Spielansetzer hatte eigentlich ein gutes Händchen, als er diese Begegnung für den letzten Spieltag ansetzte. Zweiter gegen Erster hätte ein Finale furioso werden können, wenn nicht der 21-Punkte Vorsprung der Borussen dieses Spiel bestenfalls zu einem Prestigeduell auf eher freundschaftlichem Niveau werden ließ. Die Zuschauerkulisse war diesem Duell durchaus würdig, wobei dieses Mal alles im Rahmen blieb, bei nachweislich 37 zahlenden TeBe-Fans auch kein Wunder. Der Sieg Dynamos war nicht unverdient, wenngleich Teammanager Lenz auch mit einem Remis zufrieden gewesen wäre. Die Begegnung begann mit der Übergabe eines Blumenstraußes für den Oberligameister durch den AG-Vorsitzenden Toni Pe- trina und einer Ehrung für den ehemaligen, bei den Fans immer noch sehr beliebten Volkan Uluc. Danach hatte zunächst TeBe das Wort, das durch Grie- sert früh die Führung vergab, als Thomaschewski den Schuss zur Ecke lenkte (5.). Aber Dynamo erspielte sich bald die ersten Möglichkeiten, die insbe- sondere vom emsigen Kukulies und Gerhard vergeben wurden. Beide Abwehrreihen wirkten aber sehr sicher, so dass für die Spitzen kaum ein Durch- kommen möglich war. Hier wurden bei TeBe vor allem der gesperrte Fuß und der im Urlaub weilende da Silva als spiritus rector vermisst, während Ben-Haitira zunächst nur die Bank drückte. Nach der Pause hatten zunächst Meinhardt und Kukulies gute Chancen, ehe der ansonsten blasse Aydogdu zweimal in aussichtsreichen Positionen vergab. Belebung kam erst ins Spiel, als der immer wieder sich anbietende Gerhard nach herrlichem Spork-Pass die Führung für den BFC erzielte. TeBe war durchaus mit Siegesambitionen angereist und wollte nicht unbedingt die zweite Saisonniederlage kassieren. So wurde die Partie auch noch ein wenig heftig, wobei aber der ausgezeichnete Schiri Lupp jederzeit alles im Griff hatte. Dennoch gab es einen negativen Höhepunkt, als der bis dahin ordentlich agierende Jakowitz ein Revanchefoul an Spork beging und dafür vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
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Fußball-Woche